Donnerstag, 16. Oktober 2014

Allein, allein...und die Tasse von Tegel

Was macht man, wenn man einem Mittwochvormittag am Flughafen Tegel ist, um einen reisenden Teddy zum Abflug zu bringen und danach noch Zeit übrig hat? Natürlich auf die Aussichtsplattform gehen. Viel los war nicht, zumindest nicht auf der Plattform, ich war schlichtweg ganz allein!

Und wer hat seine Tasse auf dem Dach (!!) vergessen?

Hopp Schwiiz!

Keiner da...

Austrian Airlines

Tower von Tegel, im Hintergrund der Fernsehturm

Hier war viel los...

Tasse!

Dienstag, 14. Oktober 2014

Die Krähen und der Rollrasen

"Der Rollrasen ist aber komisch verlegt worden... der sieht so zerhackt aus."... sagte ich beiläufig zu meinem Mann, als wir am Tempodrom vorbeispazierten.

Minuten später sahen wir den Grund für die Zerstörung. Die Krähen rollen den Rasen wieder auf:


Montag, 13. Oktober 2014

Kaffee-Stau

Den gesamten letzten Sommer war die Familienfarm in Lübars geschlossen. Nun ist sie wieder offen, hat einen Betreiberwechsel hinter sich und ist teilweise verändert worden.

Statt Kühen gibt es nun ein Feld mit Gemüse, das im Hofladen verkauft wird. Es gibt deutlich weniger Kaninchen - ein Schild weist darauf hin, dass welche an Überfütterung gestorben seien. Den Emu scheint es nicht mehr zu geben, oder wir haben ihn übersehen. Dafür gibt es nun ein Heu-Kino, in dem man Filme schauen kann. Das Ziegengehege war leer, aber die Pferde sind noch da. Das Restaurant wurde verändert, ist heller und moderner geworden und hat nun eine Terrasse. Mit Buddelkasten nebendran für die Kleinkinder. Und jede Menge fahrbare Untersätze für die Kleinsten.

Mit anderen Worten: das hier ist jetzt ein wenig wie PinkePanke, zumindest was die Orientierung an die Zielgruppe Kleinkinder angeht.

Die schöne neue Terrasse war am Wochenende recht gut besucht. Es war allerdings auch nicht übervoll. Es war kein "Drachen-Steige-Wetter" und auch keine 25°C. Also, da ist in Sachen Besucherzahlen bestimmt noch Luft nach oben.

Aber am Tresen war bereits Land unter. Nachdem niemand an unseren Tisch kam, um eine Bestellung aufzunehmen, ging ich hinein. Früher, beim alten Betreiber, konnte man am Tresen einfach Kaffee und Kuchen bestellen.
Gestern schmetterte mir ein: "Ich kann doch nicht zwischendurch Kaffee machen, die Tische gehen vor!" entgegen. Ok...Tschuldigung...

Also bat ich draußen eine Kellnerin, ob sie zu unserem bisher unbeachteten Tisch kommen könnte, wir hätten gern Kaffee und Kakao. Das gehe gerade nicht, war die Antwort. Es sei Bestellungsstopp. Wegen Überfüllung. Sie käme bald.

"Bald" ist ein recht unkonkreter Begriff. 45 Minuten gingen ins Land. Also fragte ich erneut nach, ob man denn jetzt bestellen könnte. Nein, immer noch nicht.

?!!!!

Ich habe dann zumindest für die Kinder Getränke aus dem Rucksack geholt und auf dem Tisch verteilt. Von zu Hause mitgebrachte Schokolade und Waffeln dazu. Hat auch keinen gestört. Und ich glaube, wir kommen künftig lieber unter der Woche her...

Sonntag, 12. Oktober 2014

Und noch ein Bunker

Ruinen-Woche in meinem Blog...

Momentan entdecke ich eine Ruine nach der anderen. Oder komme an mir schon bekannten Ruinen vorbei und mache Fotos. Letzte Woche war ich mal wieder in der Schönholzer Heide. Mir wurde geflüstert, dass der alte Bunker, ein Teil des Zwangsarbeiterlagers aus dem 2. Weltkrieg, offen sei. Gruseligerweise hieß das Lager damals auch noch inoffiziell "Luna-Lager", benannt nach der Vergnügungspark (!), der zuvor auf dem Gelände war.

