Montag, 6. Juli 2015

Mind the gap! London im Sommer 2015

In London war ich schon mehrmals, aber die Stadt ist so schön, dass sie immer einen Besuch wert ist. Und im Sommer ist sie gleich noch schöner.



Bei meinem ersten Besuch im Oktober 2002, war es dunkel und neblig. Man sah beim Blick aus dem Hostel-Fenster nicht mal die nächste Straßenlaterne. Ich hätte mir gut vorstellen können, wie gleich Jack the Ripper um die Ecke kommt...



Bei späteren London-Besuchen war das Wetter immer britisch... es existieren nur Fotos von uns in warmen, regensicheren Jacken. Und diesmal.. Sommer, 28 °C und Sonnenschein... Perfekt, da wir viel laufen wollten.



Seit meinem letzten Besuch hat sich einiges verändert. An der Themse stehen inzwischen einige neue Bauten, die ganze Skyline sieht irgendwie anders aus. Aber altbekanntes ist auch immer noch da.

Big Ben, Houses of Parliament, das London Eye (nein, es kippt nicht um, das sieht nur so aus). Dass man entlang der Themse so schön laufen kann, wusste ich gar nicht. Klar, an Flüßen kann man immer laufen, aber den schön ausgebauten Fußweg habe ich früher vor lauter "Ich muss alle Sehenswürdigkeiten abklappern" immer links liegen lassen.


Im Hyde Park waren wir natürlich auch. An Speaker´s Corner sprach niemand. Das war irritierend, ich kenne das nur mit viel Menschenauflauf und Leuten, die mit Leiterchen bewaffnet, Reden schwingen. Aber vielleicht bloggen die heute - ganz ohne Corner.


Taube trinkt Trinkwasser...



Camden Town sieht aus wie immer ;-).  Lohnt sich zum Stöbern und Schauen auch immer.


Amy Winehouse ist hier relativ neu.


Dass die Themse Hoch-und Tiefstände hat, habe ich bisher auch noch nie so genau angeschaut. Diesmal ging es auch auf den Grund der Themse...Überhaupt war das Motto des Kurz-Urlaubs "Neben der Themse, auf der Themse und unter der Themse" ;-).


Mitten in der Stadt war dieser nette Park, der Camley Street Natural Park. Er ist gleich bei King´s Cross und man erwartet so eine Oase hier gar nicht. Alles ist recht verwildert, wirkt auf eine angenehme Weise alternativ und ist einen Besuch wert. Eintritt wird nicht verlangt.



Die roten Busse in London sehen alle runderneuert aus, auch die Tube macht keine so klapprigen Eindruck mehr wie noch vor einigen Jahren. Vielleicht wurde im Rahmen der olympischen Spiele viel geändert? Das obligatorische "Mind the gap" gibt es natürlich nach wie vor, zusammen mit unzähligen Schildern, was man alles tun oder nicht tun sollte... nicht auf den rasant rollenden Rolltreppen rennen, es gäbe jahrlich mehrere hundert Unfälle. Keine Rucksäcke oder Kleidungsstücke in der Tube-Tür einklemmen (verursacht Verspätungen), keine Türen aufdrücken (macht Tube kaputt und verursacht ganz viele Verspätungen), nicht pinkeln (das wird gefilmt... und auf youtube gestellt? ;-))...


Neu und für Olympia errichtet, wurde diese Seilbahn. Emirates (!) Air Line, benannt nach dem Sponsor. Die Seilbahn fährt über die Themse in Greenwich. Aber nicht direkt beim Royal Observatory mit dem Nullmeridian, sondern mehr oder weniger im Nichts. Wir sind zu Fuß von der Haltestelle der Air Line zum Royal Observatory gelaufen... ich würde es nicht nochmal tun.



Seilbahn fahren dagegen schon. Man kann mit der Oyster Card, also der Prepaid-Karte für den Nahverkehr, damit fahren. Dann kostet der Spaß 3,20 Pfund. Hat man keine Karte, kostet eine Fahrt 4,30 Pfund. Will man hin und zurück, verdoppelt sich der Preis. Ganz billig ist es also nicht, aber im Vergleich zum London Eye ist es ein Schnäppchen...
Wenn man Zeit hat, sollte man am Tage zwischen  10 und 15 Uhr fahren, denn dann ist die Bahn langsamer und braucht statt 5 Minuten 10 Minuten für die knapp 1000 m. Man ist etwa 50 m über der Themse, zu meinem Erstaunen hielt sich die Höhenangst in Grenzen, vermutlich weil alles so neu aussieht und fest zu ist ;-)
Man ist hier zwar weit weg von den Sehenswürdigkeiten, aber man hat eine gute Aussicht auf den London City Airport, der auf der Themse liegt.



In Greenwich kann man die Themse auch unterqueren und durch einen über 100 Jahre alten Tunnel laufen. Es gibt zum Glück Aufzüge. Und es stand auch dran, beide würden funktionieren. Als wir unten waren, änderte sich die Anzeige allerdings zu "out of service" :-(


 In Greenwich ist bekanntlich der Nullmeridian. Direkt ins Royal Observatory kamen wir nicht mehr, weil wir spät dran waren, aber nebendran ist noch ein Meridian, den man außerhalb der Öffnungszeiten anschauen kann ;-). Der Park drumherum lohnt sich auch.


Londons Tiere sind erstaunlich zahm. Wir haben einen gruselig zahmen Fuchs gesehen, bei dem ich mir nicht sicher war, ob er nur zutraulich oder eher tollwütig war. Wir haben ein possierlich posierendes Eichhörnchen gesehen und diverse Wasservögel. Der Haubentaucher mit Kükentransport auf dem Rücken war toll.





Auch London bietet viele Schilder... nicht nur in der U-Bahn... An jeder Kreuzung der obligatorische Hinweis, in welche Richtung man als den Linksverkehr nicht gewohnter Tourist schauen soll...Im Hyde Park können Radfahrer von allen Seiten kommen. So einen Hinweis braucht der ganze Prenzlauer Berg und Kreuzberg ebenso...

Man darf nicht von der Brücke springen, denn das Wasser ist zu flach. Man darf aber nicht schwimmen, wenn das Wasser tief ist ;-)





Unser Fazit: schön war es. Und beim nächsten Mal fahren wir mit der Fähre via Rotterdam/Hoek van Holland und Harwich hin.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen