Dienstag, 16. September 2014

Einfach überlastet

Vor kurzem hatte ich die unheimlich tolle Idee, den Kita-Gutschein des Kleinen verlängern zu wollen. Von 4-5 Stunden auf 5-7 Stunden. Also auf das Minimum, das ab dem 3. Lebensjahr zusteht. Es gibt ein Anrecht darauf, unabhängig von Bedarfsprüfung und Einkommen. Das klingt so einfach.


Eigentlich wollte ich wegen der Gutschein-Erweiterung anrufen, aber man darf nicht anrufen, denn die Stelle sei so überlastet, dass Fragen per Telefon nicht möglich sind (greift man dennoch zum Hörer, kommt eine entsprechende Bandansage...).

Man könnte sich einen Termin in einigen Wochen holen und wegen dieser einfachen Frage 10 km hin und her fahren. Ohne Termin hingehen, ist auch nicht. Da man so überlastet ist, gibt es in Berlin in einigen Ämtern nur noch Bedienung mit Termin.

Emails werden auch nicht beantwortet, denn man ist überlastet.

Aber Anträge darf man per Email hinschicken. Das geht. Also habe ich das gemacht. Ausgefüllt und dazu geschrieben, dass ich nur den Mindestbedarf haben möchte, also der Einfachheit halber nix weiter beilege.

Da habe ich natürlich falsch gedacht. So einfach ist das natürlich nicht. Erstmal war 3 Wochen Funkstille. Dann eine Email.

Das gehe so nicht. Auch wenn ich den Mindestbedarf möchte, der einem ohnehin zusteht und der einkommensunabhängig kostenfrei ist, möchte man nun trotzdem ALLES prüfen. Ich soll alle möglichen Unterlagen einreichen. Man muss das prüfen. Denn wir hätten ja noch eine Tochter, die einen Hort besuchen würde und da müsse man mitprüfen.

In unseren Fall bedeutet es, dass wir auch gleich noch das Finanzamt belasten müssen, die unsere Einkommenssteuer des letzten Jahres noch gar nicht fertig geprüft haben (überlastet?) und die uns außerdem einen Nachweis der Selbstständigkeit (für 18 Euro übrigens) ausstellen müssten.

Und überhaupt...? Unsere Tochter geht in keinen Hort mehr, die neue Schule hat nicht einmal einen. Wir haben den Hortplatz in der Grundschule auch ordnungsgemäß gekündigt. Und was zum Teufel hat der Hortplatz (den wir ja nicht mehr haben) mit dem Gutschein des Kleinen zu tun? Ok, die wollen schauen, ob wir jetzt vielleicht dank mehr Betreuung so viel mehr verdienen, dass wir für den Hort mehr bezahlen müssen...aber wir haben gar keinen Hort mehr.

Und wieso darf ich diese KLEINIGKEIT mit dem Hort nicht einfach mit EINEM Satz per Telefon oder Email klären?! Denn vermutlich hängt da das Problem. Es könnte so einfach sein...Aber in der Mail stand klipp und klar "Sehen wir von Nachfragen ab, wir sind überlastet."

Ich habe denen jetzt aber trotzdem eine Email geschickt. Ich hoffe noch, dass jemand mit logischem Menschenverstand da sitzt und die Unsinnigkeit erkannt.

Donnerstag, 11. September 2014

Kanu, Schwan, Schuss...Ausflug nach Brandenburg

Gestern waren wir Kanu fahren. Gut, das Wetter war nicht perfekt, aber wenn man schonmal unter der Woche einen Termin gefunden hat, der passt und das Wetter nicht ganz nach Weltuntergang aussieht, fährt man eben doch los.

Es ging zum Langen Trödel, dem alten Finowkanal. Hier warteten 15 (!) nur mit einem Kanu erreichbare Geocaches darauf, gefunden zu werden. Und paddeln ist ohnehin immer gut. Man sieht die Gegend vom Kanu aus ganz anders, weil man so nah am Wasser ist. Man sieht Fische, Enten, Schwäne, mit Glück auch Biber und gestern sahen wir einen Eisvogel!!
(Übrigens: wenn man auf der Spree paddelt, sieht man ganz andere Dinge... wie tote Ratten, leere Brieftaschen und Röhrchen mit, vermutlich, Drogen als Inhalt.)

Der Kanu-Verleih sah, als wir ankamen, geschlossen aus, aber nachdem wir am Büro geklingelt hatten, bekamen wir schnell ein schönes Boot und waren in den vier Stunden, die wir unterwegs waren, völlig allein auf dem Kanal. Pro Stunde kostet der Spaß 5 Euro.

