Mittwoch, 27. Juli 2016

Wildlife in the City...

Berlin ist angeblich die artenreichste Stadt Europas. Wurde zumindest beim Langen Tag der Stadtnatur immer wieder gesagt und ich habe auch den Eindruck, man sieht sehr viele Tiere, wenn man nur genau hinschaut.

Am Engelbecken in Kreuzberg ist erstaunlich viel Natur... Vielleicht durch das große Nahrungsangebot der Großstadt, vielleicht weil die Tiere auch mitten in der Stadt wohnen wollen... Mich wundert es eigentlich, denn der See ist klein und das Ufer besteht aus einer Mauer.

Aber hier habe ich Schwäne, Rallen samt Küken, einen Reiher und jede Menge Schildkröten gesehen.

Am Engelbecken merkt man kaum, dass man in Kreuzberg ist. Es ist ein wenig unter dem Straßenlevel, es ein paar Treppen hinab und dort sind dann ein (nicht sonderlich sauberer) See, Rosenbeete, Blauregen-Gänge und ein Café. Aber spätestens wenn man am Rosengarten Richtung Oranienstraße abbiegt, sieht es wieder nach Berlin aus...




Montag, 25. Juli 2016

Malerisch...

Vor kurzem habe ich dieses Foto gemacht... Als mir jemand beim Durchblättern der Galerie aus dem Telefon über die Schulter schaute, kam die Frage aus "Wo ist das denn? Sieht aus wie in Bayern." Nein, ist es nicht. Es ist Berlin-Mitte, auf dem Gelände der Charité an der Südpanke...


Dienstag, 12. Juli 2016

Gruselig

Es gibt Orte, die sind einfach seltsam. Was wir im Grunewald entdeckt haben, fand ich gruselig und kann mir nicht erklären, was das eigentlich war.

Ein wenig abseits vom Weg hängen dort kleine Gegenstände wie geschmückte Ostereier, Herzchen oder ein Plüschhäschen am Baum. Um einige Bäume herum liegen sehr viele Steine, die da nicht zufällig liegen, sondern bewusst hingelegt wurden.

Einen der Steine habe ich angehoben und darunter lag dann das hier. Ist das Munition?

Was hat das zu bedeuten? Es war nicht beim Selbstmörderfriedhof, der ja ebenfalls im Grunewald ist, sondern ein ganzes Stück davon entfernt. Ich vermute hier eher eine Art Tierfriedhof?




Montag, 4. Juli 2016

Fürsorglich...

Vor kurzem war es in Berlin sehr warm. 35 Grad, gefühlt noch mehr. Ich traf beim Einkaufen durch Zufall eine andere Mutter, die ich aus der Schule der Großen kenne.

"Hallo Amélie!"
"Hallo!"
"Sag mal...hast du etwas getrunken?"
"???!!!"
"Ich meine nicht Alkohol, ich meine, hast du Wasser getrunken?!"
"Ja...?"
"Entschuldigung, ich bin Mutter. Da ist das so drin, dass ich immer kontrollieren muss, ob alle genug trinken."

Oha.

Donnerstag, 30. Juni 2016

Vergessene Orte: S-Bahnhof Zehlendorf Süd

Aus der Reihe "Verlassene Orte", heute: Reste des S-Bahnhofs Zehlendorf Süd.

Es gibt einige Orte in Zehlendorf, an denen man Reste der ehemaligen Stammbahn stehen kann. Einst war das die erste Eisenbahn Preußens und die Verbindung von Berlin nach Potsdam ohne Umweg über Wannsee.

 Am S-Bahnhof Zehlendorf fällt einem, wenn man auf die S1 wartet, bei genauem Hinsehen schon auf, dass da noch ein Bahnsteig ist, der aber verwildert und zugewuchert ist. Dies sind Teile der ehemaligen Stammbahn und ich habe letztes Jahr schon den ehemaligen S-Bahnhof Düppel angeschaut. Von dem war so gut wie nichts mehr sichtbar, alles zugewuchert.

Der S-Bahnhof Zehlendorf Süd dagegen ist als solcher sogar noch erkennbar.

Ehemalige Wartehalle

Bahnsteig

Hier wartet keiner mehr

Kaum noch lesbar...

Niemand wartet auf den Zug...

Auf dem Weg liegen noch Schienen...

Mittwoch, 29. Juni 2016

***süß?!

Jedes Mal wenn ich an diesem Laden vorbeikomme (oder hineingehe, um Gewürze zu kaufen), frage ich mich, warum der Laden so einen komischen Namen hat...


Meine Schwägerin, die aus Pakistan stammt, konnte es aufklären, sie meinte lachend, das sei sicher der Nachname des Betreibers. Es klingt trotzdem komisch.

Sonntag, 26. Juni 2016

Sommer in der Stadt...

Samstagfrüh, 8 Uhr, gefühlt bereits an die 30°C.

S-Bahnhof Warschauer Straße:
Menschenmengen wie immer. Kein Durchkommen auf der Brücke. Aus dem Suicide Circus neben den Gleisen hört man Musik herüberdröhen in die warme Sommerluft.

