Freitag, 24. Oktober 2014

Görli, Görli


Es gibt eine Geoache-Serie, die einem die alten Bahnhöfe Berlins zeigen soll. Teilweise gibt es die Bahnhöfe heute noch (wie den Schlesischen Bahnhof, der nun Ostbahnhof heißt), teilweise nicht mehr. Zu der Serie gehört auch der ehemalige Görlitzer Bahnhof, auf dessen Gelände nun der Görlitzer Park ist. Lange habe ich mich hin hingewagt, aber letzte Woche dann doch und so ging es in den Park zum Bahnhof.

Görlitzer Bahnhofsschienen

Ein Park, den ich wirklich noch nie betreten habe. Es eilt ihm schließlich ein übler Ruf vorraus. Daher kenne ich den Park zwar "von außen", aber bin noch nie hinein gegangen. Allein habe ich mich auch diesmal nicht getraut, mein Mann musste mitkommen.

Es war Freitag. Die Sonne schien. Es war um die Mittagszeit. Nachdem wir geparkt hatten, suchten wir einen Eingang zum Park. Es stank auf dem Weg nach Müll und Erbrochenem. Zwei Ratten sprangen über die Straße.

Der Eingang war schnell gefunden. Wir standen vor einem Restaurant/Café mit überwiegend bayrisch anmutender Karte, die gut klang (unser Versuch, dort Mittag zu essen, war leider nicht von Erfolg gekrönt - wir wurden so lange ignoriert, bis wir gegangen sind).Das Gebäude war noch direkt als ehemaliges Bahngebäude erkennbar.

Gleich dahinter der 1998 gebaute und direkt wieder geschlossene (!) Pamukkale-Brunnen, der das Klima Berlins nicht aushielt und nach wenigen Wochen zerbröselte ... Heute ist es eine Ruine. Mosaike aus Kronkorken sind an den Brunnenresten vorhanden und sehen richtig gut aus.
Fotos habe ich nicht gemacht. Zu kritisch wurde ich beäugt von einigen Leuten, die anscheinend in dem Park ihrem Geschäft nachgehen und die vermutlich nicht als Statist auf Fotos erscheinen wollen.

Direkt an dem Restaurant hat jemand ein Schild mit der Aufschrift "Keine Dealer - der Park gehört den Kindern" aufgehängt... 

Kinder habe ich so gut wie keine gesehen und die, die ich sah, lagen in Kinderwägen. Herumgerannt ist keins. Spielplätze sind vorhanden, ein Kinderbauernhof auch, aber genau wenn man durch den Park dorthin will, muss man einen Weg entlang, an dem ungelogen mindestens 50, eher mehr, Dealer standen. Von überall kam ein "sch, sch..." angeflüstert. Mich erinnerte das an die Sesamstraße..."Sch...sch...willst du ein E kaufen?? Pssst..."

Unsicher fühlte ich mich nicht wirklich. Es soll aber 500 (!) Raubüberfalle in 5 Monaten in dem Park gegeben haben. Also...ich empfehle das Spazieren in dem Park nicht zum Nachahmen, zumindestens nachts würde ich hier wirklich nicht hingehen. 

Im ganzen Park erkennt man die Reste des ehemaligen Bahnhofs. Man sieht noch alte Lagerhallen. Eine ehemalige Fußgängerunterführung liegt nun direkt auf der Wiese und wirkt dort etwas deplatziert. Mit Phantasie erkennt man den Ort der ehemaligen Drehscheibe, auf der einst Loks rangiert wurden. Da ist jetzt ein ganzer Berg aufgeschüttet. Man könnte rodeln, wenn es (echten...) Schnee gäbe. Aber so hat man eine ganz gute Aussicht.


Fernsehturm mit Görlitzer Park davor...


Und schließlich führen Schienen bis nach Treptow. Spannend. Hätte ich mal wieder sonst nicht gesehen. Weil ich mich nicht in den Park getraut hätte.

Am Ende wurde es ein langer Spaziergang, immer den Bahndamm des ehemaligen Görlitzer Bahnhofs entlang - und nun weiß ich endlich, wie man auf die Brücke an der Elsenstraße kommt. Ich habe mich schon immer gefragt, wo die Leute herkommen, die da oben über der Straße entlang laufen.

Ein interessanter Spaziergang. Aber ganz ehrlich, den Park werde ich wohl nicht noch einmal besuchen.

Endstation

Dienstag, 21. Oktober 2014

Höhenangst im Kraftwerk

Gestern war ich im Rahmen eines Geocaching-Events bei einer Führung durch das Kraftwerk Reuter West in Siemensstadt. Man kann diese Führungen für Gruppen aller Art buchen. Typischerweise gehen wohl Schüler-und Studentengruppen hin, aber man es kann offenbar auch für alle anderen Gruppen buchen. Es kostet für die Besucher nichts und ist lohnenswert.

