Mittwoch, 18. Juli 2018

Gekidnapped - Ein Besuch bei Escape Berlin

Vor einigen Woche wurde ich von Escape-Berlin gefragt, ob ich mit Freunden ein Live-Escape-Game ausprobieren möchte. Ich hatte zuvor schon viel Gutes über solche Spiele gehört, also entschied ich mich, Mitspieler zusammenzutrommeln und es zu probieren.
Mir wurde ein Gutschein für ein Spiel für bis zu 6 Personen gratis zur Verfügung gestellt. 



Schließlich haben wir das Spiel zu viert gespielt - weil die fünfte eingeplante Person schon zu Beginn Angst bekommen hat. Aber dazu später mehr...

Wie gesagt, gehört hatte ich schon einiges  davon, ausschließlich Gutes. Aber ich muss zugeben, dass ich selbst eher skeptisch war. Kniffelige Rätsel lösen, um zu einem Ziel zu kommen - das mache ich beim Geocachen ohnehin ständig und das draußen und ohne Eintritt zu bezahlen. Aber gerade von anderen Cachern hatte ich gehört, dass solche Escape-Games klasse sein sollen - wie ein riesiger, besonders gut gemachter Cache, bei dem garantiert alles funktioniert und der tolle Elemente beinhaltet.

Escape-Berlin liegt in der Nähe des S-Bahnhofs Landsberger Allee in einem alten Bürogebäude. Wenn man von der Storkower Straße mit Auto oder Bus kommt, sieht man ein großes Schild. Am S-Bahnhof ebenfalls, aber vor Ort  an der Tür zum Gebäude wäre ich beinahe erst einmal vorbeigelaufen.
Direkt vor der Tür gibt es übrigens Parkplätze.


Ist man mit dem Aufzug ins Obergeschoss gefahren, erkennt man von dem hässlichen Bürogebäude nichts mehr. Schöne Räumlichkeiten warten auf einen, ein freundlicher Empfang und die Wartezeit bis zum Spielbeginn kann man in einem großen Raum mit mehreren Sitzecken und Blick auf die Stadt verbringen.

Es gibt vier verschiedene Spiele zu unterschiedlichen Themenbereichen:

  •  Sherlock Holmes  
  •  Kidnapped - ein Horror-Spiel
  •  Schnapsladen - eine Art Trinkspiel mit echtem Alkohol
  •  Big Päng - ein Game mit satirischen Anspielungen auf bekannte TV-Serien
Auf dieser Webseite  gibt es übrigens eine Auflistung von  den unterschiedlichsten Escape-Games in zahlreichen Städten. Ich bin erstaunt, was es alles gibt. 


Bei allen Games geht es darum, durch das Lösen von Rätseln nach einer Stunde wieder den Raum zu verlassen. Die Räume, die wir gesehen haben, waren groß. Man fühlte sich nicht wirklich eingesperrt.

Ein Spiel kostet 19 Euro pro Person (Schnapsladen 25 Euro) und man bucht vorab auf der Webseite und geht dann zum gewählten Termin hin. Das Szenario hat man dann für eine Stunde, komplett für sich allein und kann ungestört rätseln.
Sherlock Holmes und Big Päng sind auch für Kinder geeignet, Schnapsladen und Kidnapped nicht.


Wir entschieden uns für das Horrorspiel "Kidnapped". Zum einen kannten zwei der Mitspieler das Spiel Sherlock Holmes schon (welches sonst die erste Wahl gewesen wäre), zum anderen mag ich persönlich durchaus gruselige Dinge und war gespannt, was hier geboten wird.

Bei dem Spiel geht es darum, dass man von einem Psychopathen gekidnapped wurde und nur eine Stunde Zeit hat, um ihm zu entfliehen. Die Räume sind mit vielen gruseligen Elementen versehen, manche Bilder behält man noch recht lange im Kopf. Es ist in der Tat definitiv nicht für Kinder geeignet.

