Samstag, 30. August 2014

Obama Care...

Manchmal können Besuche im Demenzbereich des Altenheims auch mal richtig lustig sein. So beispielsweise letzte Woche.

Ein mir völlig unbekannte Frau kommt freundlich auf mich zu. Ob ich mal ihr Zimmer anschauen will... Na eigentlich nicht, ich kann doch nicht bei fremden Leuten ins Zimmer gehen. Aber sie liess nicht locker. Ich soll mal Fotos der Enkel anschauen. Sie habe eine große Familie. Tatsächlich hängen ganz viele Fotos von ihren Kindern, Enkeln und Urenkeln in ihrem Zimmer. Auch viele Urlaubs- und Hochzeitsfotos. Sehr schön.

Ob ich mich nicht noch in ihr Gästebuch eintragen könne...
Sprach´s und hielt mir ein Buch unter die Nase, in dem schon viele unterschrieben haben. Ok, also gut. Hoffentlich kauft man mit dem Eintrag kein dreißigbändiges Lexikon...

"Übrigens, Obama kommt"... sagt sie mir und schaut zum Fernseher.
*Schon wieder?* denke ich noch, frage aber nicht nach.
"Obama kommt... Obama kommt" ging es die ganze Zeit. Und dann als Krönung: "Der macht hier heute die Nachtschicht!"...

Obama als Altenpfleger mitten in Berlin. Da bekommt Obama Care gleich eine ganz neue Bedeutung ;-)

Mittwoch, 27. August 2014

Urlaub 2014: Lalandia in Rodby, Dänemark

Meine Vorgabe in Sachen Urlaub lautete in diesem Jahr:
  • nicht weit weg und mit dem Auto erreichbar, weil ich nicht noch einmal den riesigen Kindersitz vom Kleinen im Flugzeug mitschleppen wollte, wie im letzten Jahr in Italien
  • kinderfreundlich
  • aber auch elternfreundlich, ich möchte nicht den ganzen Tag im Bällebad verbringen
  • Strand in der Nähe
  • nicht zu teuer, trotz Schulferien
Unterwegs...
Die Wahl fiel auf: Dänemark, genau genommen aufs Lalandia in Rødby. Es gibt Lalandia auch noch in Billund, also beim Legoland. Das wäre natürlich noch cooler gewesen, aber das heben wir uns noch etwas auf, bis der Kleine etwas älter ist. Und so war die Anreise nicht so weit.

Um das ganze etwas interessanter zu machen, sind wir hin und zurück leicht unterschiedliche Strecken gefahren. Hin ging es über Rostock und weiter mit einer sehr alten Fähre (die aber bald durch eine neue ersetzt wird). Highlight hier: die lustigen Schilder und das total windige Sonnendeck. Und ich frage mich: warum stand da eigentlich so viel Wasser im Deck für die Autos? Kommt da die Ostsee rein? Ich gestehe, ich habe mit dem Smartphone erstmal nachgelesen, ob nicht damals die Estonia unterging, weil die Ladeklappe abfiel und Wasser ins Autodeck kam...

Ich brauchte einen Moment, um zu verstehen, was "Russ Niederschlag" sein könnte.
Zurück ging es dann über Fehmarn. Dorthin war die Fährfahrt kürzer, dafür die Autofahrt erheblich länger. Die Fähre war neuer und moderner, sogar mit kleinen Spielplatz ausgestattet. Aber die Autofahrt im Anschluss nervte. Lübeck war noch ganz nett, wir haben uns mit Marzipan eingedeckt, aber Mecklenburg-Vorpommern auf der Landstraße ist mehr als langweilig. Einziges Highlight: immer wieder Kraniche entlang der Autobahn.


Bällebad!
Mein Mann war vor der Reise skeptisch. Er hatte Bedenken, dass Lalandia so eine Art Disneyland ist. Dass wir am Ende doch alle im Bällebad sitzen werden. Oder dass man nicht herauskommt und in so einer Art künstlichen Welt festsitzt. So etwas hatte uns mal jemand über Center Parks erzählt. Ob das überhaupt stimmt, weiß ich nicht, aber Lalandia ist jedenfalls im Endeffekt nur eine großen Ferienhaussiedlung mit angeschlossenem Spaßbad, Spielplätzen, Restaurants, Indoor-Eisbahn, künstlichem Skihügel, Bowling-Bahn...

