Mittwoch, 18. Juli 2018

Gekidnapped - Ein Besuch bei Escape Berlin

Vor einigen Woche wurde ich von Escape-Berlin gefragt, ob ich mit Freunden ein Live-Escape-Game ausprobieren möchte. Ich hatte zuvor schon viel Gutes über solche Spiele gehört, also entschied ich mich, Mitspieler zusammenzutrommeln und es zu probieren.
Mir wurde ein Gutschein für ein Spiel für bis zu 6 Personen gratis zur Verfügung gestellt.



Schließlich haben wir das Spiel zu viert gespielt - weil die fünfte eingeplante Person schon zu Beginn Angst bekommen hat. Aber dazu später mehr...

Wie gesagt, gehört hatte ich schon einiges  davon, ausschließlich Gutes. Aber ich muss zugeben, dass ich selbst eher skeptisch war. Kniffelige Rätsel lösen, um zu einem Ziel zu kommen - das mache ich beim Geocachen ohnehin ständig und das draußen und ohne Eintritt zu bezahlen. Aber gerade von anderen Cachern hatte ich gehört, dass solche Escape-Games klasse sein sollen - wie ein riesiger, besonders gut gemachter Cache, bei dem garantiert alles funktioniert und der tolle Elemente beinhaltet.

Escape-Berlin liegt in der Nähe des S-Bahnhofs Landsberger Allee in einem alten Bürogebäude. Wenn man von der Storkower Straße mit Auto oder Bus kommt, sieht man ein großes Schild. Am S-Bahnhof ebenfalls, aber vor Ort  an der Tür zum Gebäude wäre ich beinahe erst einmal vorbeigelaufen.
Direkt vor der Tür gibt es übrigens Parkplätze.


Ist man mit dem Aufzug ins Obergeschoss gefahren, erkennt man von dem hässlichen Bürogebäude nichts mehr. Schöne Räumlichkeiten warten auf einen, ein freundlicher Empfang und die Wartezeit bis zum Spielbeginn kann man in einem großen Raum mit mehreren Sitzecken und Blick auf die Stadt verbringen.

Es gibt vier verschiedene Spiele zu unterschiedlichen Themenbereichen:

  •  Sherlock Holmes  
  •  Kidnapped - ein Horror-Spiel
  •  Schnapsladen - eine Art Trinkspiel mit echtem Alkohol
  •  Big Päng - ein Game mit satirischen Anspielungen auf bekannte TV-Serien
Auf dieser Webseite  gibt es übrigens eine Auflistung von  den unterschiedlichsten Escape-Games in zahlreichen Städten. Ich bin erstaunt, was es alles gibt. 


Bei allen Games geht es darum, durch das Lösen von Rätseln nach einer Stunde wieder den Raum zu verlassen. Die Räume, die wir gesehen haben, waren groß. Man fühlte sich nicht wirklich eingesperrt.

Ein Spiel kostet 19 Euro pro Person (Schnapsladen 25 Euro) und man bucht vorab auf der Webseite und geht dann zum gewählten Termin hin. Das Szenario hat man dann für eine Stunde, komplett für sich allein und kann ungestört rätseln.
Sherlock Holmes und Big Päng sind auch für Kinder geeignet, Schnapsladen und Kidnapped nicht.


Wir entschieden uns für das Horrorspiel "Kidnapped". Zum einen kannten zwei der Mitspieler das Spiel Sherlock Holmes schon (welches sonst die erste Wahl gewesen wäre), zum anderen mag ich persönlich durchaus gruselige Dinge und war gespannt, was hier geboten wird.

Bei dem Spiel geht es darum, dass man von einem Psychopathen gekidnapped wurde und nur eine Stunde Zeit hat, um ihm zu entfliehen. Die Räume sind mit vielen gruseligen Elementen versehen, manche Bilder behält man noch recht lange im Kopf. Es ist in der Tat definitiv nicht für Kinder geeignet.

Bildquelle: Escape Berlin
Nach einer kurzen Anweisung durch die Spielleiterin ging es los. Rucksäcke, Taschen, Jacken, Getränke und was man noch so dabei hat, kann man dann in einem Spind einschließen. Das Mitnehmen von Essen und Getränken in die Spielräume war auch gar nicht erlaubt. Aber man hat zum Essen ohnehin keine Zeit.

Natürlich werde ich nun nicht spoilern, aber schon im Vorraum unseres Spiels war alles so gruselig gestaltet, dass eine Mitspielerin rückwärts wieder hinauslief. Wir anderen waren mutig, aber ich gestehe, dass mir streckenweise schon sehr mulmig war. Es war ein Erlebnis für alle Sinne und man rechnete immer mit weiteren gruseligen Dingen und wurde ziemlich schreckhaft, weil es einige überraschende Momente gab.
Man wusste zwar natürlich die ganze Zeit, dass es ein Spiel ist, aber es war ein wenig wie Geisterbahn fahren, nur deutlich realistischer.

Bildquelle: Escape Berlin
Vermutlich vernebelte uns die Angst auch ein wenig das Gehirn, denn wir brauchten beim Rätseln einige Male Hilfe, die nach einiger Zeit erfolglosem Grübeln dann auch immer auf einem Monitor erschien. Das fand ich gut, denn so hatte man eine realistische Chance, es in einer Stunde zu schaffen.

Die Rätsel waren alle stimmig, gut lösbar und logisch, einiges erforderte echt Mut und anderes Überwindung. Es gab einige sehr überraschende und auch witzige Elemente, die gut umgesetzt waren. Unser Fazit war ganz klar: es hat Spaß gemacht!

Auf dem Monitor erschien auch immer die Angabe der noch restlichen Zeit. Gerade einmal zwei Minuten vor Ablauf der Zeit hatten wir es geschafft und waren dem Psychopathen entronnen.

Danach sahen wir "unsere" Spielleiterin wieder, das Licht ging an und es wurden zum Abschied noch Fotos geknipst, die man sich direkt kurz darauf auf der Webseite ansehen konnte (natürlich nicht öffentlich, man erhielt einen persönlichen Link).

Unser Fazit:
Es hat großen Spaß gemacht. Ich hätte nicht gedacht, dass so ein Spiel einen wirklich eine Stunde so fesselt und die Zeit wie im Fluge vergehen lässt. Ich würde es jederzeit wieder machen und kann es empfehlen.

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