Sonntag, 2. Oktober 2016

Urlaub: Dänemark 2016

Da bin ich wieder... ich glaube, das war eine der längsten Pausen hier im Blog. Eigentlich unbeabsichtigt. Erst waren Sommerferien, dann musste erstmal alles abgearbeitet werden, was liegen geblieben war, dann  habe ich das gute Wetter in diesem Herbst genutzt und war sehr viel unterwegs - unter anderen war ich mal wieder in Polen und ansonsten radele ich im Moment Stück für Stück alle Berliner Wanderwege der so genannten grünen Hauptwege entlang. Fotos dazu gibt es demnächst.


Aber fangen wir damit an, womit ich aufgehört habe... Dänemark. Lange haben wir überlegt, wohin wir in diesem Jahr in den Urlaub fahren könnten. Familiäre Verpflichtungen sorgten dafür, dass wir bis zur ersten Ferienwoche nichts planen konnten, da jederzeit möglich gewesen wäre, dass wir eben hier bleiben müssen. Und als dann Anfang August klar war, dass wir nun buchen können, war die Auswahl sehr sehr klein.


Da blieb nicht mehr viel. Die Ostseeküste in Deutschland- ausgebucht. Polnische Ostseeküste - voll. Nordsee in Deutschland? Vergiss es. Holland? Auch nix, was zu unseren Vorstellungen passte und dazu noch in einem Preisrahmen war, bei dem man nicht den Eindruck hatte, man würde statt nach Holland auf die Malediven reisen.


"Wie wäre es noch einmal mit Dänemark?" fragte meine bessere Hälfte. Hm, vor ein paar Jahren war es im Lalandia auf Lolland prima und wir wären, weil es gut war und ein tolles Schwimmbad hatte, beinahe noch einmal hingefahren, obwohl ich kein Freund davon bin, genau das gleiche noch einmal zu buchen. Aber dann fragte ich Google nach Alternativen zu Lalandia und fand DanCenter. In irgendwelchen Foren wurde es als vergleichbar bezeichnet und nach einer Suche auf der DanCenter-Webseite buchten wir einige Tage in Bork Havn. Das war mit einem  Preis von knapp unter 400 Euro fast schon gespenstisch günstig für vier Personen in den Sommerferien. Und theoretisch kann man das Häuschen sogar zu sechst buchen.

Bork Havn liegt im Westen von Dänemark, nicht weit von der Nordseeküste, aber nicht direkt am Meer.  Auch wenn man auf der Karte erstmal denkt "Och, da ist doch gleich das Wasser...!". Vor der Tür der Ferienhäuser ist der Ringkoebing Fjord, der eigentlich ein großer Binnensee ist. Ganz flach, sehr windig, alles voller Kite-Surfer und mit einem gaaaaanz schmalen Strand hier und da. Wer echten Strand und Meer will, braucht ein Auto - damit ist man in 10 Minuten am Strand. Dort war es bei unserem Besuch so windig, dass man quasi gesandstrahlt wurde. Der Strand an sich ist aber eigentlich schön - heller Sand, kaum Schmutz, viele schöne Steine zum Sammeln...

Und zum DanCenter... Man muss zugeben, ein wenig anders als das Lalandia war es schon, aber das Grundprinzip ist dasselbe. Es gibt reihenweise Ferienhäuser mit Terrasse. Es gibt mehrere Spielplätze, Restaurants und Imbisse auf dem Gelände. Und ein Schwimmbad. Aber bei DanLand war alles eine ganz deutliche Nummer kleiner als im Lalandia. Aber gut, es war ja auch insgesamt etwas günstiger.


Das Ferienhaus - sehr klein. Gebaut vor 40 Jahren, saniert vor 20 Jahren. Es könnte wohl mal wieder frische Möbel gebrauchen. Und überhaupt.. Das Wohnzimmer mit Esstisch war der größte Raum, wobei groß auch hier geprahlt ist...ein schmales Sofa und ein Ikea-Stuhl standen herum. Eine Sitzecke mit vier Stühlen war auch vorhanden - wer also zu sechst anreisen würde, passt nicht gleichzeitig an den Esstisch.


Das Haus war erstaunlich gut ausgestattet mit Dingen, die man im Urlaub eigentlich gar nicht braucht. Sogar ein BluRay-Player stand herum. Mir wäre ein Geschirrspüler in der Küche lieber gewesen. Die Küche war mikroskopisch klein, aber immerhin mit Herd und Kaffeemaschine ausgestattet. Das Bad schloss sich unmittelbar an, auch klein und es hatte schon ein wenig von Camping-Urlaub  mit der Dusche in der Ecke, die nicht den Hauch einer Kabine hatte. Im Flur hing der Toilettendeckel aus dem letzten Blogpost.

