Dienstag, 14. November 2017

Das Einhorn von Lichtenberg

Irgendwie scheinen Mosaik-Wände wieder "in" zu sein. Ich habe in den letzten Monaten immer wieder Mosaikwände in Gärten gesehen. Teilweise kitschig, teilweise sehr schön. So langsam überlege ich selbst, ob man eventuell im eigenen Garten auch loslegen sollte... Aber welches Motiv wählt man dann?

"Ohne Horn wäre es nur ein Pferd" (Zitat von meinem Sohn)
Sehr unscheinbar, im Landschaftspark in Herzberge in Lichtenberg (ja genau, bei dem Krankenhaus, das viele nur durch als "Irrenanstalt" kennen), hüpft dieses Einhorn. Nebenan gibt es noch mehr Mosaikdeko, ein wenig erinnert das hier an Barcelona. Das Ganze ist sehr versteckt bei der dort ansässigen Gärtnerei. Die ist durchaus sehenswert, genau wie der Park drumherum, wo man alte Ackergeräte sehen kann und zudem auch eine Art Trimm-Dich-Pfad für Unterhaltung sorgt.

Fast wie in Barcelona

Katze, Hund, Schwein? Oder ist der Hund ein Bär?
Weit und breit war niemand, außer ein paar Schäfer, die darüber redeten, dass Schafe nun wirklich nicht dumm seien.

Undumme Schafe

Gesundheitspfad
Und nicht weit entfernt vom Einhorn, hat man aus alten Grabsteinen eine Mauer gebaut...So etwas habe ich inzwischen schon mehrmals gesehen und finde es leicht skurril, aber eigentlich auch nett, denn die Steine werden sonst ja einfach entsorgt. Ich habe am Flughafen Tempelhof mal beobachtet, wie eine ganze Wagenladung Grabsteine weggebracht wurde. Vielleicht, um eine Mauer zu werden...

Waldemar, der KFZ-Meister


Mittwoch, 8. November 2017

Flugzeuge im Bauch, im Blut Kerosin...

Wer mich kennt, weiß: wenn es an den Berliner Flughäfen etwas interessantes zu sehen gibt, fahre ich hin. Egal, ob Obama oder die Queen kamen oder der Siegerflieger... Am 27. Oktober las ich nachmittags eher zufällig, dass man beim letzten Flug der Air Berlin live dabei sein kann und die Besucherterrasse bis nachts offen sein wird. Und das sogar gratis. Ich war noch nie im Dunklen auf der Aussichtsterrasse, weil sie da schlicht immer geschlossen ist. Also war klar, dass wir hinfahren.


Ich muss gestehen, dass Air Berlin nicht wirklich zu meinen Favoriten zählte. Wenn es sich vermeiden ließ, habe ich die Konkurrenz gewählt.  Von Service, Herz (abgesehen von denen aus Schokolade) oder dem Lächeln, das laut Air Berlin-Hymne angeblich stets mit drin sei, bekam ich bei den wenigen Flügen nichts mit. Aber das ist Schnee von gestern.

Die Busfahrt zum Flughafen war amüsant. Erst zeigte sich der Busfahrer von seiner lustigen Seite mit einer Durchsage:
"Keine Sorge, wir halten jetzt nur noch mal kurz an, damit der junge Mann sein Bier entsorgen kann".
Der Bus hielt unmittelbar an einem Mülleimer...
"So, jetzt haste et och jar nich weit, Schätzelchen!"
Der Mann wirft brav die Bierflasche weg....
"Und wenn de jetzt noch deinen Astralkörper aus der Lichtschranke nimmst, können wir auch weiterfahren."
:-D

Später stiegen ein paar Air Berlin-Flugbegleiterinnen ein.  Da ging es wieder los:
"Mädels, ich finde es auch traurig, keine Schokoherzen mehr abends nach dem letzten Flug!"
Daraufhin holten sie Herzchen aus der Tasche, aber gaben keins dem Busfahrer ;-).
Es gab Applaus für den Fahrer bei der Anfahrt nach Tegel, was er mit einem "Wir sind doch noch gar nicht gelandet!" kommentierte.