Bildquelle: Escape Berlin
Nach einer kurzen Anweisung durch die Spielleiterin ging es los. Rucksäcke, Taschen, Jacken, Getränke und was man noch so dabei hat, kann man dann in einem Spind einschließen. Das Mitnehmen von Essen und Getränken in die Spielräume war auch gar nicht erlaubt. Aber man hat zum Essen ohnehin keine Zeit.

Natürlich werde ich nun nicht spoilern, aber schon im Vorraum unseres Spiels war alles so gruselig gestaltet, dass eine Mitspielerin rückwärts wieder hinauslief. Wir anderen waren mutig, aber ich gestehe, dass mir streckenweise schon sehr mulmig war. Es war ein Erlebnis für alle Sinne und man rechnete immer mit weiteren gruseligen Dingen und wurde ziemlich schreckhaft, weil es einige überraschende Momente gab.
Man wusste zwar natürlich die ganze Zeit, dass es ein Spiel ist, aber es war ein wenig wie Geisterbahn fahren, nur deutlich realistischer.

Bildquelle: Escape Berlin
Vermutlich vernebelte uns die Angst auch ein wenig das Gehirn, denn wir brauchten beim Rätseln einige Male Hilfe, die nach einiger Zeit erfolglosem Grübeln dann auch immer auf einem Monitor erschien. Das fand ich gut, denn so hatte man eine realistische Chance, es in einer Stunde zu schaffen.

Die Rätsel waren alle stimmig, gut lösbar und logisch, einiges erforderte echt Mut und anderes Überwindung. Es gab einige sehr überraschende und auch witzige Elemente, die gut umgesetzt waren. Unser Fazit war ganz klar: es hat Spaß gemacht!

Auf dem Monitor erschien auch immer die Angabe der noch restlichen Zeit. Gerade einmal zwei Minuten vor Ablauf der Zeit hatten wir es geschafft und waren dem Psychopathen entronnen.

Danach sahen wir "unsere" Spielleiterin wieder, das Licht ging an und es wurden zum Abschied noch Fotos geknipst, die man sich direkt kurz darauf auf der Webseite ansehen konnte (natürlich nicht öffentlich, man erhielt einen persönlichen Link).

Unser Fazit:
Es hat großen Spaß gemacht. Ich hätte nicht gedacht, dass so ein Spiel einen wirklich eine Stunde so fesselt und die Zeit wie im Fluge vergehen lässt. Ich würde es jederzeit wieder machen und kann es empfehlen.

Montag, 25. Juni 2018

Könnte sein...

Gestern Abend... ich trete gerade durch unsere Gartentür, als ein alter Mann mit Gehstock den Weg entlang läuft und sich wegen meines plötzlichen Erscheinens erschreckt...

"Huch, da kommt ja jemand aus der Höhle!" sagt er eher zu sich selbst... "Hey, hey, ich habe vor 3 Tagen die Hecke geschnitten...!" denke ich mir dazu...

Der Mann läuft recht zügig weiter, ich schaue den Weg entlang und entdecke eher am Horizont einen schnell laufenden, aber noch weit entfernten Hund. Ohne Besitzer. Ich beobachte das ein wenig, aber es erscheint kein Besitzer. Ich überlege schon, ob mir da jetzt gerade ein Hund zuläuft und flitze erst einmal dem schnellen alten Herrn hinterher und frage, ob das sein Hund ist...Denn außer ihm ist weit und breit niemand zu sehen.

Er dreht sich um. Schaut. Ist verwundert. Und meint todernst:
"Ja, das könnte mein Hund sein".
Wie....könnte?! Wenn man Gassi geht, weiß man doch, dass man einen Hund dabei hat und wie der aussieht?!

Wie sich herausstellte, war es sein Hund. Aber der Mann hatte ihn eigentlich nicht mit zum Spazieren genommen und der Hund war schlicht ausgebüxt. Ende gut, alles gut.


Freitag, 15. Juni 2018

Spandau und der Rest... Neulich im ICE...

Einmal im Monat fahre ich nach Hannover und natürlich wieder nach Hause. Quasi eine meiner Stammstrecken. Manche Fahrgäste kenne ich schon, weil sie offenbar genau die gleiche Strecke zur gleichen Zeit immer wieder fahren. Und manchmal wundert man sich einfach nur über die Mitfahrenden...

