Mittwoch, 22. August 2018

Expedition zu den Polen - Gdynia, Danzig, Sopot

Schon vor vielen Jahren, damals wohnte ich noch in Mitte, habe ich erstmals einen polnischen Zug gesehen. Den Berlin-Warschau-Express. Er fuhr quasi an dem Haus vorbei, in dem ich gewohnt habe und ich überlegte immer, ob man damit nicht mal fahren könnte. Aber Warschau ist ganz schön weit weg... Irgendwann sah ich am Bahnhof, dass bei dem Zug nach Polen manchmal nicht Warschau, sondern Gdynia dransteht. Wo ist das? Klingt das zufällig so ähnlich wie Gdansk?



Also habe ich nachgeschaut. Gdynia ist gleich bei Gdansk, oder eben Danzig, dazwischen ist Sopot oder auch Zoppot, ein Ostseebad. Die drei Städte bilden eine Art Dreistadt, weil sie ziemlich zusammengewachsen sind.
Ostsee ist immer gut. Polnische Ostseeküste auch. Da gibt es Bernstein und es ist nicht so ein Freiluftaltenheim wie viele Orte an der deutschen Ostseeküste. Dass es auch noch günstiger ist, ist ein angenehmer Nebeneffekt.

Also wurde beschlossen, dass wir das ausprobieren werden. Eine Freundin samt Baby war spontan mit dabei. Wir nahmen uns noch einen Geocaching-Mystery-Trail in der Gegend vor und dann wurde Zugticket und AirBnB-Wohnung gebucht und los ging es...

Das Buchen der Zugtickets war... absurd. Es gibt bei der Deutschen Bahn immer das Europa-Special. Das gilt auch für Polen. Ab 19 Euro geht von Berlin nach Posen, für 39 Euro gibt es eine längere Fahrt. So weit, so gut. Rein aus Neugierde wollte ich schauen, was die gleichen Tickets bei der polnischen Bahn kosten. Es ist mir auf der Webseite der polnischen Bahn nicht gelungen, auch nur Preise zu sehen geschweige denn ein Ticket zu buchen. Die Seite ist zwar auch auf Englisch verfügbar, aber nicht so wirklich komplett übersetzt und einen Button zum Buchen fand ich nicht. Als ich eine polnische Freundin fragte, kam ein lachendes "Das gibt es noch nicht, wir sind noch im Mittelalter... gäbe es schon Online-Tickets, würde ich meinen Mann nicht kennen - den habe ich am Ticketschalter in Krakau kennengelernt." Na dann...

Nun wollte ich logischerweise nicht zu einem polnischen Ticketschalter ins Nachbarland fahren und buchte bei der Deutschen Bahn online die Tickets. Und war erstaunt, dass ich es weder einfach ausdrucken noch aufs Handy laden konnte. Nein, ich musste 5 Euro Versandkosten zahlen, da mein online gebuchten Ticket gedruckt und mir per Post zugesandt wurde. Also... spontan ist anders. Kurz mal weg geht nicht. Ich bekam ein ganzes Pamphlet zugeschickt - Tickets, die aussahen wie im letzten Jahrhundert (nee, keine kleine Pappkarte, aber so ein breites, kleines Papierticket für jede Fahrt) und dazu noch mehrere Seite Schreiben, die verwirrend klangen und aus denen nicht hervorging, ob wirklich alle gebuchten Fahrgäste auch auf dem Ticket stehen, ob die BahnCard25 angerechnet wurde und und und...
Fazit: sehr seltsam. Aber günstig mit 39 Euro pro Strecke, zumal eine Sitzplatzreservierung dabei ist. Spontan verreisen ist aber unmöglich.

Pünktlich ging es los. Die Fahrt dauert etwas über 6 Stunden. Es geht über Frankfurt/Oder und Posen irgendwann Richtung Norden nach Danzig und dann nach Gdynia. Die Gegend sieht nicht viel anders aus als in Deutschland. Einziger Unterschied: es gibt Netz und das überall, 4G steht oben im Handy und das immer. Sobald der Zug auf der Rückfahrt Frankfurt/Oder erreicht, heißt es wieder "es gibt nur noch Edge, willkommen in Deutschland!". Dafür lief im Zug das Wifi nur sehr mäßig. Das kann die Bahn im ICE besser.



Aber wir waren ja zum "Aus dem Fester gucken" da: Felder, viele beschrankte Bahnübergänge, an denen der Zug permanent hupte, ein Hirsch, viele Störche, Kraniche. Viele Städte mit Namen, die wir nicht aussprechen konnten. In Gdynia ist Endstation und man landet um 20:53 Uhr am Hauptbahnhof. Erster Eindruck des Augustabends: warm ist es und die Mücken stechen fies.