Überquert man die Brücke Richtung Friedrichshain bietet sich fast immer dasselbe Bild. Menschen, die aussehen, als hätten sie hier auch die Nacht verbracht oder hier wohnen. Sie sitzen immer unter dem einen Baum, der dort ist. Neben dem Fotoautomaten, den es auch in der Kastanienallee im Prenzlauer Berg gibt. Und der Telefonzelle. Wo immer dieselben Leute stehen und vermutlich irgendwas verkaufen...

Auf dem RAW-Gelände war ich seit Jahren nicht. Ich habe offenbar auch nichts verpasst. Heruntergekommen wie schon immer. Hinter mir höre ich Touristen. Sie sagen Dinge wie "I think the city just does not care." Hm, ja, vielleicht. Vergleiche zu Camden Town in London zieht man unwillkürlich, streicht den Gedanken aber, denn Camden Town wirkt cool und schick, während das hier...naja, aussieht, als ob es eben keinen juckt, dass es teilweise aussieht wie eine Müllhalde.
Wir landen auf Irrwegen in einem Biergarten auf dem RAW-Gelände, der sogar einen Kinderspielplatz hat und sonst betont cool wirkt - mit "Pfandrückgabe im Club", wenn es nach 23 Uhr ist. In welchem Club... keine Ahnung.

Weiter durch die Simon-Dach-Straße. Da war ich irgendwann in der Zeit zwischen Abi und Studium ständig, da eine Freundin immer auf den Balkon der Dachkammer wollte - was nie klappte, da da immer schon jemand saß. Es gibt sie immer noch. Die Dachkammer und die Freundin. Erstere war aber geschlossen am Samstagvormittag, so wie alle anderen Locations der Straße auch. Auf der Straße zerbrochene Gläser. Hundehaufen... Berlin eben.

An einer Wohnung im Erdgeschoss war ein Fenster eingeschlagen. Es ertönten irritierende Geräusche aus dem Fenster, unter anderem ein "Hier spricht die Polizei". Hm. Tonbandaufnahme?

Weiter an diversen eigentlich schönen Spielplätzen vorbei. Bei manchen erkannte man vor lauter Vandalismus die Spielgeräte nicht mehr wirklich. Aber ist egal. Die Mütter der Gegend - erkennbar an Bio-Latschen, Tragetuch oder hochpreisigem Buggy, gehen dennoch hin. Die Kinder sehen geringfügig anders aus als in Prenzlauer Berg, aber ähnlich. Wenig Finkid-Sachen, mehr selbstgenähtes. Auf der Wiese nebendran oder direkt auf dem Spielplatz schlafen die Freunde der Nacht ihren Rausch aus. Stört keinen ;-)

Zurück, Richtung Oberbaumbrücke. Bettler betteln hier mit Schildern auf Englisch. Vermutlich sind hier mehr Touristen als Berliner. Überhaupt sind alle möglichen Schilder in diesem ganzen Kiez auf Englisch.

Beobachtungen eines einzelnen Vormittags im Hochsommer. Ich gebe zu, ich fand es angenehm, als ich wieder zurück am Rand von Pankow war, nicht nur, weil es direkt ein paar Grad kühler war.

Freitag, 24. Juni 2016

Schlagabtausch

Letztes Wochenende, direkt hier bei uns an der Straße... Wo es eigentlich immer ruhig ist. So ruhig es an einer Kopfsteinpflasterstraße eben sein kann. Aber normalerweise hört man hier nur die Autos monoton brummen, ab und an die Straßenbahn laut klingeln (gelegentlich gefolgt von einem "BUMM", wenn mal wieder jemand in die Tram gekracht hat, was ungefähr 5x im Jahr vorkommt) und ab und an hört man unseren Nachbarn singen.

Aber dieses Wochenende gab es Geschrei. Ein paar Radfahrer lieferten sich ein Duell mit zwei Fußgängern. Alle sahen so gar nicht wie die Leute aus, die man so typischerweise bei Auseinandersetzungen und Schlägereien in der Stadt beobachtet. Es waren keine Jugendlichen, sie waren nicht betrunken, es war nicht in der U9 und auch nicht in Neukölln. Alle Beteiligten waren schätzungsweise knapp vor dem Rentenalter. Es passte also alles so gar nicht. Aber es ging ab.

Schimpfworte aller Art wurden laut herumgebrüllt, bis es zum Angriff überging. Aber statt zurückzuschlagen, entfachte eine Diskussion, ob das jetzt erlaubt war und was das für medizinische Konsequenzen haben wird.

Da brüllten die beiden Fußgänger wieder los. Er behauptete lauthals "Ich bin Anwalt, ich darf das!" und sie "Ich bin Ärztin. Der Schlag war nicht schlimm". Und zogen weiter.

Und die Radfahrer warfen noch ein paar Schimpfwörter hinterher und diskutieren lautstark, ob diese Berufsangaben wohl gestimmt haben könnten...

Echt passiert, am Rande von Pankow.