Donnerstag, 12. April 2018

Frosch, Fasan, Freizeitpark Marienfelde...

Es ist erst wenige Wochen her, dass ich in einem Anflug von akutem Wahnsinn bei -15° C (!!) eine sechsstündige Wanderung durch Rudow gemacht habe... Und nun ist T-Shirt-Wetter und ich habe den ersten leichten Sonnenbrand.

Schlitten im Papierkorb
Und wie immer im Frühling liegt ganz Berlin voller Handschuhe, Mützen und Jacken, die die Menschen von sich geworfen haben. Im Gleisbett der S-Bahn am S-Bahnhof Landsberger Allee liegt derzeit neben einer Mütze direkt noch eine Fernbedienung und ein Glas, das den Flug anscheinend sogar überstanden hat...

Gestern war ich bei frühlingshaften Temperaturen mal wieder im Freizeitpark Marienfelde. Warum auch immer das Ding Freizeitpark heißt...Früher dachte ich bei Freizeitpark immer an Parks mit Achterbahnen und Karussells. In den Freizeitparks in Lübars und Tegel gibt es immerhin schöne Spielplätze, in Lübars einen Bauernhof und einen Rodelberg, in Tegel den See. Und in Marienfelde? Nichts. Naja, fast nichts. Es ist eine ehemalige Deponie und nachdem vor gut 20 Jahren Deponiegas eine Verpuffung verursachte, wurde das Areal jahrelang komplett gesperrt. Gut für die Natur. Und inzwischen kann man in den Park wieder hinein. Es gibt einen Bienenlehrstand, der für Klassen und Kita-Gruppen öffnet, es gibt ein Schaf in einem kleinen Gehege, einen ziemlich gut ausgestatteten Skatepark, ein paar Teiche und den Alpengipfel... Von dort hat man eine gute Aussicht - man sieht den Fernsehturm, das Rathaus Schöneberg, den Flughafen Tempelhof, die Gropiusstadt, die Müggelberge, die Thermometersiedlung, den Dörferblick und die Rudower Höhe... und noch viel mehr. Alles allerdings weit weg. Für Touristen ist die Aussicht vom Kreuzberg im Viktoriapark sicher besser.



Und wir sahen jede Menge Tiere... Fasane, Hasen (richtige Hasen, keine Kaninchen), Kröten, eine Eidechse, einen Greifvogel, Eichhörnchen...



Alles in allem: Wer bei Freizeitpark an einen Ort für einen Familienausflug denkt, wird etwas enttäuscht. Kein Spielplatz, ziemlich hohe Hecken aus Brombeeren, jede Menge Anstiege, im Sommer ganz viel Sonne... Der Park ist eher etwas für Naturgucker ;-).

Montag, 5. März 2018

Zeitmaschine...Neulich in Kladow...

Ab und an verschlägt es mich nach Kladow. Man kann so schön mit der BVG-Fähre über den Wannsee schippern und dann kann man, zumindest im Sommer im Biergarten am Wasser sitzen. Oder den wirklich schönen Spielplatz in Laufnähe des Anlegers besuchen. Oder bis zum Museum am ehemaligen Flughafen Gatow laufen. Oder einfach durch den Ortsteil spazieren. Oder mit dem Bus über Spandau wieder "nach Berlin" fahren ;-).

Mir fällt in Kladow jedes Mal auf, dass es so weit weg vom hippen Berlin ist, dass es nicht wirklich wirkt wie ein Teil der Großstadt. Es gibt hier Filterkaffee statt Latte, Menschen mit Dauerwelle und Erinnerungen an Bolle...

Bolle-Flaschen aus den 60ern...

Oldtimer können hier ins Schlingern geraten?

Ehemalige Gemeindeschule

Alle meine Entchen... sitzen auf der Eisscholle...Im Hintergrund ist die Vogelinsel Imchen.

Was ist das? Ich vermute, es ist ein alter Bierflaschenverschluss. Ich habe ihn auf einem Feld gefunden, auf dem mächtig gebuddelt wurde, weil dort bald gebaut wird.