Der Weg zur AirBnB-Bleibe war gut zu finden, überhaupt ist die Stadt klein und nach drei Tagen hatten wir den Durchblick übers ganze Stadtgebiet, aber an unserem ersten Abend lernten wir etwas Neues. Und zwar, dass an polnischen Wohnhäusern unten offenbar keine Namen stehen. Wir standen also vor einem Wohnhaus. Wir wussten, dass oben jemand auf uns wartet. Nur konnten wir demjenigen nicht mitteilen, dass wir da sind, weil wir nicht wussten, was wir bei diesem dusseligen Display mit den Zahlen eingeben sollen. Es war dunkel. Mein Sohn bekam langsam leichte Panik. Ich versuchte die Vermieterin zu erreichen, was zunächst erfolglos blieb. So ein Mist. Also habe ich schon einmal nachgeschaut, wo das nächste Hostel ist. Mein Mann meinte per WhatsApp von zu Hause aus, ob denn die "18" nach der Hausnummer eine Wohnungsnummer sein könnte.... Öhm, ja. Da hatte er Recht, das half zwar erst einmal auch nicht weiter, aber genau in dem Moment erschien ohnehin unten an der Haustür ein alter Mann. Unsere einzige Chance, um diese Uhrzeit irgendwen aus dem Haus anzutreffen. Also versuchte ich es mal und fragte nach unserer Unterkunft. Er verstand zwar nur polnisch, aber es stellte sich heraus: er war derjenige, der auf uns wartete und nun gehen wollte, da wir nicht kamen. Puh! Im gleichen Moment rief auch die Vermieterin selbst an... Der Mann schleppte den Kinderwagen die 6 (!) Etagen hoch und wir waren endlich angekommen.



Die Wohnung war typisch AirBnB... ganz offensichtlich waren die eigentlichen Mieter im Urlaub und vermieteten nun ihre Wohnung. Das nenne ich effektiv ;-). In den Schränken war Kleidung, in den Küchenschränken Lebensmittel, im Kinderzimmer Spielzeug. Vier kreischende Dinosaurier, von denen ich den letzten erst nach zwei Stunden fand und abschalten konnten, hielten uns bis fast Mitternacht auf Trab...

Am nächsten Morgen ging es los durch die Stadt. Sie ist nicht allzu spektakulär, hat keine Altstadt oder ähnliches. Es ist ein ehemaliger Fischerort, der durch den Hafen zur wohlhabenden Stadt geworden ist. Es gibt eine Hauptstraße mit vielen Läden und Restaurants, Theater, einen Hügel, auf den eine Seilbahn hinauffährt, einen Strand mit Spielplatz mit Rummelplatz nebenan und auf der anderen Seite des Bahnhofs, quasi landeinwärts, eine Hügellandschaft, die zum Wandern einlädt, ordentlich Kondition vorausgesetzt. Das Einkaufszentrum neben dieser Hügellandschaft ist beeindruckend riesig und an allen Ecken im Center sind kleine Spielplätze.



Auch in fast allen Restaurants gibt es Kinderspielecken - sei es ein Bällebad oder Ecken mit Spielzeug. Uns fällt auf: es gibt insgesamt viel mehr Kinder als in Deutschland und offenbar gibt es überall etwas zum Spielen. Find ich klasse. In Berlin sind solche Restaurants eine absolute Seltenheit und Spielplätze mit Klettergerüst und Rutsche im Einkaufszentrum habe ich noch nie gesehen.

Nachdem wir Gdynia komplett gesehen hatten und fast den gesamten Geocaching-Trail geschafft hatten (bis uns abends ein verdächtig zahmer Fuchs, der uns immer weiter entgegen kam, das Weiterlaufen verhagelte), ging es natürlich auch Sopot und Danzig.



Danzig ist schön. Die Altstadt hat echt Charme, es ist eine Stadt, wie sie typisch für die baltische Region ist. Sie erinnerte mich ein wenig an Tallinn. Viele alte Gebäude, viele Fachwerkhäuser. Seeehr viele Touristen, überwiegend Rentner aus Deutschland. Wir schlenderten durch die Stadt, schauten uns hier und da um und kamen an  Riesenrad und einer Art Wasserfest mit Booten vorbei. Und an öffentlichen Ladestationen fürs Handy. Da hat jemand mal gut mitgedacht. Die Westerplatte, den Ort, an dem der 2.Weltkrieg begann, haben wir ausgelassen, da es etwas weit weg war und zwar historisch interessant, aber nicht schön.


Danzig ist allgemein sehr voll. Nicht nur mit Touristen. Die Bahn, eine Art S-Bahn, die nach Sopot und Gdynia fuhr, war irre voll und das an einem Sonntag! Dazu gibt es eine riesige, wirklich riesige Lücke zwischen Bahn und Bahnsteigkante. Wir hatten ziemliche Panik, wie wir mit einem Kind mit kurzen Beinen und dazu einem Baby im Kinderwagen aus dem Zug wieder herauskommen sollten, nachdem schon das Einsteigen ein Abenteuer war.