Nein, ich spreche nicht von dem Mann, der letzte Woche seinen beachtlichen Bauch auf den Tisch, an dem auch ich saß, legte und ich ihn bitten musste, das nicht zu tun, da sonst mein Laptop nicht auf den Tisch passt. Sondern von dem ungewollt komisch wirkenden älteren Paar am Fenster...

Sie kamen aus Köln und wollten in Berlin-Gesundbrunnen umsteigen in den ICE nach Binz. So weit, so gut. Sie waren geschätzt so Ende 70, vielleicht auch schon älter. Sie offenbar mächtig schwerhörig, er genervt von ihr. Sie hatten sich nicht nur 1.Klasse-Tickets gekauft, sondern auch den Umsteige-Service der Bahn gebucht, damit auch wirklich alles glatt geht. Die Frau machte sich dennoch bereits (mindestens) ab Hannover Sorgen, dass das nicht klappen könnte....Wobei ich nicht ausschließen würde, dass das Drama nicht schon weit vor Hannover begonnen hat.

"Du...sag mal, Schatzi... wann fährt denn der ICE  nach Binz?"
"13:51 Uhr."
"Ja, schaffen wir das denn?"

Mehrere Fahrgäste versichern, dass dieser Zug, in dem wir gerade sitzen, pünktlich um 13:24 Berlin-Gesundbrunnen erreichen wird. Ich schaue auch in der Bahn-App nach, an welchem Gleis wir ankommen werden und wo der nach Binz abfahren wird. Sehe dabei, dass es nicht weit ist. Ich versichere den beiden außerdem, dass der Bahnhof Gesundbrunnen im Vergleich zum Hauptbahnhof klein und übersichtlich ist. Ich sehe in der App auch, dass bei dem Zug nach Rügen sogar dabei steht, dass er wartet. Um es nicht zu verkomplizieren, sage ich das aber nicht. Aber ich bin absolut sicher, sie werden es schaffen.

Der Schaffner kommt... die Dame fragt wieder:
"Werden wir pünktlich sein? Kommt dann jemand wegen der Koffer? Die kommen nur zum Bahnsteig, oder? Wie viel Zeit haben wir zum Umsteigen?"
Der Schaffner verspricht, dass alles klappen wird, er habe noch einmal zusätzlich Bescheid gegeben, aber es stünde auch im System. Es wird funktionieren.

Der Zug fährt weiter durch die Provinz, oben im Display steht bereits "Nächster Halt: Berlin-Spandau".
"Du, sag mal, Schatzi... Was kommt denn nach Spandau?"
"Na, der Rest von Berlin".
"Der Rest sagst du? Was ist der Rest?"
"Na, der Rest!! Du hattest zu viel Kaffee, du bist zu nervös!"

Kurz wenden sie sich anderen Themen zu.
"Sag mal, Schatzi... hast du genug Geld dabei?"
"Ja."
"Also, ich habe noch einmal 800 Euro vorn in den Rollkoffer gesteckt. Meinst du, das reicht???"
"Ja. Wir haben doch auch noch die Kreditkarte dabei. Damit bezahlen wir doch immer alles. Sogar unseren Rasenmäher."
Ich grübele kurz, wieso sie mehrfach einen Rasenmäher bezahlen, vermute aber, es handelt sich um eine Art Garten-Hilfe. Die nehmen heutzutage Kreditkarten?

Danach geht es lautstark weiter... Darüber, dass Donald Trump die Frau weggelaufen sei (ist sie?) und über den Kaffee aus dem Bordrestaurant.

