Sonntag, 22. Juni 2014

Das Buffet

Gestern erhielt ich einen Brief. Von der neuen Schule meiner Tochter. Es wird in der übernächsten Woche ein Kennenlern-Treffen geben. Man soll etwas zu essen mitbringen. Es wäre toll, wenn ein Buffet zusammenkäme.

Hm... Was nimmt man da mit? Solche unkonkreten Nahrungsmittel-Anfragen enden ja oft damit, dass man am Ende den Salat hat. In Form von Nudelsalat in 10-facher Ausführung. Dazu 5 Kuchen. Aber leider kein Fingerfood und keine Getränke.

Die Kita vom Kleinen löst das Problem geschickt, indem sie eine Liste vorgibt, was mitzubringen ist und man einfach eintragen kann, was man davon mitbringen wird. Ich entscheide mich dann gern frühzeitig für irgendetwas, wo man nix falsch machen kann und keine Kühlkettenprobleme drohen (Pappteller beispielsweise :-P).

Und so eine Liste hat auch gleich viel weniger Potential für die Über-Mütter, die alle von ihren unglaublichen Fähigkeiten beim Backen, Kochen, Mettigel verzieren, Gemüse schnitzen oder Brote schmieren beeindrucken wollen.

Kennt Ihr die auch? Die Mütter, meist eigentlich schon gut vom Alltag mit oft mehreren Kindern plus Job gefordert, erscheinen auf Kita-und Schulfeiern oft ein wenig später, bringen dann aber mindestens eine von folgenden Dingen mit und tragen es mindestens eine Runde stolz durch den Raum, bis jeder Notiz davon genommen hat/nach dem Rezept gefragt hat/oh und ah gesagt hat:
  • Kuchen in Form einer Eisenbahn
  • Mett-Käse-oder sonstwas-Igel mit Deko, gespickt mit Obst und dazu so verziehrt, das es auch nach richtigem Tier aussieht
  • Paprika-Segelschiffchen
  • Tiere, aus Radieschen, Gurken und keine Ahnung was geschnitzt
  • ...
Die Liste liesse sich endlos fortsetzen und ja, auch ich dekoriere gerne Essen, aber nicht unter Zeitdruck vor solchen Feierlichkeiten, denn das geht dann immer garantiert in die Hose und am Ende sieht der Igel eher aus wie ein Zombie zum Kindererschrecken (in etwa so!) und die Eisenbahn verliert auf dem Weg ihre Räder... ;-).

Was am Ende bedeutet, dass ich zu spät komme und mich total stresse. Mag ich nicht mehr. Mache ich nicht mehr. Ich bewundere alle, die es können, sehe aber oft, dass sie genauso gestresst sind wie ich in solchen Situationen ("Das musste jetzt klappen, hatte keinen Plan B im Haus und keine Zeit für einen Probelauf!").

Also, was nehme ich mit?  Da die Schule nicht in Prenzlauer Berg liegt, könnte man um die Sache mit den Dinkelkeksen und den fleischfreien Würstchen herumkommen. Kuchen bringen bestimmt viele mit und am Ende isst den eh immer keiner. Etwas fertig gekauftes, so etwas wie kleine Hackbällchen, gehen auch nicht. Das wäre so schlimm wie mit einem Happy Meal von der Burgerbude aufzutauchen.

Nun ja, noch 2 Wochen, um sich das durch den Kopf gehen zu lassen und der Versuchung zu widerstehen, nach Rezepten für besonders auffällige Meisterwerke der Küchenkunst zu googlen...

Ach ja, gebt mal in die Google-Bildsuche "nailed it" ein... man erhält viele schöne Beispiele, wie schief manche Essensversuche (aber auch Fotoversuche und mehr...) gehen. So schlimm ist es bei mir dann doch nicht. Meistens jedenfalls nicht.

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