Natürlich durfte bei der Expedition Sopot nicht fehlen - das Ostseebad. Sehr alt, kaum im Krieg zerstört und somit noch quasi im Originalzustand. Und es ist sehr schön. Man kann vom Bahnhof zum Strand runterlaufen. Dort wartet eine schöne Promenade und die längste hölzerne Seebrücke Europas. Der Ort ist schön, nicht nur direkt am Strand, sondern auch allgemein. Viele Parks und viel Platz zum Radfahren.  Die Häuser sehen alt, aber gut in Schuss aus, es ist schöner als andere Seebäder. Wenn ich noch einmal in diese Gegend an die Ostsee fahre, dann dorthin. Zumal der Zug aus Berlin ja eben auch in Sopot anhält. Ich weiß gar nicht, ob andere Ostseebäder so leicht mit dem Zug erreichbar sind, dass man quasi 500 m vom Strand aus den Fernbahnhof hat



Ich wurde gefragt, ob die Leute da Englisch verstehen. Ja. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass sie Deutsch sprechen, ist deutlich höher. Erst fiel uns das bei sehr alten Leuten auf und wir dachten, sie können das vielleicht noch, weil die Gegend mal Deutsch war. Aber auch junge Leute sprechen Deutsch. Einen Versuch war es immer wert, zu fragen, eh man auf Englisch loslegt, weil man immer denkt, im Ausland spricht man halt Englisch...

Ach ja - ja, es gibt Bernstein. Kleine Teile fand man quasi dort, wo die Wellen ankommen. Ein Sieb hätte die Suche enorm erleichtert. Und ich denke, nach Herbststürmen findet man mehr als im Hochsommer. Aber wir sind mit unserer Ausbeute zufrieden.


Und noch etwas: das ist keine Butter... Wir haben uns im Supermarkt noch gefragt, warum da eine Oma auf der Butter abgebildet ist. Tja, weil es Hefe ist. Das bemerkten wir leider erst beim Schmieren der Frühstücksbrötchen ;-)


Und noch ein Fun Fact: Kinder unter 4 Jahre brauchen ein Ticket für die Regionalbahn. Es kostet aber nichts...


Unser Fazit:
Eine schöne Gegend an der Ostsee, Danzig ist zudem eine hübsche Stadt, aber wir waren mit der Wahl unserer Unterkunft in Gdynia sehr zufrieden, da es in der Stadt leerer und weniger wuselig war. Ich werde doch sicher noch einmal hinfahren und dann vielleicht länger am Strand bleiben oder Richtung Norden, ins Baltikum, weiterfahren. Wenn ich herausgefunden habe, wie man ein Visum für Kaliningrad bekommt...




Donnerstag, 9. August 2018

Schlaflos dank Maus im Haus...



Es gibt Sachen, die braucht kein Mensch...  Es fing alles an, dass die Kinder wegen der anhaltenden Hitzewelle, die uns täglich Temperaturen über 30 Grad beschert, die Farbmäuse abkühlen wollten. Das machen wir mit Fliesen und Tontöpfen im Nagarium, aber sie hatten auch gelesen, dass man bei zahmen Mäusen den Schwanz mit Wasser benetzen kann. Also wurde eine Maus ins Bad getragen und das Nagarium, also der Deckel oben, nur aufgelegt, statt verriegelt. Das ist schon einige Mal gut gegangen...

Also, danach Maus wieder rein in den Käfig und verschlossen. Die andere war nirgendwo zu sehen, was für einen Vormittag normal ist, da schlafen sie ja meist ohnehin. So haben wir dann noch die Wohnung gelüftet mit offenen Balkontüren und dann ging ab nach draußen, ein normaler Tag.

Abends dann Inventur... Wo ist eigentlich die schwarze Maus?
"Die ist irgendwo... die hat sich bestimmt eingebuddelt...die ist öfter mal nicht zu sehen...die ist 100% da".
Nach viel hektischem Wühlen, dem Anheben aller Häuschen und Tunnel, dem Betrachten der Kokosnuss und sonst sämtlichen Spielkrams war klar: die eine Maus ist weg. Und zwar die, die kurz im nicht fest verschlossenen Käfig war, während die andere im Bad war.

Na super... Die Suche ging los. Ich fand ein paar Spuren. Sie hatte sich am Futtervorrat bedient und war danach offenbar durchs Regal unter dem Fernseher marschiert. Aber dann verlor sich die Spur. Vom Fernseher bis zur Balkontür sind es nur ca. zwei Meter. Ich war mir nahezu sicher, dass sie rausgerannt ist. Dort käme sie vermutlich die Wand aus rauem Putz hoch und wäre dann auf und davon.

Ich informierte die Nachbarn, dass uns eine Maus abhanden gekommen ist und dass sie bei einer Sichtung bitte nicht den Kammerjäger holen sollen. Danach suchten wir alles ab. Die Wohnung ist nicht gerade klein und hat so einige Mäuseverstecke. Selbst hinter ein Billy-Regal würde eine Maus passen...  Wir räumten alle Regale aus, rückten Schränke ab, durchsuchten jedes Lego-Haus... Unsere Wohnung glich einem Schlachtfeld. Das tut sie in Maßen zwar sonst auch öfter, gerade in den Ferien, wenn der Jüngste eine Art Lego-Spur durch die Wohnung legt, aber das war nun ausbrach, war unbeschreiblich.

Wir stellten zudem einiges auf, damit sie zurückkommen kann... Unter anderem stellten wir ihre Transportbox mit Futter und Wasser auf - mit Leiter davor. Damit sie hineinkommt, aber nicht mehr raus. Das war der Plan...

Große Aufregung bei den Kindern, gemischt mit Panik und Traurigkeit. Ich war mir sicher, die Maus ist über den Balkon längst weg und las mich abends dann schon einmal ein, wie man eine neue Maus mit der übrig gebliebenen vergesellschaftet... Denn ich sah mich schon am nächsten Morgen losfahren, um eine neue Maus zu holen.

An Schlaf war nicht zu denken und da Mäuse nachtaktiv sind, war mir klar, dass die Nacht wohl unsere einzige Chance ist. Wenn sie denn noch in der Wohnung ist. Ich lauschte. Ich leuchtete vorsichtig mit der Taschenlampe durch alle Zimmer. Und dann, um 1:30 Uhr sah ich sie. Sie wollte zurück zum Käfig, wo ihre Freundin schon hektisch oben am Käfig herumwuselte und scheinbar suchte. Ich denke, sie werden für uns unhörbar kommuniziert haben.

Und ich hatte sie schon fast in der Hand, sonst ist sehr zahm. Aber die Aufregung durch den Ausflug, machte sie etwas unberechenbar und zack, war sie wieder weg. Ich war sicher, sie ist zumindest noch in dem Zimmer und verschloss sämtliche Türen, packte zusätzlich vor jeden Türspalt etwas, was ich gerade fand... Bücher, Bilderrahmen...

Und dann saß ich da und leuchtete das Zimmer ab. Bis um 4 Uhr. Dann war ich so dermaßen müde, dass ich eingenickt bin.

Morgens um 7 Uhr weckte mich mein Mann mit den Worten, er habe sie gefangen. Mit einer Plastikkiste, die er darübergestülpt hat. Und sie war in einem ganz anderen Zimmer. Sie war offenbar bei meinem Fangversucht um 1:30 Uhr schneller in ein anderen Zimmer gerannt, als ich die Türen schließen konnte.

Ende gut, alles gut. Aber so etwas brauche ich nicht noch einmal....

Mittwoch, 18. Juli 2018

Gekidnapped - Ein Besuch bei Escape Berlin

Vor einigen Woche wurde ich von Escape-Berlin gefragt, ob ich mit Freunden ein Live-Escape-Game ausprobieren möchte. Ich hatte zuvor schon viel Gutes über solche Spiele gehört, also entschied ich mich, Mitspieler zusammenzutrommeln und es zu probieren.
Mir wurde ein Gutschein für ein Spiel für bis zu 6 Personen gratis zur Verfügung gestellt.



Schließlich haben wir das Spiel zu viert gespielt - weil die fünfte eingeplante Person schon zu Beginn Angst bekommen hat. Aber dazu später mehr...

Wie gesagt, gehört hatte ich schon einiges  davon, ausschließlich Gutes. Aber ich muss zugeben, dass ich selbst eher skeptisch war. Kniffelige Rätsel lösen, um zu einem Ziel zu kommen - das mache ich beim Geocachen ohnehin ständig und das draußen und ohne Eintritt zu bezahlen. Aber gerade von anderen Cachern hatte ich gehört, dass solche Escape-Games klasse sein sollen - wie ein riesiger, besonders gut gemachter Cache, bei dem garantiert alles funktioniert und der tolle Elemente beinhaltet.

Escape-Berlin liegt in der Nähe des S-Bahnhofs Landsberger Allee in einem alten Bürogebäude. Wenn man von der Storkower Straße mit Auto oder Bus kommt, sieht man ein großes Schild. Am S-Bahnhof ebenfalls, aber vor Ort  an der Tür zum Gebäude wäre ich beinahe erst einmal vorbeigelaufen.
Direkt vor der Tür gibt es übrigens Parkplätze.


Ist man mit dem Aufzug ins Obergeschoss gefahren, erkennt man von dem hässlichen Bürogebäude nichts mehr. Schöne Räumlichkeiten warten auf einen, ein freundlicher Empfang und die Wartezeit bis zum Spielbeginn kann man in einem großen Raum mit mehreren Sitzecken und Blick auf die Stadt verbringen.

Es gibt vier verschiedene Spiele zu unterschiedlichen Themenbereichen:

  •  Sherlock Holmes  
  •  Kidnapped - ein Horror-Spiel
  •  Schnapsladen - eine Art Trinkspiel mit echtem Alkohol
  •  Big Päng - ein Game mit satirischen Anspielungen auf bekannte TV-Serien
Auf dieser Webseite  gibt es übrigens eine Auflistung von  den unterschiedlichsten Escape-Games in zahlreichen Städten. Ich bin erstaunt, was es alles gibt. 


Bei allen Games geht es darum, durch das Lösen von Rätseln nach einer Stunde wieder den Raum zu verlassen. Die Räume, die wir gesehen haben, waren groß. Man fühlte sich nicht wirklich eingesperrt.

Ein Spiel kostet 19 Euro pro Person (Schnapsladen 25 Euro) und man bucht vorab auf der Webseite und geht dann zum gewählten Termin hin. Das Szenario hat man dann für eine Stunde, komplett für sich allein und kann ungestört rätseln.
Sherlock Holmes und Big Päng sind auch für Kinder geeignet, Schnapsladen und Kidnapped nicht.


Wir entschieden uns für das Horrorspiel "Kidnapped". Zum einen kannten zwei der Mitspieler das Spiel Sherlock Holmes schon (welches sonst die erste Wahl gewesen wäre), zum anderen mag ich persönlich durchaus gruselige Dinge und war gespannt, was hier geboten wird.

