Donnerstag, 6. August 2015

Besuch beim Erdbär

Sobald die Erdbeer-Erntezeit kommt, ist Berlin voller Erdbeerhäuschen. Und seit einiger Zeit hat Karls Erdbeerhof, der hinter diesen Häuschen steht, nicht nur an der Ostsee einen Erdbeer-Erlebnishof, sondern auch bei Berlin. In Elstal, genau genommen ist der und als wird als Freizeitpark beworben. Ja, das ist gleich beim B5-Outlet und bei den vielen leeren Kasernen.
 
Mit Schild...
Meine Tochter berichtete mir mehrmals, mehrere Freundin von ihr hätten gesagt, der Erlebnishof sei ganz toll. Eine Freundin schwärmte mir direkt davon vor. Da gäbe es alles aus Erdbeeren, alles voller Erdbeeren, unvorstellbar viele Erdbeeren. Vor meinem geistigen Auge erschient ein Ort komplett in Erdbeer-Rot und voller Früchte. Wir müssten dort unbedigt mal hin, wurde mir gesagt.

Ok. Also waren wir nun dort. Es war vielleicht nicht die beste Idee, an einem sehr sonnigen Sonntag in den Sommerferien zu erscheinen. Aber immerhin: der Parkplatz war noch nicht voll. Es kann auch mehr Ansturm geben, vermute ich. Denn es gibt einen Ersatz-Parkplatz. Einen Fahrradparkplatz gibt es ebenfalls.

Das Erlebnisdorf kostet keinen Eintritt. Das erstaunte mich. Denn wenn etwas nichts kostet, taugt es entweder nichts oder es ist ein Teil einer Marketing-Strategie. Das ist nichts verwerfliches, nirgendwo bekommt man einfach so etwas geschenkt. Und mir sind gut gemachte Attraktionen, bei denen mir noch jemand etwas verkaufen möchte (was man ja nicht tun MUSS) lieber als die Attraktionen, die nichts kosten, nichts verkaufen und (deshalb?) heruntergekommen aussehen.

Marmeladenküche
 Gleich nach dem Eingangsbereich (mit Erdbeer-Springbrunnen) geht es erstmal durch eine Art riesigen Erdbeer-Supermarkt. Hier gibt es tatsächlich alles mit Erdbeeren.. Marmelade, Erdbeerwein, Erdbeerbonbons, Kleidung mit Erdbeeren drauf, Erdbeer-Körbe, Erdbeer-Keine-Ahnung-was-noch-alles. Live wird direkt Marmelade gekocht, die Früchte stehen badewannenweise (!) bereit. Noch warme Gläser kommen in den Verkauf. Das hat schon etwas, wenn Marmelade SO frisch in den Verkauf kommt. Man bekommt in dieser Halle auf Brot (Stück 3,90 Euro) und noch vieles vieles mehr. Es ist wie ein Supermarkt, es gibt auch Einkaufswägen.


Erdbeeren...!
Da muss man erstmal durch. Dann gelangt man ins Innere des Dorfes. Ein Irrgarten wartet auf die Besucher. Er ist nicht mit dem Mais-Labyrinth zu verwechseln. Der Besuch des Irrgartens ist gratis. Kinder können eine Metall-Erdbeere auf einen Zettel abpausen, dafür gibt es eine Überraschung im nächsten Erdbeer-Laden an der Kasse. Es gibt einen Lolli.

Es gibt auf dem Gelände mehrere Spielplätze. Sie sind nicht zu riesig, sondern noch übersichlich, was mir auf "unbekanntem Terrain" mit Menschenmassen auch ganz lieb ist. Es gibt Wasser auf den Spielplätzen, was bei dem Sommerwetter natürlich klasse ist (unbedingt Wechselsachen oder Badezeug einpacken!). Warum eine Seilbahn MITTEN durch den Spielplatz gehen muss, statt wie sonst üblich an der Seite, ist mir unklar. Mein Vierjähriger ist beim nichtsahnenden Rennen quer über den Spielplatz nur sehr knapp einer Kollision entgangen.

Auf den Spielplätzen sind auch Bagger (mit Einwurfschlitz für einen Euro) bzw. so ein Wackelboot, ebenfalls mit Münzeinwurf. Ok, muss man ja nicht mitmachen.

Cool ist bestimmt die Wasserbomben-Schleuder. Leider waren bei unserem Besuch die Wasserbomben aus. Stockbrot kann man auch backen, für 1,50 Euro bekommt man Teig.

