Donnerstag, 29. Januar 2015

Die Nachrichten von 1850...

Als "damals" das Internet neu war und alle ganz begeistert waren von den Möglichkeiten, sich mit der ganzen Welt zu vernetzen, war Ahnenforschung mal ziemlich im Trend.

Ich habe damals auch mal nach Vorfahren gesucht. Bei einer Haushaltsauflösung nach einem Todesfall in unserer Familie fielen mir vor gut 14 Jahren jede Menge alte Dokumente in die Hände. Geburtsurkunden, Sterbeurkunden, Eheurkunden, Briefe, alte Fotos... Viele interessante Dinge, aber als ich damals nach den Namen und Orten im Netz suchte, fand ich schlichtweg nichts. Oder bestenfalls Verweise darauf, dass man Kirchenbücher anschauen könnte in ehemaligen Heimatorten der Vorfahren. Das liesse sich bei meiner einen Oma noch gut bewerkstelligen, sie ist in der Gegend geboren, die heute zu Polen gehört. Bei meiner anderen Oma wird die Anreise schon schwieriger, denn ihr Geburtsort liegt im heutigen Litauen.

Wie dem auch sei... nachdem ich die ganze Sache lange Zeit unter "lässt sich eh nichts finden" verbucht habe, habe ich es jetzt noch einmal versucht. Eigentlich nur, weil ich noch einmal nach den ganzen Orten in den Dokumenten geschaut habe, um mir diese Orte dann mal mit Google Streetview anzuschauen.

Und dabei stolperte ich auf einmal zumindest in der Gegend im heutigen Polen auf jede Menge Ahnenforschungsinfos. Es wurden offenbar viele Dokumente in den letzten Jahren digitalisiert und so findet man doch recht viel. Ich habe noch nicht eindeutig DIE Vorfahren gefunden, aber da meine Oma einen ungewöhnlichen Nachnamen hat, macht das die Sache schon leichter.

Mein heutiges Fundstück des Tages: die "Polizeinachrichten" aus der Mitte des vorletzten Jahrhunderts, man findet sie hier.

Fast so schön wie der Twitteraccount der Berliner Polizei. Fast.  Es fällt auf: es sind viele Hunde zugelaufen, aber keiner wird vermisst. Es liefen Leuten Rinder und Hammel zu, Fohlen entliefen. Dafür, dass das eine ländliche Gegend ist, sind erstaunliche viele Vermisstenmeldungen dabei, darunter auch vermisste Kinder. Da soll nochmal einer sagen, früher sei alles viel sicherer gewesen...

Und zu meinem Entsetzen: jemand mit dem Nachnamen meiner Oma hat 1850 eine Haftstrafe nicht angetreten. Oha.


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