Bei dem Spiel geht es darum, dass man von einem Psychopathen gekidnapped wurde und nur eine Stunde Zeit hat, um ihm zu entfliehen. Die Räume sind mit vielen gruseligen Elementen versehen, manche Bilder behält man noch recht lange im Kopf. Es ist in der Tat definitiv nicht für Kinder geeignet.

Bildquelle: Escape Berlin
Nach einer kurzen Anweisung durch die Spielleiterin ging es los. Rucksäcke, Taschen, Jacken, Getränke und was man noch so dabei hat, kann man dann in einem Spind einschließen. Das Mitnehmen von Essen und Getränken in die Spielräume war auch gar nicht erlaubt. Aber man hat zum Essen ohnehin keine Zeit.

Natürlich werde ich nun nicht spoilern, aber schon im Vorraum unseres Spiels war alles so gruselig gestaltet, dass eine Mitspielerin rückwärts wieder hinauslief. Wir anderen waren mutig, aber ich gestehe, dass mir streckenweise schon sehr mulmig war. Es war ein Erlebnis für alle Sinne und man rechnete immer mit weiteren gruseligen Dingen und wurde ziemlich schreckhaft, weil es einige überraschende Momente gab.
Man wusste zwar natürlich die ganze Zeit, dass es ein Spiel ist, aber es war ein wenig wie Geisterbahn fahren, nur deutlich realistischer.

Bildquelle: Escape Berlin
Vermutlich vernebelte uns die Angst auch ein wenig das Gehirn, denn wir brauchten beim Rätseln einige Male Hilfe, die nach einiger Zeit erfolglosem Grübeln dann auch immer auf einem Monitor erschien. Das fand ich gut, denn so hatte man eine realistische Chance, es in einer Stunde zu schaffen.

Die Rätsel waren alle stimmig, gut lösbar und logisch, einiges erforderte echt Mut und anderes Überwindung. Es gab einige sehr überraschende und auch witzige Elemente, die gut umgesetzt waren. Unser Fazit war ganz klar: es hat Spaß gemacht!

Auf dem Monitor erschien auch immer die Angabe der noch restlichen Zeit. Gerade einmal zwei Minuten vor Ablauf der Zeit hatten wir es geschafft und waren dem Psychopathen entronnen.

Danach sahen wir "unsere" Spielleiterin wieder, das Licht ging an und es wurden zum Abschied noch Fotos geknipst, die man sich direkt kurz darauf auf der Webseite ansehen konnte (natürlich nicht öffentlich, man erhielt einen persönlichen Link).

Unser Fazit:
Es hat großen Spaß gemacht. Ich hätte nicht gedacht, dass so ein Spiel einen wirklich eine Stunde so fesselt und die Zeit wie im Fluge vergehen lässt. Ich würde es jederzeit wieder machen und kann es empfehlen.

Montag, 25. Juni 2018

Könnte sein...

Gestern Abend... ich trete gerade durch unsere Gartentür, als ein alter Mann mit Gehstock den Weg entlang läuft und sich wegen meines plötzlichen Erscheinens erschreckt...

"Huch, da kommt ja jemand aus der Höhle!" sagt er eher zu sich selbst... "Hey, hey, ich habe vor 3 Tagen die Hecke geschnitten...!" denke ich mir dazu...

Der Mann läuft recht zügig weiter, ich schaue den Weg entlang und entdecke eher am Horizont einen schnell laufenden, aber noch weit entfernten Hund. Ohne Besitzer. Ich beobachte das ein wenig, aber es erscheint kein Besitzer. Ich überlege schon, ob mir da jetzt gerade ein Hund zuläuft und flitze erst einmal dem schnellen alten Herrn hinterher und frage, ob das sein Hund ist...Denn außer ihm ist weit und breit niemand zu sehen.

Er dreht sich um. Schaut. Ist verwundert. Und meint todernst:
"Ja, das könnte mein Hund sein".
Wie....könnte?! Wenn man Gassi geht, weiß man doch, dass man einen Hund dabei hat und wie der aussieht?!

Wie sich herausstellte, war es sein Hund. Aber der Mann hatte ihn eigentlich nicht mit zum Spazieren genommen und der Hund war schlicht ausgebüxt. Ende gut, alles gut.


Freitag, 15. Juni 2018

Spandau und der Rest... Neulich im ICE...

Einmal im Monat fahre ich nach Hannover und natürlich wieder nach Hause. Quasi eine meiner Stammstrecken. Manche Fahrgäste kenne ich schon, weil sie offenbar genau die gleiche Strecke zur gleichen Zeit immer wieder fahren. Und manchmal wundert man sich einfach nur über die Mitfahrenden...

Nein, ich spreche nicht von dem Mann, der letzte Woche seinen beachtlichen Bauch auf den Tisch, an dem auch ich saß, legte und ich ihn bitten musste, das nicht zu tun, da sonst mein Laptop nicht auf den Tisch passt. Sondern von dem ungewollt komisch wirkenden älteren Paar am Fenster...

