Donnerstag, 21. Mai 2015

Schwipp Schwupp Schwapp... zum Baden nach Fürstenwalde

Alle paar Monate steht ein Ausflug in ein uns noch unbekanntes Spaßbad an. Noch haben wir nicht alle ausprobiert. Diesmal fiel die Wahl auf das Schwapp in Fürstenwalde/Spree. Aus dem Norden Berlins mal eben eine kleine Weltreise von gut 60 km.


Auf dem Weg ging es über die Autobahn, dann durch Erkner, Fangschleuse (!!) und schließlich nach Fürstenwalde. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Ruinen es in Brandenburg gibt. Riesige Ruinen, die teilweise aussehen, als habe da mal ein wirklich schönes Haus gestanden. Nun pfeift der Wind durchs Dach und vermutlich wohnen dort Fledermäuse.

Das Schwimmbad kann man gar nicht verfehlen, schon von weitem sieht man eine Wasserrutsche und in großen Lettern das Wort Schwapp. Der Parkplatz gleich nebenan war absolut ausreichend, es scheint hier keine riesigen Besucheranstürme zu geben. Und das an einem Samstagvormittag. Der Parkplatz ist auch gratis.

An der Kasse flugs ein Familienticket gekauft, Kostenpunkt: 31 Euro. Und das war noch günstig (!), da der Kleine noch freundlicherweise gratis durchging. Für das Geld bekommt man 3 Stunden Spaßbaden. Und Schlüßel, mit denen man Schleusen und Schränke öffnen und Essen im Bad bezahlen kann. Oder das Pfand für einen Baby-Schwimmring aus Styropor, falls man einen benötigt.

Gleich hinter der Kasse erste Verwirrung. Alle Schilder zur Umkleide zeigten nach links. Das kam uns komisch vor, die Treppe rechts sah einladender aus. Und soll man wirklich in Badeanzug an der Kasse vorbei...?! Nein. Soll man nicht. Die Pfeile zeigen alle auf die Umkleide des Fitness-Studios, das mit dem Spaßbad nicht wirklich etwas zu tun hat, abgesehen vom gleichen Dach...
Zum Glück sah eine Frau in der Fitness-Umkleide, dass wir falsch sind und schickte uns auf den richtigen Weg.

Die Beschilderung hat uns noch einige Male mehr etwas Nerven gekostet, aber schließlich haben wir alles gefunden. Es gibt Familienumkleiden, die angenehm groß sind und normale Umkleidekabinen, die klaustrophobisch klein sind. Die Umkleiden werden videoüberwacht. Das steht auch deutlich dran, dennoch war ich erstaunt, direkt eine Kamera quasi über der Kabine zu sehen.

Zunächst landet man im Sportbad. Das bietet eher kurze Bahnen (25 m?) und ein paar Sprungbretter. Ein Nichtschwimmerbecken ist hier auch. Es war ganz leer, denn in dem Sportbereich ist kaum jemand. Fast niemand kommt wohl zum Schwimmen her.

Nachdem wir mit dem Schlüsselband die Schranke ins Spaßbad hinter uns gelassen hatten, sah alles auch alles gleich viel heller aus als im Sportbad, das irgendwie trist wirkt. Gleich vorneweg: der Spaßbereich ist besser, als er auf der Webseite aussieht, vor allem heller und freundlicher. Es gibt einen Rutschenturm, der etwas plastikmäßig wirkt (aber nicht ist) mit leicht kitschigem Drachen und Piratenschatz-Höhle - aber zumindest der Kleine fand das noch recht schön.

Vom Rutschenturm gehen drei Röhrenrutschen aus. Alle sind eher langsam, auch wenn die eine einen Rutschenauslauf-Bereich hat, der einen an Highspeed-Rutschen erinnert ;-). Gerade DIE ist so lahm, das man mittendrin beim Rutschen stehen bleibt.

 Die Black Hole ist wirklich stockduster, geht bis nach draußen und wieder hinein und ist auch nicht schnell. Aber da es wirklich so dunkel ist, dass man seine Hand nicht vor Augen sieht, ist sie für Alleinrutscher erst ab 10 Jahren (was aber niemand kontrolliert - man kann übrigens auch problemlos die Ampeln an den Rutschen einfach ignorieren, aber da die Rutschen so langsam sind, dürfte es vermutlich auch nicht hochdramatisch sein).

Etwas fetziger ist die Reifenrutsche. Sie ist auch erst ab 10 Jahren, nur für Schwimmer und man rutscht quasi durchs halbe Schwimmbad und das auch mal "bergauf". Hier ist ein Video (nein, ist nicht von mir, gibt aber einen schönen Eindruck).

Für kleine Kinder gibt es auch einen kleinen Spielbereich mit Wasserpumpe, Wasserbahnen, einen Eimer, der sich regelmäßig über den Köpfen ausleert und einer wasserspuckenden Schlange, an der permanent Leute (überwiegend Erwachsene...) herumhängen und versuchen, die Wasserstrahlen so zu lenken, damit sie möglichst viele Leute treffen. Hier sind auch noch einmal zwei Rutschen für Kinder (keine Röhren, aber durchaus rasant, nicht für Kleinkinder). Ein Babybecken gibt es auch, aber das ist sehr klein und eigentlich hängen da überwiegend Erwachsene herum, die das warme Wasser mögen.

Ein weiteres Schwimmbecken bietet Strömungskanal, eine Grotte, Sprudelliegen, regelmäßigem Wellenbetrieb (aber nicht wie man es kennt, sondern nur im Strömungskanal) und eine Kleinkinder-Rutsche, aus der schon ein wenig der weiche Schaumstoff aus der Verkleidung kam. Man kann auch hinausschwimmen, draußen wartet ein kleines eckiges Schwimmbecken mit 1,30 m Wassertiefe.

Das Wasser hätte ein, zwei Grad wärmer sein können, aber war noch in Ordnung.

Zu Essen gibt es das übliche, was man in allen Schwimmbädern findet... Pommes, Currywurst.... die Preise nicht günstig, aber die Portion Pommes für 2,50 Euro war groß und somit ausreichend. Leider sitzt man im tristen, fensterlosen Sportbad zum Essen. Nebendran wird dann lautstark vom Sprungturm gehüpft.

Es gibt auch einen Wellnessbereich, den wir nicht getestet haben.

Das Publikum ist... interessant. Brandenburger Tricolore auf vielen Köpfen, unschöne Tattoos ("Made in Germany" quer über den Bauch... Oder Tattoos, die nur aus Outlines bestehen) in erstaunlich großer Zahl, aber auch Mütter mit Bernsteinketten fehlten nicht.

Alles in allem: ein schönes Bad, vor allem mit Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter ist es gut geeignet. Für Kleinkinder gibt es eher wenig, für ältere Kinder sind die Rutschen vielleicht zu lahm, aber es sind immerhin mehr Rutschen als im Turm in Oranienburg und in den Spreewelten.

Kommentare:

  1. Gut vorstellbar und lustig geschrieben, sehr hilfreich, danke! Wir werden uns wohl auch mal den Weg vom Berliner Norden zum Schwapp machen. Haha, was haben wir im TURM schon oft die schlechten Tattoos bestaunt...

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