Es ist ein Betonbunker, der normalerweise fest verschlossen ist. Zugeschweisst, so richtig fest zu. Aber irgendjemand öffnet ab und an mal den Zugang. Und dann kann man hineinschauen.

Man könnte auch hineinschlüpfen (und hoffen, die schweissen nicht genau in dem Moment, in dem man da drin ist, wieder eine Platte vor den Eingang...) und sich umsehen. Ich habe es nicht getan. Der Bunker ist sehr vermüllt und es riecht heftig nach Schimmel. Fledermäuse habe ich keine gesehen (ab dem 1. Oktober ist offiziell Winterruhe der Fledermäuse, Bunker und ähnliche Gebäude dürfen nicht betreten werden).

Interessant finde ich übrigens diese Gewölbe-Bauweise innen und hätte eigentlich gern gewusst, wie es da weitergeht.

Es ist wohl geplant, den Bunker für Besucher zugänglich zu machen. Ich bin gespannt. Wobei der Bunker dann natürlich diesen Lost Place- Charakter verliert. Aber vielleicht auch den Geruch.









Freitag, 10. Oktober 2014

Noch mehr Ruinen

Bei Mühlenbeck habe ich noch mehr Ruinen gefunden. Und bei diesen Ruinen, es sind mehrere Gebäude, frage ich mich, was das einmal war. Sie sehen zu neu aus, um aus der Zeit vor der Wende zu sein. Denn dann würde doch sicher noch mehr Natur hierher gewuchert sein, das Dach inzwischen löchrig und Bäume auf den Balkonen...oder? Oder ist es doch ein Gebäude aus den 80er Jahren?

Ich weiß es nicht. Ich habe auch beim Googlen nichts brauchbares gefunden. Wenn man durch die Fenster schaute, sah man im Erdgeschoss eine Art Hotelrezeption. Vor einem Fenster lag eine recht neumodisch aussehene Heizung...







Mittwoch, 8. Oktober 2014

Bunker im Wald und eine Ruine

Während ich am Samstag mit den Kindern auf die grüne Party geraten bin, war mein Mann unterwegs in den Wäldern um Mühlenbeck. Oder eher darunter. Wie so oft lockte ein Geocache in die Gegend.

Das verfallene Schloss mit seiner spannenden Geschichte kannten wir schon. Es sieht schon am Tage gespenstisch aus. Wie die Ruine mit den Fledermäusen im Turm und dem See vornedran bei Nacht und Vollmond aussieht, möchte ich vielleicht lieber gar nicht wissen. Vermutlich wie direkt aus einem Horrorfilm.



Das Schloss ist aus dem 18. Jahrhundert und wurde vor der Wende von der Stasi als Gästehaus genutzt. In der Umgebung des Schlosses gibt es einige Bunker im Wald, die, wenn ich es richtig gelesen habe, aus den späten 70er oder 80er Jahren stammen dürften.

Die Bunkeranlage war, wie man auf den Bildern sieht, erstaunlich aufgeräumt. Es handelt sich wohl um die ehemalige Ausweichstelle des MfS und eine Kommunkationszentrale. Hier findet man ein paar Infos zu der Anlage.

Kann jemand hier Russisch? Was steht auf dem braungelben Bottich?




Montag, 6. Oktober 2014

Allein unter vielen im Grünen

Gestern wollte ich mit den Kindern eigentlich nur mal kurz zur Botanischen Anlage in Blankenfelde fahren, um dort die Rehe zu füttern. Das ist nicht weit von uns und unser Plan, war es, mal eben kurz hinradeln, Fahrräder mit reinnehmen, zu den Rehen gehen, füttern und wieder gehen. Wie sonst immer würden wir kaum einen Menschen treffen. Das war unser Plan.


Aber wir haben da etwas nicht bedacht. Schon als wir auf dem Weg durch eine sonst ruhige Kleingarten-Anlage waren, wunderte ich mich über die vielen dort geparkten Autos. Komisch! Was ist hier los? Haben bei dem guten Wetter alle Berliner das Bedürfnis ihre Verwandtschaft in Kleingarten-Anlagen zu besuchen?

