Donnerstag, 22. Mai 2014

Bei den Pinguinen und Gurken

Eigentlich meiden wir seit einigen Jahren Spaßbäder, weil sie meist so gruselig voll sind. Ich mag nicht, wenn man im Wellenbad mit anderen schunkelt. Oder die meiste Zeit wartend in der Rutschenschlange friert. Oder im Kannibalenkochtopf namens Whirlpool zusammengekuschelt wird mit fremden Leuten...
Nicht so volle Bäder sind meist sehr weit weg und ich scheue dann doch die weite Fahrt...

Letztes Wochenende haben wir uns aber doch mal auf den Weg gemacht in die Provinz und sind in den Spreewald gegurkt. Das Tropical Islands haben wir links liegen lassen und sind weiter nach Lübbenau in die Spreewelten gefahren.

Von außen macht das Bad nicht viel her. Ein Betonklotz. Die Umgebung hat ein wenig den Charme eines Industriegebietes. Der Parkplatz ist eher klein, reichte aber gerade so aus.

Klotz

An der Kasse eine positive Überraschung: freundliches Schwimmbadpersonal. Nicht angenervt, lächelnd, bereitwillig die verschiedenen Eintrittspreise erklärend...Wir entschieden uns für eine 3-Stunden-Karte nur fürs Spaßbad (also ohne Sauna) und berappten (1 Erwachsener, 2 Kinder) 24 Euro. Man erhält einen Schlüssel mit Chip, mit dem man jeden beliebigen Schrank öffnen und den man im Restaurant auch zum Zahlen nutzen kann. Praktisch.

Manche kennen von dem Bad vielleicht die Werbung mit den Pinguinen... Hier kann man mit Pinguinen schwimmen.  Die Pinguine sind in der Außenanlage, aber das Schwimmbecken, das aus dem Bad hinausführt, endet quasi direkt an der Glasscheibe der Pinguine. Man muss das warme Wasser nicht verlassen. Man kann die Pinguine einfach so durch die Glaswand über Wasser sehen, oder aber abtauchen und unter Wasser durch das Glas schauen. Die Pinguine kommen dann sogar angeschwommen.

Sicht auf Pinguine


Alles andere kommt einem bekannt vor, was aber nicht schlecht ist. Ein Spaßbad ist eben ein Spaßbad...

So gibt es natürlich: ein Wellenbad, einen Strömungskanal, Wasserpilze, Wasserstrudelliegen... Ein Thermalbad ist vorhanden, das zwar etwas arg kitschig im Stil des alten Roms (??) geraten ist, aber gut...

Wellenbecken, Strömungskanal...

Zwei große Rutschen gibt es auch und sie waren auch nicht endlos voll. Für Kleinkinder ist ein Bereich mit kleinem Klettergerüst und Rutschen ins warme, sehr flache Wasser da. Und das auch gut gelegen in einem hellen Bereich des Bades.

Gurkenrutsche


Und es war warm! Meine Tochter warnte beim Duschen noch ihren kleinen Bruder, bloss nicht warm zu duschen, denn sonst wird er im Schwimmbad frieren. Die gut gemeinte Warnung war unbegründet, es war in allen Schwimmbecken eher badewannenwarm. Das kälteste Schwimmbecken hatte laut Anzeigentafel 30° C, das wärmste 35° C.

Für einen Samstag war es nicht voll. Im Wellenbad war Platz, die Rutschen waren vergleichsweise leer (Wartezeit ca. 3-5 Minuten), man bekam eine Liege und die Kinder einen großen Schwimmring zum Spielen...
 Das Publikum war gemischt, viele Familien, aber auch etliche Rentner. Am Whirlpool lehnte ein Krückstock.  Ansonsten hatte ich den Eindruck, dass für alle vor dem Greisenalter ein Tattoo Pflicht ist, um in das Bad gelassen zu werden.

Sonstige Erkenntnis des Tages: Badekleider machen auch keine bessere Figur als Badeanzüge, wenn sie einmal nass sind. Eher im Gegenteil, frau sieht darin aus wie eine Wurst.

Alles in allem...ein schönes Schwimmbad, aber ganz schön weit weg.

irgendwie seltsam

Kommentare:

  1. "Ich mag nicht, wenn man im Wellenbad mit anderen schunkelt."

    Ooooch! Du hast noch nicht gesehen, wo mein Freund Kilian Nakamura plantschen geht ...

    https://www.youtube.com/watch?v=inA-36YRV0Y

    https://www.youtube.com/watch?v=PAZGkbJHzSY

    :-)))

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    1. :-O Ok...dagegen ist es im Turm in Oranienburg leer. Wie viele Leute ertrinken in solchen Wellenbädern...denn wenn man da einmal untergeht, kommt man doch nie mehr nach oben...?

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    2. Ertrinken im japanischen Wellenbad? Hab ich noch nie von gehört ... :-)! Ich bin mir sicher, die Japaner haben das (und vor allem sich!) im Griff!

      Da kenne ich aus fast leeren deutschen Schwimmbädern ganz andere Geschichten ...

      Außerdem, - so wie die plantschen, fahren die Töchter und Söhne Nippons ja auch mit der U-Bahn und es funktioniert.

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    3. Mir kam der Gedanke nach dem Ertrinken, weil ich im sehr vollen Wellenbad hierzulande schon einmal ein fremdes Kleinkind aus dem Wasser gefischt habe, das an mir vorbeigeschwemmt wurde und die Mutter durch die Massen gar nicht so schnell hinterher kam.

      Stimmt. So fahren die Japaner auch U-Bahn. Und haben Durchsagen, man soll sich nicht zur Rushhour vor den Zug werfen, damit man nicht den ganzen Verkehr aufhält :-/

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