Vom Paddeln selbst gibt es keine Fotos. Nachdem mir vorletztes Jahr mein Smartphone in die Spree gefallen ist und es nur dank einer wasserdichten Hülle (für 3 Euro von einem bekannten Outdoor-Laden - und total häßlich, aber dicht) überlebt hat, bin ich vorsichtig geworden. Die Kamera blieb zu Hause und das Handy vorsichtshalber in der Box. 


Daher nur ein Foto vom Riesenschwan, der uns nach der Tour zum Auto folgte. Und dann mit seiner ganzen Familie den Weg blockierte.

In der Gegend ist ansonsten nichts los. Man erzählte uns, dass es nicht einmal mehr eine richtige Einkaufsmöglichkeit gibt. Nur diesen Laden. Sieht schön aus, aber die Puppe ist schon etwas spooky...


 Die Tour in Zahlen:
  • 10 km gepaddelt
  • Muskelkater komischerweise nur in einem Arm (?)
  • einen Hasen und einen Eisvogel gesehen, aber null Biber
  • einen Schuss gehört aus dem Wald, mitten am Tag!!




Sonntag, 7. September 2014

Ost-Ende

Vor kurzem waren wir am östlichsten Ende der Stadt. Das liegt nicht in Marzahn oder Hohenschönhausen, sondern am Flakensee. Das ist nicht weit weg von Erkner und Fangschleuse (da ist es wieder!!). Am Flakensee ist sogar eine Schleuse.

Und ein Campingplatz. Bei dem man den Eindruck hat, er sei irgendwie aus einer Zeitmaschine gekommen und nun dorthin gebeamt worden.

Kennt Ihr diese Klettergerüste auf dem Spielplatz noch? Man saß da immer oben auf den Ecken. Ich habe das, ehrlich gesagt, nie gemacht, da ich zu viele Leute kannte, die sich genau dabei den Arm gebrochen haben. Vielleicht darf man den Spielplatz deshalb heute nur noch mit Einverständnis der Eltern bespielen...



Ein alter ...,  ja, was ist das? Ein Wagen mit verdeckten Rädern? Ein langer Bungalow? Keine Ahnung.



Das Damenklo ist quietschepink. Immerhin, hier hat mal jemand Farbe in die Hand genommen und rosa ist für Mädels, das erkennt man vielleicht auch noch, wenn man einen ganzen Einkaufswagen mit Bierflaschen geleert hat. Ein solchen haben wir auch gesehen...



Direkt neben dem Campingplatz ist dieses ehemalige Bungalow-Siedlung (??). Alles ziemlich verfallen, einiges auch angekokelt und innen total vermüllt. Lustig sind die Sitzecken vor den Bungalows mit noch vorhandenen Blumenkästen mit Plastikblumen. Auch auf diesem Tisch steht eine Blume...





Unten am See kann man jede Menge Motorboote bewundern (mit Frauen, die wie Gallionsfigur vorne auf dem Boot herumliegen....) und Muscheln sammeln. Und Hunde mit knallrot gefärbten Irokesen sehen!! Da der Besitzer nicht so wirklich nett aussah, habe ich lieber kein Foto gemacht.



Der See ist schön, umwandern kann man ihn aber nicht:


Freitag, 5. September 2014

Zum Heulen?

Vor zwei Wochen ging das neue Schuljahr los... Neue Schule, entsprechend neue Lehrer, neue Mitschüler, alles neu. So weit, so gut, bisher läuft auch alles gut. Die letzten Wochen haben wir gefühlt täglich im Schreibwarengeschäft unseres Vertrauens etwas gekauft, weil in jedem Fach etwas anderes auf die "Mitbring-Liste" gesetzt wurde.

Aber was ich auf der Liste für Deutsch sah, irritierte mich. Taschentücher. Die Kinder sollen Taschentücher mitbringen. Das wurde dann auch kontrolliert.

Warum zum Teufel...? Ist das ein Ersatz für Löschpapier? Haben die Kinder überdurchschnittlich oft Schnupfen im Deutschunterricht (häh?)? Oder bringt der Unterricht sie zum Heulen? In der Oberstufe hätte ich in Mathe auch öfter mal ein Taschentuch gebraucht, um meine Wut über die Lehrerin ("Na, immer noch nicht verstanden? *blöd_grins*" ) gemischt mit Verzweiflung wegen der verdammten Kurvendiskussionen (die ich nie nie nie nie wieder brauchte) irgendwie wegzuschneuzen...Aber in der 5. Klasse fand ich eigentlich nix zum Heulen.

