Sonntag, 27. November 2016

Der schwangere Fernseher




Gesehen habe ich dieses seltsame Stück in einer Ferienwohnung hier in Berlin (bevor jemand sich wundert: dort hatten sich Verwandte eingemietet)... Was zum Teufel ist das? Kann man so etwas wirklich kaufen? Nicht, dass ich Bedarf hätte, mir einen schwangeren Röhrenfernseher ins Wohnzimmer zu stellen, ich frage mich eher, ob das ein Eigenbau ist und wenn ja: warum macht man so etwas?

Angeschlossen war daran ein alter Videorecorder (mit Videokassetten!). Es gab zwei Videos, das eine hieß "Globus" und erscheint mir noch irgendwie sinnvoll in Kombination mit diesem Fernseher. Da war allerdings das Band gerissen. Und so blieb nur noch das Video, das im Rekorder lag - ein Film über Hitler.

Wir haben dann doch lieber am absolut flachen Fernseher mit DVD-Player den kleinen Nemo geschaut...


Mittwoch, 16. November 2016

Kiek mal wieder runter...

Als Berliner besucht man Sehenswürdigkeiten ja meist nur, wenn man Besuch von "Auswärts" hat und dieser gern eben Sightseeing machen möchte. Sonst denke ich mir eigentlich immer "kenn´ ich, kann man ja auch immer mal hin...". Nachdem im Kindergarten des Kleinen nun wochenlang Berlin das Thema war und natürlich auch der Fernsehturm in allen Varianten nachgebastelt wurde, dachten wir uns, wir sollten mal einen Ausflug machen und uns unter die Touristen mischen.

Momentan, noch bis Ende des Jahres, bekommen Berliner 20% auf den Eintrittspreis, die Aktion nennt sich "kiek mal wieder rin" und ist nur auf der Webseite zu finden. 

Die Schlange am Einlass war lang wie eh und je, auch die Early Birds mit den vorgebuchten Tickets waren nicht deutlich flotter als wir.  Taschenkontrolle an der Tür, Schlangestehen am Ticketschalter, noch einmal eine Sicherheitskontrolle wie am Flughafen, aber alles entspannter als  2008 bei unserem letzten Besuch.

Was auffiel: wirklich freundliches Personal, das auch gut Englisch sprach. Ja, das sollte normal sein, erlebt man nicht so oft in Berlin.

Die Aufzüge sind seit meinem letzten Besuch erneuert worden. Die haben nun ein Glasdach, was eine tolle Sicht in den Aufzugsschacht bietet. Lustigerweise habe ich mich gerade vor einer Woche mit einem Freund unterhalten, dass er in Brüssel im Atomium Aufzüge mit Glasdach gesehen hat und es toll wäre, wenn der Fernsehturm dies auch hätte...

Und es gibt sie immer noch, die "Knubbel" neben der Treppe. Die fand ich schon als Kind faszinierend. Vermutlich stand man früher immer auf dieser Treppe in der Schlange...

Die Sicht war leider nicht so gut wie erhofft. Man erkannte den Flughafen Tegel nicht, auch der Müggelsee war nicht zu sehen. Dafür aber immerhin die alte Abhörstation auf dem Teufelsberg. Und da ich anscheinend immer aussehe wie die wandelnde Auskunft, fragte mich jemand, was das ist, wie man dorthin kommt, ob man mit dem Auto hinfahren und ob man hinein kann. Ja, kann man mittlerweile. Da müssen wir auch noch hin...

Mit Schatten...

Spree, Sea Life, IHZ...

S-Bahn und die Gegend um den Hackeschen Markt

Das Park Inn und der Prenzlauer Berg im Hintergrund


Leuchtet da das Kreuz?

Treppenknubbel

Turmbär

Dienstag, 1. November 2016

Kürbis

Diesen Kürbis habe ich vor kurzem auf dem Friedhof Steglitz gesehen...Auf dem Stein steht übrigens "Ein letzter Gruß aus Niederbayern". Irritierend.


Montag, 24. Oktober 2016

Neulich am Ostbahnhof: TEE meets ICE

Am Ostbahnhof habe ich vorletztes Wochenende einen Sonderzug gesehen. Es handelte sich um einen Trans Europ Express (ohne a!), dem Vorgänger des EuroCity. Er fuhr im Rahmen einer touristischen Sonderfahrt nach Papenburg.

Das stand zumindest an der Anzeige. Das Ansageband des Ostbahnhofes hatte wohl kein "Papenburg" im Angebot, denn die Ansage war daher schlicht:
 "An Gleis - 3 - steht bereit - Sonderzug - nach -   - . Bitte Vorsicht an den Türen und bei der Abfahrt des Zuges".  
Ich habe es schon immer geahnt, dass das nur Textbausteine sind. Auch wenn die immer so fröhlich um Entschuldigung oder Verständnis bitten...