Sie kamen aus Köln und wollten in Berlin-Gesundbrunnen umsteigen in den ICE nach Binz. So weit, so gut. Sie waren geschätzt so Ende 70, vielleicht auch schon älter. Sie offenbar mächtig schwerhörig, er genervt von ihr. Sie hatten sich nicht nur 1.Klasse-Tickets gekauft, sondern auch den Umsteige-Service der Bahn gebucht, damit auch wirklich alles glatt geht. Die Frau machte sich dennoch bereits (mindestens) ab Hannover Sorgen, dass das nicht klappen könnte....Wobei ich nicht ausschließen würde, dass das Drama nicht schon weit vor Hannover begonnen hat.

"Du...sag mal, Schatzi... wann fährt denn der ICE  nach Binz?"
"13:51 Uhr."
"Ja, schaffen wir das denn?"

Mehrere Fahrgäste versichern, dass dieser Zug, in dem wir gerade sitzen, pünktlich um 13:24 Berlin-Gesundbrunnen erreichen wird. Ich schaue auch in der Bahn-App nach, an welchem Gleis wir ankommen werden und wo der nach Binz abfahren wird. Sehe dabei, dass es nicht weit ist. Ich versichere den beiden außerdem, dass der Bahnhof Gesundbrunnen im Vergleich zum Hauptbahnhof klein und übersichtlich ist. Ich sehe in der App auch, dass bei dem Zug nach Rügen sogar dabei steht, dass er wartet. Um es nicht zu verkomplizieren, sage ich das aber nicht. Aber ich bin absolut sicher, sie werden es schaffen.

Der Schaffner kommt... die Dame fragt wieder:
"Werden wir pünktlich sein? Kommt dann jemand wegen der Koffer? Die kommen nur zum Bahnsteig, oder? Wie viel Zeit haben wir zum Umsteigen?"
Der Schaffner verspricht, dass alles klappen wird, er habe noch einmal zusätzlich Bescheid gegeben, aber es stünde auch im System. Es wird funktionieren.

Der Zug fährt weiter durch die Provinz, oben im Display steht bereits "Nächster Halt: Berlin-Spandau".
"Du, sag mal, Schatzi... Was kommt denn nach Spandau?"
"Na, der Rest von Berlin".
"Der Rest sagst du? Was ist der Rest?"
"Na, der Rest!! Du hattest zu viel Kaffee, du bist zu nervös!"

Kurz wenden sie sich anderen Themen zu.
"Sag mal, Schatzi... hast du genug Geld dabei?"
"Ja."
"Also, ich habe noch einmal 800 Euro vorn in den Rollkoffer gesteckt. Meinst du, das reicht???"
"Ja. Wir haben doch auch noch die Kreditkarte dabei. Damit bezahlen wir doch immer alles. Sogar unseren Rasenmäher."
Ich grübele kurz, wieso sie mehrfach einen Rasenmäher bezahlen, vermute aber, es handelt sich um eine Art Garten-Hilfe. Die nehmen heutzutage Kreditkarten?

Danach geht es lautstark weiter... Darüber, dass Donald Trump die Frau weggelaufen sei (ist sie?) und über den Kaffee aus dem Bordrestaurant.

Der Zug saust mit immer noch 200 km/h durch Falkensee, die Ansage ertönt, dass wir bald Spandau erreichen.
"Schatzi, müssen wir hier umsteigen?"
"Nein."
Mehrere Fahrgäste versichern, dass dieser Zug, genau wie es deutlich lesbar überall steht, nach Berlin-Gesundbrunnen fahren wird. Ich erwähne, dass zwischen Spandau und Gesundbrunnen noch der Hauptbahnhof kommen wird.
"Ja...müssen wir da umsteigen?"
Alle in Reichweite wie im Chor: "NEIN!"
Und was, wenn wir Gesundbrunnen verpassen?"
Wieder alle: "Das kann man nicht verpassen, das ist die Endstation!"
"Endstation? Müssen wir jetzt aussteigen?"
"NEIN, Gesundbrunnen ist die Endstation."

Ich erwähne dummerweise, dass ich dort auch hinfahre. Also geht es wieder los...
"Sie steigen da auch aus? Ja, dann können Sie uns ja Bescheid sagen..."
"Ja."
"Fahren Sie auch nach Binz?"
"Nein." (ich wohne im Rest von Berlin...)
"Und könnten Sie den Rollkoffer tragen? Denn die von der Bahn, die kommen ja nicht in den Zug rein.... War letztes Mal auch so. Da sind wir über Hamburg gefahren. Wir hatten nur 7 Minuten Umsteigezeit. Und die kamen nicht rein!"
"Ok, ich trage den Koffer."

Hauptbahnhof. Der Zug steht. Er steht da immer lange. Die allermeisten steigen aus.
"Sag mal, Schatzi... Der Zug fährt nicht mehr weiter...! Was, wenn wir für immer hier stehen bleiben und dann fährt unser Zug nach Binz weg! Wie spät ist es?"
"13:10 Uhr"
"Und wann fährt der Zug nach Binz?"
"13:51 Uhr"

Eine Frau von der Bahn steigt ein.
"Hallo, ich bin Ihre Umsteigebegleitung. Ich habe gehört, Sie wollen nach Binz? Ich begleite Sie bis zum Gesundbrunnen, trage den Koffer und bringe Sie zum Zug nach Binz."

