Donnerstag, 4. Juli 2013

Kalabrien, 2013, Teil 1: Abflug, Rückflug, Flughafen

Gestern Abend brachte uns der Airbus D-ABLC der Air Berlin wieder gut zurück aus Lamezia Terme (hin ging es mit D-ABLA :-)). Das ist kein Wellness-Tempel, dem ein "h" fehlt, sondern der internationale Flughafen in Kalabrien an der Stiefelspitze von Italien. Fast in Sizilien sozusagen.



Wer denkt, dass der Flughafen Tegel chaotisch, in die Jahre gekommen und gruselig voll ist, kennt den in Lamezia Terme nicht. Eigentlich ist dort nicht viel los. Eigentlich. Es landen dort fast nur Billig-Airlines wie Ryanair, EasyJet, AirOne, Air Berlin, Germanwings, aber auch die Alitalia darf in Italien natürlich nicht fehlen. Und Air Transat fliegt von hier direkt nach Kanada. DAS hat mich tatsächlich gewundert.

Tschüß, Tegel! Abflug in Richtung Spandau...
Die Flüge waren besser als erwartet. Air Berlin war diesmal deutlich besser als ich es aus der Vergangenheit in Erinnerung habe. Seit unserem Flug nach Lanzarote vor einigen Jahren wollte meine bessere Hälfte eigentlich in kein Flugzeug dieser Airline mehr einsteigen. Damals wurde ihm eine Schublade mit Getränken an den Kopf gedonnert, die die Flugbegleiterinnen genau neben ihm von Saftschubsen-Wagen zu Wagen heben wollten. Ok, das kann passieren. Aber dass dann damals drei Stewardessen da standen und gemeinsam lachten und schließlich eine Spucktüte Eiswürfel unter schallendem Lachen herausgaben, fanden wir nicht witzig.

Diesmal ist den Flugbegleitern wieder ein Misgeschick passiert. Aber diesmal hat es jemand anders getroffen. Der Mann in der Reihe vor uns bekam einen ganzen Becher Wasser über den Schoss gekippt. Der Mann war komplett nass. Niemand hat diesmal gelacht. Er bekam einen neuen Sitzplatz, eine Decke und mehrere Getränke.

Ansonsten gab es für alle noch Snacks für den kurzen Flug. So wirklich den Tag erhellen konnte das Salami-Sandwich nun nicht, aber es war ok.



Und für Kinder gibt es nun auch wieder etwas... Auf dem Hinflug ein wirklich netter Metallkoffer mit Malsachen und einem Memory, auf dem Rückweg eine Wundertüte mit Spiel, Puzzle und einem Plüschwurm. Vor ein paar Jahren auf dem Flug nach Lanzarote bekam ich auf die Frage, ob es etwas für Kinder gibt, noch ein "Nein, es gibt nichts, Ihr Kind zahlt dafür ja auch weniger" an den Kopf geworfen.

Auf dem Hinflug lief es mit dem Zwerg nicht wirklich gut. Erst fand er alles noch sehr interessant, aber irgendwann setzte eine schreckliche Müdigkeit ein, die ihn für ca. 15 min in einen tobenden, schreienden Wutkrümel verwandelte, der durch nichts zu beruhigen war - bis er dann einschlief. Einige Mitreisende guckten mich an, als wollten sie mich ermorden, wenn ich das Gebrüll nicht sofort abstelle (als wenn ich das nicht versucht hätte...), andere Eltern hatten Mitleid ("Sowas haben unsere in dem Alter auch gemacht"), dazu gab es böse Blicken und Leute, die sich demonstrativ die Ohren zuhielten... Nun ja... Egal.
Der Rückflug lief dank ausgiebigem Schläfchen im Mietwagen auf dem Weg zum Flughafen sehr viel besser und die Wundertüte konnte gemeinsam mit  einem rasch unbemerkt am Flughafen gekauften und somit überraschenden Modellauto für Spaß für den gesamten Flug sorgen.



Fast da...
Nach 2,5 Stunden ruhigem Flug sind wir in Lamezia Terme gelandet. Im Landeanflug sah man einen Vulkan samt Aschewolke. Ich vermute, es war der immer aktive Stromboli. Den haben wir auch vom Hotelzimmer aus sehen können.

Vulkan

Auf dem Flughafen war bei unserer Ankunft nichts los. Nicht ein einziges Flugzeug weit und breit. Nur ein paar gelbe Hubschrauber. Das Terminal versprüht den Charme der 70er Jahre und sieht aus wie eine Mischung aus Ufo und Provinz-Flughafen im Nirgendwo. Aber es gab ganz viele Mitarbeiter, die Hütchen um den Flieger aufstellten und genau darauf achteten, dass man den korrekten Weg ins Terminal nimmt. Das Gepäckband war auf dem Mini-Flughafen auch rasch gefunden.

Ufo

Beim Rückflug war dann schon sehr viel mehr los. Und alles völlig chaotisch. Die Anzeigetafeln fast nur auf Italienisch, manchmal auch mal ein Wort auf Englisch. Es gibt einige Läden, alle nicht sonderlich groß, auch nicht wirklich chic (sieht man vom Versace-Store ab?), es gibt aber alles, was man braucht, vom Bankautomaten über den Telefon-/Sim-Karten-Shop bis zum kleinen Restaurant.

An "unseren" Check-In-Schaltern war erst niemand, dafür standen bereits die Passagiere für Flüge nach Berlin und München an und pöbelten sich teilweise bereits an, wer als erstes an welchen Schalter darf. Vor lauter Gemecker stellte sich ein besonders motzenden Frau aus Versehen an den Ryanair-Schalter...

Voll!!
Wir waren am Ende pöbelfrei die ersten, die bei einem gut aussehenden Mann, der sogar Deutsch sprach, einchecken durften und ihn halb in den Wahnsinn trieben, weil wir 2 Kindersitze dabei hatten ("das ist Sperrgepäck!") und einen Buggy, der aber bitteschön bis zum Flugzeug mitkommen und erst dort dann abgegeben werden sollte...

Vor dem Flughafen

Warum wir die Kindersitze mitgeschleppt haben? Weil es unfassbare 75-125 Euro kostet, wenn man im Mietwagen einen Sitz mitmieten möchte! Für das Geld kann man hierzulande einen Sitz kaufen.. Selbst für Sitzschalen, die man für 12 Euro im Supermarkt mal eben erstehen kann, werden 75 Euro ausgerufen in dieser Gegend. Kein Wunder also, dass sehr viele Leute Kindersitze als Sperrgepäck dabei hatten. Übrigens sollte man in Italien wohl alles für Kleinkinder mitnehmen. Im Hotel war jegliches "Kinderzubehör" vom Kinderbettchen bis zur Packung Windeln im Shop unverhältnismäßig teuer.

Die Mietwagen-Zentrale hatte im Übrigen solch ein Schild am Eingang. Ich fand es nicht sehr vertrauenserweckend, aber dahinter verbargen sich Sixt, Hertz, Avis, Europcar... Unser Auto war ein überraschend neuer Kia Cee'd, dem wir seinen ersten Kratzer verpasst haben.



Mehr dann beim nächsten Mal :-)



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