Der Zug saust mit immer noch 200 km/h durch Falkensee, die Ansage ertönt, dass wir bald Spandau erreichen.
"Schatzi, müssen wir hier umsteigen?"
"Nein."
Mehrere Fahrgäste versichern, dass dieser Zug, genau wie es deutlich lesbar überall steht, nach Berlin-Gesundbrunnen fahren wird. Ich erwähne, dass zwischen Spandau und Gesundbrunnen noch der Hauptbahnhof kommen wird.
"Ja...müssen wir da umsteigen?"
Alle in Reichweite wie im Chor: "NEIN!"
Und was, wenn wir Gesundbrunnen verpassen?"
Wieder alle: "Das kann man nicht verpassen, das ist die Endstation!"
"Endstation? Müssen wir jetzt aussteigen?"
"NEIN, Gesundbrunnen ist die Endstation."

Ich erwähne dummerweise, dass ich dort auch hinfahre. Also geht es wieder los...
"Sie steigen da auch aus? Ja, dann können Sie uns ja Bescheid sagen..."
"Ja."
"Fahren Sie auch nach Binz?"
"Nein." (ich wohne im Rest von Berlin...)
"Und könnten Sie den Rollkoffer tragen? Denn die von der Bahn, die kommen ja nicht in den Zug rein.... War letztes Mal auch so. Da sind wir über Hamburg gefahren. Wir hatten nur 7 Minuten Umsteigezeit. Und die kamen nicht rein!"
"Ok, ich trage den Koffer."

Hauptbahnhof. Der Zug steht. Er steht da immer lange. Die allermeisten steigen aus.
"Sag mal, Schatzi... Der Zug fährt nicht mehr weiter...! Was, wenn wir für immer hier stehen bleiben und dann fährt unser Zug nach Binz weg! Wie spät ist es?"
"13:10 Uhr"
"Und wann fährt der Zug nach Binz?"
"13:51 Uhr"

Eine Frau von der Bahn steigt ein.
"Hallo, ich bin Ihre Umsteigebegleitung. Ich habe gehört, Sie wollen nach Binz? Ich begleite Sie bis zum Gesundbrunnen, trage den Koffer und bringe Sie zum Zug nach Binz."

Hurra. Endlich ist die Dame beruhigt. Und ich brauche den Koffer nicht tragen. Ich frage mich ja, wie "Schatzi" das aushält, falls die Gute immer so ist...

Dienstag, 5. Juni 2018

Der unerreichbare Busknopf...

Am Wochenende war, wie in jedem Jahr, der Tag der offenen Tore bei der S-Bahn-Werkstatt in Erkner. Bisher haben wir den weiten Weg aus dem Norden Berlins doch etwas gescheut, aber dieses Mal waren wir dort. Ausführliches mit einigen Fotos kommt in ein paar Tagen. Vorab eher etwas lustiges...



Vielleicht kennt noch jemand diese Ikarus-Busse, die in Ostberlin vor 1990 fuhren? Mit diesen ungarischen Bussen konnte man auch bei diesem Tag der offenen Tor in Erkner fahren. Oder man konnte sie besichtigen. Wir beschränkten uns auf letzteres und schauten uns in diesem alten Bus um.



Bei diesen Bussen kommen bei mir bis heute Kindheitserinnerungen hoch... Diese unfassbar hohen Stufen, die ich als kleines Kind kaum hochkam und wie meine Mutter mich immer so am Arm dort hochzog. Das seltsame Griffteil so schräg an der Treppe. Die oft kaputten braunen Ledersitze, ebenfalls mit Griff.


Und das schlimmste: der Knopf, um dem Fahrer zu signalisieren, dass man aussteigen will. Der war über der Tür angebracht. Ganz oben. Man kam, als Erwachsener, stehend dort heran, wenn man oben im Bus, nicht auf der Treppe direkt unter dem Knopf, stand. Man musste sich so schräg machen. Ich weiß noch, wie sich meine Mutter mit ihren 1,68 m immer gestreckt hat, um den Knopf zu erreichen. Und wie ich als Kind immer Angst hatte, dass ich irgendwann ja mal allein Bus fahren muss und dann werde ich niemals an diesen Knopf kommen. Im Hinterkopf schwirrte das immer herum. Ich sah mich bereits durch die Weltgeschichte gurken, dazu verdammt, niemals aussteigen zu können ;-): Warum auch immer mir dieser Gedanke kam. Und irgendwie war ich echt froh, als die BVG-Busse, die ja dann bald in ganz Berlin fuhren, plötzlich bestens erreichbare Knöpfe hatten (und bis heute haben).




