Mittwoch, 8. Februar 2017

Weiterfahrt ungefährlich

Letzte Woche habe ich in Oberschöneweide etwas entdeckt. Einen Paternoster. Ich wusste gar nicht, dass es so etwas noch öffentlich gibt. Gut, vom Rathaus Schöneberg hatte ich davon gehört, war dort aber noch nie. Ich war mir auch nicht sicher, ob ich das testen möchte und habe diese Gelegenheit nicht bewusst gesucht. Umso überraschter war ich, als sich die Gelegenheit unvermutet ergab.

Kurz gezögert... Soll ich hineinhüpfen? Wie schnell muss man sein? Kann man eingequetscht werden, wenn man zu lahm ist? Was, wenn ich mich nie wieder hinaustraue und die Feuerwehr mich retten muss wie ein Kätzchen vom Baum? Da ich aber nicht allein da war und draußen bleiben wohl ziemlich doof ausgesehen hätte, hüpfte ich hinein. Und bald wieder raus. Klappte... also, noch ein paar Mal herumprobiert, insgesamt sicher 10 komplette Runden gedreht, inklusive Fahrt ganz oben hinüber auf die andere Seite und durchs Kellergeschoss.

Sehr schön war das Schild vor dem 6. OG: "Hier aussteigen. Weiterfahrt ungefährlich". Ist eigentlich auch klar, trotzdem denkt man beim ersten Mal "Werde ich zerquetscht oder kopfüber auf der anderen Seite sein?!". Es war nur ziemlich dunkel, das Schild mit dem Handy zu fotografieren war schlicht unmöglich.

Auch die anderen Schilder waren schön:
"Keine Kinder und Gebrechlichen". "Keine Rollstühle und Kinderwägen". "Keine Leitern". Und "bitte nur dann auf den Knopf drücken, wenn ein NOT-Halt gewünscht ist".

Fazit: lustiger als der Um-die-Ecke-Fahrstuhl am S-Bahnhof Betriebsbahnhof Rummelsburg.




Kommentare:

  1. Guten Morgen! Auch im Rathaus Kreuzberg gibt es einen Pater Noster. Als Kinder sind wir damals ständig damit rum gefahren. Ist wohl heute nicht mehr gestattet ohne besondere Berechtigung.

    Im Rathaus von Aachen am Hauptbahnhof dreht ebenfalls ein PN seine Runden. Bin noch vor Kurzem (ohne Erlaubnis) damit gefahren und kam mir vor, als ob ich nochmal 8 oder 12 Jahre alt wäre ... :-).

    Liebe Grüße von Peer

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    1. Hallo Peer,

      ich kannte vom "Hörensagen" bisher nur den im Rathaus Schöneberg. In Kreuzberg scheint keiner mehr zu sein, wenn ich es nicht übersehen habe:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Paternosteraufz%C3%BCgen#Berlin

      Der PN mit den 20 Etagen im Axel-Springer-Hochhaus klingt spannend, aber da darf man ja nicht öffentlich einfach hin.

      Liebe Grüße

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    2. Im Hochhaus des Kreuzberger Rathauses gab es anstelle der heutigen Aufzugs-Zweiergruppe ursprünglich einen einzelnen Aufzug und einen Paternoster. Im Architekturmuseum der TU-Berlin kann man den ursprünglichen Grundriß des Gebäudes online betrachten. Anhand des Baujahrs der heutigen Aufzüge schließe ich, daß der Paternoster wohl Anfang der 1980er-Jahre entfernt und durch die heutige Anlage ersetzt wurde. Ich vermute, das geschah aus Gründen der Barrierefreiheit und des Brandschutzes.

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  2. @Madonna: "Die meisten Menschen trauen sich nicht zu fragen, wenn sie etwas möchten. Als kriegen sie auch nicht."

    Also frag oder mach einfach, - z. B. bei Springer oder im AA ´nen Diplomaten fragen. Die sollte ja eigentlich von Natur aus "diplomatisch" sein ... :-).

    http://www.tagesspiegel.de/berlin/aufzuege-in-berlin-mit-dem-paternoster-durch-den-behoerdendschungel/11833866.html

    Stimmt! Der im Rathaus Kreuzberg scheint weg zu sein.

    Such Dir hier einen aus und mach es http://www.flemming-hamburg.de/patlist.htm

    Viel Spaß

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    1. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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    2. Ok stimmt, man könnte einfach fragen. Ich denke, ich versuche es mal bei Springer, denn diese 20 Stockwerke klingen verlockend... :-)

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