Das Kraftwerk kennen vermutlich die meisten Berliner. Steht man in Tegel am Flughafen, sieht man es sehr gut.

Kühlturm

Nachdem wir viel über Klimawandel und CO2 gehört haben (und wie man seinen CO2-Fußabdruck verkleinert) und uns erklärt wurde, wie das Kraftwerk funktioniert, ging es auf einen Rundgang durch das riesige Gelände, auf dem ich rasch nicht mehr wusste, wo ich eigentlich gerade bin.

Regips-Herstellung aus Asche
Vorab hatte ich irgendwie schon befürchtet, dass es bestimmt auch nach oben geht. Meine bessere Hälfte hatte geschworen, dass dem nicht so sei. Er hatte schon einmal eine Führung gemacht und das sei alles harmlos gewesen. Tja...und dann ging es in den Aufzug... 69 Meter hoch und dann standen wir vor dem hier:

Gitterboden
Gitterroste! Man konnte durchgucken bis nach unten. Und das wo ich doch so dolle Höhenangst habe, dass ich nicht mal auf Kirchtürme steige. Gitterroste! Hilfe...! Dazu Geländer, die sooo viel Platz boten, um theoretisch da drunter durch zu fallen. Dazu sagte der Mann vom Kraftwerk auch noch, dass man da schon hindurchfallen könnte und dass die Geländer auch nur angeklickt seien. Man soll sich bitte nicht anlehnen. Zwischendurch immer noch Treppen, durch die man durchschauen konnte. Echt nichts für mich...

Nicht meine Füße...ich stand 10 m weit weg..
Einfach nicht mitgehen, war keine Option, denn die Führung ging weiter, quer übers Dach (das dann schon wieder harmlos war, denn es gab festen Boden unter den Füßen und eine nicht nur angeklickte Brüstung).




Auf dem Heimweg meinte mein Mann, dass er beim letzten Besuch auch da oben war. Aber die Gitterroste seien ihm gar nicht aufgefallen...

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Allein, allein...und die Tasse von Tegel

Was macht man, wenn man einem Mittwochvormittag am Flughafen Tegel ist, um einen reisenden Teddy zum Abflug zu bringen und danach noch Zeit übrig hat? Natürlich auf die Aussichtsplattform gehen. Viel los war nicht, zumindest nicht auf der Plattform, ich war schlichtweg ganz allein!

Und wer hat seine Tasse auf dem Dach (!!) vergessen?

Hopp Schwiiz!

Keiner da...

Austrian Airlines

Tower von Tegel, im Hintergrund der Fernsehturm

Hier war viel los...

Tasse!

Dienstag, 14. Oktober 2014

Die Krähen und der Rollrasen

"Der Rollrasen ist aber komisch verlegt worden... der sieht so zerhackt aus."... sagte ich beiläufig zu meinem Mann, als wir am Tempodrom vorbeispazierten.

Minuten später sahen wir den Grund für die Zerstörung. Die Krähen rollen den Rasen wieder auf:


Montag, 13. Oktober 2014

Kaffee-Stau

Den gesamten letzten Sommer war die Familienfarm in Lübars geschlossen. Nun ist sie wieder offen, hat einen Betreiberwechsel hinter sich und ist teilweise verändert worden.

Statt Kühen gibt es nun ein Feld mit Gemüse, das im Hofladen verkauft wird. Es gibt deutlich weniger Kaninchen - ein Schild weist darauf hin, dass welche an Überfütterung gestorben seien. Den Emu scheint es nicht mehr zu geben, oder wir haben ihn übersehen. Dafür gibt es nun ein Heu-Kino, in dem man Filme schauen kann. Das Ziegengehege war leer, aber die Pferde sind noch da. Das Restaurant wurde verändert, ist heller und moderner geworden und hat nun eine Terrasse. Mit Buddelkasten nebendran für die Kleinkinder. Und jede Menge fahrbare Untersätze für die Kleinsten.

Mit anderen Worten: das hier ist jetzt ein wenig wie PinkePanke, zumindest was die Orientierung an die Zielgruppe Kleinkinder angeht.

Die schöne neue Terrasse war am Wochenende recht gut besucht. Es war allerdings auch nicht übervoll. Es war kein "Drachen-Steige-Wetter" und auch keine 25°C. Also, da ist in Sachen Besucherzahlen bestimmt noch Luft nach oben.

Aber am Tresen war bereits Land unter. Nachdem niemand an unseren Tisch kam, um eine Bestellung aufzunehmen, ging ich hinein. Früher, beim alten Betreiber, konnte man am Tresen einfach Kaffee und Kuchen bestellen.
Gestern schmetterte mir ein: "Ich kann doch nicht zwischendurch Kaffee machen, die Tische gehen vor!" entgegen. Ok...Tschuldigung...