Als wir um 20:30 ankamen, war es noch erfreulich leer. Keine Warteschlangen an der Sicherheitskontrolle und wir sicherten uns einen Platz in der ersten Reihe, quasi die Pole-Position. Später wurde es deutlich voller und am nächsten Tag las ich in der Zeitung, dass ab 22 Uhr wegen Überfüllung die Terrasse geschlossen wurde. Viele Planespotter waren da, viel Presse. Und die Pappflugbegleiterin, die früher in Reisebüros (oder am Flughafen?) herumstand.

Es war kalt. Es war eine gute Entscheidung, dass ich meine Winterjacke schon herausgeholt hatte. Es war eine schlechte Entscheidung, nicht auch die Wunderschuhe aus dem Schrank geholt zu haben. Aber es regnete nicht, es stürmte nicht, es hätte also schlimmer kommen können. Uns fiel erstmals bewusst auf, dass es da oben auf der Terrasse ja definitiv nichts zu essen gibt. Und keinen Taschenwärmerverkauf. Auch keine Toilette. Man hätte natürlich herunter in den Flughafen gehen können, aber wer würde schon den tollen Platz an der Pole Position aufgeben?

Neben uns stand ein Planespotter mit riesiger Kamera. Er zoomte für uns mal heran, was da für ein dickes Buch im Cockpit einer Brussels Airlines liegt. Es war die Bedienungsanleitung für den Airbus :-D. Sehr cool. Ich brauche auch so eine Kamera.

Es wurde voller und voller am Flughafen, selbst am Tower standen außen Leute. Man sah Menschentrauben an den Fenstern im Tunnel zu Terminal C. Und schon Stunden vor der Landung füllte sich das Vorfeld mit Air Berlin-Mitarbeitern. Zuvor hatte es einen Fackellauf von der Zentrale am Saatwinkler Damm zum Flughafen gegeben.

Und dann ging das Warten los. Für 22:45 war der Flieger angekündigt, aber sehr schnell konnte man in den Live-Tickern der Zeitungswebseiten lesen, dass sie viel zu spät gestartet sei. Sie sei aufgehalten worden, man habe noch mit Edding das Flugzeug verziert und überhaupt. Vermutlich war die Verspätung auch beabsichtigt, damit sie wirklich die letzte Maschine des Abends in Tegel ist. (was nicht klappte). Also hieß es warten... warten...ausharren... sich langsam Gedanken machen, wann eigentlich der wirklich allerletzte Bus nach Hause fährt...Flugzeuge gucken...
Einige andere Air Berlin-Flieger an dem Abend machten Überflüge über die Stadt, aber nicht so tief wie die in Düsseldorf, die es in die Medien schaffte. Irgendwann war der letzte Start einer Air Berlin nach München.


Kurz vor Mitternacht kam sie dann. Zum Glück saß zu Hause jemand, der auf Flightradar24 bequem auf der Webseite immer schaute, wo der Flieger gerade ist und so bekamen wir früh mit, dass sie von der anderen Seite kommen wird als erwartet. Und so bekamen wir auch einen Screenshot von dem Herz, das geflogen wurde über der Stadt.Für das Herz ging es auch einmal über den Flughafen, relativ tief und es wurde das Kabinenlicht an und ausgeschaltet. Das sah gut aus.
Dann die Landung, kein Durchstarten wie viele vermutet hatten, dafür eine ewig lange Runde über den gesamten Flughafen Tegel. In der Zwischenzeit landete noch schnell Niki aus Hurghada, dann war für den Abend Schluss...

Vier Flughafenfeuerwehr-Autos duschten das Flugzeug, dazu ein Konzert der Follow-Me-Cars. Das hatte schon etwas.  Ich habe solche Flugzeug-Begrüßungen mit Wasser schon öfter gesehen, bei Erstlandungen neuer Flieger, neuer Airlines etc, aber solch eine Lautstärke gab es da nie. Es folgte das Ausrollen von Transparenten und etwas, was von oben aussah wie eine Abschiedsparty.

Wir verzogen uns dann und erwischten den vermutlich wirklich letzten Bus. Eingequetscht wie die Ölsardinen ging es durch die Nacht...




Freitag, 27. Oktober 2017

Das Hostel-Hotel

Letzte Woche, im Wartezimmer einer HNO-Praxis in Berlin-Mitte. Ich saß da nur so herum, da ich jemanden nach einer ambulanten OP abgeholt habe. Und belauschte zufällig ein Gespräch eines sehr betagten Paares.

"Guck mal, da draußen... an dem Haus steht "Hostel". Was das nur wieder soll? Immer dieses Englisch überall. Die können doch Hotel schreiben."
"Was sagt du da, Schatz? Hotel?"
"Nein, Hostel. Es heißt sogar City Hostel. Als ob City nicht schon schlimm genug wäre. Auch noch Hostel. Die können doch einfach Stadthotel schreiben, dann würde das jeder verstehen. Hostel, was für ein unmögliches Wort."
"Schatz, warum sagst du immer Hotel?"
"HOSTEL!! Ich sagte HOOOOOSTEL!"
"Was soll das sein?"
"Sag ich doch, versteht keiner. Die sollten Hotel schreiben!"
"Hotel?"
"Jaaaa, aber da steht Hostel!"
"Hach ja...schlimm, es ist einfach nicht mehr arisch (!!!!) hier."

Ohne Worte. Und ich verspürte auch kein Bedürfnis, denen den Unterschied zwischen Hotel und Hostel zu erläutern.

Als ich später an dem besagten Hostel vorbei lief, fiel mir auf, dass es sich um das Hostel bei der nordkoreanischen Botschaft handelt, das kürzlich durch die Presse ging...


Donnerstag, 19. Oktober 2017

Ausflug: Schweiz, Liechtenstein, Österreich

Einmal im Jahr mache ich einen Ausflug nur zum Geocachen. Da muss dann ein neuer Länderpunkt her und/ oder besonders alte Dosen gefunden werden. Schon eine ganze Weile war geplant, in die Schweiz zu reisen, immerhin winkt ein Edelweiß als Souvenir-Badge ;-). Und wenn man schon einmal dort ist, könnte man auch nach Liechtenstein fahren. Und da die Übernachtungskosten in der Schweiz und Liechtenstein selbst in der Jugendherberge völlig überzogen sind für das, was man bekommt, haben wir uns eine Unterkunft in Österreich gesucht. Drei Tage, drei Länder und das dennoch ziemlich entspannt.

Berge
Mit Swiss ging es los nach Zürich. Der Preis war mit 39 Euro/Strecke geradezu verdächtig günstig, dafür dass man sogar ein Gepäckstück hätte aufgeben können und etwas zu essen und zu trinken bekam - ohne Aufpreis. Und es ging los ab Tegel. Für uns wesentlich besser gelegen als Schönefeld. Und dazu noch tolle Uhrzeiten...morgens kurz vor 7 Uhr los, abends nach 22 Uhr zurück. Man konnte die Tage also voll nutzen.

Los geht´s
Geflogen wird auf der Strecke übrigens leider nicht mehr mit Jumbolino oder Saab 2000 wie vor 15 Jahren, bei meinem letzten Flug nach Zürich, sondern mit Airbus A320, die durchaus schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben. Die Flieger auf dem Hin- und Rückwag waren 20 bzw. 22 Jahre alt. Aber wie war das doch gleich? Bei einem so alten Flugzeug wurde alles schon einmal getauscht, da ist nichts wirklich so alt ;-). Es ging auch nur die Kaffeemaschine kaputt.

