Donnerstag, 28. Mai 2015

Dracula, Fernsehturm und Enten in Neukölln

And the Oscar for the best playground goes to... Neukölln!

Ja, richtig, in Neukölln gibt es schöne Spielplätze. Diesen hier haben wir im Park am Buschkrug entdeckt. Der Park ist allgemein schon recht nett mit einem Motorikpark für die Großen (leider fehlten an den einzelnen Geräten Angaben, was dort genau zu tun ist, aber sonst eine gute Idee).

Und dann entdeckten wir diesen Spielplatz. Vom Wasserspielbereich über einen Dracula-Kletterturm bis zum Fernsehturm gibt es hier alles. Sauberer Sand, ein großer Bereich für die Kleinsten, noch größere Bereiche für Kinder im Kindergarten-und Grundschulalter, kreativ aufgestellte Basketballkörbe und im Winter auch einen Rodelhügel. Dazu Wiesen, auf denen gepicknickt (aber nicht gegrillt) wurde, als wir hier waren. Ich schaue eigentlich generell immer nach schönen Spielplätzen für mein neues Blog-Projekt zum Thema Ausflugsziele für Kinder, aber dieser Spielplatz hier ist besser als alle, die ich bisher gesehen habe und verdient, auch hier erwähnt zu werden. Ich denke, es gibt ein paar Leser, die es interessiert.

Der Platz ist ganz neu, er wird vermutlich nicht für immer in diesem Top-Zustand bleiben. Also, schnell die Kinder schnappen und ab nach Neukölln...













Mittwoch, 27. Mai 2015

Ist das Kunst oder kann das weg?

Kunst am Baumstumpf... Gesehen in Steglitz.


Dienstag, 26. Mai 2015

Krankes Haus

Ein ehemaliges Krankenhaus in Neukölln, nicht weit von der Herrmannstraße entfernt. Die Bilder verraten, dass das einst eine Frauenklinik mit Entbindungsstation war.




Montag, 25. Mai 2015

Das Rad schwebt

Am S-Bahnhof Sundgauer Straße wird derzeit an der Brücke gebaut. Die Fahrräder, die zu Beginn der Bauarbeiten noch am Geländer angeschlossen waren, hängen jetzt etwas höher. Ein Herankommen dürfte für die Besitzer nahezu unmöglich sein, denn die Brücke wurde ziemlich zerlegt, man müsste zu seinem Drahtesel hinschweben - nachdem man über die Absperrung geklettert ist...


Freitag, 22. Mai 2015

Bitte alle aussteigen, der Bus fährt ohne Sie weiter...

Man ist ja von der S-Bahn einiges an Ansagen gewohnt:
"Aufgrund eines Polizei-Einsatzes..."
"Aufgrund eines Feuerwehr-Einsatzes..."
"Aufgrund eines Notarzt-Einsatzes..."

"Aufgrund eines Schadzuges..."
"Aufgrund einer Betriebsstörung...."
"Aufgrund von Störungen im Betriebsablauf..."
"Aufgrund eines Stromausfall..."
"Aufgrund eines Zuges direkt vor uns im Gleis..."

"... bitten wir Sie um Entschuldigung."
"... bitten wir um Verständnis."
Wir bitten um Verständnis, dass wir Sie schon wieder um Verständnis bitten.

Den Vogel in Sachen Ansagen schoss diese Woche aber die BVG ab. Der Bus kam mit 15 Minuten Verspätung. Gerade noch so, dass ein pünktliches Erscheinen möglich gewesen wäre... Wäre da nicht plötzlich, nach nur wenigen Stationen gemütlicher Fahrt, diese Ansage der Busfahrerin gewesen:

"Ich möchte Sie bitten, an der nächsten Haltestelle alle auszusteigen. Ich muss schnell nach Alt-Tegel, da ich jemanden ablösen muss und ohne Fahrgäste muss ich nicht überall anhalten. Dann bin ich schneller. Der nächste Bus kommt in drei Minuten."

Der Bus, der drei Minuten später kam, war eine Betriebsfahrt. Es dauerte nochmals 12 Minuten, eh dann ein wirklich bis zum Ziel fahrender Bus erschien.


Donnerstag, 21. Mai 2015

Schwipp Schwupp Schwapp... zum Baden nach Fürstenwalde

Alle paar Monate steht ein Ausflug in ein uns noch unbekanntes Spaßbad an. Noch haben wir nicht alle ausprobiert. Diesmal fiel die Wahl auf das Schwapp in Fürstenwalde/Spree. Aus dem Norden Berlins mal eben eine kleine Weltreise von gut 60 km.