Montag, 29. Januar 2018

Michael Jackson in Plötzensee

Heute habe ich einen Spaziergang in der Nähe der JVA Plötzensee gemacht. Dort sieht man in einer Kleingartenanlage nicht nur dieses illustre Gartentor:


... sondern auch dieses Schild direkt an der Jugendstrafanstalt. Man feilt hier also...


Samstag, 13. Januar 2018

Landlangeweile...?

Es gibt viele Klischees über ländliche Gegenden. Es ist langweilig. Man sitzt am Fenster mit dem Deckchen und schaut hinaus. Man bemerkt jeden Unbekannten. Und tut so etwas hier:


Gesehen in Blumberg, gleich "hinter" Ahrensfelde, in einer Straße, in der auch eine Oma mit Deckchen am Fenster neugierig nach uns schaute...

Samstag, 16. Dezember 2017

Die Ökobilanz

Elternversammlungen gehören zu den Veranstaltungen, die ich nicht vermissen werde, wenn meine Kinder groß sind. Aber noch sind die Kids in der 8. bzw. 1.Klasse, der Spaß wird mir also noch eine Weile erhalten bleiben... Und dafür sorgen, dass der Frust ab und an hier entladen werden muss...

Normalerweise gehe ich zu diesen Versammlungen nur hin, setze mich in eine Ecke, lausche andächtig, mache Notizen, die für ein eher lustiges Protokoll sorgen würden, wenn man mich mit dem Schreiben des Protokolls betrauen würde  und manchmal wundere ich mich. Auf der Grundschule der Großen wunderte ich mich oft sehr, die Grundschule beim Kleinen geht (bisher?) so halbwegs. Auf dem Gymnasium der Großen geht es jetzt eigentlich auch,  abgesehen  von gelegentlichen eigenartigen Kommentaren mancher Elternwie diesem:
"Es fällt so oft Unterricht aus. Vor allem Latein. Mein Kind ist darüber SEHR TRAURIG und es LIEBT Latein!!"
WTF?!! Wer bitte war als Schüler jemals traurig über Ausfall? In welchem Paralleluniversum bin ich früher zur Schule gegangen? Wir haben uns gefreut. Unsere Eltern wohl nicht. Wobei, doch, mein Vater fand immer schön, wenn man mehr Freizeit hatte und hat sich für mich gefreut ;-). Und die Beliebtheit von Latein war mir bisher auch nicht so bewusst...

Seit dem Herbst gibt es in der Klasse nur noch ein Thema: Klassenfahrt. Denn da sei man immer benachteiligt worden. Andere Klassen würden viel mehr Klassenfahrten machen. Diese Klasse habe seit der 5. Klasse nur zwei Fahrten gemacht. Eine in der 6.Klasse, eine in der 7. Klasse. Die erste nicht mal weit weg. Die zweite auch nur innerhalb Deutschlands. Nun gab es nicht mal eine Skifahrt, da diese doch sehr teuer war und nicht auf volle Zustimmung stieß.  Da MUSS nun eine Fahrt im Sommer sein. MUSS. Manche Eltern kämpfen wie Löwen, damit sie eine Woche ihre Ruhe haben ihre Kinder eine Woche wegfahren können.

Ich muss gestehen, dass mich diese Aufregung etwas nervt. Ich selbst war zu meiner Schulzeit kein Fan von Klassenfahrten war und bei einer auch mal freiwillig daheim geblieben bin wegen "kein Bock den ganzen Tag mit diesen Leuten zu verbringen".  Meine Tochter ist da ähnlich gestrickt. Sie möchte zwar mitfahren, aber wenn es keine Fahrt gibt, ist es auch egal und wohin ist ebenfalls egal. Hauptsache keine nervigen Leute im Zimmer.

Warum auch immer, war man nun der Meinung, dass es dem "Selbstständig-Werden" der 12-14 Jahre alten Schüler dient, wenn sie alles selbst organisieren. Ok. Kann man so sehen. Ein wenig Moderation wäre vielleicht doch nötig gewesen. Denn heraus kam:  mehrere tausend (!!) Nachrichten in einer Whatsapp-Gruppe. Erbitterte Diskussionen in jeder Pause in der Schule. Vorschläge von 5 Sterne in Antalya über AIDA Kreuzfahrt bis Wellness-Urlaub. Hauptsache chillen. Bloß keine Kultur. Der Klassenlehrer  hat gelegentlich ein Veto eingelegt und dezent darauf verwiesen, dass Klassenfahrten sicher nicht in 5 Sterne- Hotels gehen. Oder auf die AIDA.