Nach einem "Grüezi and welcome an board!" ging es los. Pünktlich und unspektakulär. Und falls es interessiert: es gab morgens eine Art Brötchen mit Schokosplittern und auf dem Heimweg zu Abendessenzeit Sandwiches wahlweise mit Käse oder Huhn (?). Dazu vor der Landung "Schoggi" ;-). Und Vivi Cola. Interessant schmeckendes Getränk.

Der Flughafen Zürich ist  von außen nicht hübsch, aber riesig. Ich persönlich mag ihn ja schon allein wegen seiner tollen, übers Netz steuerbaren Webcams. Die Kinder hatten Spaß, von zu Hause nach "meinem" Flugzeug zu sehen.
"Mama, ich glaube, DEIN Flugzeug haben wir nicht gesehen. Aber eins, das genauso aussah". Na sowas.. ein Swiss-Flieger in Zürich ;-).

Wir sahen vor Ort auch dieses Flugzeug. Es gehört den Rolling Stones und war leider sehr weit weg:

Rolling Stones-Flugzeug

Zürich ist klein. Wir merkten das schon kurz nach der Landung, denn man war so unglaublich flink am Hauptbahnhof mit der Bahn. Und die Innenstadt ist auch eher klein. Beim Erkunden der Stadt kamen wir schnell an Orten vorbei, die wir zuvor schon gesehen hatten bei unserem Rundgang. Das ging schneller als gedacht ;-).

Blick vom Lindenhof
Es  gibt den Zürisee, einige Hügel, in der Ferne schon gut sichtbar richtig hohe Berge,  viele teuer aussehende Autos, die samstags bei gutem Wetter herumgefahren werden, einen schnellen Fluß, den Limmat, überall Trinkbrunnen, alt aussehende Straßenbahnen. Und (nicht) vegane Suppe mit Wurst.

Suppe
Kurz: schöne Stadt, man kann sie in 1-2 Tagen zu Fuß problemlos erkunden, aber auch ganz schön teuer. Pizza für 30 Euro haben wir gesehen auf einer Speisekarte. Und unseren eigentlich Plan, eine Nacht in Zürich zu verbringen, haben wir verworfen, nachdem sogar die wenigen Hostel und auch das EasyHotel Preise ausriefen, die uns doch sehr happig für das Gebotene vorkamen. Und die AirBnB-Angebote in Zürich entweder sehr teuer oder irgendwie seltsam waren.

Limmat
Unter dem Lindenhof gibt es Ruinen zu sehen. Wer dort hinunter will, um einen Virtual Cache zu finden, braucht allerdings ein wenig Geduld, denn der Herr der Ruinen hat definitiv die Ruhe weg. So etwas unglaublich langsames habe ich noch nie erlebt. Beneidenswert. Burnout bekommt er sicher nie.

Unter dem Lindenhof
Von Zürich direkt weiter nach Liechtenstein. Mit dem Zug ist die Anreise nicht ganz einfach, Liechtenstein hat keinen Bahnhof, die Bahnlinie fährt knapp an der Grenze vorbei. Wenn man von Zürich nach Liechtenstein möchte, muss man entweder über Sargans oder Feldkirch fahren und von dort weiter. Von Feldkirch in Österreich mit dem Bus oder von Sargans mit einer Art Regionalbahn bis Sevelen und über die Grenze laufen.

Grenze zu Liechtenstein
Wir entschieden uns auf dem Weg nach Liechtenstein für die letztere Variante und liefen hinüber nach Liechtenstein. Das scheint der eher unübliche Weg zu sein, wir wurden von Autofahrern angehupt, obwohl wir auf dem Gehweg waren. Direkt an der Grenze, wo auch der Rhein fließt, wimmelt es dann aber vor Radfahrern und Inlineskatern. Angeln könnte man auch (zumindest gibt es einen Angel-Automaten mit Würmern und so etwas...).