Ich finde dieses "Schild" irgendwie sozialistisch...geht es nur mir so?
Im Preis für die Übernachtung sind Spaßbad und Indoor-Spielplatz (mit Rutschen, Lego, Softplayanlage und natürlich...einem Bällebad!) dabei. Eisbahn, Skifahren, Hüpf-Trampolin und die vielen Automaten-"Bespaßungen" kosten extra, aber das braucht man ja auch nicht wirklich. Und natürlich kann man raus ;-).
Man bekommt auch kein Bändchen an den Arm, sondern nur Eintrittskarten fürs Spaßbad und die Tobewelt namens Monkey Tonkey Island. Monkey Tonkey... es gibt dort überall eine große Affenfigur. Die läuft auch herum und ist auf den Postkarten.


Wir haben für 5 Übernachtungen 470 Euro gezahlt, ohne Verpflegung.  Die Unterkunft war ein schwedenrotes, kleines Haus mit Wohnbereich (samt Küche), kleinem Schlafzimmer und Dachboden mit 2 Matratzen. Offiziell ist das Haus für 4 Personen ausgelegt. Für unsere Konstellation - 2 Erwachsene, 1 Kind im Schulalter, ein Kleinkind - war es in der in der Tat perfekt geeignet. Für 4 Erwachsene geht das mit dem Dachboden mit den Matratzen gar nicht. Und der Dachboden ist für Kinder erst ab dem Schulalter etwas, die Treppe ist steil und echt hoch. Der Kleine ist zum Glück noch so klein, dass er sich durch die Kindersicherung an der Treppe vom Erklimmen abhalten liess, wenn auch unter großem Protest. Ich denke, in einem Jahr würde das mit der Kindersicherung nicht mehr klappen....

Der Weg nach oben...

Die Häuser sind modern eingerichtet, es gibt einen Fernseher, der an deutschen Sendern aber nur ZDFneo bietet (aber ok, ZDFneo find ich persönlich super!). WLAN gibt es gratis. Zum Haus gehörte auch eine Terasse samt Schuppen (praktisch!) und nordischen Holzmöbeln. Manche hatten dort auch einen Grill. Wir nicht, wir hatten nur ein Cricket-Spiel (??).
Erstaunt hat mich, dass die Auslegware im Haus so gut aussah. Keine Flecken, nicht abgelaufen, nichts.

Positiv: Kinderstühlchen und Kinderbett sind ohne Aufpreis einfach vorhanden gewesen. Einen Hochstuhl hätten wir eigentlich nicht mehr gebraucht, war aber doch ganz praktisch. Das Bett war etwas schmal, aber sonst ein normales, gepflegtes Kinderbett aus Holz. Kein Vergleich zu dem uralten ollen Stoff-Reisebettchen, das wir letztes Jahr in Italien für unfassbare 10 Euro/Nacht kaufen mieten mussten.

Essen gibt es, wie gesagt, wahlweise in den Restaurants vor Ort, aber das ist ziemlich teuer oder aber man kocht selbst. Herd und Ofen sind vorhanden, Kühlschrank und Geschirrspüler ebenfalls.Und Aldi und Lidl in der Nähe. Dänemark ist teurer, aber im Discounter sind die Preise ok. Fürs Frühstück hat das Hotel einen Bäcker im Hotelsupermarkt.


Der Strand ist 200 m entfernt und man muss nur durch die Ferienanlage laufen. Man muss keine Straße überqueren, sondern nur durch viel Grünstreifen laufen, den Deich rauf und wieder runter und schon ist man am (leicht steinigen) Sandstrand. Prima, gerade mit Kindern. Wäre doch nur nicht an 4 von 6 Tagen Sturm gewesen...

Wellen, Sturm und Regenwolken

Aber es gibt ja das Spaßbad. Mein persönliches Highlight. Die Tarnumhänge des Rutschen-Turms sind zwar irgendwie eigenwillig, aber sonst ist das Bad toll. Wellenbad, mehrere Whirlpools, Strudelliegen, ein Strudelkanal (oder wie auch immer man es nennen will) und Rutschen...

getarnt!

Es gibt: eine harmlose Röhrenrutsche, die man auch mit Kleinkindern problemlos rutschen kann. Dann die "Bergbahn", eine erst offene, dann geschlossene Rutsche, bei der man schon etwas ins Schlingern kommt, aber die man auch noch mit Kind auf dem Schoss rutschen kann. Dann die Highspeedrutsche, die man definitiv nicht mit Kind rutschen sollte, zumindest nicht,wenn man als Erwachsener mehr als, sagen wir mal 70 kg, auf die Waage bringt. Denn dann kommt man unten mit so viel Schwung an, dass man definitiv im Wasser komplett versinkt. Wasser in der Nase inklusive. Die Röhrenrutsche mit Lichteffekten ist dagegen wieder fast harmlos und außerdem mit den bunten Lichtbögen so richtig schön.