Hurra. Endlich ist die Dame beruhigt. Und ich brauche den Koffer nicht tragen. Ich frage mich ja, wie "Schatzi" das aushält, falls die Gute immer so ist...

Dienstag, 5. Juni 2018

Der unerreichbare Busknopf...

Am Wochenende war, wie in jedem Jahr, der Tag der offenen Tore bei der S-Bahn-Werkstatt in Erkner. Bisher haben wir den weiten Weg aus dem Norden Berlins doch etwas gescheut, aber dieses Mal waren wir dort. Ausführliches mit einigen Fotos kommt in ein paar Tagen. Vorab eher etwas lustiges...



Vielleicht kennt noch jemand diese Ikarus-Busse, die in Ostberlin vor 1990 fuhren? Mit diesen ungarischen Bussen konnte man auch bei diesem Tag der offenen Tor in Erkner fahren. Oder man konnte sie besichtigen. Wir beschränkten uns auf letzteres und schauten uns in diesem alten Bus um.



Bei diesen Bussen kommen bei mir bis heute Kindheitserinnerungen hoch... Diese unfassbar hohen Stufen, die ich als kleines Kind kaum hochkam und wie meine Mutter mich immer so am Arm dort hochzog. Das seltsame Griffteil so schräg an der Treppe. Die oft kaputten braunen Ledersitze, ebenfalls mit Griff.


Und das schlimmste: der Knopf, um dem Fahrer zu signalisieren, dass man aussteigen will. Der war über der Tür angebracht. Ganz oben. Man kam, als Erwachsener, stehend dort heran, wenn man oben im Bus, nicht auf der Treppe direkt unter dem Knopf, stand. Man musste sich so schräg machen. Ich weiß noch, wie sich meine Mutter mit ihren 1,68 m immer gestreckt hat, um den Knopf zu erreichen. Und wie ich als Kind immer Angst hatte, dass ich irgendwann ja mal allein Bus fahren muss und dann werde ich niemals an diesen Knopf kommen. Im Hinterkopf schwirrte das immer herum. Ich sah mich bereits durch die Weltgeschichte gurken, dazu verdammt, niemals aussteigen zu können ;-): Warum auch immer mir dieser Gedanke kam. Und irgendwie war ich echt froh, als die BVG-Busse, die ja dann bald in ganz Berlin fuhren, plötzlich bestens erreichbare Knöpfe hatten (und bis heute haben).




Mittwoch, 30. Mai 2018

Summer in the City

Vorgestern war wieder mal einer dieser Tage, an denen ich mal wieder froh war, zwar in Berlin zu wohnen, aber jwd, janz weit draußen...

In einem Anfall von Leichtsinnigkeit beschloss ich vorgestern, trotz der vorhergesagten 30 Grad, mein Fahrrad zu schnappen und eine Radtour durch Schöneberg und Wilmersdorf zu drehen. Für einen Geocache sollten Elektrokästen mit Motiven, die im Rahmen von Stromkastenstyling gemalt wurden, gefunden und das Gefundene am Ende zu Koordinaten verarbeitet werden. Ich hatte maximal drei Stunden einkalkuliert und ja, auch das Wetter etwas unterschätzt. Als ein Freund morgens noch fragte, ob das unser Ernst sei, war meine Antwort noch "Es gibt ja Springbrunnen und Eisdielen".

Schräger Vogel...
Wir radelten und radelten... von 10 bis 18 Uhr. Bei 30 Grad und Sonnenschein. Wir fanden am Ende zu viele, aber falsche Kästen. Irgendwann erschien es mir wahrscheinlicher, dass wir eher die Katze finden werden, deren "vermisst"-Zettel an jedem Stromkasten klebte, als dass wir endlich alle benötigten Motive finden. Wir fanden die Katze nicht. Aber wir fanden immerhin ein paar andere Geocaches. An einem half sogar ein Yoga-Guru, der auf der Wiese  am Viktoria-Louise-Platz saß und eigentlich Hilfe bei Handständen anbot...

Es war in der Gegend rund um Rathaus Schöneberg und Volkspark Wilmersdorf  bis hinüber zum Preußenpark eindeutig zu warm, zu voll, zu wuselig... viele schräge Vögel, Bordsteinschwalben, Bewohner vom Sozialpalast... Ein vermutlich irrer Mann brüllte uns so laut an, dass die Lautstärke an Körperverletzung grenzte... Dabei hatten wir in dem Moment gar nichts getan, außer eben auf dem Radweg zu fahren.



Später standen mit den Rädern kurz jemandem ziemlich im Weg an einer Kreuzung und starrten auf unsere Telefone. Der Autofahrerer hupte nicht. Ich wunderte mich, als ich unser Missgeschick bemerkte, warum der sich nicht bemerkbar gemacht hat, bis ich sah: das war kein Berliner, sondern jemand aus Bonn ;-).

An einer roten Ampel sah ich, wie eine Autofahrerin einen großen Schluck aus der Flasche nahm. Aus einer Weinflasche...! Als sie meinen überraschten Blick sah, verschwand die Flasche wieder. Ist das nicht auch unpraktisch, so eine Weinflasche kriegt man ja nicht mehr zu...

