Dienstag, 13. Oktober 2015

Wurst und Streetart - Besuch in der ehemaligen Fleischfabrik in Lichtenberg

Vor kurzem waren wir in der ehemaligen Konsum Fleisch-und Wurstfabrik in Lichtenberg. Es ist ein Lost Place, aber kein typischer, denn man kommt hier nicht einfach hinein, sondern muss sich anmelden. Das Gebäude wird bewohnt und von Hunden bewacht.

Man kann im Rahmen einer Fototour hinein (kostet um die 40 Euro, wird von go2know angeboten und bietet auch noch die Besichtigung des Backkombinats und des alten Kesselautos) oder man sucht den Geocache auf dem Gelände. Das kostet nichts, man muss sich nur anmelden und die Warteliste ist lang. Es dauerte lange, bis ich einen Platz ergattern konnte.

Die Fleischfabrik ist in Lichtenberg und es handelt sich um einen vierstöckigen Bau aus der Gründerzeit. Es riecht heute noch nach Räucherofen und Wurst. Und nach Öl.  Man kann alle vier Stockwerke erklimmen und auch den Keller mit den Pökelbecken anschauen. Dort sind Gummistiefel eine gute Idee, denn es ist im Keller wirklich nass.

Ansonsten ist das Gebäude in einem erstaunlich guten Zustand. Da hier eben nicht jeder hineingehen kann, sind auch noch keine Metalldiebe dort gewesen. Mit anderen Worten, es gibt noch Treppengeländer und allerlei andere Dinge aus Metall, nichts ist weg und rausgerissen, wie man es in verlassenen Gebäude sonst oft sieht. Chaotisch ist es aber.

Man kann in die Räucheröfen hinein, man kann sich in der Kantine hinter den Tresen stellen oder alte Büroräume anschauen. Dort liegen alte Telefone herum, Akten sind verstreut und Pflanzen hängen noch in der Blumenampel - und sind wohl über 20 Jahre nicht gegossen worden.

Streetart-Künstler aus aller Welt werden hierhin eingeladen, um die Wände zu verschönern. Es finden auch Filmdrehs statt, manche offenbar etwas gruselig (was sich bei der Location auch anbietet...). So fanden wir eine Matratze mit roter Flüßigkeit und später eine Decke unter der Gummistiefel hervorragten...

Es hat sich gelohnt, ein sehenswertes Gebäude und schön, dass noch so viel dort ist, dass man sogar eine Ahnung bekommt, wie es wohl war, als hier noch gearbeitet wurde.









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