Donnerstag, 9. April 2015

Fünf Bücher

Man hat mir mal wieder ein Stöckchen zugeworfen. Kiezneurotiker war es, der wissen wollte, welche fünf Bücher ich in diesem Jahr lesen möchte. Ich habe das Stöckchen, das schon vor einer Weile kam, nicht vergessen, aber...

… es war eine schwierige Frage. Ich lese eigentlich gerne und viel. Zugegebenermaßen wenig Romane, denn es gibt zu wenige, die mir gefallen und mich wirklich fesseln. Und dann lese ich sie auch nicht. Ich bin in der Hinsicht vielleicht komisch. Ich mag auch keine Filme- Filme nach Romanvorlagen sind das schlimmste ;-).

Aber das war ja nicht die Frage, sondern welche Bücher ich lesen möchte in der näheren Zukunft. Normalerweise nehme ich mir nicht lange im Voraus vor, was ich lesen möchte. Ich bin da sehr spontan und habe keine wirklichen Lese-Pläne.

Früher bin ich gern in Buchläden gegangen. Dann habe ich jahrelang Bücher im Netz bestellt, aber mittlerweile kaufe ich so gut wie keine Bücher mehr. Nach dem Lesen will ich sie ohnehin nicht behalten. Mein Bücherschrank ist nach den letzten Entrümplungsaktionen stark geschrumpft, lediglich meine Reiseführersammlung darf weiterhin bleiben.

Meine Art Bücher auszuwählen, ist vermutlich eigenartig, aber es läuft schon seit einigen Jahren so:

Ich gehe in die Bibliothek, meist in die Humboldt-Bibliothek Tegel, weil die schön ist und jede Menge aktuelle Bücher hat (was man ja nicht von jeder Bibliothek Berlins behaupten kann). Und dort gibt es im Eingangsbereich immer ein kleines drehbares Regal mit den Büchern, die die Bibliothek neu erworben hat. Sie scheinen ständig neue Bücher zu kaufen, denn ich bin etwa alle 3-4 Wochen dort und es gibt immer etwas anderes. Und nahezu immer werde ich dort fündig. Und dann habe ich meist direkt fünf Bücher für die nächsten Wochen.

Ansonsten suche ich mir Lesestoff auf gern in öffentlichen Bücherschränken. Ich bringe dort auch oft Bücher hin (irgendwo findet sich immer noch eins an, das weg darf) und tausche dann eben. Manches lese ich im Bus nach Hause nur mal quer – und dann wird das Buch manchmal direkt dort „vergessen“... So als subtile Nachricht an andere im Bus „Schau mal, ein Buch... lies mal wieder!“ ;-)

Tja, fünf Bücher, die ich lesen möchte. Es ist so gar nicht politisch oder hochtrabend wichtig. Ich lese sehr gern politische Diskussionen im Netz, ich lese auch gern Kommentarspalten bei Online-Zeitungen, aber bei Büchern bin ich langweilig.

Auf meinem Plan für die nächste Zeit:

  • Vernetzt verwanzt verloren – ein Buch zum Thema Wirtschaftsspionage und frei nach Motto „Nicht nur die NSA spioniert alles aus“. Wirtschaftsspionage ist jetzt nicht unbedingt ein für mich relevantes Thema im Speziellen, aber ganz allgemein finde ich sehr interessant, was so alles möglich ist und gemacht wird und daher habe ich mir das Buch mal ausgeliehen. Ob es hält, was es verspricht, weiß ich noch nicht. Es hat gar keine Rezensionen. Das ist ein eher schlechtes Zeichen, aber mal sehen...
  • Nähen für Dummies – ich kann nicht nähen und möchte das ändern. Ich möchte meine Kinder zwar nicht in die klassischen selbstgeschneiderten Sachen mit Apfelmuster stecken, in denen man in Berlin auf jedem Spielplatz stets mehrere Kinder sieht, aber ich möchte auch nähen. Auch für mich, weil ich einfach beim Shoppen (oder dem Versuch) mittlerweile echt die Krise bekomme. Wer hat die 50er, 60er oder 70er aus der Altkleiderkiste geholt? Wattierte Jacken im Matrosen-Style, Blazer in altrosa und mit Rüschen – im Ernst, bekommen die das je los beim schwedischen Modeladen?! Ich möchte so etwas jedenfalls nicht und da mittlerweile auch meine Lieblingsshops immer mehr von diesem seltsamen Zeug haben, werde ich mal lieber nähen lernen, bevor es zu spät ist ;-).
  • Geheime Bunkeranlagen der DDR. Das Buch liegt auf meiner amazon-Wunschliste, vermutlich werde ich es tatsächlich kaufen, wenn es mir nicht bald irgendwo ausleihbar über den Weg läuft. Ich finde Bunker und verlassene Orte bekanntlich spannend und es gibt sicher noch viel viel mehr zu entdecken, als das was wir bereits kennen.
  • Reiseknow How Polnische Ostseeküste – das hat einen ganz praktischen Hintergrund: die Planung der Sommerferien. In die Gegend um Danzig soll es gehen. Ob mir das Buch da weiterhilft, da bin ich mir noch nicht ganz sicher, da es irgendwie recht komisch geschrieben ist.
  • Mit dem gleichen Hintergrund lese ich auch: Mit Kindern die Welt entdecken: Ein Reisehandbuch. Das Buch habe ich eigentlich bereits gelesen und nehme es immer wieder zur Hand. Es ist das erste, das mir zu dem Thema in die Hände fällt, das wirklich hilfreich ist (und ich habe VIELE gelesen, auf Deutsch und Englisch, wobei die englischsprachigen noch schlimmer waren...). Meine Kinder sind fast 10 und 4 Jahre alt, also eigentlich kennt man das Thema „Reisen mit Kindern“ gut genug, aber ich habe lange nach wirklich hilfreichen Tipps gesucht, vor allem da jetzt bei mir das lang etwas verschüttete Fernweh ganz arg durchkommt.

So, das war es. Keine tollen Romane, keine Gesellschaftskritiken, keine Klassiker, eher praktisches....

Ich weiß gar nicht, wem ich ein Stöckchen zuwerfen sollte. Wer eins mag, darf sich aber gern eins nehmen und die Lesestoff-Planung verraten :-)

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