Sonntag, 26. Juni 2016

Sommer in der Stadt...

Samstagfrüh, 8 Uhr, gefühlt bereits an die 30°C.

S-Bahnhof Warschauer Straße:
Menschenmengen wie immer. Kein Durchkommen auf der Brücke. Aus dem Suicide Circus neben den Gleisen hört man Musik herüberdröhen in die warme Sommerluft.

Überquert man die Brücke Richtung Friedrichshain bietet sich fast immer dasselbe Bild. Menschen, die aussehen, als hätten sie hier auch die Nacht verbracht oder hier wohnen. Sie sitzen immer unter dem einen Baum, der dort ist. Neben dem Fotoautomaten, den es auch in der Kastanienallee im Prenzlauer Berg gibt. Und der Telefonzelle. Wo immer dieselben Leute stehen und vermutlich irgendwas verkaufen...

Auf dem RAW-Gelände war ich seit Jahren nicht. Ich habe offenbar auch nichts verpasst. Heruntergekommen wie schon immer. Hinter mir höre ich Touristen. Sie sagen Dinge wie "I think the city just does not care." Hm, ja, vielleicht. Vergleiche zu Camden Town in London zieht man unwillkürlich, streicht den Gedanken aber, denn Camden Town wirkt cool und schick, während das hier...naja, aussieht, als ob es eben keinen juckt, dass es teilweise aussieht wie eine Müllhalde.
Wir landen auf Irrwegen in einem Biergarten auf dem RAW-Gelände, der sogar einen Kinderspielplatz hat und sonst betont cool wirkt - mit "Pfandrückgabe im Club", wenn es nach 23 Uhr ist. In welchem Club... keine Ahnung.

Weiter durch die Simon-Dach-Straße. Da war ich irgendwann in der Zeit zwischen Abi und Studium ständig, da eine Freundin immer auf den Balkon der Dachkammer wollte - was nie klappte, da da immer schon jemand saß. Es gibt sie immer noch. Die Dachkammer und die Freundin. Erstere war aber geschlossen am Samstagvormittag, so wie alle anderen Locations der Straße auch. Auf der Straße zerbrochene Gläser. Hundehaufen... Berlin eben.

An einer Wohnung im Erdgeschoss war ein Fenster eingeschlagen. Es ertönten irritierende Geräusche aus dem Fenster, unter anderem ein "Hier spricht die Polizei". Hm. Tonbandaufnahme?

Weiter an diversen eigentlich schönen Spielplätzen vorbei. Bei manchen erkannte man vor lauter Vandalismus die Spielgeräte nicht mehr wirklich. Aber ist egal. Die Mütter der Gegend - erkennbar an Bio-Latschen, Tragetuch oder hochpreisigem Buggy, gehen dennoch hin. Die Kinder sehen geringfügig anders aus als in Prenzlauer Berg, aber ähnlich. Wenig Finkid-Sachen, mehr selbstgenähtes. Auf der Wiese nebendran oder direkt auf dem Spielplatz schlafen die Freunde der Nacht ihren Rausch aus. Stört keinen ;-)

Zurück, Richtung Oberbaumbrücke. Bettler betteln hier mit Schildern auf Englisch. Vermutlich sind hier mehr Touristen als Berliner. Überhaupt sind alle möglichen Schilder in diesem ganzen Kiez auf Englisch.

Beobachtungen eines einzelnen Vormittags im Hochsommer. Ich gebe zu, ich fand es angenehm, als ich wieder zurück am Rand von Pankow war, nicht nur, weil es direkt ein paar Grad kühler war.

Kommentare:

  1. Was hattest Du da zu suchen ... ??? Geo-Chaching im Berliner Hades der links-alternativen Öko-Grauen ?

    Und dann auch noch nach Friedrichshain ... tzz tzz tzz .. Da wo die linke SA/SS aus der Liebigstraße ihren Sturmbahnführer-Kommando-Stab hat, um mit ihren gestiefelten Horden eine autonome Reichskristallnacht nach der anderen zu vollbringen.

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    1. Ja genau, ich habe zwei Geocaches im Friedrichshain gesucht und beide führten quer hindurch bis rüber nach Lichtenberg.

      Von irgendwelchen Krawallen war nichts zu merken, vermutlich haben die bei 30°C an einem Samstagmorgen noch geschlafen oder haben das "hier spricht die Polizei"-Tonband angehört...

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    2. Na dann waren diese Gestalten wohl von der "Nachtschicht" zurück ;-:.

      Und? Was nettes gefunden beim cachen?

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    3. Nicht wirklich. Es ging eher darum, mal wieder durch Gegenden geführt zu werden, die man sonst nicht aufsucht. Für Tauschgegenstände oder so etwas lohnt es sich eher nicht. Ich mache es vor allem, um mir Berlin (oder andere Ecken der Welt) anzuschauen. Fast immer liegen Caches ja an Orten, von denen sich jemand dachte, dass er die der Welt mal zeigen möchte.

      Diese Woche werde ich mal das Rad schnappen und mich von den Geocaches durch Lichtenrade führen lassen. Dort war ich tatsächlich noch nie.

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    4. Lichtenrade! Viel Spaß ... Ist ganz hübsche dort und gibt viel zu gucken. Gut essen hier http://www.gaststaette-zum-ponyhof.de/ . Ist ein paar Meter hinter Mauerstreifen . Hat was ...

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    5. Ok, habe es notiert. Wir suchen immer nach schönen Restaurants, danke für den Tipp! Und mal sehen, ich hatte mir schon gedacht, dass es dort hübsch ist. Ich war letztes Jahr auch sehr positiv überrascht von Rudow.

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    6. Leider war der Ponyhof heute geschlossen, daher wurde es ein Sommergarten in der Nähe. Lichtenrade hat mir gut gefallen, viele schicke Gaslaternen. Aber unglaublich viele Erdbienen, in jedem Park, überall. Nächste Woche geht es noch einmal hin, dann aber mit Besuch beim Ponyhof.

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  2. "Leider war der Ponyhof heute geschlossen, ..." So konnte man es auch der Homepage entnehmen ;-) ...

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    1. Ja... mir war das erst vor Ort aufgefallen, immerhin nicht direkt vor dem Ponyhof, sondern Google warnte mich, als ich mich dann dorthin navigieren wollte... "Achtung, heute geschlossen!".

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  3. Friedrichshain = Kinderspielplatz
    Die "Kinder" hocken ja dann tatsächlich auf dem Kinderspielplatz rum.
    In diesem Park, der gleich am Nordausgang Ostkreuz liegt.

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