Sonntag, 4. Januar 2015

Aufgeräumt ins neue Jahr...

Momentan lese ich das Buch "Magic cleaning - wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert" und bin begeistert. Das Buch war eigentlich ein Zufallsgriff in der Bibliothek. Ich habe, wie bei jedem Besuch dort, das Regal mit den neuen Büchern durchgesehen und habe es mal ausgeliehen. Der Anfang zog sich etwas (so genau wollte ich nicht wissen, warum die Autorin einen regelrechten Aufräum-Tick hat), aber die Tipps sind super. Zumindest die meisten. Manche sind auf japanische Single-Haushalte zugeschnitten, aber das kann man ja ignorieren.

Vor Jahren habe ich schon Simplify your life gelesen. Das Buch ist gut, aber es geht in dem Buch oft auch ums Sortieren, Aufbewahren und so Ordnung zu schaffen. Bei Magic Cleaning geht es größtenteils ums Ausmisten. Um das gnadenlose Ausmisten.

Die Hauptformel lautet: Nimm alles in die Hand und prüfe, ob dich diese Sache noch glücklich macht. Wenn nicht, darf sie gehen.
  • Ungelesene Bücher, die man seit Jahren nicht mal angefangen hat zu lesen? Weg damit.
  • Gelesene Bücher liest man in aller Regel nicht zwei Mal. Weg damit.
  • Geschenke von lieben Menschen, die aber unseren Geschmack nicht trafen? Sich über die liebe Geste des Geschenkes freuen, aber sich vor Augen halten, dass der andere sicher auch gar nicht erwartet, dass wir das Geschenk für immer aufheben.
  • Weihnachtskarten, Geburtstagskarten etc.: sich darüber freuen, es über eine gewisse Zeit gerne aufstellen und anschauen - und dann: weg damit. Sie haben ihren Zweck erfüllt.
  • Sportgeräte, Brettspiele etc., die man nie nutzt und immer auf den Tag wartet, an dem einem soooo irre langweilig ist, dass man es nutzen wird. Weg. Denn der Tag kommt nicht.
  • Zu klein gewordene Kleidung, die man anziehen will, wenn man abgenommen hat. Raus damit. Nach erfolgreicher Gewichtsreduktion geht man garantiert vor Freude eh shoppen.
  • Ersatzknöpfe, bei denen man nicht mehr weiß, zu welchem Kleidungsstück sie gehören. Weg.
  • Längst bezahlte Rechnungen und anderer Papierkram, den man nicht aufbewahren MUSS. In den Reisswolf damit.
  • Selbst Fotos (aus den Zeiten, als man noch Papierfotos hatte), kann man getrost aussortieren bzw. auf ein handhabbares Maß reduzieren. Lieber schöne Erinnerungen als eine Kiste voller "Müsste ich mal durchsehen"-Bilder, die niemand anschaut.
  • Andenken an liebe Menschen, wichtige Fotos und so etwas sollte man natürlich behalten. Aber auf ein passendes Maß herunterreduzieren. Dann sind einem die Sachen gleich viel mehr wert. Alles an zuviel, wird zu chaotischem Plunder.
Und so weiter und so weiter...

Später geht es dann auch durchaus ums Sortieren und sogar um das Aufstellen (!) von Kleidung in der Kommode. Ich habe das mittlerweile gemacht. Es sieht richtig gut aus und man sieht auf einen Blick sofort alles. Nichts wandert nach unten und wird vergessen.

Ich habe die letzten Jahre eigentlich schon viel ausgeräumt, ich dachte daher, so viel kann ich ja gar nicht mehr finden zum Entrümpeln - aber jetzt ist es bei uns spürbar leerer. Es konnte doch noch vieles gehen. Ich werde beispielsweise nie wieder mit einem Wok kochen, denn unser Ceranfeld mochte das schwere Teil gar nicht. Und unsere 200 Teelichter brauchten wir auch nicht. Der Vorrat lag seit 10 (!) Jahren in der Abstellkammer...Und unser Toaster durfte auch gehen. Ich habe den nicht mehr benutzt, seit ich im Italien-Urlaub vor 1,5 Jahren einen brennenden Toaster gesehen habe...

Viel habe ich gespendet, manches verkauft. Amazon Trade-In bekam wieder ein Bücherpaket und eine weitere Kleiderankauf-Plattform habe ich auch ausprobiert (da diese Berichte erstaunlich gefragt sind, kommt dazu ein gesonderter Post in naher Zukunft).

 Und ich fühle mich befreit. So als sei der Schleier der Vergangenheit weg. Und das Saubermachen geht auch viel schneller, wenn man weder die Arbeitsplatte in der Küche von Utensilien noch den Wannenrand von irgendetwas befreien muss.

Und ich habe nicht mehr das Gefühl, von tausend Sachen gehetzt zu werden. Jedes ungelesene Buch, jeder unbenutzte Gegenstand, verbraucht Energie. Einfach durch blosse Anwesenheit. Er scheint zu sagen "Na, hast du schon wieder keine Zeit für mich?" und ich fühlte mich davon gestresst. Nicht so explizit, also ich habe keinen Verfolgungswahn ;-). Aber seit die Sachen weg sind, fühle ich mich viel wohler.

Und man überlegt sich plötzlich drei Mal, ob man etwas kauft. Ob man es wirklich braucht. So spart Entrümpeln tatsächlich Geld. Zumindest in der Zukunft.

Kommentare:

  1. Das eine Buch hattest Du mir ja schon mal empfohlen. Ich muss mir die beiden mal echt besorgen; hier ist schon wieder viel Krempel aufgelaufen...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, besorge dir mal beide Bücher. Simplify your life gibt es bestimmt in jeder Bibliothek, das ist fast ein Klassiker. Das "Magic cleaning" ist noch relativ neu, aber zumindest die Bibliothek in Tegel hat es bereits, andere Stadtbibliotheken bestimmt auch. Am besten fängt man mit dem Magic cleaning an, denn danach braucht man kaum noch sortieren, weil die Wohnung spürbar leer wird.

      Löschen