Sonntag, 9. November 2014

25 Jahre

Vorhin kam ich an der Bornholmer Straße, den vielen Lichtballons und der riesigen Menschenmenge dort vorbei. Ich wollte mich mit den Kindern aber nicht ins Getümmel dort stürzen. Es war mir schlicht zu voll.

25 Jahre ist es nun her. Am Abend des 9. November 1989 habe ich das getan, was Achtjährige abends tun: geschlafen. Und nichts mitbekommen.

Dafür werde ich nie den Morgen des 10. November 1989 vergessen, als meine Mutter mich deutlich früher als sonst und ziemlich aufgeregt mit den Worten weckte: "Die Mauer ist offen. Wir können *** besuchen.".  Natürlich nenne ich niemanden hier namentlich.

Es handelt sich um nahe Verwandte, die seit Mitte der 80er Jahre in West-Berlin lebten - nachdem sie Anfang der 80er einen (misglückten) Fluchtversuch unternommen und dadurch eine Zeit im Stasi-Gefängnis in Hohenschönhausen verbracht hatten, bevor sie zu den vielen dortigen Insassen gehörten, die "freigekauft wurden".

Sie zu besuchen war bis zum 9. November 1989 schlicht unmöglich. Und daher war dieser Satz meiner Mutter die Meldung schlechthin für mich am Morgen nach dem 9. November.

1 Kommentar:

  1. Ich hab es damals am Fernseher gesehen; wir konnten es kaum fassen... unsere Verwandten in Berlin-Buch riefen uns an - Silvester besuchten sie uns; wir fuhren Ostern nach Berlin und liefen alle zusammen zum ersten Mal durch das Brandenburger Tor...

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