Mittwoch, 30. Mai 2018

Summer in the City

Vorgestern war wieder mal einer dieser Tage, an denen ich mal wieder froh war, zwar in Berlin zu wohnen, aber jwd, janz weit draußen...

In einem Anfall von Leichtsinnigkeit beschloss ich vorgestern, trotz der vorhergesagten 30 Grad, mein Fahrrad zu schnappen und eine Radtour durch Schöneberg und Wilmersdorf zu drehen. Für einen Geocache sollten Elektrokästen mit Motiven, die im Rahmen von Stromkastenstyling gemalt wurden, gefunden und das Gefundene am Ende zu Koordinaten verarbeitet werden. Ich hatte maximal drei Stunden einkalkuliert und ja, auch das Wetter etwas unterschätzt. Als ein Freund morgens noch fragte, ob das unser Ernst sei, war meine Antwort noch "Es gibt ja Springbrunnen und Eisdielen".

Schräger Vogel...
Wir radelten und radelten... von 10 bis 18 Uhr. Bei 30 Grad und Sonnenschein. Wir fanden am Ende zu viele, aber falsche Kästen. Irgendwann erschien es mir wahrscheinlicher, dass wir eher die Katze finden werden, deren "vermisst"-Zettel an jedem Stromkasten klebte, als dass wir endlich alle benötigten Motive finden. Wir fanden die Katze nicht. Aber wir fanden immerhin ein paar andere Geocaches. An einem half sogar ein Yoga-Guru, der auf der Wiese  am Viktoria-Louise-Platz saß und eigentlich Hilfe bei Handständen anbot...

Es war in der Gegend rund um Rathaus Schöneberg und Volkspark Wilmersdorf  bis hinüber zum Preußenpark eindeutig zu warm, zu voll, zu wuselig... viele schräge Vögel, Bordsteinschwalben, Bewohner vom Sozialpalast... Ein vermutlich irrer Mann brüllte uns so laut an, dass die Lautstärke an Körperverletzung grenzte... Dabei hatten wir in dem Moment gar nichts getan, außer eben auf dem Radweg zu fahren.



Später standen mit den Rädern kurz jemandem ziemlich im Weg an einer Kreuzung und starrten auf unsere Telefone. Der Autofahrerer hupte nicht. Ich wunderte mich, als ich unser Missgeschick bemerkte, warum der sich nicht bemerkbar gemacht hat, bis ich sah: das war kein Berliner, sondern jemand aus Bonn ;-).

An einer roten Ampel sah ich, wie eine Autofahrerin einen großen Schluck aus der Flasche nahm. Aus einer Weinflasche...! Als sie meinen überraschten Blick sah, verschwand die Flasche wieder. Ist das nicht auch unpraktisch, so eine Weinflasche kriegt man ja nicht mehr zu...

Im Preußenpark gab es, wie immer, Thai-Streetfood :-). Eine tolle Sache, mitten in der Stadt (über irgendwelche Hygiene-Lebensmittel-Verkaufsverordnungen kann man an der Stelle natürlich wunderbar diskutieren). Definitv ein (nicht wirklich geheimer) Tipp!

Rund um den Wasserpilz-Springbrunnen in der Sigmaringenstraße herrschte sehr reges Treiben. Es wuselte wie in einem Ameisenhaufen. Es war schon später Nachmittag. Kinder drehten durch, es flogen Rucksäcke, es wurde gekniffen und geheult. Beruhigend, dass in dem Punkt irgendwie alle so sind...Wobei, meine sind aus dem Kneif-Alter raus.