Schön sah er aus, der Sonderzug. Es stiegen fast nur Rentner ein, quasi war das Alter der Reisenden dem Alter des Zuges angemessen. Es stiegen insgesamt nur wenige Leute ein. Vielleicht war das Ziel nicht interessant genug. Man kann mit diesem Zug auch richtige Reisen über einige Tage nach Italien machen. Ich vermute, das Publikum wird dann ähnlich sein.

Die Lok blieb komischerweise in Berlin stehen, keine Ahnung, ob die quasi schon ausgestiegen ist bevor es losging...





Dienstag, 18. Oktober 2016

Statt Kippen und Kondome...

... kann man in Lichtenrade handgemachte Seife am Automaten kaufen. Sieht interessant aus, leider hatte ich kein passendes Kleingeld dabei, sonst hätte ich durchaus mal die Mango-Vanille-Seife gekauft. Zu finden ist der Automat in der Eiserner Straße 19 in Lichtenrade, quasi an der S-Bahn-Trasse.


Sonntag, 16. Oktober 2016

Für die Statistik...

Momentan laufen in Berlin die Anmeldungen an den Grundschulen. Viele Eltern sind völlig verunsichert, überall, egal ob Kita, Spielplatz oder Schwimmkurs, wird man gefragt, wofür man sich entschieden hat und warum. Wo die (wenn vorhanden) großen Geschwister sind oder waren, ob man zufrieden war und überhaupt.

Auch bei uns artete die Suche und vor allem die Entscheidungsfindung wieder in enormen Stress aus. Die Grundschule, auf der die Große war, kommt nicht noch einmal in Frage, die zugeordnete Schule hier bei uns aber eigentlich auch nicht. Sie sieht zwar nicht mehr aus, als ob sie jeden Moment einstürzt, aber sie ist immer noch... naja.
Wir werden sehen, ob unserem Wunsch nach einer anderen Grundschule entsprochen wird. Wenn nicht, dann eben nicht. Ich versuche mich da wenig zu stressen, denn mir wurde zeitweise schon ganz trisselig im Kopf, aus Angst, womöglich wieder falsch zu entscheiden. Und es ist ja nicht für die Ewigkeit. Und darum soll es auch gar nicht gehen.

Als unsere Große eingeschult wurde, bekamen wir bei der Anmeldung die Unterlagen für die Einschulungsuntersuchung. In Berlin muss jeder angehende Erstklässler vom Gesundheitsamt durchgecheckt werden. Vorab ist ein Fragebogen auszufüllen.

Damals wunderte ich mich. Auf der ersten Seite waren Angaben zu machen, die ich logisch fand. Name, Geburtsdatum, Name der Eltern, wer ist sorgeberechtigt, wie heißt der Kinderarzt. Trägt das Kind eine Brille? Gelbes U-Heft und Impfausweis sind mitzubringen.
So weit, so nachvollziehbar. Wobei ich mich beim Impfausweis nach dem Sinn frage, denn Pflicht sind Impfungen nicht und was würde ein nicht vollständiger Impfausweis an der Schulpflicht ändern? Nichts. Aber man weiß dann, wie viele nicht geimpft sind. Ok. Meinetwegen.

Auf der Rückseite waren damals jede Menge Fragen zum "Lebensumfeld". Wie viele Personen in der Familie rauchen? Wie viele Stunden darf das Kind Fernsehen? Bildungsabschluss der Eltern. Hat das Kind einen eigenen Fernseher? Auf welche Schule gehen eventuell vorhandene Geschwister? Auch wenn wir bei diesen Fragen durchaus gut wegkommen, fühlte ich mich unangenehm kontrolliert.

Genauso kontrolliert wie damals, als jeweils wenige Wochen nach der Geburt der Kinder mal jemand vom Amt vorbeikam. Einfach so, Zettel im Briefkasten mit Datum und Uhrzeit. Bei Kind 1 ging mir noch die Düse, weil ich dachte, ich hätte irgendwas verbrochen. Aber dem war nicht so. Das ist nur so, weil man das in Pankow so macht. Jeder bekommt Besuch. Das hat man vor der Wende schon gemacht. Bei Kind 1 war diese Frau auch noch total komisch und extrem neugierig, bei Kind 2 kam jemand anders und war supernett. Aber vielleicht war ich da auch einfach entspannter, da ich wusste, dass sie einen nicht fressen wollen.

Aber im Ernst, würden kettenrauchende, rund um die Uhr Fernsehgucker-Eltern mit abgebrochener Schullaufbahn DAS in dem Fragebogen für die Schule dann auch so angeben? Und was ist eigentlich die Konsequenz aus diesen Fragebögen? An der Schulpflicht ändert sich nichts, Eltern dürfen rauchen und den Kindern Fernseher, Smartphone und sonstwas ins Zimmer stellen. Das mag unschön sein und ich finde es auch nicht gut, aber prinzipiell ist es erlaubt.