Tja, keine Ahnung, aber ich tippe fast auf letzteres, denn die Lehrerin ist auch sonst seltsam. Es gibt Ärger, wenn man die Füße bewegt, man darf nicht lachen, man muss immer geradeaus oder aufs Heft gucken, nicht umdrehen...Prinzipiell schon alles normal, kennt man irgendwie, aber so als Regeln ist mir das, glaube ich, während der ganzen Schulzeit nie explizit gesagt worden.

Mittwoch, 3. September 2014

Alles egal...

Es wird immer gebetet, man soll sparen. Fürs Alter. Damit man dann nicht arm ist. Es droht schließlich Altersarmut und im Fernsehen sieht man zu dem Thema immer alte Leute, die bei der "Tafel" anstehen. Diese Renter gibt es zweifelsfrei.

Wenn man ins Altenheim zieht, gibt es Vollverpflegung, die dann von der Pflegekasse plus Rente plus Unterhalt erwachsener Kinder plus, in vielen Fällen, von der Sozialhilfe übernommen wird. Wer gespart hat, bekommt natürlich nichts. Was ja auch verständlich ist. Erst aufbrauchen, dann ...

Aber die Preise für die Pflege sind der Hammer. Da geht jeden Monat ein Urlaub auf den Malediven drauf...All Inclusive...In nackten Zahlen: unsere Verwandten zahlen, bei Pflegestufe 2 und erhöhtem Pflegeaufwand (was das ist, kann uns niemand sagen...) gemeinsam knapp 3000 Euro/Monat aus eigener Tasche, da dort noch etwas drin ist. Die Pflegekasse zahlt für beide zusammen nochmals ca. 3000 Euro. Also fast 6000 Euro gehen für 2 Personen ans Heim. 3000 Euro pro Person.
Und das zahlen ja alle, in vielen Fällen halt übers Sozialamt. Der Preis ist an sich immer ähnlich für diese Form der Pflege.

Da sind Körperpflegeprodukte, Maniküre & Pediküre (ich hätte gedacht, das gehört zur Pflege? Nägelschneiden halt...?), Frisör und Ausflüge noch nicht mit drin. Apothekenrechnung und Telefonkosten sind auch noch einmal zusätzliche Posten.

Wer macht eigentlich die Preise? Müssen die so hoch sein? Ich finde es sehr viel für das, was man bekommt, vor allem angesichts des extremen Personalmangels.  Aber es kommt mir vor, als stelle man das nie in Frage, weil es in aller Regel offenbar nicht selbst gezahlt werden muss.

Letzte Woche hatten wir ein, sagen wir einmal, komisches Erlebnis, das mich zum Nachdenken gebracht hat.

Wir haben uns eine Demenz-WG angesehen, weil die demente Oma in dem jetztigen Heim, aus dem sie ständig verschwindet, vermutlich nicht mehr bleiben kann (eine Anfrage ans Amtsgericht, wie es weitergehen soll, läuft seit 6 Wochen). Wir suchen nun bereits nach Alternativen.  Die WG gehört zu einem staatlichen Träger, ist im Gebäudekomplex eines Heims und rechnet mit den Pflegekassen ab.

Der Mann bei der WG erklärte uns alles und nach langem Reden um den heißen Brei, sagte er uns, dass eine WG nochmals 2000 (!) Euro MEHR im Monat kostet. Als uns die Kinnlade herunterklappte, kam ein:
"Das bezahlt doch das Sozialamt! Ist bei 99,9% der Bewohner so! Wir richten uns nach dem, was die Sozialhilfe-Träger zahlen".

Heißt das übersetzt: "Wir setzen das Maximum an, weil...muss ja eh keiner aus eigener Tasche zahlen"...?
Ich weiß es nicht, klang nur so...

Und erinnerte mich an die Studien"beratung" in der Uni. Als ich dort im ersten Semester leicht verzweifelt aufschlug, weil 2 Pflichtkurse zur exakt gleichen Zeit lagen, so dass ich unmöglich beide besuchen konnte. Dazu meinte die Beratung:
"Bekommst du Bafög?"
"Nein."
"Na, dann ist doch egal, wenn du 2 Semester länger brauchst."

Samstag, 30. August 2014

Obama Care...

Manchmal können Besuche im Demenzbereich des Altenheims auch mal richtig lustig sein. So beispielsweise letzte Woche.

Ein mir völlig unbekannte Frau kommt freundlich auf mich zu. Ob ich mal ihr Zimmer anschauen will... Na eigentlich nicht, ich kann doch nicht bei fremden Leuten ins Zimmer gehen. Aber sie liess nicht locker. Ich soll mal Fotos der Enkel anschauen. Sie habe eine große Familie. Tatsächlich hängen ganz viele Fotos von ihren Kindern, Enkeln und Urenkeln in ihrem Zimmer. Auch viele Urlaubs- und Hochzeitsfotos. Sehr schön.

