Mittwoch, 1. Mai 2013

Walpurgisnacht auf dem Dorf...

Alle Jahre wieder gibt es bei uns in der Nähe in einer so genannten Freizeiteinrichtung zur Walpurgisnacht ein Fest. Eigentlich gehe ich zu den Veranstaltungen dort nicht mehr. Es ist zwar nicht weit weg und mit Plakaten bemühen sie sich immer sehr, möglichst viele Leute anzulocken, aber bisher war jedes Fest dort ein Reinfall. Meist ist nichts los und zudem ist dort alles ziemlich heruntergekommen.

Aber gut, gestern war gutes Wetter, die Kinder wollten bespaßt werden, die Große fand Walpurgisnacht wegen der Hexen spannend und immer nur Spielplatz ist auch langweilig, also schauten wir zu dem Fest herein...

Am Eingang wurde erst einmal Eintritt verlangt. 1 Euro pro Kind, 2 für Erwachsene. Wer im Hexenkostüm erschienen war, zahlte die Hälfte. Ich fand erstaunlich, wie viele Erwachsene sich verkleidet hatten, um den Euro zu sparen. Eine Frau trug ein Cindy-aus-Marzahn-Outfit samt passendem Make-Up. Bestimmt ging das auch als Hexenkostüm durch.

Es war VOLL, unglaublich voll. Ich hatte gut zu tun, aufzupassen, dass der Zwerg nicht davonflitzte in den Menschenmengen. Geboten wurde eine Imbissbude mit Bierzeltbänken und diverse Stände mit Bastelangeboten. Und an jedem Bastel-Stand musste man etwas bezahlen. Basteln von Jute-Beuteln 2,50 Euro. Basteln von Gipsbildchen 3 Euro. Foto machen mit Monster und auf normalem Papier ausdrucken...2 Euro. Bilderrahmen machen mit Foto von Monster wieder 2 Euro, 10 min auf der verdreckten Rutsche rutschen 2 Euro, Ponyreiten auf der Wiese 3 Euro.

Ok, ist alles nicht viel, aber wofür habe ich Eintritt gezahlt? Vermutlich für das eine kostenlose überfüllte Trampolin, den Bolzplatz und das Holzschaukelpferdchen-Karussel zum Selberdrehen. Und die Kistenrutsche mit dem Förderband und das platte, angeschmuddelte Hüpfpferdchen.

"Dann gucken wir eben die Meerschweinchen an", dachten wir uns. Im dem Gehege saß ein Kind. Eine kleine Tierpflegerin war das wohl. Als sie sah, dass wir die Tiere anschauten, bat sie sofort um eine Spende für die Tiere. Auch alles legitim, aber...

Gut, dann also ab zur Bühne und dem Feuerchen. Auf der Bühne präsentierte die ansässige Musikschule ein Programm. Oder sie versuchten es. Auf der Bühne eine Reihe Kinder, vielleicht 5 Jahre alt. Sie sollten singen. Taten sie aber nicht. Die dazugehörige Musiklehrerin stimmte immer wieder ein Lied an, einige Kinder sangen ein paar Fetzen vom Refrain mit, dann wieder Schweigen im Walde, äh, auf der Bühne. Vor der Bühne ein paar stolze Omis mit Videokamera. Die Musiklehrerin stimmte ein neues Lied an, wieder nix. Noch ein Lied, diesmal eins, das nicht zum Thema Walpurgisnacht oder Frühling passte, aber vielleicht die Kinder anspricht..."Wer hat die Kokosnuss, wer hat die Kokosnuss...geklaut"...Nüscht... kein Pieps.
Am Ende dann tatsächlich die ernsthafte (?!) Ansage der Musiklehrerin: "Na, das klappte doch schon super mit unseren jüngsten Sängern, echte Rampensäu..äh..-kinder."....
 
Die Große bastelte dann noch einen Bilderrahmen, in der Zeit betrachteten der Zwerg und ich das Feuer und die Ponys, als sich eine Frau zu uns gesellte, die ich von früher vom Spielplatz kenne und seither meide. Wir senden einfach nicht auf einer Welenlänge, könnte man schlichtweg sagen.
Plötzlich stand sie vor mir, guckte den Kleinen an und legte los "Gutschigutschigutschi-kuckkuck...!" Der Zwerg guckte sie entrückt an. "Habt Ihr schon einen Kita-Platz?"- "Ja, danke der Nachfrage" (man muss dazu sagen, dass sie eine Kita leitet).

Nach einer Stunde waren wir dann durch mit dem ganzen Fest. Die Große meinte nur "Mama, können wir gehen, ich habe zu Hause noch etwas zu tun". Nichts lieber als das. Und der Zwerg fand das Buddeln in der heimischen Sandkiste auch spannender als das Fest.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen