Donnerstag, 17. September 2015

Lama

 

"Am Wochenende machen wir eine Lama-Wanderung."
"Ihr macht was?"
"Na, eine Wanderung mit Lamas."
"?!!"

So in etwa waren die Reaktionen, als ich von unseren Wochenend-Plänen erzählte. Wir haben mal wieder eine Aktion beim Familienpass gewonnen, diesmal eben eine Wanderung mit Lamas.  Der Lama-Hof, der größte im östlichen Deutschland, ist in Schenkendorf bei Mittenwalde. Ca. 30 km von Berlin entfernt.

Ja, Schenkendorf. Wo ein adoptierter Nachfahre von Dracula einst Blutspende-Partys mit dem DRK veranstaltete. Inzwischen ist der Veranstalter verstorben. Wer ein Foto von einem Grabstein mit der Aufschrift "Dracula" möchte - auf nach Schenkendorf.
Das ist auch der Ort, in dem Sat.1 versucht hat, Newtopia zum Erfolg werden zu lassen. An dem Gelände ging unsere Wanderung direkt entlang.

Gleich vorneweg: auch wenn auf der Homepage steht, man kann den Hof auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen - man sollte, wenn möglich, mit dem Auto anzureisen. Alles andere ist mühsam. Abends am Wochenende fährt der Bus nur noch sehr selten und bis nach Königs Wusterhausen sind es sportliche 3-4 km Fußmarsch, die man nach einer 5 km Wanderung mit Kind eventuell nicht mehr auf sich nehmen möchte.

Der Lama-Hof bietet Wanderungen, die teilweise nur 2-3 Stunden dauern, aber auch mehrtägige Wanderungen sind möglich. Die Kosten liegen bei 30 Euro pro Tier, plus 10 Euro für Erwachsene und 5 Euro pro Kind. Also, ab 45 Euro ist man dabei. Man kann direkt beim Lama-Hof buchen, aber ich habe das Angebot auch schon bei Plattformen wie mydays gesehen.
Hunde dürfen nicht mitgebracht werden.

"Können wir auf dem Lama reiten?" war die allererste Frage, die mein Vierjähriger hatte, als ich ihm von dem Ausflug erzählte. Nein, man darf auf Lamas nicht reiten, die Wirbelsäule steht so weit nach oben, dass man den Tieren Schmerzen zufügen würde. Man läuft also bei den Wanderungen mit dem Lama an der Leine durch den Wald. Bei längeren Touren werden die Tiere gesattelt und tragen Lasten.


"Die spucken doch!" war der Kommentar einer Bekannten. Auf der Webseite des Lamahofes steht. dass das so gut wie nie vorkommt, vielleicht einmal in 2 Jahren. Auf der Wanderung erfährt man dann auch, dass das Spucken der Lamas auf Menschen im Zoo auf eine Fehlprägung in der Kindheit der Tiere zurückzuführen ist. Bei den Tieren auf dem Hof braucht man nichts befürchten.

Unser Ausflug dauerte mit allem drum und dran etwas über vier Stunden. Gut eine Stunde verging für das Wandern zur Herde (gut 500 m von auf der Webseite angegebenen Adresse), Erläuterungen zu Alpakas und Lamas, eine genaue Anleitung, wie die Tiere zu führen sind und das Einfangen der Tiere für die Wanderung. Das lief sehr ruhig ab, eigentlich hat die Leiterin die Tiere selbst "gefangen" und ihnen das Halfter angelegt, aber so standen schon alle Teilnehmer nah bei den Lamas und Berührungsängste lösten sich in Wohlgefallen auf.

Die Wanderung führte durch den Wald, vorbei an einem schönen See. Insgesamt waren es knapp über 5 km in einem ruhigen Tempo. Ich würde die Wanderung für Kinder so ab 5-6 Jahre empfehlen. Die Kleinsten waren zum Ende der Wanderung schon ganz schön müde.

Die Kinder führten die Lamas, die absolut geduldig waren. Wenn man lief, lief das Lama auch. Blieb man stehen, blieb auch das Lama stehen. Es hat wunderbar funktioniert. Ich hatte mir das alles komplizierter vorgestellt, aufgrund der genauen Anleitungen vorher, die kompliziert klang, aber es lief sehr gut. Zwischendurch gab es zwei Pausen im Wald. Toiletten gibt es, logischerweise, im Wald nicht und auf dem Lamahof bis jetzt ebenfalls nicht.

Am Ende der Tour werden die Lamas noch mit Leckerli aus dem Eimer gefüttert, dabei darf man dann auch zu den weiblichen Lamas und ihren Jungen. 

Alles in allem eine schöne Tour durch die Natur in einer Gegend, die ich noch nicht kannte, da Schenkendorf von uns ganz schön weit weg ist. Es hat Spaß gemacht und vor allem der Kleine erzählt immer noch von "unserem" Lama :-)



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