Das Ende der Highspeed-Rutsche
Auch zwei Reifenrutschen sind vorhanden. Die Tornado-Rutsche, bei der man zwischendrin in einem großen Kegel landet, hat es in sich. Zumal man kurz auch mal mehr oder minder im freien Fall rutscht und aufpassen muss, nicht den Reifen zu verlieren...

Viel Spaß macht auch die Wildwasserrutsche, bei der man letztenendes nur so mitgerissen wird von der Strömung. Man sollte sein Bikini-Oberteil festhalten, denn das geht beim letzten Schwung ins Wasser sonst verloren. Wirklich. Ich glaube, der Bademeister, der diese Rutsche bewacht, hat viel Spaß...

Das Ende der Wildwasser-Rutsche...
Im gesamten Lalandia gibt es überall kleine Spielplätze, der große Hauptspielplatz ist neben dem Monkey Tonkey-Indoorspielplatz und wirklich sehr schön gemacht. Neben lauter neuen Spielgeräten, gibt es auch einen Kettcar-Parcour und einen Goldwäscher-Bereich. Wer 15 kleine Stückchen Metall findet, bekommt eine Medaille...mit Affen drauf. Natürlich...

Reifenrutsche von außen

Im Lalandia gibt es auch noch Minigolf, kleine Zelte zum Spielen, einen Basketballplatz...Fahrräder kann man ausleihen. Und es gibt Ziegen in einem großen Gehege zum Hineinklettern. Auf einem Schild wird man darum gebeten, nett zu den Ziegen zu sein. Die Ziegen sind aber teilweise nicht so nett zu den Kindern. Da kann man schonmal ein Ziegenhorn abkriegen!

Ziegen in der Morgensonne
Und was wirklich positiv aufgefallen ist: alle waren so entspannt. Selbst Mütter mit 2-3 Kindern unter 3 wirkten ALLE tiefenentspannt. Woran liegt es? Daran, dass Dänemark kinderfreundlicher ist als Deutschland und die Kinder im Lalandia dauerbespaßt werden? Ich weiß es nicht, aber ich fand das sehr angenehm.

Affen-Eis!
Aber kaum waren wir auf dem Heimweg nach Deutschland, war direkt auf der Fähre eine Familie, wie man sie so oft auch hier in Berlin trifft. Auf der Fähre auf dem kleinen Spielplatz. Mutter mit drei Kindern, einem Mann dazu, der aussah wie die Bioladen-Väter aus dem Prenzlauer Berg und mit schwäbischem Dialekt. Kinder namens Linus, Liesl (!) und Honey-Bunny (!!). Zumindest rief die Mutter das. War da nicht mal was...Pulp Fiction...? Kann das sein?

Jedenfalls ging es ununterbrochen:
"Honey-Bunny, willst du etwas trinken?"
"Honey-Bunny, willst du einen Reiskeks?"
"Honey-Bunny, lass mal das Mädchen rutschen"
"Das Mädchen möchte rutschen!"
(ich glaube, ich kaufe meinem Sohn demnächst ein "Ich bin KEIN Mädchen"-Shirt...)
"Honey-Bunny, nicht schaukeln, das ist gefährlich!" (??)
Ahhhhhhhhhhhhhhhhhhhh.......
Zum Glück gab es als alternativen Aufenthaltsort ein Sonnendeck mit lächelnden Tischen. Mit Aschenbecher-Nase...



Unser Fazit: ein schöner Urlaub. Vor allem mit Kindern ist es super, es kommt keine Langeweile auf, weil Spaßbad und Indoorspielplatz lang genug offen haben (Spielplatz sogar bis 21 Uhr), um den ganzen Tag Abwechslung zu bieten. Und es sind entspannte Familien dort.
Es war der erste Urlaub, in dem nicht irgendwann ein "mir ist langweilig!" kam und trotzdem saßen wir nicht den ganzen Tag im Bällebad, sondern haben auch noch die Gegend gesehen. Die ist allerdings, ich gebe es offen zu, auf Lolland nicht so wirklich abwechslungsreich. Deich, Meer, Felder, Pferde... aber ganz viele Geocaches ;-)