So eine Art Wurmomat
Die Zugfahrt von Zürich nach Sargans ist schön. Es geht eine Weile am Zürisee entlang, dazu Berge, sehr grüne Wiesen. Wir hatten den Verdacht, dass die Scheiben getönt sind, damit die Landschaft noch besser aussieht. Uns wurde aber von Einheimischen versichert, dass die SBB das nicht tut, auch wenn es ihnen zuzutrauen wäre ;-).

Schweizer Bahn
Liechtenstein... das sechstkleinste Land der Welt und irgendwie doch größer als ich angesichts dieser Angabe erwartet habe. In Vaduz wimmelt es vor Touristen aus Asien. Es sind noch mehr als im Heidelberger Schloss. Wir hatten tolles Wetter und schauten uns an einem Nachmittag Vaduz an. Dann hat man es im Prinzip auch schon gesehen. Mit dem Bus ging es weiter nach Österreich zu unserer Unterkunft. LieMobil heißt die "BVG" von Liechtenstein und fährt so lange quasi im Kreis herum durch jeden kleinen Ort, dass man tatsächlich gut eine Stunde braucht für wenige Kilometer.

Schloss Vaduz

Wir hatten wieder eine Unterkunft über AirBnB gebucht. Diesmal in einer Loft-Wohnung mit sehr ungewöhnlicher Architektur und samt zwei Katzen. Sehr cool. Ich buche nur noch Unterkünfte mit Katze ;-).



Feldkirch ist auch klein, aber nicht winzig, man hat einiges an Infrastruktur in Form von Läden und Restaurants. Es gibt einen netten Multi-Cache durch den Ort und um die Ecke einen ganzen Geocaching-Trail mit jede Menge Favoritenpunkten. Leider gelang es uns nicht, den Zugang zu diesem Berg zu finden, ohne über die Autobahn laufen zu müssen. Also suchten wir Caches an der Grenze von Österreich und Liechtenstein und hüpften so quasi hin und her zwischen den Ländern.



Die Gegend ist malerisch und selbst im Herbst erstaunlich grün. Überall Kühe, die mit Glocken klingeln (bekommen die davon keinen Tinnitus?). Sonst fast niemand weit und breit. Nur ein Hund, der gerne mit einem Stöckchen spielen wollte.

Spielender Hund

Kühe mit Glocken und Badewanne
Wir haben neue Begriffe rund ums Geocachen gelernt... Nachti = Nachtcache. Tomatenwischer= das Ding, das man braucht, wenn man Tomaten auf den Augen hat. Ansonsten machte uns der Dialekt schon ein paar Probleme. Einmal erzählten uns zwei ältere Schweizer etwas sehr lange und sehr ausführlich. Wir haben die Grundaussage irgendwie schon verstanden, aber.... ?! Aber es klingt gut ;-).

Unterwegs wurde man ab und von Spaziergängern gegrüßt...
"Sag mal, hat die Frau gerade "Ahoi" gesagt?". Nein, sie sagte vermutlich so etwas wie dieses Murmeltier:



Alles in allem: ein schöner Ausflug, ca. 50 Geocaches gefunden und über 60.000 Schritte gelaufen in drei Tagen.

Kalt war´s...

Dienstag, 12. September 2017

Wo die Uhren langsamer ticken...

Fast ein Jahr nach dem Tag der offenen Tür an den diversen Grundschulen, der etwas nervenaufreibenden Bewerbung an der Wunsch-Schule und der Zusage Monate später, war es nun so weit... Einschulung am Wochenende und gestern der erste Schultag...

Sein Fazit nach dem ersten Tag:
Es war ganz ok, aber die Uhr, die wir ihm zur Einschulung geschenkt haben, läuft in der Schule langsamer als sonst...

