Freitag, 26. Juni 2015

Brüssel... Pommes, Waffeln und Manneken Pis

Was soll man von einer Stadt erwarten, die als Hauptattraktion ein pinkelndes Männchen hat und die berühmt ist für... Pommes? Ich wurde zuvor von mehreren Leuten vorgewarnt. Brüssel sei hässlich, habe nichts zu bieten und wir könnten ruhig durchfahren. Aber ich wollte die belgische Hauptstadt gern selbst sehen und Geocaching würde uns schon zu schönen Orten führen. Das klappt schließlich überall sonst auch immer.

Von den wohl recht beachtlichen Kriminalitätsproblemen in Brüssel haben wir vor der Reise nichts gewusst. Erst später las ich Artikel die diesen, die Brüssel als Europas Hauptstadt des Verbrechens betitelt. Ob das wirklich so ist? Ich weiß es nicht. Mir fiel vor Ort allerdings schon auf, dass sich manche Gegenden, wie beispielsweise die rund um den Bahnhof, nicht so richtig gut anfühlen. Aber das ist in den meisten Städten so und daher haben wir dem nicht viel Bedeutung beigemessen.

Was muss man sehen, wenn man Brüssel ist? Natürlich das Manneken Pis. Es ist gar nicht sooo klein wie ich gedacht habe. Bei der kleinen Meerjungfrau war ich vor Jahren enttäuschter. Es trug am Tag unseres Besuchs sogar eines seiner über 800 Kostüme. Was für ein Kostüm es genau war, weiß ich nicht. Kann es jemand erkennen? Wasser gesprüht hat er trotzdem. Wie ich mittlerweile gelesen habe, kann er auch Bier und Limonade pinkeln... Hurra...


Er hat noch einige "Artgenossen" in der Stadt. Da wäre zum einen Jeanneke Pis, ein Mädchen, das wirklich klein ist, gut versteckt in einer Seitengasse (wir hätte sie unter normalen Umständen nie entdeckt!) und hinter Gittern, so dass man sie nur schwer fotografieren kann.


Es gibt auch noch einen Hund, Zinneke Pis, der das Bein hebt. An ihm sind wir aber nicht vorbeigekommen.

Der Grand Place ist ebenfalls ein "Must-See", auch wir kamen hier entlang. Die Gebäude sind schön, aber ich war etwas enttäuscht, dass der Blumenteppich nicht da war. Ich kannte den von einer Postkarte und wusste nicht, dass der nur für ganze kurze Zeit zu sehen ist.


Und das Atomium auf dem Expo58-Gelände haben wir natürlich auch gesehen. In der Morgensonne und noch ganz frei von Touristenmassen glänzte wunderbar. Besucht haben wir es nicht, denn es hatte noch geschlossen, aber ich hatte gelesen, von außen sei es ohnehin besser als von innen.


Natürlich mussten wir Waffeln und belgische Pommes essen und Schokolade mit nach Hause nehmen. Fazit: die Schokolade ist sehr lecker, die Pommes waren irgendwie wie zu Hause, nur die Sauce (kein Ketchup, eher eine Art Pfeffer-Chilli-Sauce) war viel besser. Die Waffeln sind riesig, erstaunlich günstig und nicht ganz durch. Und mit Schokolade nur bedingt zu empfehlen, denn die tropft wie verrückt auf der warmen Waffel. Ob es an meiner unglaublichen Müdigkeit nach der fast durchwachten Nacht im Zug lag oder an der Schokolade... ich weiß es nicht, aber ich sah noch während des Essens aus wie ein Kind, das mit der Hand in ein Nutellaglas gelangt hat. Jedenfalls fast.


In der Nähe unserer Unterkunft war dieser coole Betonmischer.


Und dieser Kanal war auch nicht weit. Die Windmühlen sind nett. Man sollte aber nicht auf die andere Seite des Kanals gehen, dort beginnt angeblich eine Gegend, die man nicht besuchen sollte. Wir sind dennoch nichtsahnend am anderen Ufer langspaziert. Es passierte auch exakt gar nichts ;.)



Und man hat hier auch Leute, die Schilder umgestalten. Diese Variante kannte ich noch nicht.


Aber was möchte uns dieses Schild sagen? Auf vielen Fußgängerwegen war es zu finden, durchaus auch in Varianten. Sind das "Lauf-Spuren" für Fußgänger? Hier dürft Ihr in beide Richtungen laufen? Da bitte abbiegen?

 

Dieses Schild ist klarer. Hunde sollen stoppen:


Es gibt eigenartige Bezeichnungen...



An jeder Straßenecke und einfach überall sieht man Doubles des Manneken Pis. Meist natürlich in Bilderform, aber auch real. Unser erster Anblick beim Verlassen des Bahnhofs: eine Art mobiles Urinal, das ist nicht fotografiert habe (es wurde gerade genutzt!), aber hier kann man eins sehen. Inzwischen habe ich gelesen, dass es die Dinger anderswo auch gibt und gegen Wildpinkeln helfen sollen. Ist vielleicht auch besser so, denn an vielen Ecken roch Brüssel genau so, als sei das wichtigste Männchen der Stadt Vorbild für alle :-(


Und zum Schluss: ein Zebra im Bahnhof...


Unser Fazit: es war ok. Es ist keine Stadt, in die ich unbedingt mehrfach muss, aber die wichtigsten Sehenswürdigkeiten lohnen sich für einen Besuch schon. Und optisch ist das glänzende Atomium wirklich ein Highlight.

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