Mittwoch, 6. März 2019

Escape Game, Teil 2: Flucht aus dem Knast Nr.13

Vor einiger Zeit war ich bereits bei Escape Berlin, darüber habe ich hier bereits berichtet. Das hat großen Spaß gemacht, es erinnerte mich ans Geocachen - denn so ein Escape Game ist wie ein sehr gut gemachter Cache, bei dem garantiert alles funktioniert und lösbar ist, Hinweise kommen, wenn man sie braucht - man dafür aber unter Zeitdruck steht. Die Spiele sind inzwischen beliebt und in Berlin gibt es einige Anbieter.

Nun bekam ich erneut eine Einladung von Escape Berlin, um noch einmal zu spielen. Den Gutschein zum Spielen mit insgesamt bis zu 6 Personen habe ich gratis zur Verfügung gestellt bekommen. Es steht mir vollkommen frei, wie ich über den Besuch berichte.

Im Freundeskreis fanden sich schnell einige, die Lust hatten, mal wieder ein Escape Game zu spielen. Alle von uns kannten das Prinzip bereits. Man wird quasi in einem Szenario eingesperrt und muss mittels Lösen von Rätseln und Aufgaben wieder hinauskommen. Man darf alles anfassen und ausprobieren, oft sind es die eher kuriosen Aktionen, die zum Erfolg führen. Wenn man Panik aufgrund des geschlossenen Raums bekommt, kann man einen der gut sichtbaren Knöpfe drücken und schon gehen die Türen auf - allerdings ist dann auch das Spiel vorbei.


Escape Berlin bietet derzeit fünf unterschiedliche Spiele an. Es dürfte für wohl jeden Geschmack etwas dabei sein. Beim letzten Mal waren wir bei dem Horrorspiel Kidnapped, das sehr gut war, aber nichts für ganz schwache Nerven.

Eine Übersicht der Escape Games, nicht nur in Berlin, gibt es hier.

Dieses Mal entschieden wir uns für das neue Spiel Knast 13.  Hier muss man als Gruppe "Verurteilter" aus dem Knast entkommen. Man hat eine Stunde Zeit für den Ausbruch, danach würden die Wärter wieder erscheinen. Der Spielleiter ist quasi auch Wärter, aber auch Komplize, denn im Fall des Falles gibt er Hinweise über einen Monitor. Man wird beim Spielen als permanent beobachtet.  Der Spielleiter greift ein, wenn man mit den Armen wedelnd Hilfe ruft oder wenn er merkt, man steckt fest und die Zeit wird knapp.
Ich habe gehört, dass andere Escape-Spiele mit Walkie Talkies arbeiten. Ich finde einen Monitor besser, denn so kann man quasi in Ruhe den Hinweis nachlesen.

Gebucht haben wir über die Webseite, man kann dort problemlos einen Termin auswählen. Ich bin ein großer Fan solcher Reservierungssysteme. Das ist viel einfacher und übersichtlicher als wenn man anruft und nach freien Terminen fragen muss (die man dann wiederum mit seinen Mitspielern abstimmen muss...).

Man wird in der Reservierungsbestätigung gebeten, etwa 15 Minuten vor Spielbeginn zu erscheinen, denn die Spiele sind live, ein Spielleiter wartet auf einen und er muss ja hinterher auch wieder aufräumen und wieder herrichten, bis die nächste Gruppe kommt und ohne Wartezeit spielen möchte. Wir waren kurz vor 19 Uhr dort. Nach kurzer Zeit im Warteraum, wo man sich mit Geduldspielen die Zeit vertreiben kann, ging es los. Jacken, Taschen und vor allem auch Telefone müssen weggesperrt werden. Die Schließfächer funktionieren mit bereits dort vorhandenen Vorhängeschlössern, man braucht keinen Euro oder ähnliches.

Vorab waren wir etwas unsicher, denn in der Spielbeschreibung zu Knast 13 stand, dass man das Szenario gegeneinander spielen könnte - bedeutet dies, wir spielen gegen eine andere (fremde) Gruppe? Oder wird unsere Gruppe aufgeteilt? Da wir - aufgrund eines Krankheitsfalls - nur zu fünft waren, war uns lieber, gemeinsam in einem Szenario zu spielen und das war auch problemlos möglich. Vor Ort erkannten wir dann auch, wie das mit den zwei Gruppen eigentlich gedacht ist. Es gibt quasi zwei Zellentrakte - man kann gegeneinander spielen, wenn die Gruppe groß ist (über 6 Leute),  aber man kann auch mit einer Gruppe nur einen Zellentrakt bespielen.

Quelle: Escape Berlin
Wie auch bei dem Spiel Kidnapped sind die Räume sehr passend gestaltet. Es gibt keine Fenster, wenig Licht, die Zellen wirken authentisch. Schon im ersten Raum ist so manches kniffelige Rätsel, aber wir kamen hier ganz gut durch, ohne einen Hinweis zu benötigen. Auch war hier schon klar, warum in der Beschreibung stand, dass rudimentäre körperliche Fitness vorhanden sein sollte, denn hier wurde zumindest von einem Spieler eine Leiter erklommen. Danach ging es durch den Fluchttunnel, von dem man auch in der Spielbeschreibung lesen kann. Im Tunnel war es sehr dunkel und dadurch durchaus aufregend, aber nicht gruselig.

Im nun folgenden Raum haben wir zwar gut angesetzt, uns dann aber ewig verzettelt. Im wahrsten Sinne des Wortes. Zudem sind hier, wie auch im ersten Raum, einige falsche Fährten gelegt ;-). Aber irgendwann war es geschafft, es wurde noch einmal sportlich und dann standen wir erneut etwas ratlos herum. Bis ein Geistesblitz einer Mitspielerin das sehr spaßige Ende des Spiels einläutete. An der Stelle wäre ein Spiel gegeneinander mit einem zweiten Team richtig lustig gewesen, aber auch so war es toll und als die Türen aufsprangen und das Licht anging, waren noch 5 Minuten Restzeit auf dem Ticker.

Wie beim letzten Spiel wurden mit einigen Requisiten noch Fotos gemacht. Man erhält dann einen QR-Code, den man direkt mit dem Telefon scannen, die Bilder anschauen und abspeichern kann. Die Bilder müssen nicht irgendwie gesondert gekauft werden.

Wir hatten wieder viel Spaß, das Spiel war klasse gestaltet und aufgemacht, die falschen Fährten manchmal ein wenig irreführend, aber das gehört dazu. Der Spielleiter war sehr nett und wie beim letzten Mal hatte ich den Eindruck, dass das Personal schaut, dass man motiviert wird und sich nicht zu sehr unter Zeitdruck gesetzt fühlt. Wir kommen auf jeden Fall gern wieder und können auch dieses Escape Game empfehlen.

Kommentare:

  1. ich finde die Idee ganz cool (war 2x drin), gehe aber trotzdem lieber cachen.

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