Irgendwann stand das Angebot, über das nun ganz fix abgestimmt werden sollte. Sie wollten so weit weg wie möglich, so billig wie möglich. Immerhin wurde es nicht Lloret de Mar.  5 Tage weg. Davon 2 Tage/Nächte für Ab-und Anreise, denn die Busfahrt sollte 16 Stunden dauern. Schaute man sich An-und Abfahrtzeiten und Checkin-/out-Zeiten der Unterkunft an, wären sie im Endeffekt ziemlich genau 70 Stunden vor Ort gewesen. 1300 km pro Strecke fahren und dann so kurz vor Ort?  Bedenkt man, dass man auch auf Klassenfahrten ab und an schläft, bleibt da wenig Zeit. Weder zum Chillen noch für ein wenig Programm, dass das Ziel hergegeben hätte (und worauf die mitreisenden Lehrer auch bestehen).

Ich fragte mal ganz vorsichtig, ob es in Zeiten günstiger Flüge nicht zumindest überlegenswert wäre, sich zu erkundigen, was der Spaß mit Flug kostet. Denn dann wäre mehr Zeit vor Ort und eben keine insgesamt 32 Stunden Bus. Und ich holte in Absprache solch ein Angebot bei einem großen Anbieter ein. Heraus kam, dass man dieses Ziel mit einen Tag mehr vor Ort, in einem besseren Hotel und mit Flug (und das nicht mit Ryanair) für ganze 20 Euro mehr haben kann. Die meisten Stimmen gingen in Richtung "klingt gut!".

Aber natürlich muss immer jemand dagegen sein. Und so kam, so weit weg vom Prenzlauer Berg ein:
"Nein, das lehne ich ab. Wegen der Ökobilanz."

Da auch 10 Eltern eine ewige Busfahrt ablehnen, muss nun alles neu geplant werden. Jede Elternstimme zählte und so waren lange Busfahrten und Flug raus. Das gewählte Ziel ist nicht mehr erreichbar, wenn man weder fliegen noch ewig fahren will. Die Zeit drängt, das allermeiste ist ausgebucht.

Brandenburg soll ja auch ganz schön sein. Man könnte mit dem Fahrrad fahren und zelten. Perfekt für die Ökobilanz.


Dienstag, 14. November 2017

Das Einhorn von Lichtenberg

Irgendwie scheinen Mosaik-Wände wieder "in" zu sein. Ich habe in den letzten Monaten immer wieder Mosaikwände in Gärten gesehen. Teilweise kitschig, teilweise sehr schön. So langsam überlege ich selbst, ob man eventuell im eigenen Garten auch loslegen sollte... Aber welches Motiv wählt man dann?

"Ohne Horn wäre es nur ein Pferd" (Zitat von meinem Sohn)
Sehr unscheinbar, im Landschaftspark in Herzberge in Lichtenberg (ja genau, bei dem Krankenhaus, das viele nur durch als "Irrenanstalt" kennen), hüpft dieses Einhorn. Nebenan gibt es noch mehr Mosaikdeko, ein wenig erinnert das hier an Barcelona. Das Ganze ist sehr versteckt bei der dort ansässigen Gärtnerei. Die ist durchaus sehenswert, genau wie der Park drumherum, wo man alte Ackergeräte sehen kann und zudem auch eine Art Trimm-Dich-Pfad für Unterhaltung sorgt.

Fast wie in Barcelona

Katze, Hund, Schwein? Oder ist der Hund ein Bär?
Weit und breit war niemand, außer ein paar Schäfer, die darüber redeten, dass Schafe nun wirklich nicht dumm seien.

Undumme Schafe

Gesundheitspfad
Und nicht weit entfernt vom Einhorn, hat man aus alten Grabsteinen eine Mauer gebaut...So etwas habe ich inzwischen schon mehrmals gesehen und finde es leicht skurril, aber eigentlich auch nett, denn die Steine werden sonst ja einfach entsorgt. Ich habe am Flughafen Tempelhof mal beobachtet, wie eine ganze Wagenladung Grabsteine weggebracht wurde. Vielleicht, um eine Mauer zu werden...

Waldemar, der KFZ-Meister


Mittwoch, 8. November 2017

Flugzeuge im Bauch, im Blut Kerosin...

Wer mich kennt, weiß: wenn es an den Berliner Flughäfen etwas interessantes zu sehen gibt, fahre ich hin. Egal, ob Obama oder die Queen kamen oder der Siegerflieger... Am 27. Oktober las ich nachmittags eher zufällig, dass man beim letzten Flug der Air Berlin live dabei sein kann und die Besucherterrasse bis nachts offen sein wird. Und das sogar gratis. Ich war noch nie im Dunklen auf der Aussichtsterrasse, weil sie da schlicht immer geschlossen ist. Also war klar, dass wir hinfahren.


Ich muss gestehen, dass Air Berlin nicht wirklich zu meinen Favoriten zählte. Wenn es sich vermeiden ließ, habe ich die Konkurrenz gewählt.  Von Service, Herz (abgesehen von denen aus Schokolade) oder dem Lächeln, das laut Air Berlin-Hymne angeblich stets mit drin sei, bekam ich bei den wenigen Flügen nichts mit. Aber das ist Schnee von gestern.

Die Busfahrt zum Flughafen war amüsant. Erst zeigte sich der Busfahrer von seiner lustigen Seite mit einer Durchsage:
"Keine Sorge, wir halten jetzt nur noch mal kurz an, damit der junge Mann sein Bier entsorgen kann".
Der Bus hielt unmittelbar an einem Mülleimer...
"So, jetzt haste et och jar nich weit, Schätzelchen!"
Der Mann wirft brav die Bierflasche weg....
"Und wenn de jetzt noch deinen Astralkörper aus der Lichtschranke nimmst, können wir auch weiterfahren."
:-D

Später stiegen ein paar Air Berlin-Flugbegleiterinnen ein.  Da ging es wieder los:
"Mädels, ich finde es auch traurig, keine Schokoherzen mehr abends nach dem letzten Flug!"
Daraufhin holten sie Herzchen aus der Tasche, aber gaben keins dem Busfahrer ;-).
Es gab Applaus für den Fahrer bei der Anfahrt nach Tegel, was er mit einem "Wir sind doch noch gar nicht gelandet!" kommentierte.

Als wir um 20:30 ankamen, war es noch erfreulich leer. Keine Warteschlangen an der Sicherheitskontrolle und wir sicherten uns einen Platz in der ersten Reihe, quasi die Pole-Position. Später wurde es deutlich voller und am nächsten Tag las ich in der Zeitung, dass ab 22 Uhr wegen Überfüllung die Terrasse geschlossen wurde. Viele Planespotter waren da, viel Presse. Und die Pappflugbegleiterin, die früher in Reisebüros (oder am Flughafen?) herumstand.

Es war kalt. Es war eine gute Entscheidung, dass ich meine Winterjacke schon herausgeholt hatte. Es war eine schlechte Entscheidung, nicht auch die Wunderschuhe aus dem Schrank geholt zu haben. Aber es regnete nicht, es stürmte nicht, es hätte also schlimmer kommen können. Uns fiel erstmals bewusst auf, dass es da oben auf der Terrasse ja definitiv nichts zu essen gibt. Und keinen Taschenwärmerverkauf. Auch keine Toilette. Man hätte natürlich herunter in den Flughafen gehen können, aber wer würde schon den tollen Platz an der Pole Position aufgeben?

Neben uns stand ein Planespotter mit riesiger Kamera. Er zoomte für uns mal heran, was da für ein dickes Buch im Cockpit einer Brussels Airlines liegt. Es war die Bedienungsanleitung für den Airbus :-D. Sehr cool. Ich brauche auch so eine Kamera.

Es wurde voller und voller am Flughafen, selbst am Tower standen außen Leute. Man sah Menschentrauben an den Fenstern im Tunnel zu Terminal C. Und schon Stunden vor der Landung füllte sich das Vorfeld mit Air Berlin-Mitarbeitern. Zuvor hatte es einen Fackellauf von der Zentrale am Saatwinkler Damm zum Flughafen gegeben.

Und dann ging das Warten los. Für 22:45 war der Flieger angekündigt, aber sehr schnell konnte man in den Live-Tickern der Zeitungswebseiten lesen, dass sie viel zu spät gestartet sei. Sie sei aufgehalten worden, man habe noch mit Edding das Flugzeug verziert und überhaupt. Vermutlich war die Verspätung auch beabsichtigt, damit sie wirklich die letzte Maschine des Abends in Tegel ist. (was nicht klappte). Also hieß es warten... warten...ausharren... sich langsam Gedanken machen, wann eigentlich der wirklich allerletzte Bus nach Hause fährt...Flugzeuge gucken...
Einige andere Air Berlin-Flieger an dem Abend machten Überflüge über die Stadt, aber nicht so tief wie die in Düsseldorf, die es in die Medien schaffte. Irgendwann war der letzte Start einer Air Berlin nach München.


Kurz vor Mitternacht kam sie dann. Zum Glück saß zu Hause jemand, der auf Flightradar24 bequem auf der Webseite immer schaute, wo der Flieger gerade ist und so bekamen wir früh mit, dass sie von der anderen Seite kommen wird als erwartet. Und so bekamen wir auch einen Screenshot von dem Herz, das geflogen wurde über der Stadt.Für das Herz ging es auch einmal über den Flughafen, relativ tief und es wurde das Kabinenlicht an und ausgeschaltet. Das sah gut aus.
Dann die Landung, kein Durchstarten wie viele vermutet hatten, dafür eine ewig lange Runde über den gesamten Flughafen Tegel. In der Zwischenzeit landete noch schnell Niki aus Hurghada, dann war für den Abend Schluss...

Vier Flughafenfeuerwehr-Autos duschten das Flugzeug, dazu ein Konzert der Follow-Me-Cars. Das hatte schon etwas.  Ich habe solche Flugzeug-Begrüßungen mit Wasser schon öfter gesehen, bei Erstlandungen neuer Flieger, neuer Airlines etc, aber solch eine Lautstärke gab es da nie. Es folgte das Ausrollen von Transparenten und etwas, was von oben aussah wie eine Abschiedsparty.

Wir verzogen uns dann und erwischten den vermutlich wirklich letzten Bus. Eingequetscht wie die Ölsardinen ging es durch die Nacht...




Freitag, 27. Oktober 2017

Das Hostel-Hotel

Letzte Woche, im Wartezimmer einer HNO-Praxis in Berlin-Mitte. Ich saß da nur so herum, da ich jemanden nach einer ambulanten OP abgeholt habe. Und belauschte zufällig ein Gespräch eines sehr betagten Paares.

"Guck mal, da draußen... an dem Haus steht "Hostel". Was das nur wieder soll? Immer dieses Englisch überall. Die können doch Hotel schreiben."
"Was sagt du da, Schatz? Hotel?"
"Nein, Hostel. Es heißt sogar City Hostel. Als ob City nicht schon schlimm genug wäre. Auch noch Hostel. Die können doch einfach Stadthotel schreiben, dann würde das jeder verstehen. Hostel, was für ein unmögliches Wort."
"Schatz, warum sagst du immer Hotel?"
"HOSTEL!! Ich sagte HOOOOOSTEL!"
"Was soll das sein?"
"Sag ich doch, versteht keiner. Die sollten Hotel schreiben!"
"Hotel?"
"Jaaaa, aber da steht Hostel!"
"Hach ja...schlimm, es ist einfach nicht mehr arisch (!!!!) hier."

Ohne Worte. Und ich verspürte auch kein Bedürfnis, denen den Unterschied zwischen Hotel und Hostel zu erläutern.

Als ich später an dem besagten Hostel vorbei lief, fiel mir auf, dass es sich um das Hostel bei der nordkoreanischen Botschaft handelt, das kürzlich durch die Presse ging...