Im Preußenpark gab es, wie immer, Thai-Streetfood :-). Eine tolle Sache, mitten in der Stadt (über irgendwelche Hygiene-Lebensmittel-Verkaufsverordnungen kann man an der Stelle natürlich wunderbar diskutieren). Definitv ein (nicht wirklich geheimer) Tipp!

Rund um den Wasserpilz-Springbrunnen in der Sigmaringenstraße herrschte sehr reges Treiben. Es wuselte wie in einem Ameisenhaufen. Es war schon später Nachmittag. Kinder drehten durch, es flogen Rucksäcke, es wurde gekniffen und geheult. Beruhigend, dass in dem Punkt irgendwie alle so sind...Wobei, meine sind aus dem Kneif-Alter raus.

Eis!
Wir fanden auf unseren Wegen durch die Innenstadt immerhin viele Rasensprenger, Springbrunnen und etliche Eisdielen. Auch irgendwann eine einladend aussehende. Diese Eischokolade mit einer Art Tafel Schokolade dabei war für das Wetter denkbar ungeeignet. Sie schmolz in Rekordschnelle und ich versuchte mein bestes, sie schnellstmöglich zu vertilgen. Irgendwann wurde ich von meiner Begleitung gefragt: "Hast du einen Spiegel?". Ich ahnte es und schaute skeptisch mit der Selfie-Kamera vom Telefon nach. Ich sah in etwa so aus wie ein Kleinkind, das in den Schokopudding gefallen ist. Das wiederum erklärt, warum mich die drei Mädels gegenüber mich so entgeistert anstarrten. Ich die Mädels allerdings wohl auch, denn ihre Hosen waren so kurz, dass ich Dinge sah, die ich nicht sehen wollte. Bilder, geht aus meinem Kopf.

Irgendwann ging es wieder nach Hause. Ab zur Yorck-Straße. Jedes Mal stutze ich bei dem Bahnhof. Er ist so rostig und ich überlege immer, ob das jetzt echt der Bahnhof oder ein Lost Place ist und der Bahnhof bei einer der anderen Brücken.. Unterwegs noch ein kühles Getränk gekauft, da das Wasser im Rucksack Umgebungstemperatur hatte und dann ging ab nach draußen ins fast schon Umland... Hier haben wir schon seit den 90ern nicht mal mehr eine Eisdiele. Das ist schade, aber dafür wuselt es hier eindeutig weniger...

Sonntag, 27. Mai 2018

Neu bei uns... Esmeralda und Mia

Eigentlich wollte ich ja gerne wieder eine Katze...eher zwei.Aber wie es immer so ist: Es kommt anders als man denkt...

Vor ein paar Wochen kam die Große mit einem "Darf ich aus dem Garten eine Erdbeerpflanze haben?" aus der Schule nach Hause. Äh, klar, auch mehrere, aber warum?!
Es stellte sich heraus, dass in der Schule ein Projekt gemacht werden sollte, bei dem es - grob umschrieben - darum gehen sollte, eine Art Kreislauf zu erstellen... Erdbeeren und Salat anbauen, damit Mäuse füttern und dann mit dem Mäusedreck die Pflanzen düngen...Und immer so weiter...

Bedingung des Lehrers war, dass sich in jeder Dreiergruppe Eltern finden, die die Mäuse hinterher behalten als Haustiere. In der Gruppe meiner Tochter waren noch zwei Jungs. Der eine schied als "Mäusebehalter" aus, da er einen Kater zu Hause hat. Der andere wollte sie unbedingt, aber durfte nicht. Wir hatten nichts gegen Mäuse und die Vorfreude bei den Kids war groß. Wir lasen uns ein in die artgerechte Haltung und überlegten auch, ob wir dann mal Maus-Agilitiy ausprobieren wollen.... Wer nicht weiß, was das ist, schaut hier... das Video stammt aus Österreich und ist total süß:



Dann drohte das Projekt zu scheitern. Besorgte Eltern haben sich beschwert wegen Tierversuch (!). Vermutlich sind es die, die auch wegen Ökobilanz den Flug zur Klassenfahrt verhindert haben...
Ein anderes Argument war: Man könnte ja nicht sicher sein, ob die Familien, die die Mäuse behalten, die auch gut behandeln...Es ging sogar ein Brief an die Schulleitung. Ergebnis langer Diskussionen: Das Projekt kann starten, wenn die Mäuse von Anfang an privat gehalten werden.

Und nun sind sie da... und wohnen in einem großen Nagarium und sind niedlicher und unterhaltsamer als ich dachte. Sie heißen Esmeralda und Mia und sind auch schon recht zutraulich. Sie bauen Nester, graben Tunnel und rasen mit dem Laufrad. Lediglich die Tatsache, dass sie nachtaktiv sind, hat für leichten Frust beim Jüngsten gesorgt...

Wie ich erst jetzt bemerkte, sie die weißen Mäuse mit schwarzen Augen sogar recht selten. Quasi ein Glücksfall, dass wir so eine fanden.

Noch futtern sie allerdings kaum Frischfutter - sie mochten bisher weder Salat noch Löwenzahn noch Gurke so richtig gerne. Aber vielleicht mögen sie dann demnächst Erdbeeren...