Also bat ich draußen eine Kellnerin, ob sie zu unserem bisher unbeachteten Tisch kommen könnte, wir hätten gern Kaffee und Kakao. Das gehe gerade nicht, war die Antwort. Es sei Bestellungsstopp. Wegen Überfüllung. Sie käme bald.

"Bald" ist ein recht unkonkreter Begriff. 45 Minuten gingen ins Land. Also fragte ich erneut nach, ob man denn jetzt bestellen könnte. Nein, immer noch nicht.

?!!!!

Ich habe dann zumindest für die Kinder Getränke aus dem Rucksack geholt und auf dem Tisch verteilt. Von zu Hause mitgebrachte Schokolade und Waffeln dazu. Hat auch keinen gestört. Und ich glaube, wir kommen künftig lieber unter der Woche her...

Sonntag, 12. Oktober 2014

Und noch ein Bunker

Ruinen-Woche in meinem Blog...

Momentan entdecke ich eine Ruine nach der anderen. Oder komme an mir schon bekannten Ruinen vorbei und mache Fotos. Letzte Woche war ich mal wieder in der Schönholzer Heide. Mir wurde geflüstert, dass der alte Bunker, ein Teil des Zwangsarbeiterlagers aus dem 2. Weltkrieg, offen sei. Gruseligerweise hieß das Lager damals auch noch inoffiziell "Luna-Lager", benannt nach der Vergnügungspark (!), der zuvor auf dem Gelände war.

Es ist ein Betonbunker, der normalerweise fest verschlossen ist. Zugeschweisst, so richtig fest zu. Aber irgendjemand öffnet ab und an mal den Zugang. Und dann kann man hineinschauen.

Man könnte auch hineinschlüpfen (und hoffen, die schweissen nicht genau in dem Moment, in dem man da drin ist, wieder eine Platte vor den Eingang...) und sich umsehen. Ich habe es nicht getan. Der Bunker ist sehr vermüllt und es riecht heftig nach Schimmel. Fledermäuse habe ich keine gesehen (ab dem 1. Oktober ist offiziell Winterruhe der Fledermäuse, Bunker und ähnliche Gebäude dürfen nicht betreten werden).

Interessant finde ich übrigens diese Gewölbe-Bauweise innen und hätte eigentlich gern gewusst, wie es da weitergeht.

Es ist wohl geplant, den Bunker für Besucher zugänglich zu machen. Ich bin gespannt. Wobei der Bunker dann natürlich diesen Lost Place- Charakter verliert. Aber vielleicht auch den Geruch.









Freitag, 10. Oktober 2014

Noch mehr Ruinen

Bei Mühlenbeck habe ich noch mehr Ruinen gefunden. Und bei diesen Ruinen, es sind mehrere Gebäude, frage ich mich, was das einmal war. Sie sehen zu neu aus, um aus der Zeit vor der Wende zu sein. Denn dann würde doch sicher noch mehr Natur hierher gewuchert sein, das Dach inzwischen löchrig und Bäume auf den Balkonen...oder? Oder ist es doch ein Gebäude aus den 80er Jahren?

Ich weiß es nicht. Ich habe auch beim Googlen nichts brauchbares gefunden. Wenn man durch die Fenster schaute, sah man im Erdgeschoss eine Art Hotelrezeption. Vor einem Fenster lag eine recht neumodisch aussehene Heizung...







Mittwoch, 8. Oktober 2014

Bunker im Wald und eine Ruine

Während ich am Samstag mit den Kindern auf die grüne Party geraten bin, war mein Mann unterwegs in den Wäldern um Mühlenbeck. Oder eher darunter. Wie so oft lockte ein Geocache in die Gegend.

Das verfallene Schloss mit seiner spannenden Geschichte kannten wir schon. Es sieht schon am Tage gespenstisch aus. Wie die Ruine mit den Fledermäusen im Turm und dem See vornedran bei Nacht und Vollmond aussieht, möchte ich vielleicht lieber gar nicht wissen. Vermutlich wie direkt aus einem Horrorfilm.



Das Schloss ist aus dem 18. Jahrhundert und wurde vor der Wende von der Stasi als Gästehaus genutzt. In der Umgebung des Schlosses gibt es einige Bunker im Wald, die, wenn ich es richtig gelesen habe, aus den späten 70er oder 80er Jahren stammen dürften.

Die Bunkeranlage war, wie man auf den Bildern sieht, erstaunlich aufgeräumt. Es handelt sich wohl um die ehemalige Ausweichstelle des MfS und eine Kommunkationszentrale. Hier findet man ein paar Infos zu der Anlage.

Kann jemand hier Russisch? Was steht auf dem braungelben Bottich?