Donnerstag, 26. Februar 2015

1000 Tage

Seit 1000 Tagen passiert am BER nichts mehr. So steht es heute zumindest in einigen Online-Ausgaben der lokalen Zeitungen.

Ein großes Arreal, in der Ferne: der neue Flughafen

So lange ich es also schon her, dass ich bei dem ersten Testlauf fürs "Publikum" mitgemacht und so den BER schon von innen gesehen habe. Viel war nicht zu sehen. Baustelle eben, aber "unser" Testbereich mit einem Gate war fertig. Man durfte keine Fotos machen. Aber ich kann mich noch sehr gut erinnern, wie es hieß "Und in drei Monaten öffnet dann der Flughafen."

Letzte Woche bin ich ja am BER vorbeigeradelt. Eine nette Gegend. Ziemlich ruhig. Pferde stehen auf der Koppel, wir haben Rehe gesehen. Gut, in Tegel gibt es Füchse und Kaninchen trotz Flugbetrieb.

Zum Radfahren würde ich die Gegend dennoch nur bedingt empfehlen - nehmt ein Mountainbike und seid auf Hügel und streckenweise matschige Wiesen zwischen den neu gebauten, glatten Straßen gefasst. Ich habe mein Stadtfahrrad streckenweise mächtig verflucht.

Und ich habe ein paar Fotos gemacht. Der Flughafen ist groß, liegt aber menschenleer vor einem. Nichts los. Ich wurde von mehreren Leuten gefragt, was jetzt mit der Baustelle ist. Ich weiß es genauso wenig wie alle anderen, aber so vom Zaun aus sieht es wie... nichts?

Wir haben nur Graugänse gesehen. Und ein Auto vom Flughafen, auf dem passenderweise in großen Lettern "Bird Control" stand. Mehr gibt es momentan auch noch nicht zu kontrollieren.

Dieser Vogel von TAP ist auf dem Weg zum alten Flughafen Schönefeld

Montag, 23. Februar 2015

Teppich und Trabi im Wald

Irgendwo bei Stolpe im Wald... ein roter (fliegender?) Teppich vor einem Hochsitz:


Und nicht weit entfernt, lagen gleich zwei alte Trabis im Wald. Auch noch in einer Art Senke. Die bekommt da wohl niemand mehr heraus... Ein Zigarettenautomat lag auch noch herum. Fragt sich, wer sich die Mühe macht, das in in den Wald zu schleppen...

Frühlingsshopping...

Der Frühling kommt. Schneeglöckchen und Krokusse blühen, die Sonne scheint und ich fange so langsam an, nach der Frühjahrsgarderobe zu schauen. Auch wenn ich momentan noch eher wie der Yeti aussehe, wenn ich das Haus verlasse – der Frühling kommt unweigerlich.

Und da auch die Zeit der Winterstiefel irgendwann in absehbarer Zeit vorbei sein wird, habe ich vor Kurzem schon einmal einen Blick in den Schuhschrank geworfen. Da ich ab und an gerne mit Sandalen oder Flipflops nach einem warmen Sommerregen durch Pfützen laufe und bei mir manchmal auch die normalen Alltagsschuhe für die eine oder andere spontane „Ich muss jetzt aber spontan in diesem Unterholz etwas suchen“-Aktion abseits der Wege herhalten müssen, überleben diese Schuhe bei mir, ehrlich gesagt, selten länger als eine Saison. Eher weniger. Meinen Sommerschuhen des letzten Sommers sieht man den Staub Berlins und meinen Spaß an Regentagen an.

Etwas Neues muss her und gleich ein kleiner Vorrat. Denn ich weiß daher aus Erfahrung: mitten im Sommer ist es dann schwer, etwa nachzukaufen, das alltagstauglich, schön und nicht zu bunt ist. Und womit ich auch nicht aussehe wie Tante Uschi.
Zumindest in meiner doch recht großen Schuhgröße, wird es irgendwann im Laufe der Saison schwierig, etwas zu finden, was diesen Kriterien entspricht.