Der Urlaub in Zahlen:
  • 6 Tage
  • Windstärke 8 and 4 Tagen
  • über 80000 Schritte gelaufen - sagt zumindest der Schrittzähler im Smartphone
  • 1 Frosch gesehen
  • unzählige Kraniche
  • 0 Wildschweine :-D
  • ca. 70 Geocaches gefunden

Sonnenschein :-)

Montag, 18. August 2014

Ausflug: Belantis - oder: von Gewittern, Pannen und Achterbahnen

Vorletzte Woche waren wir im Belantis, dem einzigen Freizeitpark in Ostdeutschland. Südlich von Leipzig gelegen, also nicht ganz um die Ecke von Berlin aus. Berlin hat ja bekanntlich keinen Freizeitpark mehr und das, was davon übrig war, ist seit dieser Woche auch noch teilweise abgefackelt.

Wie dem auch sei, wir hatten beim Familienpass einen Tagesausflug ins Belantis gewonnen, samt Busfahrt und Verzehrgutschein in Höhe von 5 Euro (womit man nicht weit kommt, aber trotzdem sehr nett). Um 7:45 Uhr ging es los, mit gleich 2 (!) Doppeldecker-Bussen wurden die zahlreichen Teilnehmer des Gewinnspiels in Richtung Leipzig gekarrt.

Man hätte auch mit dem Rad anreisen können...

Ich war schon lange in keinem Freizeitpark mehr. Seit der Spreepark nicht mehr ist, müsste man immer weit fahren, um zu einem Park zu gelangen. Hinzu kommt bei mir eine Art "Freizeitpark-mit-Bus-Reise-Trauma". Als ich ca. 12 Jahre alt war, haben meine Eltern  einen Tagesausflug mit dem Bus in den Heidepark Soltau gebucht. Die Freude war groß. Noch größer war dann leider der Stau auf der Autobahn, so dass wir erst nachmittags ankamen, ein wenig durch den Park liefen, dort abermals lange Staus an Fahrgeschäften anschauten und dann schon wieder zum Bus nach Hause mussten. Grandios... Ich war seitdem nie wieder im Heidepark.

Letzte Woche lief es auf dem Weg nach Leipzig besser. Auf der Autobahn war zwar ein Laster umgekippt, aber der kostete uns nur 30 Minuten. Neben uns saß eine Familie, deren Kind, ca. 2 Jahre alt, die gesamte Fahrt über durch ihren Schnuller hindurchsang: "Atemlos...durch die Nacht...". Goldig! Wirklich. Dabei mag ich Helene Fischer gar nicht.

Vor Ort angekommen, war ich erstaunt. Ein leerer Parkplatz. Und der Eingangsbereich sah aus, als habe er etwas Farbe durch Sonneneinstrahlung eingebüßt. Nachdem wir dann endlich im Park waren, fanden wir uns in einer Art Empfangsbereich wieder, der aussah, wie das Shopping-Outlet bei Berlin. Wie eine künstliche Stadt. Typisch Freizeitpark eben. Hier gab es auch Toiletten und die Möglichkeit, Taschen einzuschließen (Kostenpunkt: 1 Euro, kein Pfand).

Die Schließfächer sind relativ klein. Ein Rucksack passt hinein, aber einige aus unserem Bus hatten Rollkoffer (!!) dabei. Die konnten sie dann durch den Park rollen. Was war da nur drin? Fresspakete für die nächsten Wochen, falls es einen riiiiesigen Stau gibt?

Und dann ging es los... Ich hatte vorab schon gelesen, dass der Park ein paar Probleme mit der Bepflanzung habe - aufgrund des früheren Braunkohleabbaus in der Gegend. Ok, das kann ich schon verstehen, aber wächst da jetzt wirklich nur Hainbuche, etwas Rasen und noch ein mir unbekannter Bodendecker? Ein paar mehr Pflanzen, gern auf etwas sommerlich blühendes, hätte den Park hübscher gemacht.

Eigenwillig: diese singenden Steine, die überall am Wegesrand stehen und leise dudeln.


Eigenwillig ist auch die Wegführung. Teilweise sollen die Besucher bewusst in Schlangenlinien durchs Gelände gelotst werden. Was passiert? Es entstehen natürlich Trampelpfade auf dem geraden Weg, teilweise mitten durch Hecken. Da hilft auch ein "Wir wollen wachsen!"-Schild vermutlich nicht viel.