Ob ich mich nicht noch in ihr Gästebuch eintragen könne...
Sprach´s und hielt mir ein Buch unter die Nase, in dem schon viele unterschrieben haben. Ok, also gut. Hoffentlich kauft man mit dem Eintrag kein dreißigbändiges Lexikon...

"Übrigens, Obama kommt"... sagt sie mir und schaut zum Fernseher.
*Schon wieder?* denke ich noch, frage aber nicht nach.
"Obama kommt... Obama kommt" ging es die ganze Zeit. Und dann als Krönung: "Der macht hier heute die Nachtschicht!"...

Obama als Altenpfleger mitten in Berlin. Da bekommt Obama Care gleich eine ganz neue Bedeutung ;-)

Mittwoch, 27. August 2014

Urlaub 2014: Lalandia in Rodby, Dänemark

Meine Vorgabe in Sachen Urlaub lautete in diesem Jahr:
  • nicht weit weg und mit dem Auto erreichbar, weil ich nicht noch einmal den riesigen Kindersitz vom Kleinen im Flugzeug mitschleppen wollte, wie im letzten Jahr in Italien
  • kinderfreundlich
  • aber auch elternfreundlich, ich möchte nicht den ganzen Tag im Bällebad verbringen
  • Strand in der Nähe
  • nicht zu teuer, trotz Schulferien
Unterwegs...
Die Wahl fiel auf: Dänemark, genau genommen aufs Lalandia in Rødby. Es gibt Lalandia auch noch in Billund, also beim Legoland. Das wäre natürlich noch cooler gewesen, aber das heben wir uns noch etwas auf, bis der Kleine etwas älter ist. Und so war die Anreise nicht so weit.

Um das ganze etwas interessanter zu machen, sind wir hin und zurück leicht unterschiedliche Strecken gefahren. Hin ging es über Rostock und weiter mit einer sehr alten Fähre (die aber bald durch eine neue ersetzt wird). Highlight hier: die lustigen Schilder und das total windige Sonnendeck. Und ich frage mich: warum stand da eigentlich so viel Wasser im Deck für die Autos? Kommt da die Ostsee rein? Ich gestehe, ich habe mit dem Smartphone erstmal nachgelesen, ob nicht damals die Estonia unterging, weil die Ladeklappe abfiel und Wasser ins Autodeck kam...

Ich brauchte einen Moment, um zu verstehen, was "Russ Niederschlag" sein könnte.
Zurück ging es dann über Fehmarn. Dorthin war die Fährfahrt kürzer, dafür die Autofahrt erheblich länger. Die Fähre war neuer und moderner, sogar mit kleinen Spielplatz ausgestattet. Aber die Autofahrt im Anschluss nervte. Lübeck war noch ganz nett, wir haben uns mit Marzipan eingedeckt, aber Mecklenburg-Vorpommern auf der Landstraße ist mehr als langweilig. Einziges Highlight: immer wieder Kraniche entlang der Autobahn.


Bällebad!
Mein Mann war vor der Reise skeptisch. Er hatte Bedenken, dass Lalandia so eine Art Disneyland ist. Dass wir am Ende doch alle im Bällebad sitzen werden. Oder dass man nicht herauskommt und in so einer Art künstlichen Welt festsitzt. So etwas hatte uns mal jemand über Center Parks erzählt. Ob das überhaupt stimmt, weiß ich nicht, aber Lalandia ist jedenfalls im Endeffekt nur eine großen Ferienhaussiedlung mit angeschlossenem Spaßbad, Spielplätzen, Restaurants, Indoor-Eisbahn, künstlichem Skihügel, Bowling-Bahn...

Ich finde dieses "Schild" irgendwie sozialistisch...geht es nur mir so?
Im Preis für die Übernachtung sind Spaßbad und Indoor-Spielplatz (mit Rutschen, Lego, Softplayanlage und natürlich...einem Bällebad!) dabei. Eisbahn, Skifahren, Hüpf-Trampolin und die vielen Automaten-"Bespaßungen" kosten extra, aber das braucht man ja auch nicht wirklich. Und natürlich kann man raus ;-).
Man bekommt auch kein Bändchen an den Arm, sondern nur Eintrittskarten fürs Spaßbad und die Tobewelt namens Monkey Tonkey Island. Monkey Tonkey... es gibt dort überall eine große Affenfigur. Die läuft auch herum und ist auf den Postkarten.