Auf dem Weg ging es über die Autobahn, dann durch Erkner, Fangschleuse (!!) und schließlich nach Fürstenwalde. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Ruinen es in Brandenburg gibt. Riesige Ruinen, die teilweise aussehen, als habe da mal ein wirklich schönes Haus gestanden. Nun pfeift der Wind durchs Dach und vermutlich wohnen dort Fledermäuse.

Das Schwimmbad kann man gar nicht verfehlen, schon von weitem sieht man eine Wasserrutsche und in großen Lettern das Wort Schwapp. Der Parkplatz gleich nebenan war absolut ausreichend, es scheint hier keine riesigen Besucheranstürme zu geben. Und das an einem Samstagvormittag. Der Parkplatz ist auch gratis.

An der Kasse flugs ein Familienticket gekauft, Kostenpunkt: 31 Euro. Und das war noch günstig (!), da der Kleine noch freundlicherweise gratis durchging. Für das Geld bekommt man 3 Stunden Spaßbaden. Und Schlüßel, mit denen man Schleusen und Schränke öffnen und Essen im Bad bezahlen kann. Oder das Pfand für einen Baby-Schwimmring aus Styropor, falls man einen benötigt.

Gleich hinter der Kasse erste Verwirrung. Alle Schilder zur Umkleide zeigten nach links. Das kam uns komisch vor, die Treppe rechts sah einladender aus. Und soll man wirklich in Badeanzug an der Kasse vorbei...?! Nein. Soll man nicht. Die Pfeile zeigen alle auf die Umkleide des Fitness-Studios, das mit dem Spaßbad nicht wirklich etwas zu tun hat, abgesehen vom gleichen Dach...
Zum Glück sah eine Frau in der Fitness-Umkleide, dass wir falsch sind und schickte uns auf den richtigen Weg.

Die Beschilderung hat uns noch einige Male mehr etwas Nerven gekostet, aber schließlich haben wir alles gefunden. Es gibt Familienumkleiden, die angenehm groß sind und normale Umkleidekabinen, die klaustrophobisch klein sind. Die Umkleiden werden videoüberwacht. Das steht auch deutlich dran, dennoch war ich erstaunt, direkt eine Kamera quasi über der Kabine zu sehen.

Zunächst landet man im Sportbad. Das bietet eher kurze Bahnen (25 m?) und ein paar Sprungbretter. Ein Nichtschwimmerbecken ist hier auch. Es war ganz leer, denn in dem Sportbereich ist kaum jemand. Fast niemand kommt wohl zum Schwimmen her.

Nachdem wir mit dem Schlüsselband die Schranke ins Spaßbad hinter uns gelassen hatten, sah alles auch alles gleich viel heller aus als im Sportbad, das irgendwie trist wirkt. Gleich vorneweg: der Spaßbereich ist besser, als er auf der Webseite aussieht, vor allem heller und freundlicher. Es gibt einen Rutschenturm, der etwas plastikmäßig wirkt (aber nicht ist) mit leicht kitschigem Drachen und Piratenschatz-Höhle - aber zumindest der Kleine fand das noch recht schön.

Vom Rutschenturm gehen drei Röhrenrutschen aus. Alle sind eher langsam, auch wenn die eine einen Rutschenauslauf-Bereich hat, der einen an Highspeed-Rutschen erinnert ;-). Gerade DIE ist so lahm, das man mittendrin beim Rutschen stehen bleibt.

 Die Black Hole ist wirklich stockduster, geht bis nach draußen und wieder hinein und ist auch nicht schnell. Aber da es wirklich so dunkel ist, dass man seine Hand nicht vor Augen sieht, ist sie für Alleinrutscher erst ab 10 Jahren (was aber niemand kontrolliert - man kann übrigens auch problemlos die Ampeln an den Rutschen einfach ignorieren, aber da die Rutschen so langsam sind, dürfte es vermutlich auch nicht hochdramatisch sein).

Etwas fetziger ist die Reifenrutsche. Sie ist auch erst ab 10 Jahren, nur für Schwimmer und man rutscht quasi durchs halbe Schwimmbad und das auch mal "bergauf". Hier ist ein Video (nein, ist nicht von mir, gibt aber einen schönen Eindruck).

