Donnerstag, 24. April 2014

Der sinnlose Wasserhahn

Gesehen an der Jannowitzbrücke...Der Wasserhahn kommt aus der Spree, führt in die Spree...Vielleicht ist da drunter ein Wasserrohr, dann könnte er funktionieren. Um Wasser in die Spree zu geben? Zum Befüllen? ;-)


Mittwoch, 23. April 2014

Lost

Gestern war in der Zeitung zu lesen, dass ein an Demenz erkrankter Mann aus Berlin tot in Hamburg aufgefunden wurde. Von der Suche hatte ich einige Male in den Medien gehört, außerdem hingen auch hier in Berlin Plakate mit seinem Foto.

Und das Thema berührt mich auch persönlich, denn auch in unserer Familie ist jemand an Demenz (nicht Alzheimer, sondern einer anderen Demenzform) erkrankt ist. Es gibt gute und schlechte Tage, inzwischen mehr schlechte Tage und eine enorme "Lauftendenz", wie man es so schön nennt. Es ist keine Hinlauf-Tendenz, also sie läuft nicht zu einem bestimmten Ziel, auch keine Weglauftendenz, sie will also auch vor nichts flüchten, sondern sie will nur laufen, laufen, laufen...gern nachts und auch mal auf Friedhöfe. Laufen, laufen, laufen. Verlaufen.

Den ganzen Tag angezogen, Tasche in der Hand, immer mit dem Satz auf den Lippen "ich will noch in die Stadt". Das war so, als sie noch im eigenen Haus wohnte und es blieb so, als sie ins Heim einzog. Der Grund für diesen Umzug ins Heim war vor allem diese Lauftendenz, die man selbst mit zahlreichen Familienmitgliedern als "Aufsichtspersonen" nicht rund um die Uhr stemmen konnte.

Nun läuft sie weiter... und weiter... Wir gehen mit ihr spazieren, Betreuer gehen mit ihr spazieren, sie wandert durchs Haus, durch den Garten des Heims...wandert, läuft, wandert... Andere Beschäftigungen mag sie nicht...fernsehen, puzzlen, Körbe flechten, basteln, malen, nähen...alles Dinge, die sie früher mochte...heute alles doof. Laufen! Und sie bräuchte dabei mehr Aufsicht als jedes Kleinkind.

Denn sie marschiert raus aus dem Haus. In unbekanntes Gebiet. Der Bereich für die Demenzkranken ist in dem Heim mit einem speziellen Türmechanismus ausgestattet. Er erlaubt, dass alle prinzipiell rausgehen können. Personal, Angehörige und theoretisch auch die Bewohner, denn sie sind keine geschlossene Anstalt.
Der Türöffner-Knopf befindet sich nur an völlig unlogischer Stelle, nämlich hoch oben. Das würden die Bewohner nicht mehr aufmachen können, weil sie es nicht verstehen. Wurde uns gesagt. Aber damit hält man doch höchstens sehr kleine Bewohner vom unbeaufsichtigten Wandern ab, weil die da nicht drankommen, aber sonst...? Vor allem bei Erkrankten, die noch "gute Tage" zwischendurch haben, ist dieser Türmechanismus ziemlich sinnlos. Anderswo gibt es wohl Türklinken, die falsch herum aufgehen. Oder wenigstens ein Glöckchen an der Tür, das meldet:die Tür ist offen, also jemand vielleicht rausmarschiert...Oder eine Art Zahlenschloss, in das man das aktuelle Datum eintragen muss...

Aber das alles gibt es dort nicht. Denn das sei Freiheitsberaubung. Ist es auch Freiheitsberaubung, wenn Kindergärten "abhausicher" gebaut sind? Was sie in der Regel ja alle sind und wenn sie es nicht wären, würden besorgte Eltern Sturm laufen. Aber gut, kleine Kinder sind "unmündig", man kann also sie zu ihrem Schutz auf sicherem Terrain einzäunen. Alte Leute, und seien sie noch so verwirrt, anscheinend nicht. Auch nicht, wenn es zu ihrem Schutz wäre. Einerseits wirklich gut gemeint, aber es bringt auch beängstigende Momente mit sich. Ist es wirklich gut, verwirrte Menschen einer Gefahr auszusetzen?Ich weiß es nicht.


Vorgestern ist dann das passiert, was wir befürchtet haben. Um 21 Uhr kam ein Anruf des Altenheims. Die Oma sei weg. Das letzte Mal hätten sie sie um 19 Uhr gesehen. Nun käme gleich die Polizei, um sich ein Foto abzuholen...

Das Heim liegt in keiner allzu schönen Gegend, bzw. einer Gegend, die ok ist, aber wo ich nachts nicht eine Oma herumlaufen lassen würde. Es gibt nicht weit entfernt Hochhäuser mit Häuserschluchten, in denen man sich selbst bei Tag und klarem Verstand wunderbar verlaufen kann. Nachts sind dort teilweise Leute unterwegs, denen man ungern begegnen möchte. Es gibt Parks mit mehreren Seen und wenn man nur ca. 1 km läuft, landet man in einem Naturschutzgebiet, an das sich lange nichts und dann Dörfer in Brandenburg anschliessen.

Große Klasse. Ich habe mich aufs Rad geschwungen und gesucht. Alle Bushaltestellen mal abgeklappert, Einkaufspassagen durchkreuzt und bin wagemutig durch dunkle Parks geradelt. Alle Orte, an denen wir mit ihr schon entlang spaziert sind. Nichts. Die Nerven lagen bei allen ziemlich blank. Man malt sich aus, was alles sein könnte.

Um 23 Uhr gab es Entwarnung. Sie hatte bei fremden Leuten geklingelt und gesagt, sie wolle bei denen nun einziehen. Die haben die Feuerwehr gerufen und dank Etikett in der Kleidung die Oma zurückgebracht.

Ende gut, alles gut...bis zum nächsten Ausflug...

Samstag, 19. April 2014

Radrennbahn bei Möbel Kraft

Und wieder etwas aus der Kategorie "Orte, die auch viele Berliner nicht kennen". Ich kam hier auf einer Radtour vorbei.

Die Radrennbahn Schöneberg gibt es nicht mehr, aus ihr ist nun quasi Möbel Kraft geworden. Es erinnert nur noch dieser eine Wettkampfturm und eine Info-Tafel an die ehemals denkmalgeschützte Anlage. Beides ist ziemlich unscheinbar quasi hinter dem Möbelladen versteckt. Ich brauchte eine Weile, bis ich den Zugang gefunden hatte.

Man sollte neben Möbel Kraft hineingehen, einfach an Personaleingang, Warenlager und was da alles ist, vorbeimarschieren. Und nicht, wie ich es gemacht habe, einen großen Bogen um den Laden machen und dann zwei Autobahnbrücken (ein hin, einmal her...) zu überqueren...


Freitag, 18. April 2014

Wer weiß es...?

Eine wirklich ernst gemeinte Frage: Auf dem Mauerweg habe ich in der Nähe von Schildow diesen Gedächtnisweg entdeckt. Wer aber ist derjenige, an den der Weg erinnern soll?



Google findet unter diesem Namen jemanden, der anscheinend bei vielen Läufen teilgenommen hat -  und Traueranzeigen. Aber wer war das?


Mittwoch, 16. April 2014

Streetart-Schild

Immer wieder schön...diese beiden Balken-Männchen. Diesmal habe ich sie in Mitte gesichtet:


 Der rasende Rollschuh (?) oben im unteren Bild ist aber auch nicht schlecht :-)

Dienstag, 15. April 2014

Feuerchen

Da hat wohl jemand den Kanister vergessen... Dann kann man gleich sehen, womit diese Sachbeschädigung fabriziert wurde...



Sonntag, 13. April 2014

Klong...gebeamt in die Vergangenheit

Kennt Ihr das Geräusch, das ein verbogenes Metall-Fußabtreter-Gitter macht, wenn man beim Betreten eines Hauses drauftritt...?  Dieses "Klong"? Das ist ein Geräusch, das ich mit meiner Kindheit assoziere. Dieses Geräusch gab es bei der Post. In der Grundschule. In unserem Wohnhaus. Überall...Tür auf...Klong...Unter einem bewegte sich das Gitter und krachte wieder zurück in seine Ausgangslage. Ich glaube, das gab es nur im Osten. Oder?

Dieses Geräusch habe ich seit Jahren nicht mehr gehört. Gibt es solche Gitter noch? Wenn ja, sind sie nun nicht mehr verbogen, bewegen sich also beim Drauftreten auch nicht...

Aber letzte Woche habe ich einen Ort gefunden, der wirkt, als sei er noch wie früher. Es war ein schon fast skuriles Erlebnis. Ich war mit dem Rad in Lichtenberg unterwegs. Eigentlich wollte ich ins Dong Xuan-Center, um dort etwas etwas essbares zu erstehen. Aber ich hatte nicht bedacht, dass das Center dienstags Ruhetag hat. Und es war Dienstag.

Also radelte ich weiter auf der Suche nach Nahrung, Geocaches und interessanten Orten. Und fand an der Siegfried-/Ecke Hertzbergstraße das hier. Ein ehemaliges Verwaltungsgebäude aus DDR-Zeiten. Ich dachte erst "ah, eine Ruine". Aber dann entdeckte ich, dass da ein recht neu aussehendes Schild vor der Tür stand und für eine Kantine im Inneren dieses Gebäudes warb...Man konnte in das Haus also hinein...

Als ich durch die Tür trat, war es da...das Geräusch...Klong...ein verbogenes Gitter im Boden. Drinnen fühlte ich mich, als habe mich jemand in einen Plattenbau der 80er Jahren gebeamt. 

Alles in einem gruseligen Braunton. Alte Aufzüge, mit beleuchteten Pfeilen. Eine alte Briefkasten-Anlage. Dunkle Flure. Ein verwilderter Garten. Und tatsächlich eine Kantine. Ob das Essen dort schmeckt, weiß ich nicht. Ich fühlte mich unwohl und bin schnell gegangen. Alle sahen aus, als säßen sie schon seit 30 Jahren hier und seien irgendwie in einer Zeitschleife stecken geblieben.







Die Lichtverhältnisse da drinnen waren ziemlich schlecht, daher sind die Fotos leider nicht so, wie ich sie gerne gehabt hätte. Aber sie geben einen Eindruck vom Gebäude.

Freitag, 11. April 2014

Mini-Ruine im Wald

Im Wald habe ich diesen ehemaligen Verkaufs-und Auskunftspavillon von Frohnau entdeckt. Er wurde 1909 von Paul Poser gebaut, der bis 1934 der am meisten beschäftige Architekt in Frohnau war. Der Pavillon wurde vor ein paar Jahren abgebaut und an anderer Stelle wieder aufgebaut.

An der alten Stelle ist heute nichts mehr. Außer einer Treppe und diesem zugemauerten Stückchen vom Gebäude. Das Fundament ist also noch da. Warum ist da eine Öffnung gelassen worden? Für Fledermäuse vielleicht? Ich hatte leider keine Taschenlampe dabei, um mal einen Blick hinein zu werfen...