Wir haben für 5 Übernachtungen 470 Euro gezahlt, ohne Verpflegung.  Die Unterkunft war ein schwedenrotes, kleines Haus mit Wohnbereich (samt Küche), kleinem Schlafzimmer und Dachboden mit 2 Matratzen. Offiziell ist das Haus für 4 Personen ausgelegt. Für unsere Konstellation - 2 Erwachsene, 1 Kind im Schulalter, ein Kleinkind - war es in der in der Tat perfekt geeignet. Für 4 Erwachsene geht das mit dem Dachboden mit den Matratzen gar nicht. Und der Dachboden ist für Kinder erst ab dem Schulalter etwas, die Treppe ist steil und echt hoch. Der Kleine ist zum Glück noch so klein, dass er sich durch die Kindersicherung an der Treppe vom Erklimmen abhalten liess, wenn auch unter großem Protest. Ich denke, in einem Jahr würde das mit der Kindersicherung nicht mehr klappen....

Der Weg nach oben...

Die Häuser sind modern eingerichtet, es gibt einen Fernseher, der an deutschen Sendern aber nur ZDFneo bietet (aber ok, ZDFneo find ich persönlich super!). WLAN gibt es gratis. Zum Haus gehörte auch eine Terasse samt Schuppen (praktisch!) und nordischen Holzmöbeln. Manche hatten dort auch einen Grill. Wir nicht, wir hatten nur ein Cricket-Spiel (??).
Erstaunt hat mich, dass die Auslegware im Haus so gut aussah. Keine Flecken, nicht abgelaufen, nichts.

Positiv: Kinderstühlchen und Kinderbett sind ohne Aufpreis einfach vorhanden gewesen. Einen Hochstuhl hätten wir eigentlich nicht mehr gebraucht, war aber doch ganz praktisch. Das Bett war etwas schmal, aber sonst ein normales, gepflegtes Kinderbett aus Holz. Kein Vergleich zu dem uralten ollen Stoff-Reisebettchen, das wir letztes Jahr in Italien für unfassbare 10 Euro/Nacht kaufen mieten mussten.

Essen gibt es, wie gesagt, wahlweise in den Restaurants vor Ort, aber das ist ziemlich teuer oder aber man kocht selbst. Herd und Ofen sind vorhanden, Kühlschrank und Geschirrspüler ebenfalls.Und Aldi und Lidl in der Nähe. Dänemark ist teurer, aber im Discounter sind die Preise ok. Fürs Frühstück hat das Hotel einen Bäcker im Hotelsupermarkt.


Der Strand ist 200 m entfernt und man muss nur durch die Ferienanlage laufen. Man muss keine Straße überqueren, sondern nur durch viel Grünstreifen laufen, den Deich rauf und wieder runter und schon ist man am (leicht steinigen) Sandstrand. Prima, gerade mit Kindern. Wäre doch nur nicht an 4 von 6 Tagen Sturm gewesen...

Wellen, Sturm und Regenwolken

Aber es gibt ja das Spaßbad. Mein persönliches Highlight. Die Tarnumhänge des Rutschen-Turms sind zwar irgendwie eigenwillig, aber sonst ist das Bad toll. Wellenbad, mehrere Whirlpools, Strudelliegen, ein Strudelkanal (oder wie auch immer man es nennen will) und Rutschen...

getarnt!

Es gibt: eine harmlose Röhrenrutsche, die man auch mit Kleinkindern problemlos rutschen kann. Dann die "Bergbahn", eine erst offene, dann geschlossene Rutsche, bei der man schon etwas ins Schlingern kommt, aber die man auch noch mit Kind auf dem Schoss rutschen kann. Dann die Highspeedrutsche, die man definitiv nicht mit Kind rutschen sollte, zumindest nicht,wenn man als Erwachsener mehr als, sagen wir mal 70 kg, auf die Waage bringt. Denn dann kommt man unten mit so viel Schwung an, dass man definitiv im Wasser komplett versinkt. Wasser in der Nase inklusive. Die Röhrenrutsche mit Lichteffekten ist dagegen wieder fast harmlos und außerdem mit den bunten Lichtbögen so richtig schön.

Das Ende der Highspeed-Rutsche
Auch zwei Reifenrutschen sind vorhanden. Die Tornado-Rutsche, bei der man zwischendrin in einem großen Kegel landet, hat es in sich. Zumal man kurz auch mal mehr oder minder im freien Fall rutscht und aufpassen muss, nicht den Reifen zu verlieren...

Viel Spaß macht auch die Wildwasserrutsche, bei der man letztenendes nur so mitgerissen wird von der Strömung. Man sollte sein Bikini-Oberteil festhalten, denn das geht beim letzten Schwung ins Wasser sonst verloren. Wirklich. Ich glaube, der Bademeister, der diese Rutsche bewacht, hat viel Spaß...