Für kleine Kinder gibt es auch einen kleinen Spielbereich mit Wasserpumpe, Wasserbahnen, einen Eimer, der sich regelmäßig über den Köpfen ausleert und einer wasserspuckenden Schlange, an der permanent Leute (überwiegend Erwachsene...) herumhängen und versuchen, die Wasserstrahlen so zu lenken, damit sie möglichst viele Leute treffen. Hier sind auch noch einmal zwei Rutschen für Kinder (keine Röhren, aber durchaus rasant, nicht für Kleinkinder). Ein Babybecken gibt es auch, aber das ist sehr klein und eigentlich hängen da überwiegend Erwachsene herum, die das warme Wasser mögen.

Ein weiteres Schwimmbecken bietet Strömungskanal, eine Grotte, Sprudelliegen, regelmäßigem Wellenbetrieb (aber nicht wie man es kennt, sondern nur im Strömungskanal) und eine Kleinkinder-Rutsche, aus der schon ein wenig der weiche Schaumstoff aus der Verkleidung kam. Man kann auch hinausschwimmen, draußen wartet ein kleines eckiges Schwimmbecken mit 1,30 m Wassertiefe.

Das Wasser hätte ein, zwei Grad wärmer sein können, aber war noch in Ordnung.

Zu Essen gibt es das übliche, was man in allen Schwimmbädern findet... Pommes, Currywurst.... die Preise nicht günstig, aber die Portion Pommes für 2,50 Euro war groß und somit ausreichend. Leider sitzt man im tristen, fensterlosen Sportbad zum Essen. Nebendran wird dann lautstark vom Sprungturm gehüpft.

Es gibt auch einen Wellnessbereich, den wir nicht getestet haben.

Das Publikum ist... interessant. Brandenburger Tricolore auf vielen Köpfen, unschöne Tattoos ("Made in Germany" quer über den Bauch... Oder Tattoos, die nur aus Outlines bestehen) in erstaunlich großer Zahl, aber auch Mütter mit Bernsteinketten fehlten nicht.

Alles in allem: ein schönes Bad, vor allem mit Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter ist es gut geeignet. Für Kleinkinder gibt es eher wenig, für ältere Kinder sind die Rutschen vielleicht zu lahm, aber es sind immerhin mehr Rutschen als im Turm in Oranienburg und in den Spreewelten.

Donnerstag, 14. Mai 2015

Herzschild

Am Platz der Luftbrücke gesehen...

Dienstag, 12. Mai 2015

Vier Stühle, vier Meinungen... Neulich beim Zahnarzt

Schon vor langer Zeit hatte ich im Fernsehen eine Reportage darüber gesehen, dass man, wenn man zu verschiedenen Zahnärzten geht, vollkommen verschiedene Meinungen hören wird. Ich dachte, das trifft vor allem auf Leute zu, bei denen größere, meinetwegen auch eher ungewöhnlichere Dinge zu machen sind. Ich habe nun, eher unfreiwillig, genau dieses Experiment nachgestellt. Und kam zu erstaunlichen Erkenntnissen.

Vorab gesagt:  "meine" Zahnärztin ist in Elternzeit. Und ihr Kollege war bei der letzten Durchsicht vor ca. einem Jahr ganz ok, aber war auf seine Art sehr nervig. Nachdem er partout nichts fand, wollte er mir mit Engelszungen Prophylaxe anhexen. Da ich weder irgendwelche Probleme habe noch Verfärbungen noch sonstwas, griff er zu einem Argument, das ich nicht widerlegen konnte. Er meinte, ich sei nun über 30 und somit alt. Und sollte deshalb dorthin gehen (und 60 Euro fürs Zähneputzen hinlegen...). Ich war danach dann doch etwas angefressen. Auch wenn 60 Euro noch vergleichsweise billig ist.

Da die Zahnärztin noch immer in Elternzeit ist, habe ich mich für die diesjährige Durchsicht umgeschaut, was es noch so gibt.

Die erste Wahl: eine tolle, moderne Praxis mitten in Mitte. Auf allen Medizin-Bewertungsportalen ganz oben. Beliebtester Zahnarzt Berlins sozusagen. Ganz toll. Also direkt mal online einen Termin ausgemacht und geschaut.
Erster Punkt: der beliebte Zahnarzt, der überall Werbung macht, nimmt gar keine Patienten mehr an. Wenige Minuten nachdem ich online den Termin ausgemacht hatte, bimmelte mein Telefon und man verkündete, dass ich aber zu einer jungen Kollegin gehen könnte. Na warum auch nicht...