Auch die Tatsache, dass man irgendwann, wenn man den Wegen folgt, im Dorf der  Apatschen (pitschpatsch...ja,  sie schreiben es so und ja, ich weiß, man kann das auch so schreiben, aber es sieht komisch aus) feststeckt und dann den ganzen Weg wieder zurückmuss, finde ich komisch. Uns hat es sicher 30 Minuten gekostet, eh wir gemerkt haben, dass wir da einfach nirgendwo weiterkommen und einen langen Weg um den ganzen See, der mittig im Park ist, noch einmal herumlaufen müssen.


Im Endeffekt hat Belantis drei Hauptattraktionen. Die Loopingbahn Huracan, die mit 5,5 g und 5 Überschlägen die heftigste Achterbahn Deutschlands sein soll. Die Wildwasserbahn Fluch des Pharao, die dank Aufzug (!) richtig hoch ist und die Achterbahn Drachenritt. Auch das Karussel Ikarus, bei dem man in sehr luftiger Höhe, selbst mit den Armen rudernd Überschläge machen kann, ist cool.
Ansonsten gibt es viel bekanntes, von der Schiffsschaukel, einem Karussel, das einen auch in luftige Höhen hebt bis zu Kinderkarussels. Von denen gibt es aber wenige.


Es wird relativ vieles freizeitpark-untypisches angeboten, also nicht nur Fahrgeschäfte, sondern ein Heckenlabyrinth, Indianerzelte, Kanus, eine Art kleiner Bauernhof mit Ziegen (?), Spielplätze, ein Waldlehrpfad... Das sind alles an sich schöne Sachen, aber ich denke nicht, dass jemand dafür in einen Freizeitpark kommt. Da möchte man für sein hohes Eintrittsgeld so viele Fahrgeschäfte wie möglich nutzen.  Entsprechend leer waren diese Attraktionen, die wie Lückenfüller wirken.



Was mich gewundert hat, war, welche Fahrgeschäfte schon für relativ kleine Kinder erlaubt sind. Die Achterbahn Drachenritt ist mit 70 km/h und einer Höhe von 18 m nicht gerade eine Kirmes-Achterbahn. Meine Neunjährige wurde kurz blass um die Nase und ich fand die Fahrt auch nicht ganz ohne. Diese Bahn war jedenfalls ab 4 Jahre. Hola die Waldfee, segeln die da nicht raus?

Was mich auch wunderte: es gab an dem einen Tag mehrere technische Pannen an Fahrgeschäften.  Erst ging das Karussel, das einen in beachtlich luftige Höhen bringt, nicht mehr, dann gingen beim nächsten Fahrgeschäft die Sicherheitsbügel nicht mehr auf (naja, besser als umgekehrt...). Während die davon Betroffenen da feststeckten, zog ein Gewitter auf. Perfekt. Ein Mann fluchte, dies sei seine vierte Panne an einem Tag. Wie gesagt, wir bekamen nur zwei mit, was mir aber auch schon viel vorkam.



Gegen aufkommenden Hunger gibt es Fastfood in Form von Hamburgern. Oder Fastfood als Chicken Nuggets. Oder Fastfood - Pizza. Oder Fastfood-Schnitzel. Oder man isst Waffeln. Die Preise fürs Essen sind natürlich freizeitparktypisch etwas höher angesiedelt. Waffeln für 2 Euro sind ok, Hotdog für 3,50 Euro finde ich schon recht happig. 500 ml Fanta für 3,80 Euro dann schon eher Wucher.

Das Personal ist überwiegend nett und legt, genau wie die meisten Besucher, einen (für meine Ohren) lustigen Dialekt an den Tag. Da fällt mir immer wieder der Satz ein:
"Wie bestellt ein Sachse in New York einen Weihnachtsbaum? - A Tännsch`n, please!" ;-)
Aber ick jeb´s ja zu.. berlinern klingt och nich scheen.

In der Gegend wird übrigens die brandenburger Bicolore noch getoppt. Man trägt hier die sächsische Tricolore auf dem Kopf - Haare dreifarbig! In Orange, rot und lila!! Und dazu rote Strumpfhosen zu knielangen Jeans. Leider kann man die Glitzersteine nicht erkennen...