Der frühe Vogel fängt also den Wurm und kauft am besten einen kleinen Vorrat. Nur einen kleinen, denn seit dem großen Aufräumen Ende letzten Jahres möchte ich nichts mehr ansammeln.

Ich gehöre nicht zu den Frauen, die gerne Schuhe shoppen. Damit gehöre ich vermutlich einer seltenen Spezies an. Denn eigentlich kennt man es ja anders. Freundinnen zeigen ihre Neuerwerbungen diverser (Online-)Shops auf Facebook und dann geht das große „Gefällt mir“-Klicken los. Mit einer Bekannten musste ich in Indien in jeden Schuhladen, denn so günstig würde sie nie wieder Schuhe kaufen können. Sie hatte ein eingebautes Schuhladen-Radar. Sie fand sie alle. Und es endete mit einer Menge von Schuhen, bei der der Rucksack überquoll. Mich wunderte, dass am Flughafen niemand nachfragte, ob wir einen Laden aufmachen wollen... Und als in Berlin eine Zeitlang ab und an ein temporäres Schuh-Outlet seine Pforten öffnete, soll es dort regelrechte Massengedränge gegeben haben. Es sollen sich Szenen wie früher, als es noch den klassischen Schlussverkauf gab, abgespielt haben. Ich war nie dort, die Berichte von Freundinnen reichten als Abschreckung aus. Ich bekomme da schon beim Gedanken daran hektische Flecken.

Komischerweise mag mein Sohn Schuhläden und berät liebend gern die Oma und seine große Schwester. Mir würde er auch mal Schuhe mit Glitzersteinen (bei ihm heißen sie „Glänzer“) empfehlen, aber nun ja...

Aber da ich natürlich auch nicht um den Schuhkauf herum komme, kaufe ich sie, wie nahezu alles andere auch, einfach online. Da muss ich nicht hinaus in einen Laden, mir viele Paare anschauen, die ich gar nicht mag oder am Ende feststellen, dass meine Größe überhaupt nicht vorrätig ist. Oder nur in einer Farbe, die inakzeptabel ist.

Wie jedes Jahr bin ich durch diverse Shops gezogen, habe viel angeschaut, immer wieder nicht das gefunden, was ich suche oder eben nicht in meiner Größe - und bin am Ende wieder bei Esprit gelandet, wo ich sowieso gerne Basics kaufe und für die ich ohnehin noch einen Gutschein vor ein paar Tagen im Briefkasten gefunden habe. Und wenn man dort durch die virtuellen Regale schlendert und eine Weile sucht, findet man dort auch alltagstaugliche Sommerschuhe und einfache Flipflops, die trotzdem nicht nach Schwimmbad aussehen. Solche sind es jetzt auch geworden. Der nächste Sommer samt Regen kann dann kommen...

Samstag, 21. Februar 2015

Der Telefonzellen-Klöppler

Es gibt Tage, da hat man das Gefühl, jemand habe an Bonnys Ranch die Tür offen stehen lassen und alle haben Ausgang... Die Quote an Verrückten in dieser Stadt ist immer recht hoch, aber an manchen noch höher...

Gestern haben wir eine lange Radtour durch den Süden Berlins gemacht . Von Grünau ging es rund um den Flughafen Schönefeld samt BER herum und schließlich nach Teltow und Lichterfelde.

In Grünau gibt es auffällig viele Betrunkene bereits vormittags um 10 Uhr an einem Wochentag. Ist das ein Zufall? Faschingsnachwirkungen? Oder einfach normal? Ein Mann kam uns entgegen und als er nicht koordinieren konnte, wie er uns ausweichen sollte und wir auch nicht um ihr herumfahren konnten, weil er hin- und hersprang, bekamen wir eine Schimpftirade vom Feinsten hinterhergerufen...

Später in Lichterfelde... Wir standen so herum und versuchten unauffällig etwas zu suchen. Eine Frau kam des Weges und sprach so laut, dass ich dachte, sie spricht zu uns. Erst dann sah ich das iPhone direkt vor ihrem Mund, in das sie hereinsprach. Dass sie uns irritiert hat, merkte sie wohl auch.
"Entschuldigung, ich war laut."
"..."
"Habt Ihr zwei Euro für mich?"
"Nein."
"Und einen Euro dann wohl auch nicht?"
"..."

Der erste Platz in Sachen "Irre Sachen machen" geht aber an einen jungen Mann in Zehlendorf.

Er stand an einer Telefonzelle. Hochkonzentriert starrte er die Tasten an. Ein Handy dazu in der Hand. Er nutzt weder Handy noch Telefonzelle. Aber er klöppelt mindestens 10 Minuten wie von Sinnen auf die Telefonzellen-Tastatur ein. Und klimperte in einer unglaublichen Geschwindigkeit. Geräusche, wie man sie von alten Schreibmaschinen kennt, waren zu hören. Er trollte sich irgendwann, kam noch einmal zurück, klimperte noch einmal los, um dann zu verschwinden.

Wunderlich, manche Leute sind einfach wunderlich.


Donnerstag, 19. Februar 2015

Kein Gedöns

Gestern habe ich bei Rossmann das hier entdeckt. Schampoo ohne Gedöns. Was zum Teufel...?!

Dienstag, 17. Februar 2015

Die Brücke von Tegel


Vor kurzem habe ich mal wieder einen sehr guten Platz zum Anschauen der Flugzeuge gefunden.



Wer öfter hier liest, weiß, dass ich schon viele Orte zum Planespotten gefunden habe:
  • die Aussichtsplattform natürlich - kostet ein wenig Eintritt, ist oftmals leer, aber schließt im Winter sehr früh
  • der Glasturm gegenüber dem Lufthansa-Shop im Hauptterminal. Es ist dort warm und trocken, aber der Nachtei ist: man ist hinter Fenstern, man kann eigentlich keine Fotos machen und man steht außerdem halt in einem Treppenhaus
  • an der Autobahn an der Meteorstraße (kein Ort für Kinder, es ist wirklich an der Autobahn!)
  • in der Jungfernheide in der Nähe der Bushaltestelle Maienwerder Weg. Dieser Ort ist aber nur zu empfehlen, wenn aus Richtung Spandau gelandet wird - starten die Flieger in Richtung Spandau (was sie meist tun), sind sie schon relativ hoch. Dafür kommt man hier sogar an den Zaun heran, wenn wichtiger Staatsbesuch kommt. Ich habe von dort einen recht guten Schnappschuss von der Air Force One gemacht, die zum Glück aus Richtung Spandau angeflogen kam.
  • Clous Corner auf dem Dach des Einkaufszentrums Clou - eine Dachbar mit Aussicht. Nicht so hip wie Dachbars in Prenzlauer Berg, dafür gibt es mehr zu sehen
  • das Parkdeck des Bauhaus-Baumarktes (ehemals Praktiker), dort sieht man die Flugzeuge gut von der Seite und man kann mit dem Auto direkt hierher fahren... und bei Regen einfach darin sitzen bleiben
  • man sieht Flugzeuge auch vom Strand des Flughafensee aus - allerdings schon ein Stück entfernt, aber dafür eben mit Strand 
Vor kurzem habe ich noch einen weiteren Ort entdeckt, von dem man eine gute Sicht hat und seeehr nah herankommt. Und zwar der Zaun direkt neben der Brücke. Die führt über den Tunnel an der Einfahrt zum eigentlichen Flughafen. Kennen sicher die meisten.

Man sieht dort nicht viele Flieger, sondern nur die, die über die "Brücke" fahren. Aber dafür kommt man so nah heran wie, zumindest meines Wissens nach, nirgendwo sonst. Durch den Zaun kann man auch Fotos machen, auch wenn die Maschen etwas nerven.

Um hierher zu kommen, geht man vom Flughafengebäude aus hinaus in Richtung Terminal C (Air Berlin-Terminal), dann über den Parkplatz und dann steht man vor einem Zaun. Und genau das ist der Zaun, der diese Brücke umgibt. Da kommen die Flieger entlang. Man kann auch als Fußgänger durch den Tunnel gehen und von der anderen Seite des Zauns schauen. Außer ein paar Kaninchen, die herumhüpfen, ist in der Gegend auch absolut nichts los.


Sonntag, 15. Februar 2015

Wenn es etwas Gutes gibt, muss man sich ranhalten.

 ... sagt Pippi Langstrumpf. Und genau an die erinnerte mich kürzlich ein Kind.

Zur Vorgeschichte. Wie ich schon einmal schrieb, habe ich seit einiger Zeit ein Ehrenamt in der Schul-Cafeteria. Die Kinder der Eltern, die dort mithelfen, können dann kostenlos essen. Das wird auch ganz gern genutzt, fast immer kommen die jeweiligen Kinder vorbei und holen sich eine Kleinigkeit. Die meisten erscheinen ganz kurz, schnappen etwas und ziehen weiter zur Pause. Wer will schon die Hofpause mit Mama verbringen...

Diese Woche aber schoss ein Kind den Vogel ab. Sie erschien schon vor dem Pausenbeginn. Und dann ging es los: Erst ein belegtes Brot, natürlich das mit dem teuersten, weil dickstem Belag. Kein Problem. Dann noch ein Pizza-Baguette. Ein Wrap. Würstchen mit Ketchup. Noch ein Muffin. Ein Stück Kuchen. Ein paar Kekse und zu guter Letzt wurden noch Reiswaffeln mit Schokoladenüberzug in die Brotdose gestopft. Die Mutter drückte ihr noch eine Flasche Saft in die Hand und einen Apfel in die Tasche des Sweatshirt.
Die ganze Zeremonie durch das gesamte Angebot dauerte geschlagene 45 Minuten.

Als das Mädchen wieder zum Unterricht verschwand, ging es los. Die Mutter fing an:
"Also... mir ist das ja gerade echt peinlich"
*och, ich fand das eigentlich ziemlich lustig*
"Ihr müsst wissen... wenn wir hier sind, dann kann ich ja nichts verbieten."
*?!*
"Denn zu Hause gibt es bei uns sowas nicht. Wir essen keine Süßigkeiten! McDonalds gibt es nicht! Pizza nur im Urlaub."
*Ach so, deshalb....*

Man kann es auch übertreiben.

Freitag, 13. Februar 2015

Waldgleis

Das hier habe ich ebenfalls in Oranienburg entdeckt: ein paar Gleise durch den Wald.

Bei Gleisen bin ich mittlerweile vorsichtig. Vor einiger Zeit wollte ich einen Geocache an einer ehemaligen (!!!) Bahnstrecke finden. In der Beschreibung stand auch "die Gleise sind nicht mehr aktiv". In einem Nachsatz stand da aber noch etwas, nämlich dass neben dem inaktiven Gleis auch ein noch genutztes ist und man von der richtigen Seite kommen soll. Habe ich glatt überlesen und als ich die Böschung hinaufkam, machte es "ZOSCH!" und ein Regio raste an mir vorbei. Hola die Waldfee!!

Seitdem bin ich vorsichtig. Neulich in Oranienburg war wieder ein Gleis. Mein Mann ging voran und ich fragte lieber zwei Mal, ob da wirklich kein Zug kommen könnte.

Aber als ich das sah, waren dann doch alle Zweifel beseitigt. Und so verschneit mit Baum sieht das richtig gut aus. Die Gleise gehören zur stillgelegten Strecke von Friedrichsthal nach Schmachtenhagen.