Mittwoch, 28. Januar 2015

Ausgedruckt

Seit mittlerweile fast zehn Jahren bin ich aktiv auf der Webseite von Postcrossing. Man verschickt dort Postkarten an fremde Menschen in aller Welt und bekommt auch von wieder anderen Fremden Postkarten zugeschickt. Ich finde es immer sehr spannend, was man so im Briefkasten findet und freue mich, dass schon etliche exotische Ecken der Welt wie Pakistan oder Ghana dabei waren. Und da es wirklich reale und echte Postkarten sind, kann dieses Hobby ins Geld gehen.

Beim Porto sind, logischerweise, keine Einsparpotenziale vorhanden, bei den Karten aber schon. Da man aber niemanden mit Werbekarten aus der Kneipe verärgern möchte und auch Selbstgemaltes nur bei einem kleinen Kreis von Leuten gut ankommt, muss man sich etwas anderes einfallen lassen, um günstig an Karten zu kommen. Ich habe schon einiges ausprobiert.

Man kann in der Stadt, etwas abseits der Touristenströme, nach günstigen Postkartenläden suchen. Aber gerade in Berlin sind Postkarten aber leider nie wirklich günstig, oder wenn doch, dann sind sie wirklich nicht schön oder standen mal im Regen. Das möchte ich nicht, denn ich möchte nur Karten verschicken, die ich auch selbst bekommen wollen würde.

Einmal habe ich im Großhandel Karten gekauft, direkt bei einem Postkartenverlag. Das war schon deutlich günstiger, aber man musste mit einem Mal mindestens 100 x das gleiche Motiv nehmen. Das war schon etwas sehr extrem, ich habe einige Karten davon heute noch. Zudem war es ein wenig seltsam, dass ich als Privatperson einen Termin in dem Verlag bekam und gefühlte zwanzig Mal die Frage beantworten musste, was ich denn mit den ganzen Karten vorhabe.

Noch günstiger war es, Karten vom Großhändler im Netz zu kaufen. Leider hatte der keine Berlin-Karten, wie ich sie gerne verschicke, sondern nur Ostsee-Motive und das auch immer gleich als Paket mit 100 Stück mit demselben Motiv. Die Ostsee ist zwar auch schön, aber das Meer könnte überall aufgenommen sein und zudem komme ich dort nun einmal nicht her. Ich kenne nicht einmal die Orte, die diese Karten zeigen.

Man könnte ja eigentlich auch selbst Fotos machen. In Zeiten von Kameras mit hoher Auflösung, könnte man sich eigentlich selbst bei gutem Wetter auf Motivsuche begeben. Aber was dann? Mit dem eigenen Drucker zu Hause sieht das Ergebnis meist ziemlich mau aus, zumal man mit den meisten Druckern keine Karten aus festem Karton drucken kann. Zumindest nicht so, dass es narrensicher wirklich so aussieht wie beabsichtigt. Am Ende kostet es viel Tinte, aber sieht nach nichts aus. Ich habe solche Karten schon bekommen und ganz ehrlich, ich mochte sie nicht.

Vermutlich könnte man Karten auch im Copyshop drucken lassen, aber zum einen ist der Shop hier in der Nähe geschlossen worden, zum anderen erscheint mir das immer sehr kompliziert, mit einem USB-Stick in einem Shop zu gehen, dort genau zu erklären, was man möchte und dann zu hoffen, dass es klappt. Beim Drucken meiner Magisterarbeit habe ich viel Zeit in solchen Shops verbracht – im ersten Anlauf ging es komplett daneben – man nahm meinen USB-Stick, verschwand für eine Stunde und ich bekam drei Exemplare ausgehändigt, die man nicht in der Uni abgeben hätte können. Ein anderer Shop hat es dann gerettet. Ende gut, alles gut, aber es war teuer und ärgerlich.

Aber heutzutage kann man ja auch alles online erledigen und über Google fand ich die Onlinedruckerei cewe-print.de. die sich zwar in erster Linie an Firmen richten, die gedruckte Produkte wie Broschüren, Visitenkarten oder Wandkalender benötigen, aber auch Postkarten, Grußkarten und Briefpapier drucken. Die Mindeststückzahl liegt bei nur 25 Stück, allerdings wird es, wie überall, viel günstiger, wenn man große Mengen bestellt. Gegen einen Aufschlag werden die Karten sogar direkt an den Empfänger geschickt. Da ich Cewe bereits von den Fotobüchern kenne, werde ich es einmal ausprobieren. Dazu werde ich mal bei gutem Wetter ein paar schöne Fotos machen und dann als Karten drucken lassen.

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