Als wir dann damals zur Einschulungsuntersuchung mit der Großen kamen, wurden wir eine Stunde (!!) lang zu unserem Leben befragt. Ich stand damals in den letzten Zügen meiner Magisterarbeit und war mit Kind 2 hochschwanger. Das fand die Ärztin irgendwie interessant.

Später erzählte ich einer Bekannten von dem Fragebogen. Sie wohnt in Prenzlauer Berg, ist Lehrerin und meinte "Das brauchst du doch gar nicht ausfüllen, das ist doch nur für die Statistik. Die werden sich gefreut haben, dass das mal einer ausgefüllt hat." Und tatsächlich liest man ja immer mal in der Zeitung die Erkenntnisse der Befragung. Meist kommt dabei heraus, dass Kinder von Akademikern seltener geimpft sind, aber dafür weniger fernsehen. Hm.

Eine Nachbarin, ebenfalls Lehrerin, meinte allerdings, das die Angaben schon alle in der Schulakte landen und ggf. wieder rausgeholt werden. Sprich, wenn das Kind mit 16 irgendwie auffällig wird, kann es heißen "Ach, kein Wunder! Ihr Sprössling hatte ja auch schon als Vorschüler einen Fernseher im Zimmer".

Nun habe ich gedacht, ich fülle den Statistikquatsch diesmal einfach nicht aus. Mal sehen. Mehr als wieder eine Stunde befragt zu werden, kann ja nicht passieren. Aber die Zeiten der (vielleicht ja doch?)  freiwilligen Angaben sind gezählt. Den Termin macht man nun online. Und es ist definitiv unmöglich, ohne diese Angaben das Formular abzusenden.

Mittwoch, 12. Oktober 2016

Unterwegs gesehen...

Im Friedrichshain habe ich diese Form von Streetart an einem Parkscheinautomaten gesehen. Sehr niedlich. Hoffentlich wird es nicht von einem Borstentier der BSR weggefegt.

Da, ganz unten...


Freitag, 7. Oktober 2016

Hinter der East Side Gallery...

Vor einigen Jahren, noch in der Uni, war jemand vom Berlin Tourismus Marketing bei einer "Was mache ich als Regionalwissenschaftler nach dem Studium?"-Veranstaltung. Er erzählte unter anderem, was Touristen in Berlin sehen wollen. Die Mauer. Erst danach kommen dann das Berghain, irgendwelche Schlösser oder historische Stätten.

Und ja, an der Mauer-Gedenkstätte unweit des Nordbahnhofs ist es immer sehr voll, wobei ich vermute, dass Schulklassen aus ganz Deutschland hingefahren werden, um danach zum Stasi-Gefängnis weitergekarrt zu werden.

Sehr viele Touristen sieht man logischerweise auch an der East Side Gallery. Und jedes Mal, wenn ich dort vorbeikomme, frage ich mich, warum dort eigentlich noch Touristen hinkommen...

Denn die Mauer ist in einem miserablen Zustand. Die Bilder der Künstler sind übersät mit lauter "Ich war hier"-Kritzeleien. Alles vollgemalt. Inzwischen sind weite Teile der Gallery mit Zäunen abgesperrt und werden gereinigt. Die Zäune stehen da schon bestimmt ein Jahr und vermiesen vermutlich jedes Foto von Leuten, die nur einmal im Leben nach Berlin kommen.

Vor kurzem war ich in den frühen Morgenstunden in der Gegend und habe mir mal die Wasserseite angeschaut. Hinter der Gallery sozusagen. Wo kaum jemand hingeht, zumindest keine Berliner. Wozu auch? Hinter der Mauer, dort, wo jetzt ein Haus mit teuren Eigentumswohnungen entstanden ist und ich mich wundere, dass die dort wohnenden das Umfeld anscheinend mögen.

Denn zum Wasser hin, sieht es hier immer gleich aus. Ich war einige Male dort. Mülleimer quellen über. Man sieht Spuren von Saufgelagen. Hier und da liegt jemand auf der Wiese, einige wohnen dort vermutlich auch. Die Kirschbäume, die die japanische Bevölkerung aus Freude über die Wiedervereinigung Deutschlands pflanzen ließ, kennt kaum jemand und der Stein ist auch zugetaggt. Am Tage erinnert einen manches an den Görlitzer Park...Zumindest das Gezischel diverser Händler...

Irgendwie typisch Berlin...Andere Städte würden eine der Hauptattraktionen vermutlich nachts abschließen und am Tage gar Eintritt nehmen. Muss ja nicht sein, aber das hier wohl eher auch nicht: