Montag, 23. Dezember 2013

Ja, wir fahren..., Österreich-Urlaub Teil 1

Kennt jemand von Euch dieses Lied von Rainhald Grebe? Am Sonntag kam ich mir auch so vor, als würde ich seit Jahren im ICE sitzen und die Landschaft würde draußen vorbeigefahren. Und alles sieht so aus wie es schon immer aussah. Blöderweise wurde es irgendwann auch noch dunkel und man sah nix mehr.

Normalerweise fliege ich gern überall hin. Dank Germanwings und Co. kostet das oft nicht mehr als die Bahn und man ist schnell da. Ja, ich weiß, es ist nicht gut für klimatechnische Karma-Konto und man müsste dann etwas an Atmosfair überweisen...

Ich weiß nicht, warum ich der Ansicht war, nach Salzburg könnte man ja auch mal Bahn fahren. Mich hatte abgeschreckt, dass zu einem günstigen Preis nur noch Flüge mit EasyJet ab Schönefeld (von uns aus quasi ein Tagesausflug) zu haben waren. Da dachte ich, dass wir dann doch lieber Bahn fahren.



Einmal 8 Stunden hin, 10,5 Stunden zurück. Zum Glück ohne Zwerg, sondern nur mit großem Kind, das man schon mit Kindle Reader, Nintendo und Notebook bespaßen kann. Am Ende war eher ich es, die total platt war.

Hin ging es geradewegs von Berlin nach Süden direkt nach München und mit einem RailJet nach Österreich. Zurück eine Rundfahrt von Salzburg nach München, von da über Würzburg und Fulda nach Kassel und dort umsteigen nach Berlin.

Fahren, fahren, fahren...

In den Nachrichten wurde behauptet, die Züge vor Weihnachten seien seeehr voll. Das traf auf die Hinfahrt nicht zu, aber nach erneuter Panikmache in den Medien investierte ich nachträglich für die Rückfahrt 9 Euro in Platzkarten. Und die ICEs waren beide absolut leer. Sowas von leer...

Metropolitan-Sitz

Und wir waren pünktlich. Jedes Mal nur ca. 5 min Verspätung, so dass wir sogar den Anschluss in Kassel bekamen, für den wir nur 9 min Umsteigezeit hatten. Unterwegs bekam ich da schon eine Email vom "Verspätungsalarm" der Bahn. Es könne sein, dass wir den Anschluss nicht bekommen. Aber leider erreichte mich diese Mail gar nicht, denn mein Handy hatte während der Fahrt keinen Empfang. Nur in den Bahnhöfen ging es. Aber was hätte ich mit dieser sinnvollen Meldung auch anfangen können? Es stand nicht mal dabei, wann dann eine Alternative fährt, wenn man es eben nicht mehr schafft. Einfach nur "ggf. wird ein Anschluss nicht erreicht". Toll... das konnte ich mir beim Blick auf die Uhr grad noch selbst denken.

Silbern!!
Guten Handyempfang hatte ich nur auf der Hinfahrt. Da fuhr ein ICE mit sog. Metropolitan-Garnitur. Das ist ein ehemaliger Business-Zug, der einige Jahre die Metropolen Hamburg und Köln verbunden hat. Das hat aber wohl nicht so wirklich funktioniert und so fährt der Zug nun als ICE getarnt durch Deutschland, wenn auch nicht auf allen Strecken, da er Überbreite hat. Die Lok sah aus wie von einem normalen Zug (nix ICE), innen war der Zug sehr silbern und hölzern, die Sitze recht bequem, aber alles schon in die Jahre gekommen. Es roch leicht muffelig, so als sei das mal ein Raucherwagen gewesen.


Koffer konnte man in einer Art riesige Schrankwand reinstopfen. Ein Mann versuchte dort auch einen Kinderwagen hineinzukriegen, was aber nicht klappte. Einem weiteren Fahrgast erging es genauso mit seinem Fahrrad. Ist ja auch ein Business-Zug, da sind weder Kinderwägen noch Räder vorgesehen. Dafür gab es Steckdosen an jedem Platz und Handyverstärker (und somit auf dieser einen Fahrt auch mal durchgehend Netz).



Für Kinder verteilt die Bahn seit letzten Sommer kleine ICEs, ein Malheft und eine Art Zeitschrift. Das alles gibt es kostenlos im Bordbistro. Im Österreichischen Zug RailJet gab es übrigens ein Kinderkino. An sich eine gute Idee, es war nur leider ausgeschaltet. Vor dem Bildschirm schlief ein kleines Mädchen.


Die Sicht aus dem Fenster war, wie so oft, nicht sehr berauschend. Nur die letzte Teilstrecke der Hinfahrt, von München nach Salzburg, vorbei am Chiemsee, war wirklich schön. Sonst viele Ruinen, viel grau in grau, was natürlich auch der Jahreszeit geschuldet ist. Dennoch werde ich nie verstehen, warum Jena Paradies heißt (ja, ok... wegen dem Park nebendran, aber trotzdem...). Meine Tochter sagte während der Fahrt irgendwann "Mama, hier sieht ja noch schlimmer aus als in Italien" und meinte die vielen Ruinen.
Toll waren aber die Bergziegen irgendwo hinter Saalfeld in Thüringen.

Alles in allem...eigentlich alles ganz ok, keine Verspätung, es war nicht voll und der Mann vor uns, der mit Usernamen in seinem Laptop "Lucifer" hieß und böse guckte, war auch harmlos.

Aber trotzdem fliege ich beim nächsten Mal dann gern wieder.

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