Samstag, 17. August 2013

Zu Besuch bei Tutty...

Vor einiger Zeit habe ich bei einem Gewinnspiel ein Familienticket für die Tutanchamun-Ausstellung gewonnen, die derzeit noch bis September in der Arena in Berlin zu Gast ist. Eine solche Familienkarte kostet regulär 42 Euro (an Wochenenden sogar 49 Euro), so dass man schon recht hohe Erwartungen an die Ausstellung hatte. Zudem ist die ganze Stadt vollgepflastert mit Werbung, was ebenfalls die Neugierde steigerte.



In der Ausstellung geht es um die Entdeckung des Grabes von Tutanchamun, das Grab an sich und die darin enthaltenen Schätze. Es ist eine Erlebnisausstellung, in der ausschließlich Repliken gezeigt werden. Kein einziges Originial. Für mich als Museumsfan schon einmal eine Enttäuschung. Ich liebe Originale und wenn meinetwegen nur noch die Hälfte des Fundstückes vorhanden ist...egal, ich mag die Sachen "in echt" bewundern. Das geht hier leider nicht.



Der Audioguide hängt an einem Schlüsselband, das Werbung für einen Ägypen-Reiseanbieter macht. Derzeit vielleicht nicht so wirklich ein Verkaufsschlager...Tutanchamun hin oder her...

In der Ausstellung geht nichts ohne den Audioguide, den es in der Version für Kinder (bis 12 Jahre) und Erwachsene gibt. Ohne das Gerät geht wirklich nichts, denn ein ganzer Teil der Ausstellung besteht nur aus Filmen, die ohne Audioguide zum Stummfilm werden. Und ohne die Filme geht es nicht. Man würde dann die Ausstellung nicht verstehen und man kann die Filme auch nicht auslassen. Man muss sie anschauen.


Zu Beginn der Ausstellung wird man anhand von einigen Schaukästen und Infotafeln an das Thema herangeführt. Schon hier kann man den Audioguide nutzen und sich die Infos zu den einzelnen Austellungsstücken erläutern lassen. Der Audioguide erzählt sehr viel, aber etwas langatmig. Man könnte meinen, er versucht Zeit zu schinden, damit der Stau beim Film nicht zu lang wird.

Es gibt zwei "Kino-Räume", der eine ist sehr klein, hier mussten wir stehen. Im nächsten Raum, in den die Gruppe dann weitergeschleust wurde, war deutlich mehr Platz. Ich finde das etwas unlogisch, denn die Zahl der Besucher, die gerade den Film schauen, ändert sich ja an dieser Stelle gar nicht.

Die Arena ist als Ort nicht sonderlich stimmungsvoll, aber eben groß und es passt eine große Austellung hinein. Die fehlende Klimaanlage trübte den Spaß bei der Sommerhitze aber schon ein wenig. Die Mitarbeiter hatten alle kleine Fächer, um sich selbst etwas Frischluft zuzuwedeln.

In der Halle ist es recht dunkel. Das ist passend zum Thema, aber auch ein wenig klaustrophobisch.

Nachdem man die Filme gesehen hat, geht es in die Ausstellung. Es ist durchaus spannend aufgemacht. Man sieht, wie Stück für Stück das Grab mit seinen Schätzen freigelegt wird und kann sich in etwa vorstellen, wie die Ausgrabungen damals verliefen. Es ist durchaus deutlich lebendiger aufgemacht als in einem klassischen Museum.


Dennoch konnten mich die vielen Repliken irgendwie nicht überzeugen. Sie sind recht gut gemacht, aber alles wirkt steril und einfach unecht. Und wenn man dann den Sarg des Tutanchamun zum dritten Mal sieht, verliert das Ganze dann irgendwie schon an Reiz.
Und der Audioguide fing nach einer gewissen Zeit an, mich doch etwas zu nerven.

Zum einen war es dadurch nicht möglich, sich während der gut 2 Stunden in der Ausstellung, zu unterhalten. Normalerweise rede ich gern mit anderen über die Exponate eines Museums. Das geht hier nicht. Und der Audioguide erzählt extrem viel. Zwar gut verständlich, aber ich gebe zu, bei Text Nummer 16 oder 17 bin ich irgendwann ausgestiegen. Es hat mich nur noch genervt und ich habe mir lieber die Infotexte durchgelesen anstatt mir die Texte anzuhören.
Auch meine achtjährige Tochter, die sonst wirklich Führungen durch Museen sehr mag und sich lange "fesseln" lässt von spannenden Geschichten, hatte bei dem Guide irgendwann keine Lust mehr.

Am Ende der Ausstellung gibt es natürlich noch einen Museumsshop. Hier kann man die unmöglichsten Dinge erwerben, die teilweise sehr sehr teuer sind. Wie wäre es mit einem Forscherhut für 45 Euro?! Oder einem Tutty Bär (!)? Oder einem Buch... preisgesenkt auf knapp 800 Euro...?!





Am Ausgang sind dann noch ein Café sowie weitere Infos für Reisen nach Ägypten.

Unser Fazit: wie gut, dass wir die Karte gewonnen haben. Es war interessant, aber es wäre uns sicher normalerweise nicht diesen Eintrittspreis wert gewesen.

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