Donnerstag, 9. August 2018

Schlaflos dank Maus im Haus...



Es gibt Sachen, die braucht kein Mensch...  Es fing alles an, dass die Kinder wegen der anhaltenden Hitzewelle, die uns täglich Temperaturen über 30 Grad beschert, die Farbmäuse abkühlen wollten. Das machen wir mit Fliesen und Tontöpfen im Nagarium, aber sie hatten auch gelesen, dass man bei zahmen Mäusen den Schwanz mit Wasser benetzen kann. Also wurde eine Maus ins Bad getragen und das Nagarium, also der Deckel oben, nur aufgelegt, statt verriegelt. Das ist schon einige Mal gut gegangen...

Also, danach Maus wieder rein in den Käfig und verschlossen. Die andere war nirgendwo zu sehen, was für einen Vormittag normal ist, da schlafen sie ja meist ohnehin. So haben wir dann noch die Wohnung gelüftet mit offenen Balkontüren und dann ging ab nach draußen, ein normaler Tag.

Abends dann Inventur... Wo ist eigentlich die schwarze Maus?
"Die ist irgendwo... die hat sich bestimmt eingebuddelt...die ist öfter mal nicht zu sehen...die ist 100% da".
Nach viel hektischem Wühlen, dem Anheben aller Häuschen und Tunnel, dem Betrachten der Kokosnuss und sonst sämtlichen Spielkrams war klar: die eine Maus ist weg. Und zwar die, die kurz im nicht fest verschlossenen Käfig war, während die andere im Bad war.

Na super... Die Suche ging los. Ich fand ein paar Spuren. Sie hatte sich am Futtervorrat bedient und war danach offenbar durchs Regal unter dem Fernseher marschiert. Aber dann verlor sich die Spur. Vom Fernseher bis zur Balkontür sind es nur ca. zwei Meter. Ich war mir nahezu sicher, dass sie rausgerannt ist. Dort käme sie vermutlich die Wand aus rauem Putz hoch und wäre dann auf und davon.

Ich informierte die Nachbarn, dass uns eine Maus abhanden gekommen ist und dass sie bei einer Sichtung bitte nicht den Kammerjäger holen sollen. Danach suchten wir alles ab. Die Wohnung ist nicht gerade klein und hat so einige Mäuseverstecke. Selbst hinter ein Billy-Regal würde eine Maus passen...  Wir räumten alle Regale aus, rückten Schränke ab, durchsuchten jedes Lego-Haus... Unsere Wohnung glich einem Schlachtfeld. Das tut sie in Maßen zwar sonst auch öfter, gerade in den Ferien, wenn der Jüngste eine Art Lego-Spur durch die Wohnung legt, aber das war nun ausbrach, war unbeschreiblich.

Wir stellten zudem einiges auf, damit sie zurückkommen kann... Unter anderem stellten wir ihre Transportbox mit Futter und Wasser auf - mit Leiter davor. Damit sie hineinkommt, aber nicht mehr raus. Das war der Plan...

Große Aufregung bei den Kindern, gemischt mit Panik und Traurigkeit. Ich war mir sicher, die Maus ist über den Balkon längst weg und las mich abends dann schon einmal ein, wie man eine neue Maus mit der übrig gebliebenen vergesellschaftet... Denn ich sah mich schon am nächsten Morgen losfahren, um eine neue Maus zu holen.

An Schlaf war nicht zu denken und da Mäuse nachtaktiv sind, war mir klar, dass die Nacht wohl unsere einzige Chance ist. Wenn sie denn noch in der Wohnung ist. Ich lauschte. Ich leuchtete vorsichtig mit der Taschenlampe durch alle Zimmer. Und dann, um 1:30 Uhr sah ich sie. Sie wollte zurück zum Käfig, wo ihre Freundin schon hektisch oben am Käfig herumwuselte und scheinbar suchte. Ich denke, sie werden für uns unhörbar kommuniziert haben.

Und ich hatte sie schon fast in der Hand, sonst ist sehr zahm. Aber die Aufregung durch den Ausflug, machte sie etwas unberechenbar und zack, war sie wieder weg. Ich war sicher, sie ist zumindest noch in dem Zimmer und verschloss sämtliche Türen, packte zusätzlich vor jeden Türspalt etwas, was ich gerade fand... Bücher, Bilderrahmen...

Und dann saß ich da und leuchtete das Zimmer ab. Bis um 4 Uhr. Dann war ich so dermaßen müde, dass ich eingenickt bin.

Morgens um 7 Uhr weckte mich mein Mann mit den Worten, er habe sie gefangen. Mit einer Plastikkiste, die er darübergestülpt hat. Und sie war in einem ganz anderen Zimmer. Sie war offenbar bei meinem Fangversucht um 1:30 Uhr schneller in ein anderen Zimmer gerannt, als ich die Türen schließen konnte.

Ende gut, alles gut. Aber so etwas brauche ich nicht noch einmal....

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