Dienstag, 31. Mai 2016

Kurz mal weg: Dublin

Wie im letzten Post  geschrieben, war ich vor kurzem in Irland. Es war nur eine Kurzreise, um Dublin anzuschauen und auch ein wenig von der Küste zu sehen.


Aus irgendwelchen Gründen dachte ich bisher immer, es sei teuer nach Irland zu fliegen. Grüne Insel...das klang weit weg. Und nach schlechtem Wetter. Und Schafen. Nachdem wir festgestellt haben, dass es überhaupt nicht teuer ist und auch nicht wirklich weit weg - etwas mehr als 2 Flugstunden von Berlin - ging es los. Erstmal nur ein Kurzbesuch ohne Mann und Kinder (entgegen Befürchtungen einiger Mitmenschen habe alle die drei Tage ohne mich überlebt).


Im Landeanflug auf Irland sieht man... eine kleine grüne Insel, die vorgelagert vor Irland liegt, dann eben Irland, auch grün und tatsächlich mit vielen Schafen. Lauter weiße Knäule auf den Wiesen.
Der Flughafen Dublin liegt nur 9 km von der Innenstadt entfernt und ist mit einem Bus, der passend zum Flughafen die Linienbezeichnung 747 trägt, sehr simpel zu erreichen.

Grobe Orientierung
Was man sich direkt am Flughafen kaufen kann (und sollte), ist die Leap Card. Sie ist quasi das Äquivalent zur Oyster-Card in London und sehr praktisch. Sie gilt auch schon für den Bus vom Flughafen, für die Öffentlichen in Dublin und auch für die DART, eine Art S-Bahn, die bis weit hinaus aus der Stadt fährt.

Ich hatte im Vorfeld weder bei Wiki-Travel noch in meinem Reiseführer von dieser Karte gelesen. Es war ein Tipp von einer AirBnB-Vermieterin.  Als Tourist braucht man die Variante "Visitor" und sie kostet 10 Euro für 24 Stunden, 19 Euro für 72 Stunden oder 40 Euro für eine ganze Woche. Für uns haben sich die 19 Euro gelohnt, allein der Flughafentransfer wäre mit Einzeltickets schon teuer gewesen und wir sind auch mit der DART bis weit aus Dublin heraus, bis nach Bray, gefahren.



Erster Eindruck von Irland: sieht aus wie England nur kleiner. Die Architektur ist sehr ähnlich, die Gärten fast genauso schön angelegt. Dublin ist sehr überschaubar. Es wirkt ein wenig wie London, schon  aufgrund des Baustils und dem Fluss, Liffey, mittendrin. Es ist aber viel kleiner, heimeliger und überschaubar. Und es steht auf jedem Schild alles auf Gälisch und darunter auf Englisch.


Die Müllabfuhr kommt freitags abends um 22 Uhr (!) und räumt in Temple Bar  auf. Hier steppt abends der Bär. Da sind, würde ich vermuten, auch viele Touristen unterwegs.

Von den Leuten her fand ich es wesentlich angenehmer als Barcelona. Viel weniger Touristen, keine Taschendiebe, alles sehr entspannt. Bei Wikitravel hieß es, wenn man in Irland nachts um 3 Uhr in einer düsteren Ecke sein Geld zählt, wird schon jemand kommen und einem dabei helfen. Aber ansonsten ist es sicher. So fühlte es sich auch an.
Irritierend waren nur die doch recht zahlreichen noch betrunkenen Leute am Samstagvormittag. Einer lief uns förmlich hinterher mit den Worten "I´m a superstar, do you want to take a picture with me...!"...

Dass es wenige Touristen gibt (oder zumindest wenige Asiaten?), merkte man auch daran, dass man tatsächlich niemanden mit Selfiestick sah. Ich gestehe, ich habe ein solches peinliches Gerät geschenkt bekommen und nutze es im Urlaub (und nur dort, weil mich da niemand kennt), um mal ein Foto nach Hause zu schicken. Aber in Irland habe ich das Ding ganz schnell wieder eingepackt, als sich hinter mir Leute anfingen zu unterhalten und ich nur ein "haha, that is funny" vernahm ;-).

Grüne Hüte...

Ein Pub reiht sich in Tempel Bar an den anderen, dazwischen Spar, der Supermarkt -hier mit goldener Schrift. Schöne alte Häuser, Kopfsteinpflaster. Keltische Kreuze hier und da. Schöne Natur direkt, wenn man aus Dublin rausfährt.

Eine überschaubare Anzahl an Sehenswürdigkeiten gibt es in Dublin natürlich auch. Am besten hat mir diese Brücke hier gefallen:


Bekannter ist diese Brücke, die Ha´Penny Bridge:

Aber es gibt noch mehr... so dieser...hm...Stock? Er ließ sich nur aus größerer Entfernung einigermaßen fotografieren.



Und Pubs, jede Menge Pubs...



Zur Erinnerung an "The Great famine" und Zeiten, in denen viele Iren in die USA auswanderten und Flüchtlinge waren. Ein wieder sehr aktuelles Thema:


Das Haus zum Guinness Bier haben wir nicht angeschaut, es lag nicht so recht auf unserem Weg und die Zeit war knapp.

Unterwegs kamen wir zufällig auch bei Google vorbei. Nein, wir haben vorab nicht gegooglet, wo wir hinmüssen, wir sind zufällig genau dort aus der DART ausgestiegen.



Die Leute in Dublin und Umgebung sind sehr freundlich. Ich hatte vorab schon gehört, dass es in Irland die gastfreundlichste Regionen der Welt geben soll. Ob das stimmt, weiß ich nicht, aber angenehm ist: wenn man irgendwo herumsteht und irritiert guckt, kommt sehr schnell Hilfe. Ich frage mich, wie das als Tourist in Berlin ist. Ich glaube, da kann man lange irritiert durch die Welt schauen, da wird keiner kommen.


Und es gibt auch in der Stadt viel Natur. Das Highlight direkt im Nachbargarten unserer Unterkunft. Ein Fuchsfamilie mit mehreren kleinen Füchsen:


An der Küste kann man prima wandern, wir waren eine ganze Weile südlich von Dublin entlang der Küste unterwegs. Wir waren zunächst ein Bray, eine schöne Gegend und Startpunkt vieler Wanderwege.
Bray ist auch ein Seebad mit Kieselstrand, vielen Eisdielen und netten Pubs. Und Europas ältestem Geocache, dem Hauptziel unseres Ausflugs.




Wir haben leider keinen Wal gesehen. Das soll mit Glück manchmal abends möglich sein.



Aber das Meer war schön und für meine Begriffe schon recht wild.

Lost Place Meeresschwimmbad 
Alles in allem: es hat mir gut gefallen. Wir hatten sogar Glück mit dem Wetter. Kein Regen, sondern Sonnenschein. Genau wie letztes Jahr in London. Mir hat Irland besser gefallen als erwartet und ich werde sicher mit den Kindern noch einmal nach Irland fliegen - und dann vielleicht auch mal den Wild Atlantic Way anschauen.


Und wie immer, gab es viele Schilder und wer hier schon länger mitliest, weiß: ich mag Schilder!

Was möchte uns dieses Exemplar sagen? Autos lassen Steinchen hochfliegen? Autos lassen Wasser auf Pfütze hochfliegen? Nicht vors Auto rennen?

Oder dieses... Wasser wird gleich tief und felsig?


 Und zum Abschluss noch ein Foto vom Hauptziel der Reise...


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