Das Ende der Wildwasser-Rutsche...
Im gesamten Lalandia gibt es überall kleine Spielplätze, der große Hauptspielplatz ist neben dem Monkey Tonkey-Indoorspielplatz und wirklich sehr schön gemacht. Neben lauter neuen Spielgeräten, gibt es auch einen Kettcar-Parcour und einen Goldwäscher-Bereich. Wer 15 kleine Stückchen Metall findet, bekommt eine Medaille...mit Affen drauf. Natürlich...

Reifenrutsche von außen

Im Lalandia gibt es auch noch Minigolf, kleine Zelte zum Spielen, einen Basketballplatz...Fahrräder kann man ausleihen. Und es gibt Ziegen in einem großen Gehege zum Hineinklettern. Auf einem Schild wird man darum gebeten, nett zu den Ziegen zu sein. Die Ziegen sind aber teilweise nicht so nett zu den Kindern. Da kann man schonmal ein Ziegenhorn abkriegen!

Ziegen in der Morgensonne
Und was wirklich positiv aufgefallen ist: alle waren so entspannt. Selbst Mütter mit 2-3 Kindern unter 3 wirkten ALLE tiefenentspannt. Woran liegt es? Daran, dass Dänemark kinderfreundlicher ist als Deutschland und die Kinder im Lalandia dauerbespaßt werden? Ich weiß es nicht, aber ich fand das sehr angenehm.

Affen-Eis!
Aber kaum waren wir auf dem Heimweg nach Deutschland, war direkt auf der Fähre eine Familie, wie man sie so oft auch hier in Berlin trifft. Auf der Fähre auf dem kleinen Spielplatz. Mutter mit drei Kindern, einem Mann dazu, der aussah wie die Bioladen-Väter aus dem Prenzlauer Berg und mit schwäbischem Dialekt. Kinder namens Linus, Liesl (!) und Honey-Bunny (!!). Zumindest rief die Mutter das. War da nicht mal was...Pulp Fiction...? Kann das sein?

Jedenfalls ging es ununterbrochen:
"Honey-Bunny, willst du etwas trinken?"
"Honey-Bunny, willst du einen Reiskeks?"
"Honey-Bunny, lass mal das Mädchen rutschen"
"Das Mädchen möchte rutschen!"
(ich glaube, ich kaufe meinem Sohn demnächst ein "Ich bin KEIN Mädchen"-Shirt...)
"Honey-Bunny, nicht schaukeln, das ist gefährlich!" (??)
Ahhhhhhhhhhhhhhhhhhhh.......
Zum Glück gab es als alternativen Aufenthaltsort ein Sonnendeck mit lächelnden Tischen. Mit Aschenbecher-Nase...



Unser Fazit: ein schöner Urlaub. Vor allem mit Kindern ist es super, es kommt keine Langeweile auf, weil Spaßbad und Indoorspielplatz lang genug offen haben (Spielplatz sogar bis 21 Uhr), um den ganzen Tag Abwechslung zu bieten. Und es sind entspannte Familien dort.
Es war der erste Urlaub, in dem nicht irgendwann ein "mir ist langweilig!" kam und trotzdem saßen wir nicht den ganzen Tag im Bällebad, sondern haben auch noch die Gegend gesehen. Die ist allerdings, ich gebe es offen zu, auf Lolland nicht so wirklich abwechslungsreich. Deich, Meer, Felder, Pferde... aber ganz viele Geocaches ;-)

Der Urlaub in Zahlen:
  • 6 Tage
  • Windstärke 8 and 4 Tagen
  • über 80000 Schritte gelaufen - sagt zumindest der Schrittzähler im Smartphone
  • 1 Frosch gesehen
  • unzählige Kraniche
  • 0 Wildschweine :-D
  • ca. 70 Geocaches gefunden

Sonnenschein :-)

Montag, 18. August 2014

Ausflug: Belantis - oder: von Gewittern, Pannen und Achterbahnen

Vorletzte Woche waren wir im Belantis, dem einzigen Freizeitpark in Ostdeutschland. Südlich von Leipzig gelegen, also nicht ganz um die Ecke von Berlin aus. Berlin hat ja bekanntlich keinen Freizeitpark mehr und das, was davon übrig war, ist seit dieser Woche auch noch teilweise abgefackelt.

Wie dem auch sei, wir hatten beim Familienpass einen Tagesausflug ins Belantis gewonnen, samt Busfahrt und Verzehrgutschein in Höhe von 5 Euro (womit man nicht weit kommt, aber trotzdem sehr nett). Um 7:45 Uhr ging es los, mit gleich 2 (!) Doppeldecker-Bussen wurden die zahlreichen Teilnehmer des Gewinnspiels in Richtung Leipzig gekarrt.

Man hätte auch mit dem Rad anreisen können...

Ich war schon lange in keinem Freizeitpark mehr. Seit der Spreepark nicht mehr ist, müsste man immer weit fahren, um zu einem Park zu gelangen. Hinzu kommt bei mir eine Art "Freizeitpark-mit-Bus-Reise-Trauma". Als ich ca. 12 Jahre alt war, haben meine Eltern  einen Tagesausflug mit dem Bus in den Heidepark Soltau gebucht. Die Freude war groß. Noch größer war dann leider der Stau auf der Autobahn, so dass wir erst nachmittags ankamen, ein wenig durch den Park liefen, dort abermals lange Staus an Fahrgeschäften anschauten und dann schon wieder zum Bus nach Hause mussten. Grandios... Ich war seitdem nie wieder im Heidepark.

Letzte Woche lief es auf dem Weg nach Leipzig besser. Auf der Autobahn war zwar ein Laster umgekippt, aber der kostete uns nur 30 Minuten. Neben uns saß eine Familie, deren Kind, ca. 2 Jahre alt, die gesamte Fahrt über durch ihren Schnuller hindurchsang: "Atemlos...durch die Nacht...". Goldig! Wirklich. Dabei mag ich Helene Fischer gar nicht.

Vor Ort angekommen, war ich erstaunt. Ein leerer Parkplatz. Und der Eingangsbereich sah aus, als habe er etwas Farbe durch Sonneneinstrahlung eingebüßt. Nachdem wir dann endlich im Park waren, fanden wir uns in einer Art Empfangsbereich wieder, der aussah, wie das Shopping-Outlet bei Berlin. Wie eine künstliche Stadt. Typisch Freizeitpark eben. Hier gab es auch Toiletten und die Möglichkeit, Taschen einzuschließen (Kostenpunkt: 1 Euro, kein Pfand).

Die Schließfächer sind relativ klein. Ein Rucksack passt hinein, aber einige aus unserem Bus hatten Rollkoffer (!!) dabei. Die konnten sie dann durch den Park rollen. Was war da nur drin? Fresspakete für die nächsten Wochen, falls es einen riiiiesigen Stau gibt?

Und dann ging es los... Ich hatte vorab schon gelesen, dass der Park ein paar Probleme mit der Bepflanzung habe - aufgrund des früheren Braunkohleabbaus in der Gegend. Ok, das kann ich schon verstehen, aber wächst da jetzt wirklich nur Hainbuche, etwas Rasen und noch ein mir unbekannter Bodendecker? Ein paar mehr Pflanzen, gern auf etwas sommerlich blühendes, hätte den Park hübscher gemacht.

Eigenwillig: diese singenden Steine, die überall am Wegesrand stehen und leise dudeln.


Eigenwillig ist auch die Wegführung. Teilweise sollen die Besucher bewusst in Schlangenlinien durchs Gelände gelotst werden. Was passiert? Es entstehen natürlich Trampelpfade auf dem geraden Weg, teilweise mitten durch Hecken. Da hilft auch ein "Wir wollen wachsen!"-Schild vermutlich nicht viel.

Auch die Tatsache, dass man irgendwann, wenn man den Wegen folgt, im Dorf der  Apatschen (pitschpatsch...ja,  sie schreiben es so und ja, ich weiß, man kann das auch so schreiben, aber es sieht komisch aus) feststeckt und dann den ganzen Weg wieder zurückmuss, finde ich komisch. Uns hat es sicher 30 Minuten gekostet, eh wir gemerkt haben, dass wir da einfach nirgendwo weiterkommen und einen langen Weg um den ganzen See, der mittig im Park ist, noch einmal herumlaufen müssen.


Im Endeffekt hat Belantis drei Hauptattraktionen. Die Loopingbahn Huracan, die mit 5,5 g und 5 Überschlägen die heftigste Achterbahn Deutschlands sein soll. Die Wildwasserbahn Fluch des Pharao, die dank Aufzug (!) richtig hoch ist und die Achterbahn Drachenritt. Auch das Karussel Ikarus, bei dem man in sehr luftiger Höhe, selbst mit den Armen rudernd Überschläge machen kann, ist cool.
Ansonsten gibt es viel bekanntes, von der Schiffsschaukel, einem Karussel, das einen auch in luftige Höhen hebt bis zu Kinderkarussels. Von denen gibt es aber wenige.