Ist hier schon wieder Hasen-Ausstellung? Wobei die beim letzten Mal so wenig besucht war, dass ich, als ich mit dem Kleinen spazierend vorbeikam, mit den Worten "Kommt herein, schaut Kaninchen an" hereingerufen wurde...

Der sonst immer offene Nebeneingang der Botanischen Anlage war geschlossen, also ging es zum Haupteingang. Auch hier unglaublich viele Menschen. Der Bus der Linie 107, der sonst  so wenig gefragt ist, dass er nur seeeeehr selten fährt, kippte reihenweise Leute aus. Am Zaun Fahrräder über Fahrräder. Auf der Straße Autos soweit das Auge blickt.

Und dann erblickten meine Augen noch etwas mehr. Ein Schild:  "Herbstfest am 5. Oktober". Oh.

Am Eingang ein Stau. Es überwachte jemand, dass man auch seinen Euro Eintritt in den dortigen  Automaten wirft. Nun hat nicht jeder immer passend einen Euro zur Hand...
"Gundula, hast du mal einen Euro?" Gundula stand aber gaaanz hinten in der Schlange und eh die dann mal die Münze gebracht hatte, dauerte es....
"Puh, Kinder müssen nicht bezahlen, wir müssen also nur zwei Euro zahlen. Hast du zwei Euro-Münzen?"
"Macht mal Platz hier, es kommt ja niemand mehr durch den schmalen Ein-und Ausgang wieder heraus!" (warum machen die bei Großveranstaltungen denn das Tor nicht mal weit auf?)
Es wurde geschubst und gedrängelt, als gäbe es etwas umsonst.

Das Publikum bestand zu etwa 40% aus Rentnern und der Rest waren Familien. Die meisten, schätzungsweise, eher aus Prenzlauer Berg und Friedrichshain. Lagen die Flyer zum Fest bei Denn´s Biomarkt aus? Sie waren alle da...Die Ü40-Mütter mit bereits ergrautem Haar, aber schönen Schuhen. Und die dazu passenden Männer, die die Wickeltasche hinterhertragen.

Auf dem Fest waren einige Stände und eine Bühne. Wir haben keine Musik von dort vernehmen können, wir haben da auch niemanden gesehen. Vielleicht kamen die Musiker später. Mussten noch den Euro für den Eintritt suchen...


Ein Stückchen weiter konnte man Kartoffeln selbst ernten. Da herrschte großer Andrang. Wir zogen weiter. Wenn ich Kartoffeln ernten will, kann ich das im eigenen Garten machen.

Am Gehege mit den Rehen und Hirschen herrschte logischerweise riesiger Andrang. Der Futterautomat spuckte nur noch sehr sporadisch Futter aus. Eine Frau mit 6 Kindern gleichen Alters (Kindergeburtstag? Sechslinge?) stand da und erklärte, dass sie keine Münze mehr  und der Automat ihren letzten Euro "gefressen" habe. Und so stand sie da. Starrte den Automaten an. Erzählte vom verlorenen Euro. Ihre Kinder versuchten, den Automaten zu zerlegen. Irgendwann gelang es jemandem, herauszufinden, dass Futterspender-Schacht 1 leer war, aber Schacht 2 noch grüne kleine Boxen mit Wildfutter hat.

Aber wer braucht schon Wildfutter, wenn man Möhren hat? Oder Grasbüschel mit viel Erde? Neben uns stand ein Kind am Zaun, das immer abwechselnd dem Reh eine Möhre gab und dann selbst in die Möhre biss. Yammi! Aber das Reh ist sicher bio und damit gesund.

Auf der Wiese nebendran wurde gesportelt. Während er das Kind im Tragetuch umherschleppte, machte sie Sport. Erst erinnerte es mich stark an Rückbildungsgymnastik ("Und wir stellen uns jetzt mal vor, wir hätten einen Pinsel im am Hintern und schreiben damit den Namen unseren Kindes"....Mütter kennen es sicher...).. Dann Yoga...schließlich Bauch-Beine-Po-Übungen. Lustig. Würde ich mich in einem vollen Park eher nicht trauen.