Ach ja, und noch etwas: beim Fluch des Pharao sollte man sich keinesfalls von der kurzen Warteschlange vor der Pyramide täuschen lassen. Das geht in einer Art "Innenhof", wenn man durch die Pyramide ist, weiter mit dem Anstehen. Ich stand da geschlagene 30 Minuten, konnte aber wegen des bereits hinter mir gelassenen Drehkreuzes auch nicht mehr weg. Das wäre nicht so schlimm gewesen, hätte ich nicht meine Tochter, die für die Wasserbahn wenige Zentimeter zu klein war,  mit einem "bin gleich wieder da, warte mal hier!" draußen gelassen hätte. Zum Glück war sie die Geduld in Person und hat fröhlich gewunken, als ich dann endlich in dieser Bahn saß... Trotzdem...Mein Adrenalinspiegel war durch das "Mist, sie ist unbeaufsichtigt auf völlig fremden Terrain - gibt es hier Bösewichte, Wespen oder die Möglichkeit eines Sonnenstichs?!" vermutlich mehr gestiegen als dann bei der Wasserbahnfahrt...

Am Ende des Tages waren wir mit (fast) allen Fahrgeschäften einmal gefahren, wir haben uns auch im Labyrinth verirrt und sind Kanu gefahren. Schade war, dass es, obwohl es eher leer war, eben doch einige Warteschlangen gab. Warum Wagen der Achterbahn und auch der Wildwasserbahn ständig halbleer fuhren bei dem Andrang, erschloss sich mir nicht. Aber klar, jeder will vorne sitzen...

Alles in allem ein schöner Ausflug, einige gute Fahrgeschäfte, aber irgendwie habe ich den Eindruck, dass Freizeitparks früher voller waren mit Attraktionen. Oder ist das wieder so eine verschobene Wahrnehmung, weil man sich an Sachen von "früher" anders erinnert?

Freitag, 15. August 2014

Leeecker...

Wenn man nach dem Genuss dieses Getränks SO guckt, möchte ich es auf keinen Fall ausprobieren...


Mittwoch, 13. August 2014

Eidechse

Noch nie habe ich in Berlin eine Eidechse gesehen, noch nie. Vorgestern entdeckten wir eine und zwar in der Murellenschlucht bei Ruhleben. Als wir sie aus der Nähe auf der Wiese fotografieren wollte, kroch sie auf die Hand.


Es führt übrigens ein interessanter, wenn auch inhaltlich bedrückender Spiegelweg hinunter zu der Schlucht. Am Wegesrand sind Verkehrsspiegel angebracht, auf denen Texte zu lesen sind. Das Ganze ist eine Installation einer Künstlerin und trägt den Titel "Denkzeichen zur Erinnerung an die Ermordeten der NS-Militärjustiz am Murellenberg".
Die Geschichte der Schlucht mit allen Details gibt es beim oben genannten Link.





Montag, 11. August 2014

Wieprecht

Also bei dem Namen kann ich verstehen, dass die Mieze abgehauen ist... Oder heißt die Katze gar nicht so und das ist einfach nur der Nachname?




Sonntag, 10. August 2014

Häufchen an der Kaffeetafel

Wenn Kinder "trocken werden", neigen erstaunlich viele Mütter dazu, lauter unappetitliche Details zu diesem Entwicklungsschritt ihrer Kinder der Menschheit mitzuteilen. Anale Phase für Mütter sozusagen. Ich persönlich mag diese Geschichten nicht, denn es gibt Dinge, die ich nicht wissen wollte und an die ich mich sonst auf ewig erinnern werde (ich habe leider ein schier unendlich großes Gedächtnis für furchtbar unwichtige Dinge -  da wird das alles gespeichert.) Und außerdem: wie fühlt man sich als Kind, wenn man vor anderen, teilweise auch noch völlig fremden, Menschen so bloßgestellt wird?! Die Kinder sind ja meist um die 3 Jahre alt, da versteht man schon sehr viel von dem, was so gesagt wird...

Was wir kürzlich auf einem Kindergeburtstag erlebt haben, war das Paradebeispiel für diese Phase...

Alle sitzen an der Kaffeetafel, es gibt Kuchen, alles ist gut. Plötzlich läuft eines der Kinder knallrot an. Hm? Am Kuchen verschluckt? Nein. Die Mutter legte los:

"Oh... er muss ka***!"
*Ja, dann geht halt aufs Klo?!*
"Er kann das noch nicht!"
*Wieso hat er dann keine Windel an?*
"Er braucht ja eigentlich keine Windel mehr, aber zum Häufchen machen schon... hat jemand von Euch eine Windel da?"
*Wieso hat sie nix dabei, wenn sie das Problem, das ja kein seltenes ist, kennt? Weil man das nicht mehr macht, wenn man eine Supermutti ist und das Kind den dritten Geburtstag hinter sich hat?*
Einige der Mütter bestritten vehement, Windeln dabei zu haben. Mag sein. Es klang nur so, als hätten sowas ja seit Jaaaaahren nicht mehr. Schließlich nestelten dann einige doch eine Windel aus der Handtasche.

Das Kind lief in der Zeit immer röter an. Die Oma des Geburtstagskindes merkte lachend an, dass es sicher eh schon zu spät sei. Die Mutter dazu beschwichtigend: "Nein, nein!" und verschwand mit dem Junior ins Bad.

Ende gut, alles gut? Denkste...

Mutter und Junior erscheinen wieder. Junior hockt sich neben die Kaffeetafel (!!), läuft noch röter an (!!!), bis er lautstark Vollzug meldet.

Ich hatte danach keine Lust mehr auf Kuchen.

Mich erinnerte das an einen anderen Kindergeburtstag, auf dem ich vor Jahren mit meiner Tochter, damals 4, gewesen bin. Da hatten alle anwesenden Jungs gerade das Pinkeln im Stehen gelernt und legten einen Spielplatz mitten in Prenzlauer Berg den ganzen Nachmittag unter Wasser. Gestört hat es (außer uns, ich gebe es offen zu), anscheinend keinen.

Freitag, 8. August 2014

ausprobiert: Kirondo

Nach meinem Reinfall mit dem textilankauf, habe ich einen neuen Anlauf gestartet, um Kleidung loszuwerden. Es sammelt sich ja doch immer wieder etwas an. Da sich der Artikel zum Textilankauf so großer Beliebtheit erfreut, gibt es nun eine weiteren, diesmal zu Kirondo.

Auf Ebay habe ich nach etlichen schlechten Erfahrungen keine Lust mehr, bei den Kleinanzeigen passiert oftmals exakt gar nichts, auf Seiten wie mamikreisel kann man auch warten bis die Sachen aus der Mode sind... Im Freundeskreis war das Interesse auch gering.

Also...wohin damit, wenn am örtlichen Kleidercontainer schon so ein Schild prangt...?


 
Werbung von Kirondo blinkte mich kürzlich an. Kirondo ist eine Webseite, die gebrauchte Kinderkleidung ankauft, aber ausschließlich Markenware in sehr sehr gutem, quasi neuwertigen Zustand. Alles andere wird abgelehnt. Sie schreiben bereits auf ihrer Webseite, dass nur 60% der Zusendungen ihren hohen Ansprüchen entsprechen. Ok. Das ist eine klare Ansage.

Und was machen sie damit? Ganz einfach: sie verkaufen es wieder. Sie haben einen Online-Shop für gebrauchte Markenkleidung. Die ist auch nicht ganz billig, auf Ebay kann man die billiger finden, dafür kann man in der Bucht auch mal richtig Pech haben, was den Zustand der Sachen angeht.

Kleidung, die abgelehnt wird, bekommt man wahlweise zurück (das kostet dann 6 Euro) oder sie wird gespendet.  Kirondo spendet für jeden ausgezahlten Euro 5 Cent an soziale Einrichtungen.

Man kann auf der Webseite unter "Was du verdienen kannst" sofort sehen, wie viel für was geboten wird. Es varriert logischerweise nach Größen und vor allem nach der Marke. Für Sachen von H&M gibt es extrem wenig, aber das Zeug ist ja schon neu nicht teuer und dazu Massenware. Unbekanntere, aber teure Marken wie Catimini bringen bei kirondo recht viel. Mehr als bei Ebay, wo viele User diese Marken gar nicht kennen und man Gefahr läuft, solche Sachen für einen Euro an die eine Person, die die Marke kennt, zu verkaufen.

Um Kleidung zu verkaufen, muss man sich eine Tüte von Kirondo zuschicken lassen. Diese Zusendung kostet nichts. Dort liegt dann auch der Rücksendeschein für die kostenlose Einsendung der Kleidung bei. Die Tüte soll man dann gefüllt wieder zurückschicken. Es entstehen einem keine Versandkosten. Auch dann nicht, wenn man anstelle der Tüte einen Karton nimmt.
Die angeforderte Tüte war innerhalb von 24 Stunden in der Briefpost bei mir.

Es gibt keine Mindestmenge, die man einschicken kann. Im Prinzip könnte man auch ein Teil hinschicken, aber das wäre albern.

Ich habe Kirondo jetzt getestet und folgendes eingeschickt:
    • Kleid, dpam, Größe: 8 Jahre
    • Kleid, C.F.K, 8 Jahre
    • Shorts,  Mexx, 122/128
    • Badeanzug, dpam, 6 m, mit Etikett
    • Badeanzug, dpam, 12 m, neu mit Etikett
    • Rock, dpam, 3 ans, neu mit Etikett
    • Shirt, trägerlos, Levi´s, 8 Jahre
    • Rock, Orchestra, 104
    • Tunika, trägerlos, Benetton, 3 Jahre
    • kurze Sporthose, adidas, 128
    • Strickjacke, jacadi, 8 Jahre
    • Strickjacke, jacadi, 8 Jahre
    • Shirt, Tom Tailor, 104
    • Shirt, trägerlos, PJE, 128
    • Rock, GAP, 4 Jahre
    • Kleid, orchestra, 6 Jahre
    • Kleid, billabong Größe S
    • Pullunder, Armata Di Mare, 6 m
    • Pullunder, Sanetta, 72
    • Handschuhe, Sterntaler
    • Hose, Okaidi, 8 ans
    • Bluse Okaidi, 8 ans
    • Jeans, Benetton, Gr. 98
    • 1 Strampler, Carter´s, 3 m
    • 1 Shirt Petit Bateau, 6 m
    • 1 Body Petit Bateau, 6 m
    • 1 Shirt Old Navy, 3-6 m

      Alles tatsächlich so wenig genutzt, dass es keine Flecken, keine Löcher und auch kein Waschpilling gab. Drei Sachen waren noch mit Etikett (Fehlkäufe in einem ausländischen Shop, bei dem die Rücksendekosten in keinem Verhältnis zum Warenwert standen). Es sollte also passen mit den hohen Qualitätsansprüchen.

      Ich habe alles, bis auf die Sachen mit Etikett, noch einmal gewaschen und ab die Post...  Es muss übrigens keine Packliste ausgefüllt werden wie bei anderen Ankauf-Plattformen. Mich hat das irritiert. Sie erkennen die Tüte wohl einfach an der Nummer auf dem zugeschickten Paketschein und wissen, welchem User sie die zuordnen müssen. Aber ich habe dennoch vorsichtshalber ein Anschreiben mit Auflistung der Waren beigelegt.

      Ich würde immer raten, vor dem Einschicken in der Kirondo-Suche zu schauen, was es ganz konkret geben wird. Ist es weniger als ein Euro, könnte sich der Ebay-Verkauf doch lohnen. Irgendeinen Bieter findet man schließlich fast immer... Aber das Erstellen eines Angebots macht eben auch deutlich mehr Arbeit, Ebay nimmt Gebühren und man hat öfters Ärger, selbst wenn man die Sachen noch so gewissenhaft beschreibt.

      Bei Kirondo entfällt natürlich das nervige Nachverhandelere der Käufer, bei denen selbst Neuware mit Etikett grundsätzlich auf dem Postweg Löcher und Flecken bekommt... DAS ist für mich der Hauptgrund, warum ich auf Ebay nicht mehr verkaufe. Es gibt zu viele Leute, die versuchen, die Sachen kostenlos zu bekommen, indem sie einem wilde Drohmails oder freche Nachfragen schicken.

      Zwei Tage nach dem Abschicken bekam ich von Kirondo eine Mail. Mein Paket sei angekommen, man würde mir innerhalb von 8 Tagen ein Angebot machen. Finde ich gut, dass es eine solche Zwischenmeldung gab...

      Nur weitere zwei Tage später kam das Angebot: 20 Teile von 29 wurde angenommen, ausgezahlt werden mir etwas über 56 Euro. Zusätzlich bekam ich noch einen Gutschein für den kirondo-Shop in Höhe von 18 Euro. Damit bin ich zufrieden. Es sind zwar nur ca. 2,80 Euro pro Teil, aber mehr gibt es auf Ebay für Einzelteile auch nur in den seltensten Fällen, da dort inzwischen auch kaum mehr jemand etwas kauft. So realistisch muss man einfach sein. Kleidung ist quasi nach dem Kauf nichts mehr wert. Für manches zahlte Kirondo jetzt sogar über 5 Euro, für anderes unter einem Euro. Unterm Strich ist es ok und ich bin viel auf einmal losgeworden.

      Ich bin damit zufrieden und werde, wenn ich wieder einmal in den Kleiderschränken der Kinder Platz schaffe und dabei Sachen finde, die quasi aussehen wie neu, weiterhin Kirondo nutzen.