Es wird relativ vieles freizeitpark-untypisches angeboten, also nicht nur Fahrgeschäfte, sondern ein Heckenlabyrinth, Indianerzelte, Kanus, eine Art kleiner Bauernhof mit Ziegen (?), Spielplätze, ein Waldlehrpfad... Das sind alles an sich schöne Sachen, aber ich denke nicht, dass jemand dafür in einen Freizeitpark kommt. Da möchte man für sein hohes Eintrittsgeld so viele Fahrgeschäfte wie möglich nutzen.  Entsprechend leer waren diese Attraktionen, die wie Lückenfüller wirken.



Was mich gewundert hat, war, welche Fahrgeschäfte schon für relativ kleine Kinder erlaubt sind. Die Achterbahn Drachenritt ist mit 70 km/h und einer Höhe von 18 m nicht gerade eine Kirmes-Achterbahn. Meine Neunjährige wurde kurz blass um die Nase und ich fand die Fahrt auch nicht ganz ohne. Diese Bahn war jedenfalls ab 4 Jahre. Hola die Waldfee, segeln die da nicht raus?

Was mich auch wunderte: es gab an dem einen Tag mehrere technische Pannen an Fahrgeschäften.  Erst ging das Karussel, das einen in beachtlich luftige Höhen bringt, nicht mehr, dann gingen beim nächsten Fahrgeschäft die Sicherheitsbügel nicht mehr auf (naja, besser als umgekehrt...). Während die davon Betroffenen da feststeckten, zog ein Gewitter auf. Perfekt. Ein Mann fluchte, dies sei seine vierte Panne an einem Tag. Wie gesagt, wir bekamen nur zwei mit, was mir aber auch schon viel vorkam.



Gegen aufkommenden Hunger gibt es Fastfood in Form von Hamburgern. Oder Fastfood als Chicken Nuggets. Oder Fastfood - Pizza. Oder Fastfood-Schnitzel. Oder man isst Waffeln. Die Preise fürs Essen sind natürlich freizeitparktypisch etwas höher angesiedelt. Waffeln für 2 Euro sind ok, Hotdog für 3,50 Euro finde ich schon recht happig. 500 ml Fanta für 3,80 Euro dann schon eher Wucher.

Das Personal ist überwiegend nett und legt, genau wie die meisten Besucher, einen (für meine Ohren) lustigen Dialekt an den Tag. Da fällt mir immer wieder der Satz ein:
"Wie bestellt ein Sachse in New York einen Weihnachtsbaum? - A Tännsch`n, please!" ;-)
Aber ick jeb´s ja zu.. berlinern klingt och nich scheen.

In der Gegend wird übrigens die brandenburger Bicolore noch getoppt. Man trägt hier die sächsische Tricolore auf dem Kopf - Haare dreifarbig! In Orange, rot und lila!! Und dazu rote Strumpfhosen zu knielangen Jeans. Leider kann man die Glitzersteine nicht erkennen...



Ach ja, und noch etwas: beim Fluch des Pharao sollte man sich keinesfalls von der kurzen Warteschlange vor der Pyramide täuschen lassen. Das geht in einer Art "Innenhof", wenn man durch die Pyramide ist, weiter mit dem Anstehen. Ich stand da geschlagene 30 Minuten, konnte aber wegen des bereits hinter mir gelassenen Drehkreuzes auch nicht mehr weg. Das wäre nicht so schlimm gewesen, hätte ich nicht meine Tochter, die für die Wasserbahn wenige Zentimeter zu klein war,  mit einem "bin gleich wieder da, warte mal hier!" draußen gelassen hätte. Zum Glück war sie die Geduld in Person und hat fröhlich gewunken, als ich dann endlich in dieser Bahn saß... Trotzdem...Mein Adrenalinspiegel war durch das "Mist, sie ist unbeaufsichtigt auf völlig fremden Terrain - gibt es hier Bösewichte, Wespen oder die Möglichkeit eines Sonnenstichs?!" vermutlich mehr gestiegen als dann bei der Wasserbahnfahrt...

Am Ende des Tages waren wir mit (fast) allen Fahrgeschäften einmal gefahren, wir haben uns auch im Labyrinth verirrt und sind Kanu gefahren. Schade war, dass es, obwohl es eher leer war, eben doch einige Warteschlangen gab. Warum Wagen der Achterbahn und auch der Wildwasserbahn ständig halbleer fuhren bei dem Andrang, erschloss sich mir nicht. Aber klar, jeder will vorne sitzen...

Alles in allem ein schöner Ausflug, einige gute Fahrgeschäfte, aber irgendwie habe ich den Eindruck, dass Freizeitparks früher voller waren mit Attraktionen. Oder ist das wieder so eine verschobene Wahrnehmung, weil man sich an Sachen von "früher" anders erinnert?