Ansonsten wurde noch erstaunt festgestellt, dass die erste Klasse ja doch mehr als 5 Tage dauern wird, dabei hat der Stundenplan doch nur 5 Tage... ;-)


Mittwoch, 6. September 2017

Unter Rentnern... IGA 2017

In der letzten Ferienwoche hatte der Junior eine Ferienaktion auf der IGA gewonnen. Das heißt, er lief über 5 Stunden lang in einer betreuten Kindergruppe über das Gelände und ging  dann noch zum Basteln, während ich die Zeit irgendwie vertreiben konnte. Da Marzahn jetzt nicht die spannendste Umgebung bietet und ich eigentlich auch schon nahezu jeden Winkel dort kenne, kaufte ich mir kurzerhand auch eine Eintrittskarte für die IGA und schaute mich um.


Meine Erwartungen waren niedrig. Ich hatte gehört, dass es kaum etwas zu sehen gibt, es viel zu teuer ist für das, was geboten wird und überhaupt...Und ja, 20 Euro Eintritt sind ganz schön happig für eine Eintrittskarte. Wer nach 17 Uhr kommt, zahlt die Hälfte. Inwiefern sich das jetzt bei den kürzer werdenden Tagen lohnt, muss jeder für sich entscheiden.

Am Haupteingang ist  nahe der U-Bahn-Station "Gärten der Welt": nichts. Nur ein paar Stände mit Pflanzen, Sonnenfängern und Schnaps in Dosen. Ein großes Blumenbeet. Und eine Art Container, in dem man "Mobilitätshilfen" für Senioren und Bollerwägen leihen kann. Ein Spielplatz ist hier auch noch, nach Vorbild des Buches "Der 35.Mai" von Erich Kästner. Und wenn man nun wirklich viele Blumen sehen will, muss man sehr weit laufen oder direkt in die Seilbahn steigen. Wer Höhenangst hat, hat also hier schon verloren ;-).


Da ich es schon mehrfach gefragt wurde: während der IGA kann man ohne Aufpreis so viel Seilbahn fahren wie man Lust hat. Wenn es voll ist, muss man natürlich nach jeder Fahrt etwas warten, aber es kostet nichts extra, immer wieder zu fahren, selbst wenn man 20x an einem Tag das Gelände von oben sehen mag ;-). Leider haben nur 6 Gondeln von 64 einen Glasboden. Auf der Grünen Woche wurden sie als DAS Highlight angepriesen. Ich erwischte nur ein einziges Mal eine Gondel mit Glasboden - und der war so verkratzt, dass man schon genau hinsehen musste, um ihn als solchen zu erkennen. Schade!

Die erste Haltestelle der Seilbahn ist auf dem Kienberg. Dort ist eine Aussichtsplattform namens Wolkenhain. Gut, mit Fantasie kann man eine Wolkenform erkennen. Man kann eine Treppe hochsteigen (Achtung, Metall zum Durchgucken...!) oder den dezent ausgeschilderten Aufzug nutzen. Von da oben sieht man: Häuser. Plattenbauten soweit das Auge reicht. Mir war das nicht bewusst, wie viele es dann doch sind. Alles voll. Nur mit Fantasie erkennt man in der Ferne aus andere Bauwerke. Man sieht den Fernsehturm und das Tempelhofer Feld. Und sogar das Kraftwerk Lichterfelde erkannte man schemenhaft in der Ferne.


Für die Touristen überwog aber wohl die Plattenbau-Aussicht. Ich hörte wie sich zwei alte Damen mit NRW-Dialekt unterhielten:
"Hach, hier auf der IGA ist es so schön grün. Da können sich die Berliner eine Dauerkarte kaufen und dann aus ihren kleinen Wohnungen herauskommen und mal im Grünen einen Buch lesen".
Hmpf...

Hier oben beim Wolkenhain beginnt auch die Sommerrodelbahn. Sie kostet 3 Euro extra und ist nicht so wirklich spektakulär. Der Kienberg ist halt auch nicht wirklich hoch.

Fährt man mit der Seilbahn vom Kienberg wieder herunter, kommt man zu den Blumenhallen, die zwar schön, aber nicht sehr groß sind. Und zu einem Wassergarten, der schon cooler ist. Mit tollen geschwungenen Bänken, über die ein Parkranger wacht - damit man auf der Bank bloß nichts isst und sie verschmutzt!