Blick aufs Maislabyrinth

Ab Juli, also momentan, gibt es das Mais-Labyrinth und derzeit auch eine Sand-Ausstellung. Im Winter gibt es Eisskulpturen. Diese Ausstellungen kosten Eintritt. Nicht viel, aber es kann sich mit Familie dann doch so langsam läppern. Würde ich normalerweise 4 Euro pro Person für einen Besuch auf einem Maisfeld zahlen? Eher nicht. Hier tut man es dann schon, schon weil die Kinder sich das gerne ansehen wollen. Immerhin gibt es Kombikarten für Sand- und Mais...Und die sind dann auch Dauerkarten, die sich lohnen, wenn man um die Ecke wohnt.

Für ca. 12 Euro pro Person (ermässigt 7,50 Euro) kann man auch das angrenzende Schaugehege Döberitzer Heide ansehen. Es gibt Wasserbüffel und Wildpferde. Es wird dort auch bald eine Dino-Ausstellung geben.

Mulde...
 Auch andere Attraktionen wie die Fahrt mit einem Traktor kosten ein wenig (2 Euro pro Perso, nur Kinder unter 90 cm sind frei).  Mit 2 Erwachsenen und 2 Kindern ist man also hier auch gleich mal einige Euro los. Für eine Rund Trekker fahren auf Schienen.

Die Nutzung der riesigen Rutsche, mit der man nur in einem Kartoffelsack rutschen kann, ist gratis. Auch die Hüpfkisten sind gratis. Und auch die beiden Seifenblasen-Näpfe, die sehr begehrt waren und die einige Mütter verteidigten wie eine Festung ("Mein Kind hat zuerst das Seifenblasen-Zepter in der Hand gehabt!!)", sind gratis nutzbar. Ein Streichelzoo ist auch einfach zugänglich. Und der Indoor-Spielplatz war gratis und in gutem Zustand.
Also, es gibt schon einiges "einfach so" in diesem Freizeitpark.

Einer von mehreren Spielplätzen
Das Ponyreiten kostet dann, logischerweise wieder. Wieder nicht viel. Man merkt es kaum, wie man hier und da und dort Geld lässt ;-). Praktischerweise gibt es überall noch Verkaufsstände, oft auch passend zur jeweiligen Attraktion... Es gibt Spielzeugtraktoren bei der Traktorbahn, es gibt Biene Maja-Sachen, weil man ja hier auch Bienen sehen kann. Das Konzept ist stimmig.

Fürs leibliche Wohl sorgen mehrere Restaurants. Wer Imbiss-Buden vermutet, liegt falsch. Ich hatte ungefähr ein Budget wie bei einem Besuch im Freibad eingeplant beim Essen und war dann doch erstaunt, dass man für einen Eierkuchen hier mindestens 6,50 Euro lassen muss.  Aber gut, sie sind nicht einfach wie beim Crepe-Stand, sondern mit warmer Vanillesauce, Eis oder Marshmallows oder Schinken belegt... Relativ günstig sind nur die Erdbeeren - eine Schale verzehrfertiger Erdbeeren kostet 3 Euro. Egal, ob mit oder ohne Vanillesauce.

Es gibt kaum Schatten, eventuell liegt es daran, dass der Hof noch sehr neu ist. Jetzt im Hochsommer ist das abseits der Wasserspielplätze dann schon unangenehm und zu sonnig.

Das Bauernhof-Motto zieht sich durch den ganzen Hof, es ist eben das Konzept. Ich persönlich fand das altmodische Flair mit Kaffeekannen-Ausstellung, alten Kisten, alten Traktoren, Wäscheleine mit alter Kleidung und so weiter an sich ganz passend. Bezeichnungen wie "Furzmulde" für den Sitz am Traktor, Kackfidel (!) für einen Eierkuchen für Kinder und die gelbe, wie hingetropfte Linie als Wegweiser zum Klo irgendwie... naja... nicht so schön.

Wer wagt es, Nummer 7 zu bestellen? ;-)

Alles in allem: Es ist ok. Es ist nicht so gigantisch, wie uns Werbung und auch Berichte von Bekannten versprochen haben. Vielleicht waren unserer Erwartungen dadurch auch zu hoch. Wer Erdbeeren mag und Produkte mit Erdbeeren, wird hier sicher fündig. Die Auswahl ist riesig. Die Spielplätze sind schön, viele Attraktionen kosten aber durchaus etwas und unter einem Freizeitpark verstehe ich eher etwas mit Achterbahnen, aber es ist in Ordnung.

;-)

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