Ganze 6 Betten hat man in das Haus geschafft, zwei im Erdgeschoss (einzeln stehend mit kleinem Gang, so breit wie ein Nachtschrank, dazwischen) und 4 im Obergeschoss, die als große Doppelmatratze unter dem Dach daherkamen mit einer Trennwand dazwischen. Ich frage mich, wie das gedacht ist... Oben schlafen die (bis zu vier) Kinder? Unten die Eltern, aber getrennt? Ins Obergeschoss ging es über eine steile Holztreppe. Mit Kleinkindern nicht zu empfehlen, denn absichern konnte man die Leiter nicht. Und wer Oma mit den Urlaub nehmen will, sollte überlegen, ob die noch so eine "Stiege" hinaufkommt ;-)


Das zum Center gehörende Schwimmbad war klein, bietet eine normale Rutsche (keine Röhren, keine Lichteffekte...), ein "Bubbelbad" (Whirlpool) und einen Wasserpilz. Schwimmen war eher nicht möglich, dafür war alles zu klein und zu flach. Aufsicht beim Baden war nicht vorhanden, auch die Umkleide wurde von den Gästen ab und an mal kurz durchgewischt. Es gibt auch keine Schränke für Wertsachen, alles hängt offen am Haken. Also, Wertsachen im Haus lassen...
In Punkto Schwimmbad kann das DanCenter in keinster Weise mit Lalandia mithalten. Enttäuschend, denn ich liebe Wasserrutschen.



Es gibt auf dem Areal des Danland einen Supermarkt mit dänemarktypischen Preisen, aber wer ein Auto hat, kann natürlich auch zu Lidl fahren und so günstiger einkaufen. Es gibt Eis, ein Restaurant mit sehr hohen Preisen und eine Art Fast Food-Tempel mit nicht ganz so hohen Preisen - und dort gibt es natürlich HotDogs ;-).
Für Kinder gibt es mehrere Spielplätze. Alle mit Sprungpolster und ein paar anderen Spielelementen. Nichts grandioses, aber ausreichend. Außerdem stand neben einem Spielplatz auch ein Wasserbecken, in dem man Krabben, Krebse und Fische beobachten konnte.
Sehr gut fand ich den Fahrradverleih im Center - hier gab es neben Rädern in allen Größen (eben auch für Kinder) auch Anhänger und Kindersitze.


Und was macht man in der Gegend? Zugegeben, die supercoolen Sehenswürdigkeiten gibt es nicht. Es gibt ein paar kleine Städte rund um den Fjord. Mit dem Auto kann man einmal drumherum fahren. Mit dem Rad auch. Alles ist angenehm flach, aber mit dem Rad ist es schon ein ordentliches Stückchen. In Laufnähe vom DanCenter ist ein Wikinger-Museum.

An der Küste entlang findet man schöne Natur, schön bewachsene Dünenlandschaften, die ich so woanders noch nicht gesehen habe. Auch hinter den Dünen, im Wald, kann man prima herumspazieren, es gibt Naturlehrpfade (immer mit Bastelideen für Kinder, aber auch mit Tipps zum Herstellen von Schnaps... für alle etwas dabei...), gefährlich aussehende Raupen, die Heide blühte bereits.


Für die Geocacher unter den Lesern: es gibt zwei sehr große Mystery-Runden mit insgesamt nahezu 200 Caches - und fast immer mit Munitionsboxen und Vogelhäuschen als Verstecke...Und auf der Karte sieht es auch schick aus ;-) Wie man sieht, müssen wir noch einmal hin, denn nur die mit Smiley haben wir auch geschafft, aufzusuchen...




Und Touren zu den Bunkern lohnen sich natürlich auch...



Hinter den Dünen waren überall Bunker. Sie sind Teil des ehemaligen Atlantik-Walls. Es sind überwiegend einzeln stehende Bunker, kein zusammenhängendes Bunkergebilde wie am Ostwall in Polen. Abgesichert sind sie nicht, man kann problemlos hinein, wenn auch in manche nur im Entengang. Drinnen trifft man beispielsweise auf Schwalben.


Nicht weit von Bork Havn entfernt ist übrigens DAS Legoland in Billund. Aber die 120 Euro Eintritt (und das war bereits inklusive irgendwelcher Frühbucher-Rabatte) war uns der Spaß nicht wert, zumal Kind 2 vermutlich noch für den Großteil der Attraktionen nicht groß genug ist und in den Sommerferien dort ein enormer Andrang herrschen soll, so dass man nichts von dem Besuch hat. Ob es stimmt, weiß ich nicht. Wir werden sicher mal wieder in diese Gegend kommen.


Alles in allem: Mal wieder ein Ort, der für Familienurlaub recht gut geeignet war. Sieht man vom zu windigen, kalten Wetter ab, aber das Risiko hat man in Skandinavien ja immer. Der Strand war toll, die Landschaft auch, es gibt nicht so arg viel zu sehen, aber dafür hetzt man auch nicht von einem "Must see" zum nächsten.


Kommentare:

  1. Dänemark ist für Geocacher mit Kindern doch super. Wir waren witzigerweise ebenfalls exakt in Bork Havn, allerdings schon 2012. Ich hoffe, ihr habt auch die coole Bunkerlinie im Wald gefunden (GC3N783 ff.)

    LG
    der_Grillfreund

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    1. Ja, die coole Bunkerlinie im Wald haben wir gefunden. Aber wir müssen unbedingt noch einmal in diese Gegend. Die ganzen Mysterys abholen und mehr Bunker besichtigen :-)
      LG
      Amelie

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