Apropos Essen... entweder man geht in eines der Restaurants, oder man isst Bratwurst für 3,50 Euro. Oder Eis. Das gastronomische Angebot war erstaunlich klein. Ich wollte mich nicht allein in ein Restaurant setzen und da ich auf keine Lust auf Bratwurst hatte, blieb es bei einem Eis zum Mittagessen.


In dem Bereich bei den Blumenhallen geht es dann auch zu den Gärten der Welt, die es ja schon lange gibt. Vorbei an schönen Anpflanzungen, Beispielgärten,  die man zu Hause "nachahmen" könnte, Dahlienbeeten, Rosengarten und richtig hübschen Grab-Bepflanzungen.. Ich habe viele Fotos gemacht, um das eine oder andere nachzupflanzen.Ich glaube, in meinem nächsten Leben werde ich Friedhofsgärtnerin ;-).

In dem Bereich rund um die Gärten der Welt war ich zwar ewig unterwegs, aber die Zahl der IGA-Anpflanzungen kommt einem dennoch wenig vor, weil der gesamte Park so riesig ist. Von der Seilbahn aus sieht man soooo viel Grün, viel Wildnis und sogar ein Reh entdeckte ich. Da wirken die Blumenbeete schon klein.



Auf Kinder wartet ein ganz tollen Wasserspielplatz mit Wal und auf alle ein Heckenlabyrinth- aus dem ich nur dank eines freundlichen Rollstuhlfahrers wieder herausfand...!



Und diese Bärchen sind noch da. Die gab es 1987 zur Berliner Gartenschau auch schon und es gibt ein Foto von mir als Sechsjährige, an diesem gelben Bärchen hängend... Ich hoffe, meine Mutter findet das Foto noch.



Was mir auf der IGA auffiel: ich war an dem Donnerstagvormittag quasi allein unter Rentnern und Kindergruppen. Wohin man schaute, fast nur Senioren. Einmal beobachtete ich, wie ein Rollator einen Kinderwagen rammte. Der kinderwagenschiebende Vater meinte passend dazu "Jetzt fahren die Rentner schon die junge Generation um" ;-).

Alles in allem...lohnt es sich? Nun ja, für einen Familienausflug summiert sich der Eintrittspreis schon ganz schön auf. Montags ist Familientag, da ist es günstiger. Es lohnt sich meiner Meinung nach wegen der Seilbahn und für Kinder wegen der tollen Spielplätze. Die Anpflanzungen sind... naja, Blumen eben. Wer sich aber für Gartengestaltung und Blumen interessiert, kann hier viele Ideen für den heimischen Garten mitnehmen und das ist wohl auch der Sinn einer IGA.

Donnerstag, 31. August 2017

Zeit...

Gesehen am Ernst-Reuter-Platz...


Montag, 28. August 2017

Shades of Grey...

Letzte Woche entdeckte ich im Baumarkt das hier... Farben mit Namen. Poesie der Stille. Melancholisches Novembergrau. Würdevolles Hellgrau. Klingt, als könnte man damit ein Bestattungsinstitut streichen.


Es gibt aber auch fröhlichere Farben wie "Hüterin der Freiheit" (grün) oder "Tanz der Sehnsucht" (dunkelrot). Oder "Dächer von Paris", eine Taupe-Ton. Aber ich muss sagen, ich finde diese Namen es besser als die typischen Nummern, die Farben sonst immer haben und die man sich nie merken kann. Und wenn man dann Farbe nachkaufen möchte, weiß man die garantiert nicht mehr.

Und wem das alles zu trist ist, nimmt einfach das hier:


*nein, das hier ist nicht gesponsert oder sonstwas, ich bin nur mit offenen Augen durch den Baumarkt gelaufen und habe Wandfarben betrachtet