Montag, 8. Oktober 2012

Nix für Vampire

Letzte Woche ist es zum ersten Mal passiert. Es hat mich beim Blutabnehmen umgehauen. Naja, fast. Aber viel fehlte nicht mehr. Mir ist wohl sämtliche Farbe aus dem Gesicht gewichen, mir wurde speiübel und als ich (zum Glück letztlich grundlos) vorsichtshalber über der Kloschüssel hing, überlegte ich, was passiert, wenn ich jetzt doch ohnmächtig werde... Oh man...!

Es war mein letzter Studientermin der Studie (hatte ja berichtet...) . Es wurde auch immer Blut abgenommen zur Bestimmung von Hormonwerten. So weit, so gut. Nun wird bei solchen Studien meist nicht das erfahrenste Personal auf die Teilnehmer losgelassen. Die letzten drei Male ging es aber noch. Eine junge Frau schaffte es irgendwie immer. Meist im zweiten Anlauf, einmal auch erst im dritten, einmal samt Hinterlassen eines blauen Flecks. Aber, man ist ja hart im Nehmen ;-)

Letzte Woche dann... ein neues Gesicht. Ein junger Mann. Ich bekam mit, dass die Nacht auf dem Flughafen verbracht hat und müde ist. Und dass er jetzt ganz neu dort mithilft und demnächst den Job allein macht. Ok. Das wurde mir dann auch sofort eröffnet, als ich zum Labor tigerte. Er sollte sich also gleich an mir versuchen. Da halfen alle fragenden Blicke an das mir vertraute Personal nix.

Langes Stauen, Tasten, Suchen... Dann mit einem "Ich versuch´s jetzt trotzdem" einfach losgestochert. Ergebnis: ich habe jetzt einen 5 Zentimeter langen Kratzer von der Nadel am Arm! Wo auch immer er treffen wollte, das war jedenfalls kein Treffer ;-). Es blutete aber recht doll und hörte dank der Stauung auch nicht mehr auf. Fluchtgedanken in meinem Kopf... Nächster Versuch, jetzt immerhin im Arm, aber wieder kein Treffer. Noch mehr Blut. Mir wurde schwindelig und übel. Ich wollte nur noch raus, raus, raus...Und da bin ich dann auch hin...Erstmal zur Toilette, dann auf einen Sessel, dann an die frische Luft...

Danach gings wieder...Und das mir vertraute Personal erledigte den letzten Versuch dann ohne Probleme...Und wie gut, dass ich mit der Studie jetzt durch bin..

So, und nachdem ich jetzt Google befragt habe zum Thema "Blutabnehmen lernen" (ich wollte mal wissen, WIE das medinzinische Personal das lernt...also, ob sie vorher an irgendetwas nicht lebendigem üben), ist mein Vertrauen bei Blutabnahmen wohl endgültig hinüber ;-)


Kommentare:

  1. Also nach meiner Erfahrung lernen die Studenten das am "lebenden Objekt". *lach*
    Als ich noch häufiger Gast in Krankenhäusern war, haben die mir immer die PJler hingesetzt, zum Üben. War lustig. Die sind immer SOOOO aufgeregt. Aber es haben alle geschafft, mir das Blut abzunehmen. Ich habe ihnen auch immer gut zugeredet, gemeint, es tue gar nicht weh (ok, gelegentlich muss man einfach lügen. ;-) ) und sie mit einem aufmunternden Lächeln bedacht. Bis auf einer - der hat nach 5mal Ansetzen einfach aufgegeben und den Stationsarzt geholt *tzz*
    Aber ich fürchte ernsthaft, den jungen Mann da, hätte ich samt sprudelnd blutender Wunde doch zusammengefaltet. Sowas.

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    1. Zum Zusammenfalten war mir zu doll übel. An mir haben sich auch schon einige PJler versucht. Einer damals bei der Therapie (ausgerechnet die gegen Panikattacken). Er sollte mir vor den Expositionssitzungen Blut abnehmen. Er hat nicht geschafft, zitterte irgendwann ganz doll (wer war hier nochmal der Angstpatient?), war extrem aufgeregt und hat dann die Aktion abgebrochen.

      Ich habe anscheinend nicht besonders gut "sichtbare" Venen. Bei meinem früheren Frauenarzt hatte ich einen Vermerk in der Akte, dass sich die Helferinnen an mir nicht mehr versuchen wollten (nachdem sie mir beim ersten Schwangerschachftsscreening beide Arme blau gestochen hatten!!). Und bei meiner Schilddrüsen-OP waren damals 5 PJler dabei (Oberarzt operierte, PJler sollten zugucken). Und einer von denen sollte vorab den Venenzugang legen. Die 5 Herren guckten meine Hand an, jeder schüttelte den Kopf und gab die Aufgabe weiter...Ich war, dank LMA-Saft, total gut drauf und grinste alle breit an. Dann kam die Anästhesistin und meinte nur "Ach, die Herren wollen Chirurg werden, aber trauen sich nicht, einen Zugang zu legen!"...Sprachs und erledigte die Ach-so-schwere Aufgabe im Handumdrehen ;-)

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