Gegen aufkommenden Hunger gab es erstaunlich wenig Angebote für ein Fest. Das nette Café im Gewächshaus hatte offen, war aber hoffnungslos überfüllt. Eis bekam man direkt neben den Grünpflanzen an einem Sonderstand. Und draußen sorgten drei Imbisswagen eines Pankower Restaurants für das kulinarische Wohl. Es schmeckte alles gut, war preislich auch im Rahmen, aber die Bedienung machte auf mich einen leicht überforderten Eindruck...

"Eine Currywurst, bitte!"
"Sie meinen eine Rostbratwurst!" schmetterte es mir auf Sächsisch entgegen.
"Nein, eine Currywurst. Da steht es doch dran, Currywurst für 2 Euro. Die möchte ich."
"Sie meinen Rostbratwurst. Vom Grill."
"Nein!!!"
"Ok, dann Currywurst."
"Danke."

Rostbratwurst wäre vermutlich keine gute Idee gewesen. Der Mann vor mir hatte eine bestellt.
"Aber bitte keine so schwarz verkohlte."
Ihm wurde ein besonders dunkles Exemplar gereicht.
"Ich sagte, keine so schwarze!"
Nach einigem Hin-und Her gab es eine neue Rostbratwurst.

Kaffee war dagegen aus. Der Mann vor mir am Getränkewagen hatte zum Kaffee erstmal eine Frage:
"Ist der Kaffee vegan?"
"?!!"
"Ich möchte gerne Kaffee."
"Aber es ist gar kein Kaffee mehr da. Muss ich neu aufsetzen."...sprach sie und wendete sich direkt uns zu.
Der Kaffee-Interessent brummelt noch kurz, dass ihm das Fest ja echt Spaß mache...

Allzu viel Spaß hatten wir am Fest an sich auch nicht. Ein kleiner Planzenstand verkaufte ein paar Kräuter. Die fleischfressenden Pflanzen waren nur zum Anschauen, aber immerhin verkaufte man schöne kleine Kakteen.

Er war unser einziger Einkauf. An Kräuter-Chutney im Glas und ähnlichem hatten wir nicht so viel Interesse. Zu unsicher ist mir, ob ich darauf nicht allergisch reagiere. Man konnte auch Honig kaufen, direkt neben dem Bienenstock. Schöne Sache, haben wir aber schon. Wir wohnen hier so weit auf dem Land, da bekommt man überall Imkerhonig hinterhergetragen ;-). So viel kann keiner essen.

Auf der Wiese gab es auch noch ein Zelt des Waldkindergartens in der Nähe. In diese Höhle der Ökomütter haben wir uns nicht gewagt, sondern sind zurück zu ihren Fahrrädern gegangen und haben unseren neuen Kaktus vorsichtig nach Hause gebracht.


Freitag, 3. Oktober 2014

Schuhdieb

Heute habe ich mich mit unseren Nachbarn unterhalten. Da er Polizist ist und auch noch in unserer Gegend arbeitet, weiß er vieles, was man man selbst nie mitbekommen würde. Wie beispielsweise, dass momentan in unserer Gegend massenhaft Schuhe (!) vor Häusern und Wohnungen geklaut werden.  Bei ihm im Hausflur waren die Diebe auch, aber nachdem sein Hund gebellt hatte und er die Tür geöffnet hat, waren sie weg und zumindest seine Schuhe noch da. Hola, die Waldfee...

Schuhe, gebrauchte Schuhe... Selbst wenn die teuer waren und meinetwegen auch noch nicht alt, aber wer möchte denn bitte gebrauchte Schuhe haben? Verkaufen dürfte bei gebrauchten Tretern auch kaum gehen...denn....das will doch keiner haben, oder?

Sehr seltsam. Was machen die damit? Angenommen es sind sehr arme Leute, dann bräuchten sie nicht so viele Schuhe und in verschiedenen Größen. Und verkaufen dürfte kaum lohnen, bestenfalls superbillig auf dem verranzten Flohmarkt, wo man auch Geräte mit abgeschnittenen Kabeln (!) erstehen kann.

Seltsam. Unsere Schuhe stehen ab heute in der Abstellkammer.