Eis!
Wir fanden auf unseren Wegen durch die Innenstadt immerhin viele Rasensprenger, Springbrunnen und etliche Eisdielen. Auch irgendwann eine einladend aussehende. Diese Eischokolade mit einer Art Tafel Schokolade dabei war für das Wetter denkbar ungeeignet. Sie schmolz in Rekordschnelle und ich versuchte mein bestes, sie schnellstmöglich zu vertilgen. Irgendwann wurde ich von meiner Begleitung gefragt: "Hast du einen Spiegel?". Ich ahnte es und schaute skeptisch mit der Selfie-Kamera vom Telefon nach. Ich sah in etwa so aus wie ein Kleinkind, das in den Schokopudding gefallen ist. Das wiederum erklärt, warum mich die drei Mädels gegenüber mich so entgeistert anstarrten. Ich die Mädels allerdings wohl auch, denn ihre Hosen waren so kurz, dass ich Dinge sah, die ich nicht sehen wollte. Bilder, geht aus meinem Kopf.

Irgendwann ging es wieder nach Hause. Ab zur Yorck-Straße. Jedes Mal stutze ich bei dem Bahnhof. Er ist so rostig und ich überlege immer, ob das jetzt echt der Bahnhof oder ein Lost Place ist und der Bahnhof bei einer der anderen Brücken.. Unterwegs noch ein kühles Getränk gekauft, da das Wasser im Rucksack Umgebungstemperatur hatte und dann ging ab nach draußen ins fast schon Umland... Hier haben wir schon seit den 90ern nicht mal mehr eine Eisdiele. Das ist schade, aber dafür wuselt es hier eindeutig weniger...

Sonntag, 27. Mai 2018

Neu bei uns... Esmeralda und Mia

Eigentlich wollte ich ja gerne wieder eine Katze...eher zwei.Aber wie es immer so ist: Es kommt anders als man denkt...

Vor ein paar Wochen kam die Große mit einem "Darf ich aus dem Garten eine Erdbeerpflanze haben?" aus der Schule nach Hause. Äh, klar, auch mehrere, aber warum?!
Es stellte sich heraus, dass in der Schule ein Projekt gemacht werden sollte, bei dem es - grob umschrieben - darum gehen sollte, eine Art Kreislauf zu erstellen... Erdbeeren und Salat anbauen, damit Mäuse füttern und dann mit dem Mäusedreck die Pflanzen düngen...Und immer so weiter...

Bedingung des Lehrers war, dass sich in jeder Dreiergruppe Eltern finden, die die Mäuse hinterher behalten als Haustiere. In der Gruppe meiner Tochter waren noch zwei Jungs. Der eine schied als "Mäusebehalter" aus, da er einen Kater zu Hause hat. Der andere wollte sie unbedingt, aber durfte nicht. Wir hatten nichts gegen Mäuse und die Vorfreude bei den Kids war groß. Wir lasen uns ein in die artgerechte Haltung und überlegten auch, ob wir dann mal Maus-Agilitiy ausprobieren wollen.... Wer nicht weiß, was das ist, schaut hier... das Video stammt aus Österreich und ist total süß:



Dann drohte das Projekt zu scheitern. Besorgte Eltern haben sich beschwert wegen Tierversuch (!). Vermutlich sind es die, die auch wegen Ökobilanz den Flug zur Klassenfahrt verhindert haben...
Ein anderes Argument war: Man könnte ja nicht sicher sein, ob die Familien, die die Mäuse behalten, die auch gut behandeln...Es ging sogar ein Brief an die Schulleitung. Ergebnis langer Diskussionen: Das Projekt kann starten, wenn die Mäuse von Anfang an privat gehalten werden.

Und nun sind sie da... und wohnen in einem großen Nagarium und sind niedlicher und unterhaltsamer als ich dachte. Sie heißen Esmeralda und Mia und sind auch schon recht zutraulich. Sie bauen Nester, graben Tunnel und rasen mit dem Laufrad. Lediglich die Tatsache, dass sie nachtaktiv sind, hat für leichten Frust beim Jüngsten gesorgt...

Wie ich erst jetzt bemerkte, sie die weißen Mäuse mit schwarzen Augen sogar recht selten. Quasi ein Glücksfall, dass wir so eine fanden.

Noch futtern sie allerdings kaum Frischfutter - sie mochten bisher weder Salat noch Löwenzahn noch Gurke so richtig gerne. Aber vielleicht mögen sie dann demnächst Erdbeeren...





Donnerstag, 12. April 2018

Frosch, Fasan, Freizeitpark Marienfelde...

Es ist erst wenige Wochen her, dass ich in einem Anflug von akutem Wahnsinn bei -15° C (!!) eine sechsstündige Wanderung durch Rudow gemacht habe... Und nun ist T-Shirt-Wetter und ich habe den ersten leichten Sonnenbrand.

Schlitten im Papierkorb
Und wie immer im Frühling liegt ganz Berlin voller Handschuhe, Mützen und Jacken, die die Menschen von sich geworfen haben. Im Gleisbett der S-Bahn am S-Bahnhof Landsberger Allee liegt derzeit neben einer Mütze direkt noch eine Fernbedienung und ein Glas, das den Flug anscheinend sogar überstanden hat...

Gestern war ich bei frühlingshaften Temperaturen mal wieder im Freizeitpark Marienfelde. Warum auch immer das Ding Freizeitpark heißt...Früher dachte ich bei Freizeitpark immer an Parks mit Achterbahnen und Karussells. In den Freizeitparks in Lübars und Tegel gibt es immerhin schöne Spielplätze, in Lübars einen Bauernhof und einen Rodelberg, in Tegel den See. Und in Marienfelde? Nichts. Naja, fast nichts. Es ist eine ehemalige Deponie und nachdem vor gut 20 Jahren Deponiegas eine Verpuffung verursachte, wurde das Areal jahrelang komplett gesperrt. Gut für die Natur. Und inzwischen kann man in den Park wieder hinein. Es gibt einen Bienenlehrstand, der für Klassen und Kita-Gruppen öffnet, es gibt ein Schaf in einem kleinen Gehege, einen ziemlich gut ausgestatteten Skatepark, ein paar Teiche und den Alpengipfel... Von dort hat man eine gute Aussicht - man sieht den Fernsehturm, das Rathaus Schöneberg, den Flughafen Tempelhof, die Gropiusstadt, die Müggelberge, die Thermometersiedlung, den Dörferblick und die Rudower Höhe... und noch viel mehr. Alles allerdings weit weg. Für Touristen ist die Aussicht vom Kreuzberg im Viktoriapark sicher besser.



Und wir sahen jede Menge Tiere... Fasane, Hasen (richtige Hasen, keine Kaninchen), Kröten, eine Eidechse, einen Greifvogel, Eichhörnchen...



Alles in allem: Wer bei Freizeitpark an einen Ort für einen Familienausflug denkt, wird etwas enttäuscht. Kein Spielplatz, ziemlich hohe Hecken aus Brombeeren, jede Menge Anstiege, im Sommer ganz viel Sonne... Der Park ist eher etwas für Naturgucker ;-).

Montag, 5. März 2018

Zeitmaschine...Neulich in Kladow...

Ab und an verschlägt es mich nach Kladow. Man kann so schön mit der BVG-Fähre über den Wannsee schippern und dann kann man, zumindest im Sommer im Biergarten am Wasser sitzen. Oder den wirklich schönen Spielplatz in Laufnähe des Anlegers besuchen. Oder bis zum Museum am ehemaligen Flughafen Gatow laufen. Oder einfach durch den Ortsteil spazieren. Oder mit dem Bus über Spandau wieder "nach Berlin" fahren ;-).

Mir fällt in Kladow jedes Mal auf, dass es so weit weg vom hippen Berlin ist, dass es nicht wirklich wirkt wie ein Teil der Großstadt. Es gibt hier Filterkaffee statt Latte, Menschen mit Dauerwelle und Erinnerungen an Bolle...

Bolle-Flaschen aus den 60ern...

Oldtimer können hier ins Schlingern geraten?

Ehemalige Gemeindeschule

Alle meine Entchen... sitzen auf der Eisscholle...Im Hintergrund ist die Vogelinsel Imchen.

Was ist das? Ich vermute, es ist ein alter Bierflaschenverschluss. Ich habe ihn auf einem Feld gefunden, auf dem mächtig gebuddelt wurde, weil dort bald gebaut wird.