Donnerstag, 18. Juli 2013

Kinder gesucht...

Kürzlich entdeckt im hiesigen Supermarkt:



Um es gleich vorneweg zu sagen, ich kenne diese Kita /Tagespflegestelle nicht, kann also nichts über sie an sich sagen. Ich fand den Flyer nur  interessant.

Offenbar sind in den letzten Monaten in unserer Gegend viele Kita-Plätze geschaffen worden. Es wurden mehrere Kitas  bzw. Krippen gebaut, ganze Gebäude direkt für die U3-Kinder. Woher das ganze Personal dafür kommen soll, ist mir zwar schleierhaft, aber Plätze gibt es nun anscheinend.

So viele, dass auf einmal die Kitas und Tagesmütter Werbung machen müssen... an der Pinwand vom Rewe und beim Kinderarzt, bei Ebay Kleinanzeigen...

Während die Situation vor einem Jahr noch in etwa so aussah:
  • "Hahahaha...Sie wollen einen Kita-Platz? Bei uns? Hahaha...zu komisch! Da hätten Sie mal vor der Zeugung fragen sollen, ob wir etwas frei haben."
  • "Sie denken, WIR betreuen Ihr Kind? Wie kommen Sie denn auf so eine absurde Idee? Wir sind natürlich längst voll!"
  • "Können Sie bitte ausführlich schriftlich darlegen, warum Sie unser Konzept für das richtige für Sie und Ihr Kind halten?"
  • "Tut mir leid, Ihr Kind ist ein Junge, davon haben wir schon zu viele."
  • "Fragen Sie mal in einem Jahr wieder an, vielleicht ist dann etwas frei!"
  • "Wir rufen Sie an. Rufen Sie uns bitte nicht an! Sprechen Sie nicht auf unseren Anrufbeantworter! Kommen Sie nicht vorbei! Schicken Sie keine Email. Wir rufen Sie an. Wenn wir etwas frei haben. Wenn nicht, dann eben nicht. Das merken Sie ja, wenn wir nicht anrufen."
  • "Was? Sie wollen nur 5 Stunden? Nein, nehmen wir nicht. Bitte bringen Sie doch einen 9 Stunden plus-Gutschein, der bringt das meiste Geld. Sie können Ihr Kind aber gern dennoch um 13 Uhr abholen."
...

Und jetzt?
"Kinder gesucht, gern auch halbtags".

Na sowas... Aber schön für alle noch suchenden Eltern. Dann besteht ja sogar eine Wahlfreiheit und nicht nur "Ich nehme das, was ich irgendwie ergattern kann".

Kommentare:

  1. Tja, ich bin mal gespannt, wie das dann ab August so allgemein wird. Der "Westen" hat ja noch einiges an Nachholbedarf an freien (und guten!!!) Kitaplätzen für die U3-Kinder. Ich bin echt soooo froh, dass es damals bei uns so auf Anhieb mit dem Platz geklappt hatte. Der Kinderladen hat übrigens letztes Jahr seinen dritten Standort aufgemacht (alle in einer Ecke im Kiez), und sie haben auch schon wieder x Anfragen...

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    1. An GUTEN Plätzen gerade für den U3-Bereich mangelt es überall. Hier in der Gegend ist in so mancher Kita noch ganz viel Ostalgie in der Erziehung, gerade in den Krippen. So einen Platz will ich gar nicht haben, selbst wenn er mir nachgeworfen wird.

      Und die Betreuungsschlüssel werden überall ganz schön ausgereizt. Empfohlen wird ja 1:3, was man bestenfalls bei einer Tagesmutter kriegen kann. Oft gibt es 1:7, aber nur dann, wenn nicht irgendeine Erzieherin krank ist oder sonstwie verhindert oder in einer anderen Gruppe gebraucht wird.

      Das Kind einer Bekannten (aus Bayern) hat sich letzte Woche in der (teuren Privat-)Krippe den Arm gebrochen. Ok, Unfälle passieren. Komisch war nur, dass keine Erzieherin sagen konnte, was passiert ist, da keiner das Mädchen, das mit 18 Monaten die Jüngste in der Gruppe ist, gesehen hat als sie auf dem Spielplatz herumgeklettert ist.

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  2. Heftig! Das ist ja schon fast Verletzung der Aufsichtspflicht...

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    1. Ja, finde ich auch. In der Kita der Großen (wo auch nur der Über 3-Bereich gut war, wie wir wissen...) war zumindest mit der Aufsicht alles immer gut. Der Garten war so gestaltet, dass die Erzieher einen guten Überblick über alle Klettergeräte hatten und es gar nicht möglich war, dass dort irgendwas war, ohne dass es nicht irgendjemand der 8 Mitarbeiter zumindest gesehen hat. Passieren kann natürlich dennoch immer etwas, aber wie gesagt, ungesehen war beim Kletterbereich keiner.

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  3. Wo das Personal herkommen soll? Praktiker ist doch pleite.

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    1. Stimmmt ja! Und vielleicht finden sich auch noch ein paar Schlecker-Frauen.

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    2. Und es gibt doch noch die 1-Euro-Jobber...

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  4. Gerade gelesen, passt auch dazu: http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=/2013/07/20/a0045

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    1. Sehr interessant und vieles spricht einem wirklich aus der Seele. Dass nur 3% der Krippenplätze wirklich gut sind, habe ich diese Woche gelesen und finde es absolut erschreckend! Es deckt sich aber auch mit dem, was ich so bei den Besichtigungen und bei der abgebrochenen Eingewöhnung des Zwergs erlebt habe.

      Die Idee, dass Kinder lieber in einer Art "Stamm" aufwachsen sollten, in der Familie, mit vielen Bezugspersonen, sehe ich auch so, nur ist das in der Realität verdammt schwer umzusetzen heutzutage. Ich selbst bin so als Kind aufgewachsen...Eltern waren arbeiten, ich wurde von Großtante und Großonkel, manchmal auch der Oma betreut, Onkel, Tanten und Cousins/Cousinen waren auch öfters mal da. Es war wunderbar. Aber wir haben solch ein Umfeld heute überhaupt nicht. Genau eine Oma haben wir und die geht Vollzeit arbeiten. Und das ist manchmal schon eine Mischung aus Über-und Unterforderung, die man hat. Einerseits immer auf dem Sprung als Ansprech-Spiel-Tröst-Unfallverhinderungs-Person, andererseits ist mir doch manchmal enorm langweilig. Dennoch bereue ich in keinster Weise, dass wir im letzten Jahr den Krippenplatz haben sausen lassen. Auch wenn einige Leute mich für vollkommen wahnsinnig gehalten haben, so etwas zu tun, wo man doch keinen Ersatz findet...

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