Die Kollegin war sehr nett, ist laut Webseite seit einem Jahr Zahnärztin und sie legte sich mächtig ins Zeug...

Sie schaute alles genaustens an. Sofort tönte sie etwas von Karies. Ganz betont sagte sie es der Helferin. Damit man quasi gleich Angst bekommt. Und zwei geschrumpfte Kunststofffüllungen, die man ganz dringend tauschen müsse. Da würde bald sonst schlimmeres passieren.

Die Kasse würde nur Amalgam zahlen, was sie mit einer Wischbewegung, die wohl bedeuten sollte "Das wollen Sie ja sowieso nicht haben", aus der Welt schaffte.

Ein Witz, dass auf dem Kostenvoranschlag hinterher stand, ich sei ausführlich beraten worden und hätte mich gegen die Kassenvariante entschieden...

Kunststofffüllungen könnte sie natürlich machen, aber besser seien noch Inlays. Mit 600 Euro pro Stück natürlich schon teuer, das gab sie zu. Das könnte ich mir ja aber mal überlegen...

Auf dem Weg nach Hause bekam ich dann eine Email. Der Kostenvoranschlag für drei Kunststofffüllungen. 330 Euro. 4,5-facher Satz. Keine Ahnung warum. Vielleicht habe ich sehr komplizierte Zähne?!

Als ich antworte, dass das mein Budget übersteigt, bekomme ich das Angebot, man könne um 50 Euro runtergehen..Aber ich wollte nicht mehr. Aus Angst, dennoch über den Tisch gezogen zu werden.

Nächster Anlauf. Zahnarzt in der Nähe, keine schicke Webseite, keine Bewertungen im Netz, Praxis sehr schlicht.
 Kurze Durchsicht. Also sie sehe da zwei Mal Karies. Schon total schlimm. Ich müsse ja Zahnschmerzen haben. Ganz schlimm. Der Kopf schüttelte wie verrückt.

Und Füllungen müssten getauscht werden. Lustigerweise ganz andere als in der supermodernen Praxis...Und mein Zahnfleisch sei ja in einem schlimmen Zustand. Das gefalle ihr nicht. Komisch. Damit war sonst noch nie was.

Es war eine Zahnärztin, wie die Zahnärzte in meiner Kindheit. Immer mit diesem vorwurfsvollen "Oh Gott, ist das alles schlimm"-Blick. Wie ich das schon immer gehasst habe.

Das Ende vom Lied: ich bräuchte vier Füllungen, zwei davon Erneuerung alter Füllungen. Es hätte eine zuzahlungsfreie Kassenversion gegeben, kein Amalgam, sondern Zement. Kostenpunkt für Kunststofffüllungen: 75 Euro pro Stück. Hinzu käme dann eine dringend nötige Prophylaxe...wegen dem Zahnfleisch... um die 90 Euro sei man dabei. Alles zusammen wären es dann 390 Euro gewesen...

Noch ein Zahnarztbesuch in der Nähe. Ganz kurze Durchsicht. Alles bestens.
DAS kam mir nun spanisch war, da ich der Ansicht war, an der einen Stelle, an der Ärztin 1 und 2 beide etwas gesehen haben, könnte vielleicht schon etwas sein.

Entnervt habe ich beschlossen, doch wieder zu meiner angestammten Zahnarztpraxis zu gehen. Meine Ärztin ist zwar noch immer in Elternzeit, hat aber eine neue Kollegin bekommen. Ich beschloss, der eine Chance zu geben.

Freundliche Begrüßung, Durchsicht mit Röntgenbildern. Es gibt eine (!) kleine (!) Stelle, die gefüllt werden muss. Keine Vorwürfe, eher ein "passiert halt".
Alles andere: bestens, kein einziger undichter Füllungsrand. Sie schaute lange das Röntgenbild an. Nichts. Auch das Zahnfleisch wurde vermessen und nach Taschen gesucht:  auch hier alles gut. Nicht mal Prophylaxe sei nötig, dabei machen sie das in der Praxis sonst sehr gerne und legen es jedem nahe...

Ende vom Lied: 45 Euro für eine kleine Kunststofffüllung. Genug Geld gespart, dass es für einen Kurzurlaub reicht. Und außerdem bin ich heilfroh, dass mir nicht völlig sinnlos diverse Zähne zerbohrt wurden. Denn davon werden die ja auch nicht besser...

Und wenn bei solchen Kleinigkeiten schon so viele Meinungen möglich sind, wie mag das erst sein, wenn mal etwas komplizierteres ansteht?